In dieser Hausarbeit wird der aktuelle Stand der Prüfung der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Lagebericht nach § 289 Absatz 3 des Handelsgesetzbuchs (HGB) vorgestellt.
Dafür werden zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen vorgestellt und definiert, was unter dem Begriff der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zu verstehen ist. Darauf aufbauend wird auf die aktuellen Entwicklungen in dem weiten Feld der Nachhaltigkeit und der diesbezüglichen Berichterstattung eingegangen. Ferner wird der risikoorientierte Prüfungsansatz, welcher in der Wirtschaftsprüfung eine bedeutende Rolle spielt, in diesem Kontext beleuchtet und die daraus resultierenden Prüfungshandlungen an einem Praxisbeispiel erörtert.
Abschließend werden in der Schlussbetrachtung die erarbeiteten Ergebnisse noch einmal zusammengefasst und in Bezug zueinander gesetzt. Außerdem wird die gesamte Thematik einer kritischen Prüfung unterzogen, auf aktuelle Problematiken hingewiesen sowie ein Ausblick auf mögliche künftige Entwicklungen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitorische Grundlagen
2.1 Risikoorientierter Prüfungsansatz
2.2 Lagebericht nach § 289 I HGB
2.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren nach § 289 III HGB
2.4 Große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 III HGB
3 Prüfungsmaßstäbe des Lageberichts
4 Vergleichende exemplarische Betrachtung der Lageberichte der ThyssenKrupp AG aus den Geschäftsjahren 2010/2011 sowie 2013/2014
5 Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stand der Prüfung nichtfinanzieller Leistungsindikatoren im Lagebericht gemäß § 289 Absatz 3 HGB unter besonderer Berücksichtigung des risikoorientierten Prüfungsansatzes und analysiert die praktische Umsetzung anhand der Berichterstattung der ThyssenKrupp AG.
- Rechtliche Grundlagen und Definitionen nichtfinanzieller Leistungsindikatoren
- Methodik des risikoorientierten Prüfungsansatzes in der Wirtschaftsprüfung
- Prüfungsmaßstäbe und Anforderungen an die Lageberichterstattung
- Praktische Anwendung und Herausforderungen bei der Validierung von Indikatoren
- Kritische Würdigung der aktuellen Rechtslage und künftige Entwicklungen
Auszug aus dem Buch
Vergleichende exemplarische Betrachtung der Lageberichte der ThyssenKrupp AG aus den Geschäftsjahren 2010/2011 sowie 2013/2014
Nachfolgend werden die beiden Lageberichte der ThyssenKrupp AG aus den Geschäftsjahren 2010/2011 und 2013/2014 im Hinblick auf das Reporting der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren vergleichend betrachtet.
Während im Lagebericht aus dem Jahre 2011 auf den Seiten 92 – 100 noch ausführlich Stellung zu verschiedenen Themenbereichen der Nachhaltigkeit genommen wurde, untergliedert in die Bereiche Innovationen, Mitarbeiter, Umwelt- und Klimaschutz sowie gesellschaftliches Engagement, wurde dieses Reporting aufgrund der erstmaligen Anwendung des DRS 20 im Jahre 2014 vollständig eingestellt. Grund hierfür ist, dass keiner der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, welche in diesem Unternehmen als indirekt finanzielle Größen bezeichnet werden, zu den bedeutsamsten steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren zugeordnet wird. Gemäß DRS sind nur solche Indikatoren in den Lagebericht aufzunehmen. Somit erübrigt sich für das Jahr 2014 eine Prüfung ebenjener Bestandteile des Lageberichts. Für den Bericht des Jahres 2011 wird dies an der Angabe zu den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen exemplarisch durchexerziert und Überlegungen angestellt, welche Prüfungshandlungen vorzunehmen sind um die Aussage zu validieren.
Die zu überprüfende Abschlussaussage lautet: „Im Berichtsjahr fielen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 524 Millionen (Mio) € an.“ Diese Aussage ist nun auf Vollständigkeit, Bestehen, Wert und Ausweis zu überprüfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Prüfung nichtfinanzieller Leistungsindikatoren im Lagebericht ein und umreißt den Aufbau sowie das Ziel der Arbeit.
2 Definitorische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den risikoorientierten Prüfungsansatz, die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht und definiert nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sowie die Größenkriterien für Kapitalgesellschaften.
3 Prüfungsmaßstäbe des Lageberichts: Es werden die Anforderungen an die Prüfung des Lageberichts, insbesondere durch das IDW und den DRS, sowie die notwendige Sorgfalt bei der Prüfung nichtfinanzieller Informationen diskutiert.
4 Vergleichende exemplarische Betrachtung der Lageberichte der ThyssenKrupp AG aus den Geschäftsjahren 2010/2011 sowie 2013/2014: Anhand eines Praxisbeispiels wird aufgezeigt, wie sich die Berichterstattung über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren durch neue Standards verändert hat und wie entsprechende Aussagen prüfungstechnisch validiert werden können.
5 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die aktuelle Rechtslage aufgrund ihrer Unschärfe und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Schlüsselwörter
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, Lagebericht, HGB, Risikoorientierter Prüfungsansatz, Wirtschaftsprüfung, Nachhaltigkeit, DRS 20, ThyssenKrupp AG, Forschungs- und Entwicklungsaufwand, Prüfungsstandard 350, Unternehmenssteuerung, Jahresabschluss, Greenwashing, Berichterstattung, Bilanzrichtlinie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Prüfung nichtfinanzieller Leistungsindikatoren im Lagebericht von großen Kapitalgesellschaften unter Einhaltung des Handelsgesetzbuches.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die gesetzliche Verankerung der Berichterstattungspflichten, der risikoorientierte Prüfungsansatz des Wirtschaftsprüfers und die Herausforderungen bei der Validierung qualitativer Indikatoren.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den aktuellen Stand und die methodischen Schwierigkeiten bei der Prüfung nichtfinanzieller Angaben im Lagebericht aufzuzeigen und diese an einem Praxisbeispiel zu veranschaulichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der Rechtsgrundlagen und Standards (HGB, DRS, IDW-PS) mit einer vergleichenden Fallstudie der Berichte der ThyssenKrupp AG.
Was wird im Hauptteil detailliert untersucht?
Der Hauptteil analysiert die definitorischen Grundlagen, die spezifischen Prüfungsmaßstäbe für Lageberichte und führt eine exemplarische Prüfung der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen durch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, risikoorientierter Prüfungsansatz, HGB, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Wirtschaftsprüfung.
Warum wurde die ThyssenKrupp AG als Fallbeispiel gewählt?
Das Beispiel verdeutlicht, wie eine Änderung der Berichterstattungsstandards (Einführung des DRS 20) dazu führen kann, dass Unternehmen bestimmte nichtfinanzielle Indikatoren aus dem Lagebericht streichen.
Wie bewertet die Arbeit die aktuelle Rechtslage?
Die Arbeit kritisiert die geltenden Vorschriften als teilweise zu allgemein und ungenau, was bei Unternehmen und Prüfern zu rechtlicher Unsicherheit führen kann.
- Arbeit zitieren
- Daniel Caspar (Autor:in), 2015, Der risikoorientierte Prüfungsansatz bei der Prüfung nichtfinanzieller Leistungsindikatoren im Lagebericht nach § 289 Absatz 3 HGB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304031