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Fragebogeneffekte bei Online-Befragungen

Title: Fragebogeneffekte bei Online-Befragungen

Thesis (M.A.) , 2003 , 157 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Rainer Böhme (Author)

Communications - Methods and Research Logic
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Summary Excerpt Details

[...] Dementsprechend vielschichtig ist auch der theoretische Teil der vorliegenden
Arbeit aufgebaut. Kapitel 2 thematisiert den Status Quo der internationalen Online-
Forschung. Die Abgrenzung beschränkt sich dabei auf zentrale Definitionen. Elementare Begriffe aus der Internet-Technologie (z. B. E-Mail, Link und Server) können
zehn Jahre nach Erfindung des World Wide Web und einer Abdeckung von inzwischen
gut 50% der deutschen Bevölkerung (Eimeren, Gerhard und Frees, 2003,
S. 339) als bekannt vorausgesetzt werden. Nach einem kurzen Literaturüberblick
der Vor- und Nachteile von Online-Befragungen in ihren jeweiligen Anwendungsgebieten
behandelt Kapitel 2.2 die statistischen Gütekriterien der Methodenforschung.
Diese, und die in Kapitel 2.3 vorgestellten Rekrutierungsverfahren, bilden
die Grundlage zur folgenden Dokumentation des empirischen Forschungsstands von
Online-Fragebogeneffekten im Kapitel 2.4. Der Rückblick systematisiert die in der
Literatur meist katalogartig aneinander gereihten experimentellen Einzelbefunde
nach Merkmalen des Befragten und des Instruments.
Um die viel beklagte Liste der unzusammenhängenden Einzelbefunde nicht weiter
zu verlängern, bietet sich die Suche nach einem geeigneten theoretischen Rahmen
an. Dazu stellt Kapitel 3 die wichtigsten Theorieansätze zur Teilnahme an Befragungen
(Kapitel 3.1) und zur Beantwortung von einzelnen Fragen (Kapitel 3.2)
vor und unterzieht sie jeweils einer kritischen Würdigung. Ein viel versprechendes,
psychologisches Prozessmodell aus der CASM-Bewegung (Cognitive Aspects of Survey
Methodology) dient schließlich als Grundlage zur Ableitung von Hypothesen und
Forschungsfragen. Die CASM-Perspektive ist besonders gut mit Fragestellungen der
Online-Forschung vereinbar, weil sie den reinen Antwortprozess fokussiert und andere
Einflüsse, wie z. B. die Interviewer-Fehler, nur indirekt behandelt. Gerade die
Online-Technologie erlaubt es, den Antwortprozess mit maschineller Genauigkeit
abzubilden.
Der empirische Teil (Kapitel 4) beschreibt eine experimentelle Untersuchung von
Fragebogeneffekten bei einer eigens zu diesem Zweck konzipierten Online-Befragung.
Als Fragebogeneffekt werden in dieser Arbeit Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge
zwischen verbalen und nonverbalen Merkmalen eines Fragebogens (z. B. Wortlaut,
Reihenfolge, Format) und dem Antwortverhalten der Befragten verstanden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Online-Methodenforschung als interdisziplinäres Erkenntnisgebiet

2 Online-Befragung: Darstellung des Forschungsgegenstandes

2.1 Abgrenzung von anderen Befragungsverfahren

2.1.1 Eine neue Variante der selbst-administrierten Befragung

2.1.2 Merkmale der Online-Technologie

2.1.3 Anwendungsgebiete für Online-Befragungen

2.2 Gütekriterien und Fehlermodelle in der Umfrageforschung

2.2.1 Gütekriterien der Methodenforschung

2.2.2 Das Fehlermodell von Groves

2.2.3 Typologie von Teilnahmeverhalten bei Web-Befragungen

2.3 Verfahren zur Teilnehmerrekrutierung

2.3.1 Deterministische Verfahren

2.3.2 Zufallsverfahren

2.4 Status Quo der empirischen Online-Fragebogenforschung

2.4.1 Befunde zu Merkmalen der Befragten

2.4.2 Befunde zu Merkmalen des Instruments

2.4.3 Bemerkung zur Vorgehensweise in der Methodenforschung

3 Theorien zur Beantwortung von Umfragen

3.1 Theorien zur Erklärung der Teilnahme an Befragungen

3.1.1 Teilnahme als rationale Entscheidung

3.1.2 Teilnahme als heuristische Entscheidung

3.1.3 Teilnahme als sozialer Austausch

3.1.4 Handlungstheoretische Ansätze

3.2 Theorien zur Erklärung der Beantwortung von Fragen

3.2.1 Psychometrische Ansätze

3.2.2 Antwortselektion als Nutzenmaximierung

3.2.3 Das kognitionspsychologische Strukturmodell

3.2.4 Theorien paralleler Verarbeitungswege

3.2.5 Konversationstheoretische Überlegungen

4 Experimentelle Untersuchung der Wirkung von Fragebogenmerkmalen bei Online-Befragungen

4.1 Fragestellung und Hypothesen

4.1.1 Fragenkomplex animierte Skalen

4.1.2 Fragenkomplex Fortschrittsanzeige

4.1.3 Fragenkomplex Kontexteffekte

4.2 Methode

4.2.1 Beschreibung des Instruments

4.2.2 Vorgehensweise und Ergebnisse der Pretests

4.2.3 Feldphase und Stichprobencharakteristik

4.2.4 Datenaufbereitung

4.3 Ergebnisse

4.3.1 Fragenkomplex animierte Skalen

4.3.2 Fragenkomplex Fortschrittsanzeige

4.3.3 Fragenkomplex Kontexteffekte

4.4 Zusammenfassende Diskussion

5 Schlussfolgerung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch Fragebogeneffekte bei Online-Befragungen, mit dem Ziel, die methodologischen Besonderheiten dieses Mediums theoretisch zu fundieren und empirisch zu prüfen. Dabei wird insbesondere der Einfluss von grafischen Elementen (animierten Icon-Skalen), Fortschrittsanzeigen und Kontexteffekten auf das Antwortverhalten und die Datenqualität analysiert.

  • Grundlagen der Online-Forschung und Abgrenzung von klassischen Befragungsverfahren.
  • Theoretische Modelle zur Teilnahmeentscheidung und zum Antwortprozess in der Umfrageforschung.
  • Experimentelle Analyse von Fragebogenmerkmalen wie Skalen-Design und Fortschrittsanzeigen.
  • Untersuchung von Kontexteffekten durch visuelle Stimuli und Antwortoptionen.
  • Einfluss der Teilnehmerrekrutierung und technischer Aspekte auf die Datenqualität.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Eine neue Variante der selbst-administrierten Befragung

Online-Befragungen sind in der Literatur unterschiedlich abgegrenzt. Der Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM) verwendet eine relativ weite Definition, die folgende Spezialfälle umfasst (vgl. ADM, 2001, S. 1):

(1) Teilnehmer füllen einen auf einem Server abgelegten Fragebogen im Internet online aus.

(2) Teilnehmer laden den Fragebogen von einem Server herunter und schicken ihn ausgefüllt per E-Mail zurück, und

(3) Forscher versenden Fragebögen per E-Mail und erhalten sie ausgefüllt ebenfalls per E-Mail zurück.

Batinic und Bošnjak (2000, S. 288) sowie Batagelj, Lozar Manfreda und Vehovar (1998, S. 2) differenzieren weniger stark und unterscheiden die Web-Befragung, bei der ein im Internet abgelegter Fragebogen online von den Befragten ausgefüllt wird, von der E-Mail-Befragung. Da Letztere im Gegensatz zur Web-Befragung einige Nachteile aufweist (siehe Tuten, Urban und Bošnjak, 2002, S. 9f., auch Schaefer und Dillman, 1998, S. 4, Dillman, Tortora und Bowker, 1998, S. 5) attestiert ihr Starsetzki (2001, S. 43) Bedeutungslosigkeit in der praktischen Anwendung. Sie ist daher nicht Gegenstand der vorliegenden Arbeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Online-Methodenforschung als interdisziplinäres Erkenntnisgebiet: Einleitung in die Bedeutung der Online-Befragung und Begründung der Notwendigkeit einer methodologischen Auseinandersetzung.

2 Online-Befragung: Darstellung des Forschungsgegenstandes: Definition und Abgrenzung der Online-Befragung sowie Diskussion von Gütekriterien, Fehlermodellen und Rekrutierungsverfahren.

3 Theorien zur Beantwortung von Umfragen: Überblick über theoretische Ansätze zur Erklärung von Teilnahmeverhalten und kognitiven Prozessen bei der Fragebeantwortung.

4 Experimentelle Untersuchung der Wirkung von Fragebogenmerkmalen bei Online-Befragungen: Detaillierte Beschreibung der experimentellen Untersuchung, der Hypothesen sowie der Ergebnisse zu Icon-Skalen, Fortschrittsanzeigen und Kontexteffekten.

5 Schlussfolgerung und Ausblick: Zusammenführende Einordnung der Ergebnisse in den methodischen Kontext und Plädoyer für eine interdisziplinäre Online-Forschung.

Schlüsselwörter

Online-Befragung, Online-Forschung, Fragebogeneffekte, Datenerhebung, Web-Befragung, Fehlermodell, Item-Nonresponse, Dropout, Icon-Skalen, Fortschrittsanzeige, Kontexteffekte, Antwortverhalten, Methodenforschung, Survey-Design, Online-Methodik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität von Online-Befragungen und analysiert, wie spezifische Merkmale des Online-Fragebogens, wie beispielsweise visuelle Skalen oder Fortschrittsbalken, das Antwortverhalten und die Abbruchquoten der Teilnehmer beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die methodischen Grundlagen der Online-Forschung, Theorien der Umfrageforschung, Techniken der Teilnehmerrekrutierung sowie die experimentelle Überprüfung von Design-Merkmalen eines Online-Fragebogens.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, die theoretische Fundierung für Online-Befragungen zu verbessern und durch eine experimentelle Untersuchung aufzuzeigen, wie konkrete Gestaltungselemente die Datenqualität (z.B. Abbruchraten und Antwortverzerrungen) beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt ein umfangreiches Feldexperiment durch, wobei er einen eigens konzipierten Online-Fragebogen nutzt, in dem verschiedene experimentelle Treatments (Split-Ballot Design) zur Anwendung kommen, um Wirkungszusammenhänge kausal zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der Status Quo und die theoretischen Grundlagen erläutert, gefolgt von der experimentellen Untersuchung selbst, in der die Wirkungen von Icon-Skalen, Fortschrittsanzeigen und Kontexteffekten anhand von Daten aus einer Online-Studie detailliert ausgewertet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Online-Befragung, Fragebogeneffekte, Datenqualität, Nonresponse, kognitive Prozesse der Fragebeantwortung und Survey-Design beschreiben.

Welche Erkenntnis liefert die Untersuchung zu den grafischen Icon-Skalen?

Überraschenderweise zeigen die Ergebnisse, dass grafische Icon-Skalen nur einen geringen positiven Effekt auf die Motivation haben und in manchen Fällen sogar zu stärkeren Reihenfolgeeffekten führen können, anstatt die Datenqualität signifikant zu verbessern.

Was schlussfolgert der Autor bezüglich der Fortschrittsanzeige?

Der Autor stellt fest, dass die Fortschrittsanzeige die subjektive Zufriedenheit der Befragten steigert und daher empfohlen wird, jedoch muss die Berechnung der Anzeige präzise sein, da eine ungenaue oder degressive Anzeige Abbruchraten negativ beeinflussen kann.

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Details

Title
Fragebogeneffekte bei Online-Befragungen
College
Dresden Technical University  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Grade
1,0
Author
Rainer Böhme (Author)
Publication Year
2003
Pages
157
Catalog Number
V30397
ISBN (eBook)
9783638316637
Language
German
Tags
Fragebogeneffekte Online-Befragungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rainer Böhme (Author), 2003, Fragebogeneffekte bei Online-Befragungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30397
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