Veränderungen der politischen Kommunikation durch Twitter, Facebook und Co.


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015
33 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Bearbeitungskontext
1.2 Begriffliche Abgrenzung und zeitgeschichtlicher Hintergrund
1.2.1 Politische Kommunikation zwischen 1945-
1.2.2 Web 2.0 & Social Web
1.2.3 Twitter — Ein Microbloggingdienst
1.2.4 Facebook
1.2.5 Chat & Blog

2. Analyse der politischen Kommunikation und Interaktion
2.1 Politische Kommunikation und Interaktion auf Twitter
2.2 Politische Kommunikation und Interaktion auf Facebook
2.3 Evaluation des Kommunikationsvergleichs

3. Fazit & Ausblick

4. Anhang

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung und Bearbeitungskontext

Die gängigen Massenmedien, wie Rundfunk und Fernsehen, dienen seit einem halben Jahrhundert als Kommunikationsrohr zwischen den Bürgern und deren politischen Vertretern, den Politikern. Die politische Meinungsbildung und Öffentlichkeitsarbeit ist eine der zentralen Aufgaben der Parteien im demokratischen System. Laut Artikel 21 des Grundgesetztes wirken sie an der Meinungsbildung der Bürger und an deren Befähigung zur Mündigkeit mit - ein Prozess, der lange Zeit durch gängige Massenmedien wie das Fernsehen, Rundfunk oder die Zeitungen als vermittelndes Medium vollzogen wurde. Als Folge der zunehmenden Mediatisierung wird in Anlehnung an den Begriff der Demokratie nicht selten die Bezeichnung „Mediokratie“ gewählt und die Liste der Neologismen ließe sich noch beliebig weiterführen. In diversen politischen Diskursen ist im Kontext der Medienlandschaft darüber hinaus auch die Rede von einer „ vierten Gewalt“, welche neben der eigentlichen dreigliedrigen Gewaltenteilung aus Judikative, Exekutive und Legislative einen immensen Einfluss auf die Bürger und Wähler ausübt. Alle diese begrifflichen Würdigungen sind der Tatsache geschuldet, dass die Medien eine der wichtigsten demokratischen Funktionen besitzen, da sie ein Bindeglied darstellen, welches von essentieller Bedeutung für den Informationsfluss ist. Allerdings lässt sich innerhalb der politischen Kommunikation und Interaktion in den letzten Jahren eine Veränderung beobachten, welche maßgeblich durch die Innovation des Internets zustande gekommen ist. Soziale Netzwerke, Messengerportale, Bloggs und Chats bieten eine ideale Plattform zur Selbstinszenierung und stellen darüber hinaus ein Podium für politische Debatten dar. Das Web 2.0 oder auch oftmals Social Web genannt hat Potenzial zum zukünftigen Austragungsort politischer Debatten zu avancieren. Viele Sympathisanten sehen darin die Reinkarnation des politischen Dialogs zwischen mündigem Bürger und interessiertem Politiker, welcher ganz im Sinne einer streitbaren Demokratie unerlässlich für eine gesunde Kommunikation zwischen der Politik und den Bürgern ist.

Spätestens seit der Facebook-Revolution in Ägypten, den Unruhen in Tunesien und Bali oder den zahlreichen Verbotsversuchen der Netzwerke Twitter und Facebook in der Türkei und anderen Staaten lässt sich das politische Potenzial, welches sich hinter diesen Plattformen verbirgt, erahnen. In der vorliegenden Hausarbeit werde ich der Frage nachgehen, inwiefern sich die politische Kommunikation und Interaktion durch neue Medien und soziale Netzwerke, wie Twitter und Facebook, verändert hat. Dieser Wandel soll anhand eines Vergleichs zwischen der Darstellung früherer politischer Kommunikation und der des status quos erfolgen. Dabei soll zunächst skizziert werden, wie die Politik ihre Kommunikation vor der Kommerzialisierung des Internets gestaltet hat.

Die impliziert den zeitlichen Bearbeitungskontext von 1945 bis etwa 1995. Darauf aufbauend kann anschließend der Vergleich mit der anherrschenden Kommunikationssituation gezogen werden. Im Anschluss an die terminologischen Abgrenzungen und die theoretische Grundlage der Arbeit sollen dann Posts und Tweets aus sozialen Netzwerken unter Berücksichtigung eines erweiterten Kommunikationsbegriffs analysiert werden. Neben der Frage, welche substanziellen Veränderungen sich durch das Internet in der politischen Kommunikation ergeben haben, stellt sich darüber hinaus die Frage, welches soziale Netzwerk sich eher für die politische Kommunikation eignet. Insgesamt sind die zu erwartenden Ergebnisse jedoch bloß vorläufig und erheben keinerlei Anspruch auf allgemeine Gültigkeit. Diese ist insbesondere auf Grund des geringen Umfangs der analysierten Posts nicht hinreichend zu gewährleisten, da bei einer Analyse von 10 Facebook-Accounts und 10 Twitter-Accounts keine gesamtgesellschaftliche oder politische Repräsentanz zu erwarten ist.

Hinsichtlich der Veränderungen im demokratisch-politischen Dialog und der dort anherrschenden Kommunikation und Interaktion lassen sich zwei vorläufige Thesen formulieren, welche im Anschluss an die Analyse verifiziert oder neu evaluiert werden sollen.

1. These: Es ist davon auszugehen, dass die medialen Einflüsse des Internets und der sozialen Netzwerke die politische Kommunikation maßgeblich verändern können. Diese Änderungen manifestieren sich vor allem in der direkten politischen Diskussion und Interaktion, insbesondere bei öffentlich[1] einzusehenden Diskussionen auf den Plattformen. Die Interaktions- und Antwortmechanismen der sozialen Netzwerke haben die politische Beteiligung an öffentlichen Dialogen zusehends gesteigert. Die Partizipation einer gesamtgesellschaftlich repräsentativen Masse hat sich dabei, vor allem durch die ausbleibende räumliche und zeitliche Distanz, maßgeblich verbessert. Diese Änderungen manifestieren sich unabhängig von Alter und Geschlecht der Bürger.

2. Twitter und Facebook eignen sich hinsichtlich der parteipolitischen PR und der personalzentrierten Inszenierung und Wahlkampfführung beide gleichermaßen. Die Unterschiede zwischen den beiden Netzwerken basieren weitestgehend auf technischer Ebene, weshalb keine Einflüsse auf die Kommunikations- und Informationsvorgänge zu erwarten sind, welche den Wahlkampf maßgeblich bestimmen.

Die 1. These rechtfertigt sich durch die Annahme, dass eine Überwindung räumlicher Distanz, welche im Internet nicht notwendig ist, einen begünstigenden Einfluss auf die politische Kommunikation ausübt. Insgesamt entsteht durch das Social Web eine dauerpräsente Plattform, die mit einer Podiumsdiskussion verglichen werden kann, wobei die Teilnehmer nicht zwingend physisch anwesend sein müssen. Das logistisch aufwändige Zusammentreffen, welches zuvor für einen öffentlichen und verbalen Schlagabtausch zwischen Politikern notwendig war, ist nicht länger erforderlich.

Die 2. These begründet sich durch die Vermutung, dass die technischen Unterschiede zwischen den beiden Plattformen nicht substanziell genug sind, um eine wirkliche Differenz in der politischen Kommunikation zu bewirken.

1.2 Begriffliche Abgrenzungen und zeitgeschichtlicher Hintergrund

1.2.1 Politische Kommunikation zwischen 1945-1995

Im Folgenden soll eine kurze Darstellung der politischen Kommunikation vor der Kommerzialisierung und Massenverbreitung des Internets erfolgen. Da das Internet ab Mitte der Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zunehmend an Popularität gewonnen hat und 1998 erstmals im deutschen Wahlkampf verwendet wurde, soll der Betrachtungszeitraum auf die Zeitdauer von 1945-1990 beschränkt werden. Vorab sei gesagt, dass auch in diesen Dekaden schon politische Kommunikation mit massenmedialen Vermittlungsinstanzen betrieben wurde, welche sich jedoch in ihren Partizipationsmöglichkeiten deutlich von der internetbasierten PR-Arbeit unterscheidet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lassen sich in der politischen Kommunikation einige Modernisierungstendenzen erkennen, welche in starkem Kontrast zur vorherigen Gleichschaltung der nationalsozialistischen Ideologie stehen. Nachdem die Epoche des Dritten Reiches als Epoche der Einparteien-Herrschaft verstanden werden kann, profilierten sich in den Jahrzehnten nach Beendigung des Krieges zunehmend mehr Parteien in der demokratischen Landschaft Deutschlands, weshalb auch oftmals vom Goldenen Zeitalter der Parteien die Rede ist (Rhomberg, 2010:56). Aus technischer Perspektive wurde die politische Kommunikation dieser Zeit maßgeblich durch die Parteizeitungen vorangetrieben. Insgesamt entstand dadurch jedoch keine demokratische Form der Öffentlichkeit, da durch die parteiideologisch-programmatischen Zeitungen jeweils einseitige und asymmetrische Informationspolitik betrieben wurde. Als Konsequenz dessen herrschten viele parteipolitisch abgegrenzte Subkulturen, zwischen denen kaum Einigkeit herrschte. Eine Zusammenführung des bis dato separierten Publikums kam durch die großflächige Verbreitung des Fernsehers als Massenmedium zustande. Fortan war dieser die „ zentrale Plattform massenmedialer Politikvermittlung “ (vgl. Rhomberg, 2010:57), weshalb nach dem Medium eine eigene Dekade in der Klassifizierung der politischen Kommunikation benannt wird. Darüber hinaus löste die Erfindung und Verbreitung des Fernsehers als unmittelbare Konsequenz den Rückzug der Parteipresse aus, welche dadurch fast ihre gesamten politischen Einflussmöglichkeiten verlor. Das Fernsehen weist insgesamt einige nennenswerte Vorteile gegenüber der rein schriftlichen Berichterstattung der Zeitungen auf, welche die mediale Verdrängung begünstigt haben könnten und insbesondere unter Berücksichtigung der damals anherrschenden technischen Möglichkeiten einen revolutionären Eindruck auf die Rezipienten gehabt haben müssen. Zu diesen Besonderheiten gehören insbesondere: die Darstellung moderner Präsentationsweisen, die Visualisierung der Politik im Gesamten und einer Personalisierung der Politik, welche mit einer personalisierten Konfliktinszenierung einhergeht (Rhomberg, 2010: 57). Generell lässt sich in diesen Aspekten erstmals die tendenzielle Entwicklung zum Politainment erkennen, was die Zusammenführung aus Politik und Unterhaltungskultur impliziert und in der Epoche des Internets noch weiter vorangetrieben wird.

Im Anschluss an das Zeitalter des Fernsehers als politisches Hauptmedium lässt sich ein genereller Wandel zur Mediengesellschaft verzeichnen. Die politische Kommunikation kann nunmehr durch viele vermittelnde Medien wie das Fernsehen oder Radio vollzogen werden. Dadurch ist es zu einer Multiplikation gekommen, welche den Umfang der politischen Berichterstattung signifikant erhöht hat, da diverse neue Anbieter den Absatzmarkt betreten haben (Rhomberg, 2010:59). Eine weitere Ergänzung und Potenzierung der medialen Multiplikation wurde durch die großflächige und kostengünstige Verbreitung des Internets initiiert, welche das Spektrum der Massenmedien erweitert hat. Dieser Innovation soll im nächsten Abschnitt Rechenschaft getragen werden. Vorab bleibt jedoch zu erwähnen, dass der Fernseher als Medium durch die Erfindung des Internets keine Fluktuation an Nutzern erfahren hat, wie es bei der Parteipresse zu beobachten war. Die Ursache dafür liegt vermutlich in der großen Schnittmenge der Gemeinsamkeiten zwischen Fernsehen und Internet, welche sowohl auf audiovisueller Ebene als auch hinsichtlich der gesamtgesellschaftlichen Verbreitung bestehen. Grundsätzlich ermöglicht das Internet zwar mittlerweile die gleichen Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung wie das Fernsehen und kann darüber hinaus sogar noch weitere Optionen offerieren. Ungeachtet dessen ist momentan jedoch eher eine Tendenz zur Koexistenz oder Synergiebildung zwischen den beiden Medien zu erkennen.

Insgesamt ist der Rezipient durch die Etablierung des Internets als kommunikatives Medium in seiner potenziellen Rolle vom reinen Rezipienten zum aktiv Mitwirkenden avanciert.

1.2.2 Web 2.0 & Social Web

Es besteht eine enorme Vielfalt an Begriffen, die allesamt den Versuch unternehmen, eine erweiterte Definition des Wortes Internet, auch unter Berücksichtigung der Wichtigkeit der sozialen Netzwerke und Interaktionsmechanismen, zu formulieren. Ungeachtet der Tatsache, dass schon das Web 1.0 in den 1990er Jahren die Komponenten der E-Mail-, Chat- und Blog-Kommunikation beinhaltet hat, besteht ein vielverbreitetes Bedürfnis, das Internet seit Beginn der New-Economy neu zu titulieren. Die Begriffe Social Web, Web 2.0 oder Social Software, welche sich noch weiter ergänzen ließen, weisen jedoch alle samt ihre spezifischen und terminologischen Stärken und Schwächen auf. Im Bearbeitungskontext der vorliegenden Hausarbeit soll der begrifflichen Erläuterung jedoch mit der Abgrenzung des Terminus Social Web vom Web 2.0 genüge getan sein. Die Bezeichnung Social Web eignet sich vor allem deshalb sehr passend für den Anwendungsbereich dieser Hausarbeit, weil der Ausdruck im Gegensatz zum Web 2.0 die informationstechnologische Perspektive in den Hintergrund rückt, dafür eher die Nutzungspraxen der Anwender in den Vordergrund stellt, welche aus kommunikationsanalytischer Perspektive eher von Interesse sind (Trimm, 2011:12). Catja Trimm beschreibt das Social Web als ein ambivalentes Gebilde, deren eine Komponente die Interaktionen ermöglichende Infrastruktur ist und deren andere Komponente die Schaffung eines Interaktionsraumes ist.[2] Darüber hinaus lassen sich einige Tendenzen erkennen, in welchen Lebensbereichen die Veränderungen durch das Social Web besonders signifikant in Erscheinung treten. Grundsätzlich lässt sich diesbezüglich die Beobachtung formulieren, dass die multiplen Anwendungsformen des Social Web diverse staatliche Institutionen und anderen Gesellschaftsstrukturen tangieren. So werden beispielsweise soziale Kontakte gestützt und gepflegt (Maurer/Alpar/Noll 2008) und neue Geschäfts -und Privatkontakte geknüpft (Wirtz, 2011). Zudem weist Thimm (2011) auf eine tendenzielle Mediatisierung von Privatpersonen und Institutionen hin, deren Höhepunkt noch nicht erreicht ist. Darüber hinaus werden in diesem Kontext des Öfteren die sozialen Umbrüche der vergangenen Jahre angesprochen, welche bewiesen haben, dass totalitäre Regime durch die organisatorischen Funktionen der sozialen Netzwerke übergangen werden können. Die dadurch entstandenen Bürgerinitiativen mündeten nicht selten in sozialen Revolutionen und hatten teilweise, wenn auch nur zeitweise, einen demokratischen Wandel zur Folge, der nicht zuletzt auch den neuen Medien geschuldet war. Als Folge dessen wird in der Modellierung des Internets als Strukturmodell ein besonderer Fokus auf den Aspekt des „ policy development “ gelegt, welches die politisch-organisationellen Elemente des Web impliziert (Thimm, 2011: 27). Grundsätzlich scheint die Mediatisierung der Politik ein äußerst interessantes Phänomen zu sein, da sich diesbezüglich eine unglaubliche Vielfalt an Fachbüchern angehäuft hat. Obgleich diese „Den modernen Wahlkampf“ (Altendorf/Wiedemann/Mayer, 2002), die „Mediennutzung und politische Sozialisation“ (Kuhn, 2001), die „Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit im Internet“ (Plake/Jansen/Schuhmacher, 2002), das „Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland“ (Altendorfer, 2002) oder „die politische Kommunikation in der Mediengesellschaft“ (Jarren/ Donges, 2002) untersuchen, so befassen sie sich alle mehr oder minder mit den Grenzen und Möglichkeiten des Einflusses der modernen Medien auf die Politik und umgekehrt. Die Liste der Bücher ließe sich beliebig ergänzen, wenngleich die gesamte Aufzählung nur der Illustration der Menge an Forschungsbeiträgen dienen soll.

Nachdem nun hinreichend geklärt sein sollte, dass das Social Web sowohl das menschliche Miteinander als auch das virtuelle stark verändert hat, soll nun der Frage nachgegangen werden, weshalb gerade das Internet so ideal für substanzielle Änderungen in diesen Bereichen geeignet ist. In manchen Artikeln wird im Kontext des Social Web auch die Bezeichnung Ökosystem Internet gewählt. Daraus ergibt sich, dass das Internet ein „ sozialer Raum ist, welcher durch Interaktion, Kommunikation, Emotion und dem Ausdifferenzieren von persönlicher Nähe und Differenz“ gekennzeichnet ist (Thimm, 2011:29). Ferner muss darauf verwiesen werden, dass durch die webbasierte Kommunikation problemlos lokale und temporäre Differenzen überwunden werden können und demnach eine unkomplizierte Echtzeitkommunikation ermöglicht wird. Ein hoher Stellenwert in der Modellierung des Internets als Ökosystem ist der Aspekt Governance, welcher die Regulierung und Selektion innerhalb des Social Web impliziert (Thimm 2011:27). Darin bestehen insgesamt potenzielle Gefahren und Nachteile für eine Demokratie, da nunmehr eine stärkere Selektion und Überprüfung vorgenommen werden kann, welche zeitweise sicherlich nützlich ist, allerdings auch missbraucht werden kann. Grundsätzlich hat die Konzeption der Sozialen Netzwerke substanzielle Auswirkungen auf die moderne PR der Parteienlandschaft und die demokratische Meinungsbildung im Gesamten. So ist davon auszugehen, dass sich das klassische Produktions- und Vertriebskonzept konventioneller Massenmedien, das Top-Down-Modell, langfristig nicht gegen ein Bottom-Up-Modell, wie es in Twitter und Co. praktiziert wird, durchsetzen kann. Das anherrschende Meinungsmonopol der Massenmedien erfährt dadurch eine starke Konkurrenz, da nunmehr eine Partizipation vieler Blogger und Internetnutzer möglich wird.

1.2.3 Twitter - Elemente der dialogischen Interaktion

Für den Kontext der vorliegenden Hausarbeit soll der Fokus der Deskription sozialer Netzwerke auf Twitter und Facebook liegen, da diese beiden Plattformen unterschiedliche Kommunikationsstrukturen aufweisen und global die größte Popularität genießen. Twitter ist per Definition ein:

„webbasierter kostenloser Microbloggingdienst, der sich durch eine technische Simplizität und daraus resultierenden vielfältigen - auch mobilen - Verwendungsmöglichkeiten auszeichnet, sowie in 140 Zeichen mit spezifischen Kommunikationselementen eine Echtzeitkommunikation und Verbindung global verteilter Menschen […] ermöglicht“ (Zalkau, 2011:170).

Darüber hinaus ist Twitter ein Dienst, der den O ne-to-many-Kommunikationsformen zuzuordnen ist, da die Tweets, in der Regel und sofern nicht ausdrücklich unterbunden, alle Mitglieder der Plattform erreichen und sogar von Nichtregistrierten via Google gefunden werden können. Dies spricht insbesondere für die Funktion des Dienstes als Wahlkampfelement, da somit ein großes Publikum erreicht werden kann. Generell richtet sich der Twitterer einen personalisierten Account ein, der fortan als Repräsentanz seiner realen Persönlichkeit fungieren soll. Die Popularität eines solchen Accounts misst sich an der Anzahl der Abonnenten oder Follower. Diese Zahl ist ein verlässlicher Indikator, der auch sehr hilfreich bei der Auswertung der Reichweite der jeweiligen Tweets verwendet werden kann und sich somit als Evaluationselement zur Auswertung der Wahlkampfkampagnen eignet.

Die einfachen Tweets sind durch die Charakteristika einer Limitation auf 140 Zeichen und der thematischen Einordnung durch das Symbol „#“ gekennzeichnet und können so leichter wiedergefunden und zugeordnet werden. Dies ist vor allem wegen der chronologischen Anordnung der Tweets besonders wichtig, da andernfalls kaum Orientierungspunkte vorhanden sind, um einer fortlaufenden Diskussion folgen zu können. Der folgende Screenshot soll einen stereotypen, simplen Tweet in seiner Beschaffenheit und in den eben genannten Charakteristiken darstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Eigene

Screenshots, T w i t t e r - A c c o u n t : Angela Merkel.)

[...]


[1] Öffentlich bezieht sich in diesem Kontext auf die Einstellung bei Facebook, welche Beiträge in die Kategorien: „öffentlich, geheim, nur Freunde“ unterteilt.

[2] Diesbezüglich wird oftmals kritisiert, dass das Social Web keinen Raum erzeugt, sondern vielmehr der Raum selbst ist (Bächle, 2011:53).

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Veränderungen der politischen Kommunikation durch Twitter, Facebook und Co.
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Technikwandel - Medienwandel
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
33
Katalognummer
V304053
ISBN (eBook)
9783668027626
ISBN (Buch)
9783668027633
Dateigröße
1309 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Web 2.0, Kommunikation Facebook Twitter, Technikwandel, Medienwandel, politische Kommunikation
Arbeit zitieren
Andreas Stegmann (Autor), 2015, Veränderungen der politischen Kommunikation durch Twitter, Facebook und Co., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304053

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