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Die Darstellung Ottos des Großen in der Spalatin-Chronik

Titel: Die Darstellung Ottos des Großen in der Spalatin-Chronik

Seminararbeit , 2014 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Thomas Haindl (Autor:in)

Geschichte - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bereits im Jahr 1510 beauftragte der sächsische Kurfürst Friedrich III., aus dem Hause Wettin, den Priester und Historiographen Georg Spalatin eine Chronik des kurfürstlich-sächsischen Hauses zu schreiben. Die "Chronik der Sachen und Thüringer" sollte den Ursprung der Sachsen, Thüringer und Meißner erforschen und sollte mit der Darstellung des damaligen Kurfürsten Friedrich III., ihm wurde der Beiname der Weise zu teil, enden.
Georg Spalatin, sein bürgerlicher Name war Georg Buckhardt, konnte zu Lebzeiten jedoch nie die Chronik fertigstellen. Spalatin verbrachte den Großteil seines Lebens am Hofe des Kurfürsten und war einer der frühesten Anhänger Luthers. Er wurde 1508 zum Priester geweiht und war Erzieher des Prinzen Johann Friedrich von Sachsen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Geschichte der Spalatin Chronik

2. Ausgangspunkt der Schlacht am Lechfeld

3. Identitätsbildung Ottos am Beispiel der Schlacht am Lechfeld

4. „Otto gelobt die Errichtung des Bistums zu Merseburg“

5. „Schlachtvorbereitungen Ottos I“

6. „Sieg auf dem Lechfeld“

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Otto der Große in der Spalatin-Chronik am Beispiel der Schlacht am Lechfeld inszeniert wird und welche spezifischen narrativen Mittel Spalatin einsetzt, um die Macht Ottos I. religiös und politisch zu legitimieren.

  • Historische Einordnung der Spalatin-Chronik und ihres Entstehungskontextes
  • Die Darstellung der Ungarn als Bedrohungsszenario und Feindbild
  • Die religiöse Überhöhung und göttliche Legitimation der Herrschaft Ottos I.
  • Die Funktion der Chronik als Instrument zur Identitätsstiftung und Selbstdarstellung des Hauses Wettin
  • Militärische Inszenierung und Legendenbildung um die Figur des Kaisers

Auszug aus dem Buch

3. Identitätsbildung Ottos am Beispiel der Schlacht am Lechfeld

„Anfängliche Überlegenheit der Ungarn“ berichtet über den Anfang der Schlacht am Lechfeld bei Augsburg 955. Die Chronik bedient sich hier einer sehr allegorischen, martialischen Sprache die über den Anfang der Schlacht Auskunft geben soll. Es wird berichtet, dass Otto der Große das Kriegsgefolge auf 8 Legionen aufgeteilt habe, um somit durch enge Wege und Passagen dem Pfeilhagel der Magyaren zu entkommen. Die Ungarn waren damals als berüchtigte Bogenschützen bekannt und verfügten über eine Art Wunderwaffe, einen Reflexbogen aus druckfestem Horn und hochelastischen Tiersehnen, der ihnen einen großen Vorteil gegenüber den hölzernen Langbogen der Ostfranken gewährte. Ein großer Nachteil des Reflexbogens ist es, dass er nicht jeder Witterung standhält und somit könnte es, laut Johannes Laudage, am Tag der Schlacht vielleicht sogar geregnet haben. Dieses Indiz könnte den Verlauf der Schlacht beeinflusst haben. Den Ausgang der Schlacht jedoch nur auf ein Wetterphänomen zuzuschreiben wäre zu einfach und die Geschichtsschreibung der Ottonen entwickelte natürlich einen anderen Zugang zur Schlacht. Die Chronik berichtet wie die Magyaren mit großer Anzahl über den Lech stürmten. Spalatin gibt hier keine genau Heereszahl der Ungarn an, mit der es möglich wäre auf die ungefähre Kampfstärke der ungarischen Truppen zu schließen. Jedoch ist solchen Angaben mit Vorsicht zu begegnen, da die meisten Schlachtberichte des Mittelalters zur Übertreibung neigen. Laut der Spalatin Chronik sollen sich die Ungarn mit unermüdlichem Geschrei und Grausamkeit dem fränkischen Heer genähert haben und dabei herbe Verluste, bei der Allianz des ostfränkischen Heeres, verursacht haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Geschichte der Spalatin Chronik: Einführung in das historiographische Projekt Georg Spalatins, das primär der Legitimation des Hauses Wettin diente.

2. Ausgangspunkt der Schlacht am Lechfeld: Erläuterung des historischen Kontextes der ungarischen Raubzüge und der kriegerischen Vorgeschichte vor 955.

3. Identitätsbildung Ottos am Beispiel der Schlacht am Lechfeld: Analyse der medialen Aufbereitung der Schlacht als allegorisches Ereignis zur Stärkung der ottonischen Identität.

4. „Otto gelobt die Errichtung des Bistums zu Merseburg“: Untersuchung der religiösen Dimension des Sieges durch die Verknüpfung von Bittgebeten und Bistumsgründung.

5. „Schlachtvorbereitungen Ottos I“: Diskussion der christlichen Symbolik, insbesondere der heiligen Lanze, als Instrument zur Herrschaftslegitimation.

6. „Sieg auf dem Lechfeld“: Betrachtung der Glorifizierung Ottos als römischer Kaiser und der Bedeutung der militärischen Darstellung für die Legendenbildung.

7. Resümee: Zusammenfassende kritische Reflexion über die Objektivität der Chronik und Spalatins Wirken als Hofhistoriograph.

Schlüsselwörter

Spalatin-Chronik, Otto der Große, Schlacht am Lechfeld, Machtlegitimation, Geschichtsschreibung, Mittelalter, Haus Wettin, Ungarn, Heilige Lanze, Identitätsbildung, Hofhistoriograph, Herrschaftsdarstellung, Legendenbildung, Sakralität, Ostfranken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Darstellung Ottos des Großen in der sogenannten Spalatin-Chronik, wobei der Fokus gezielt auf den Beschreibungen der Schlacht am Lechfeld liegt.

Welche Rolle spielt Georg Spalatin in diesem Kontext?

Spalatin fungiert als Hofhistoriograph, der im Auftrag des sächsischen Kurfürsten eine Chronik verfasste, die weniger der historischen Faktentreue als vielmehr der Legitimierung der Macht und Herkunft des Hauses Wettin diente.

Was ist das zentrale Forschungsziel?

Es soll untersucht werden, mit welchen narrativen und religiösen Maßnahmen Spalatin die Figur Ottos I. inszeniert und wie er den Sieg am Lechfeld als göttlich legitimierten Erfolg darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Autorin/der Autor führt eine quellenkritische Analyse durch, wobei die Darstellung der Schlacht am Lechfeld in der Spalatin-Chronik mit modernen historischen Erkenntnissen verglichen wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Hintergrunds, die Analyse der religiösen Deutungsmuster, die Rolle von Symbolen wie der heiligen Lanze und die Glorifizierung des Kaisers.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch die Begriffe Herrschaftslegitimation, historiographische Inszenierung, Mittelalterliche Chronistik und Identitätskonstruktion beschreiben.

Wie bewertet der Autor die Objektivität der Spalatin-Chronik?

Der Autor stellt fest, dass die Chronik keine rein faktengestützte Geschichtsschreibung ist, sondern eine Mischung aus Fiktion und Wahrheit, die stark durch die Interessen der Auftraggeber geprägt ist.

Warum wird Otto in der Chronik bereits als „römischer Kaiser“ bezeichnet?

Spalatin nutzt diesen Titel, um die spätere Kaiserkrönung (962) durch frühere militärische Erfolge und eine göttliche Vorsehung bereits im Jahr 955 zu rechtfertigen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Darstellung Ottos des Großen in der Spalatin-Chronik
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Geschichtswissenschaftliche Arbeitstechniken und Archivkunde
Note
1,0
Autor
Thomas Haindl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V303916
ISBN (eBook)
9783668022515
ISBN (Buch)
9783668022522
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Otto der Große Spalatin-Chronik Schlacht am Lechfeld
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Haindl (Autor:in), 2014, Die Darstellung Ottos des Großen in der Spalatin-Chronik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303916
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Leseprobe aus  15  Seiten
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