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Das Lachen. Struktur und Kontext von Lachprodukten

Title: Das Lachen. Struktur und Kontext von Lachprodukten

Doctoral Thesis / Dissertation , 2001 , 231 Pages , Grade: Mit Auszeichnung

Autor:in: Dr. phil. MA Heide Marie Herstad (Author)

Pedagogy - Art education
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Summary Excerpt Details

Lachen gehört zur leichten Muse. Lachen amüsiert, erheitert und löst Spannungen auf. Aber zu allen positiven Attributen des Lachens gehören immer auch die negativen. Lachen kann verletzen und bösartig sein. Lachen bezieht sich immer auf einen physischen Prozess und auf zwischenmenschliche Relationen. Lachen hat soziale und politische Implikationen. Lachen ist ein politisches Instrument.
Beim Lachen wird die logische Erkenntnis unseres reflexiven Weltverständnisses betrogen und unterminiert. Andererseits ist das Lachen ein wesentlicher Bestandteil der Intelligenz des Menschen. Wir schätzen einfallsreiche und humoristische Menschen. Wir finden humorlosen Menschen langweilig. Gute Witze zeugen für einen aufgeweckten, schnell und scharf reagierenden Verstand. Aber ein guter Witz kann gleichzeitig auch nur Blödsinn enthalten. Lachen ist immer ambivalent.
Als Analysegegenstand wähle ich einerseits ästhetische Produkte des Lachens wie den Schwank, die Satire, das Groteske, Phantastische und Absurde. Andererseits analysiere ich die kontextuellen Situationen, in denen sich Lachen ereignet. Die hieraus gewonnen Erkenntnisse verknüpfe ich mit philosophischen Erkenntnisprozessen und den pädagogischen Methoden, die Kreativität des Menschen in der Erziehung zu nutzen.
Lachen ereignet sich in einem Spannungsgefälle. Ohne Spannung entsteht kein Lachen. Die Spannung entsteht zwischen zwei Punkten, die nicht miteinander vereint werden können. Der Prozess, um dies zu erreichen, ist mit einem Zerstören von Strukturen verbunden. Der Witz startet im Inkongruenten, in Zwei- und Mehrdeutigkeiten, in Missverständnissen und im Blödsinn. Das Lachen beinhaltet eine erkenntnismäßige Kraft. Eine durchgehende Frage der gesamten Arbeit ist, wie und auf welcher Art und Weise ich Kenntnis von Welt durch und mit dem Lachen erhalten? Diese Frage analysiere ich an Modellen des Schwanks, der Satire, der Groteske und an Produkten des Phantastischen und Absurden.
Der Prozess der intellektuellen Erkenntnis ist ein das Bewusstsein erweiternder Prozess. Hier liegt das aktuelle Lernpotential des Lachens, denn im Lachen erkennen wir emotional das Paradox der Wirklichkeit, wie sie sich im Menschen bildet. Dies kann mit ihren einzelnen Bestandteilen der sensuellen Erfahrung von Welt nicht als eine logische Einheit erfasst werden. Das wird besonders in der Welt des Grotesken, Phantastischen und Absurden aktualisiert.
Der Moment des Lachens ist eine emotionale Erkenntnis.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Formale Aspekte

1.1 Die Wahl: Warum Lachen?

1.2 Die Fragestellung

1.3 Der Themenkomplex

1.4 Definition: Dramapädagogik

1.5 Dramapädagogik im historischen Kontext

1.6 Definition: Theater und Drama

1.7 Definition: Theater im Unterricht – Drama als Unterricht

1.8 Die Hypothese

1.9 Theoriediskussion

1.10 Definition der theoretischen Begriffe

1.11 Das Modell

1.12 Die Bedeutung

2 Lachen als Phänomen

2.1 Allgemeine Betrachtungen

2.2 Lachen, Lust und Spiel

2.3 Gegenstandsbestimmung

2.4 Diskussion der Methode

2.5 Übersicht über den methodischen Aufbau

2.6 Ziel und Zweck der Abhandlung

3 Lachen als Produkt

3.1 Theorien des Komischen

3.2 Strukturelle Modelle des Komischen

3.3 Verbale Strukturen des Komischen

3.4 Das Spannungsgefälle der Lache

3.5 Nichtverbale Strukturen des Komischen

3.6 Komik im semiotischen System der theatralischen Repräsentation

4 Strukturelle Modelle des Lachtheaters

4.1 Begriffsbestimmung des Lachtheaters

4.2 Ziel und Zweck des Lachtheaters

4.3 Das Modell: „Der Raub der Sabinerinnen“ von Franz und Paul von Schönthan

4.4 Dramaturgie des Schwanks

4.5 Dramaturgie des Schwanks als Ballistik

4.6 Die Wirkungsmechanismen der dramaturgischen Ballistik

4.7 Witztechnik als Dramaturgie

4.8 Schwank oder Satire?

5 Lachen als Waffe

5.1 Ziel und Zweck der Satire

5.2 Satire als Modell

5.3 Satire als ritualisierte Aggression

5.4 Der Rezipient als Richter und Sachverständiger

5.5 Die Mission

5.6 Freiheit und Verantwortung

6 Komik im pragmatischen Kontext

6.1 Theater als rituelle Begehung

6.2 Die Potentialdifferenz der kontextuellen Situation

6.3 Der Zuschauer

6.4 Theater und Publikum

6.5 Theater im Unterricht

6.6 Drama als Unterricht

6.7 Theater und Drama in der kontextuellen Situation des Unterrichts

7 Transformationsprozesse

7.1 Der Transformationsprozess vom Schwank zur Satire

7.2 Der Transformationsprozess vom Schwank zur Idylle

7.3 Der Transformationsprozess von der Idylle zur Nicht-Idylle

7.4 Der Transformationsprozess von der Nicht-Idylle zum Schwank

7.5 Der Transformationsprozess von der Satire zum Schwank diskutiert an George Bernhard Shaws „Helden“

7.6 Ironische Tendenzen der Satire

7.7 Karikatur und Parodie

7.8 Mobilität, Unstabilität und Disharmonie

7.9 Das symmetrisch geschlossene System

7.10 Die Schwankdramaturgie in „Helden“

8 Transformationsprozesse von Karikatur, Parodie, Phantastik und Groteske

8.1 Begriffsbestimmung: Das Zeichen und das Bezeichnete im ästhetisch fiktiven Kontext

8.2 Die syntaktische, semantische und pragmatische Verwendung von Karikatur, Parodie, Phantastik und Groteske

8.3 Sprachliche Logik

8.4 Vom ontologischen Eigenwert der Strukturen

8.5 Ikonizität und Symbol

8.6 Transformationsprozesse von sprachlichen, strukturellen und symbolischen Wirklichkeiten

8.7 Transformationsprozesse im Werk von Jansson

8.8 Die bildlich-metaphorische Gestaltung der Werke von Jansson

8.9 Die strukturelle Gestaltung im Werke von Jansson

8.10 Ironie im Werke von Jansson

8.11 Die Ironisierung der Personen

8.12 Die Ironisierung der Handlung

8.13 Die Ironisierung literarischer und dramatischer Gattungen

9 Lachen am Abgrund des Lebens

9.1 Das Absurde – eine Begriffsbestimmung

9.2 „Farlig midtsommer“ als Absurdes Theater

9.3 Die Herkunft des Absurden

9.4 Lachen und Komik im Theater des Absurden

9.5 Das Absurde in der Kunst des Kindes

10 Lachen am Anfang des Lebens

10.1 Kinderliteratur in Deutschland

10.2 Witz und Humor in der Welt des Kindes

10.3 Das Lachen des Bösen in der Kunst

10.4 Lachen und Spiel in der theoretischen Diskussion

10.5 Zusammenfassung

11 Lachen als Methode

11.1 Lachen im Dramaunterricht

11.2 Drama als Arbeit mit Hochspannung

11.3 Lachen als Methode, Spannungsverläufe zu konstruieren, zu strukturieren und zu kontrollieren

11.4 Das Lachen der Ohnmacht – das Lachen der Erkenntnis

11.5 Das Sein der Dinge

11.6 Visuelle Wirklichkeit

11.7 Visuelle Intelligenz

11.8 Lachen außerhalb von Zeit und Kontrolle

12 Rückblick und Ausblick

12.1 Lachen als kognitiver Bewusstseinsprozess

12.2 Das Paradox des Lachens

12.3 Die Strukturen ästhetisch fiktiver Welten

12.4 Der Lernprozess als interaktiver Handlungsprozess

12.5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht die strukturellen Prozesse von Lachen und Humor in theatralen Produkten und deren pädagogische Anwendung. Im Fokus steht die Frage, wie durch das Verständnis der Mechanismen von Lachen, Spannung und Paradoxie Wissen über die Welt erzeugt werden kann und wie diese Erkenntnisse in der Dramapädagogik und im Unterrichtsalltag effektiv nutzbar gemacht werden.

  • Phänomenologie des Lachens als ambivalenten und paradoxen Prozess
  • Strukturelle Analyse von Lachtheater, Satire und absurde Theaterformen
  • Transformation von fiktiven Welten und die Rolle von Ironie und Karikatur
  • Bedeutung von Lachen und Spiel in der kindlichen Entwicklung
  • Anwendung von Lachen als didaktische und methodische Methode im Dramaunterricht

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Wahl: Warum Lachen?

Lachen fasziniert mich. Es ist immer ambivalent: Es verbindet und schließt aus. Es schafft Stimmung und verstimmt. Absurditäten, merkwürdige Verdingungen und Assoziationen werden im Bruchteil einer Sekunde erkannt und wieder vergessen. Lachen ist Spannung und löst Spannung auf. Lachen ist nur menschlichen Wesen zu Eigen und entmenschlicht oft zur Entstellung. Lachen ist positiv und negativ zugleich. Die Ambivalenz der Lache weckte meine Neugierde. Hieran knüpfte sich die Frage, wie Lachen als positives Erkenntnismittel als Hilfsmittel im Theater und im Erziehungsbereich effektiv genutzt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Formale Aspekte: Einführung in die Fragestellung und methodische Grundlegung der Arbeit, einschließlich der Definition von Dramapädagogik und Theater.

2 Lachen als Phänomen: Theoretische Untersuchung des Lachens als physischer Reflex und soziales Miteinander unter Berücksichtigung methodischer Zugänge.

3 Lachen als Produkt: Analyse verschiedener Komiktheorien sowie der verbalen und nichtverbalen Strukturen des Komischen in theatralischen Systemen.

4 Strukturelle Modelle des Lachtheaters: Detaillierte Betrachtung des Lachtheaters am Beispiel des Schwanks und dessen ballistischer Dramaturgie.

5 Lachen als Waffe: Untersuchung der Satire als ritualisierte Form der Aggression und ihre ethischen Implikationen.

6 Komik im pragmatischen Kontext: Erörterung der rituellen Aspekte von Theater und der Bedeutung der kontextuellen Situation für die Rezeption.

7 Transformationsprozesse: Beschreibung der Übergänge zwischen verschiedenen Gattungen wie Schwank, Satire und Idylle anhand konkreter literarischer Beispiele.

8 Transformationsprozesse von Karikatur, Parodie, Phantastik und Groteske: Untersuchung der ironischen Strukturierung in Tove Janssons Werk.

9 Lachen am Abgrund des Lebens: Analyse des Absurden in der Kunst und seiner Bedeutung für die menschliche Existenz.

10 Lachen am Anfang des Lebens: Erforschung der Kinderliteratur und der Bedeutung von Humor und Spiel in der Welt des Kindes.

11 Lachen als Methode: Praktische Anwendung von Lachen als pädagogisches Instrument in der Dramapädagogik.

12 Rückblick und Ausblick: Synthese der Ergebnisse sowie Reflexion über Lachen als kognitiven Prozess und dessen Bedeutung für weiteres Lernen.

Schlüsselwörter

Lachen, Komik, Dramapädagogik, Theater, Satire, Schwank, Paradoxie, Phänomenologie, kognitiver Prozess, Ironie, Tove Jansson, Absurdes Theater, Spiel, Strukturanalyse, Pädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erforschung des Lachens als strukturelles Phänomen im Kontext von Theater und Drama, wobei die ambivalenten und paradoxen Wirkungsweisen des Komischen wissenschaftlich analysiert werden.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die Phänomenologie des Lachens, die Dramaturgie von Komik (insbesondere Schwank und Satire), Transformationsprozesse in fiktiven Welten sowie die didaktische Einsetzbarkeit dieser Erkenntnisse in der Dramapädagogik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Abhandlung?

Das Hauptziel ist zu untersuchen, wie Lachen als komplexer, paradoxer Prozess im Theater funktioniert und wie dieses Wissen genutzt werden kann, um Lachen als Erkenntnismittel oder pädagogisches Instrument im dramaorientierten Unterricht einzusetzen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der auf Erkenntnistheorie, Semiotik, Theaterwissenschaft und pragmatischen Ansätzen basiert, um die Strukturen von Lachtheater und Literatur zu analysieren.

Was wird im umfangreichen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse struktureller Modelle (Schwank, Satire, Groteske), untersucht die Transformationsprozesse zwischen diesen Gattungen und betrachtet spezifisch die Werke von Tove Jansson sowie die Rolle des Absurden und des Spiels bei Kindern.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Lachen, Komik, Dramapädagogik, Satire, Paradoxie, kognitiver Prozess und Ironie.

Welche Rolle spielt Tove Jansson in dieser Untersuchung?

Janssons Werk dient als umfangreiches Fallbeispiel für die Analyse von Transformationsprozessen, Ironisierung und der Etablierung fiktiver Welten, insbesondere in Bezug auf Groteske und Phantastik.

Inwiefern ist Lachen für die pädagogische Arbeit im Drama relevant?

Lachen wird hier als Methode zur Spannungssteuerung sowie als Instrument zur Gruppenintegration und zur kognitiven sowie emotionalen Entwicklung von Lernenden im dramatischen Kontext betrachtet.

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Details

Title
Das Lachen. Struktur und Kontext von Lachprodukten
Course
Dramapädagogik
Grade
Mit Auszeichnung
Author
Dr. phil. MA Heide Marie Herstad (Author)
Publication Year
2001
Pages
231
Catalog Number
V304009
ISBN (eBook)
9783668022898
ISBN (Book)
9783668022904
Language
German
Tags
lachen struktur kontext lachprodukten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. phil. MA Heide Marie Herstad (Author), 2001, Das Lachen. Struktur und Kontext von Lachprodukten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304009
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