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Das Phänomen Kiezdeutsch. Untersuchung der Divergenz zwischen medialer und wissenschaftlicher Darstellung des linguistischen Phänomens

Titre: Das Phänomen Kiezdeutsch. Untersuchung der Divergenz zwischen medialer und wissenschaftlicher  Darstellung des linguistischen Phänomens

Dossier / Travail de Séminaire , 2015 , 50 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Andreas Stegmann (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Spätestens seit den Ethno-Comedianten Erkan & Steffan, Kaya Yanar oder Buddy Ögün ist der stilisierte Türkenslang in den deutschen Medien, vornehmlich in der Comedy-Szene, äußerst beliebt.

In den Jahren 2013 und 2014 wurden darüber hinaus mit „Babo“ und „Hayvan“ sogar zweimal in Folge Token aus dem Türkischen auf den 1. und 3. Platz der Abstimmung zum Jugendwort des Jahres gewählt.

Diese öffentlichkeitswirksamen Erfolge erwecken für viele Bürger den Eindruck, die Zuwanderung nach Deutschland würde einen üblen Einfluss auf die deutsche Sprache nehmen. Mehrheitlich teilt die deutsche Bevölkerung noch die Auffassung, dass in einem Land auch nur eine Sprache gesprochen werden sollte.

Zuletzt angefacht wurde die mediale Diskussion zum Thema des vermeintlichen Sprachverfalls und - wandels wohl durch den deutschsprachigen Film „Fack ju Göhte“, welcher die neue Jugendsprache äußerst anschaulich illustriert.

Bereits der Name des Films lässt durch seine phonographische Schreibung darauf schließen, dass den Rezipienten etwas Unkonventionelles erwartet. Insgesamt war dies der Auslöser einiger hitziger Debatten um Veränderungen der deutschen Sprache und den vermeintlichen Gründen dafür.

Hinsichtlich der eigenen Muttersprache ist die Toleranz der meisten deutschen Bürger nicht besonders ausgeprägt.
Die Sprachforscherin Wiese beschreibt ihre Beobachtungen diesbezüglich wie folgt: „Sprache ist wohl einer der wenigen Bereiche, in dem man noch offen rassistisch sein kann.“

Aber nicht nur die Bürger, sondern auch Politiker und Wissenschaftler können solche Auslöser als Nährboden für ihre eigene Position nutzen und die Thematik instrumentalisieren und künstlich polemisieren.
Nicht selten hat dies die Stigmatisierung von Immigranten zur Folge, denen ein negativer Einfluss auf die deutsche Sprache nachgesagt wird.

Allerdings gibt es auch einige renommierte Sprachwissenschaftler, die ein Plädoyer für diese neuerliche Ausprägung der Jugendsprache halten und ihr darüber hinaus sogar ein Reichtum an Innovation und Pragmatik zusprechen, welche in ihrer Konsequenz zu einer Bereicherung der deutschen Sprache führen soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung und Bearbeitungsgegenstand

2. Forschungsgegenstand und begriffliche Abgrenzungen

2.1 Jugendsprache — Das Fundament

2.2 Begrifflicher Wandel — Gastarbeiterdeutsch, Kanak-Sprak & Kiezdeutsch

2.3 Strukturmerkmale und grammatikalische Charakteristika des Kiezdeutsch

3. Argumentationsmuster im Vergleich

3.1 Darstellung der Thematik „Kiezdeutsch“ in der Linguistik

3.2 Darstellung der Thematik „Kiezdeutsch“ in den deutschen Printmedien

3.3 Auswirkungen gesellschaftlicher Ereignisse auf das Publikationsverhalten

3.4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die mediale Darstellung und die wissenschaftlichen Diskurse rund um das Phänomen „Kiezdeutsch“, um zu untersuchen, ob dieses als ernsthafte sprachliche Entwicklung oder lediglich als kommerzielle und populistische Erscheinung porträtiert wird.

  • Kontrastive Analyse von medialen Berichten und linguistischen Forschungen.
  • Untersuchung von Argumentationsmustern in 40 deutschen Printmedien-Artikeln.
  • Überprüfung der Thesen zur Veränderung der Kiezdeutsch-Wahrnehmung durch Heike Wiese.
  • Analyse des Einflusses gesellschaftlicher Ereignisse auf das Publikationsverhalten.
  • Untersuchung der sprachlichen Merkmale und der Identitätsfunktion des Kiezdeutsch.

Auszug aus dem Buch

2.3 Strukturmerkmale und grammatikalische Charakteristika des Kiezdeutsch

Wie nahezu jede Sprachvarietät weist auch das Kiezdeutsch spezifische und regelhafte Strukturelemente und grammatikalische Prinzipien auf. Die orthographischen Prinzipien der deutschen Sprache sind indes oftmals außer Kraft gesetzt oder werden unregelmäßig und willkürlich verwendet. Die Charakteristika manifestieren sich sowohl auf syntaktischer als auf semantischer und phonetischer Ebene und sind Wiese zu Folge häufig sehr innovativ und in den meisten Fällen unbedenklich für den Gebrauch und Erhalt der Standardsprache. Zunächst sollen die Charakteristika auf syntaktischer Ebene betrachtet werden. Besonders signifikant ist die grammatikalische Besonderheit der Kontraktionsvermeidung. Dieser Terminus beschreibt in diesem Anwendungskontext das Auslassen von Verschmelzungen aus Artikel und Präposition wie „ins = in + das“ oder „ausm = aus + dem“. Darüber hinaus kommt es des Öfteren zur Vermeidungen oder zum optionalen Gebrauch von Artikeln oder Präpositionen im Einzelnen, was den Eindruck sprachlicher Willkür vermittelt. An Stelle der Präpositionen entstehen im Kiezdeutsch oftmals Nominalphrasen als Ortsangaben. Wiese begründet diese Tatsache damit, dass sogar das Standarddeutsche solche Auslassungen von Präpositionen im Bahnverkehr verwendet und dass dieses Unterfangen unabhängig vom sozialen Status gängige Praxis im Umgang mit dem Bahnverkehr sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die mediale Diskussion um das Kiezdeutsch und stellt die Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit vor.

2. Forschungsgegenstand und begriffliche Abgrenzungen: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Jugendsprache sowie die Begriffe Gastarbeiterdeutsch, Kanak-Sprak und Kiezdeutsch und analysiert deren grammatikalische Merkmale.

3. Argumentationsmuster im Vergleich: Der Hauptteil vergleicht die linguistischen Theoriebildungen mit der medialen Darstellung in deutschen Printmedien und untersucht den Einfluss externer Ereignisse auf die öffentliche Berichterstattung.

Schlüsselwörter

Kiezdeutsch, Jugendsprache, Linguistik, Medienanalyse, Soziolekt, Sprachwandel, Heike Wiese, Diana Marossek, Kontraktionsvermeidung, Identität, Integration, Sprachstigma, Printmedien, Kanak-Sprak, Mehrsprachigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das sprachliche Phänomen „Kiezdeutsch“ wissenschaftlich fundiert wird und wie dieses Thema kontrovers in deutschen Printmedien dargestellt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Vergleich zwischen linguistischer Forschung und medialer Rezeption sowie die Analyse der sozialen und linguistischen Funktionen von Kiezdeutsch.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Argumentationsmuster in Zeitungsartikeln zu identifizieren und zu klären, ob die mediale Berichterstattung populistisch oder wissenschaftlich neutral geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine kontrastive Analyse von 40 Zeitungsartikeln unter Berücksichtigung von Parametern wie zitierte Personen, Sachlichkeit und Positionierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Strukturmerkmale des Kiezdeutsch sowie die Theorien prominenter Sprachwissenschaftler wie Heike Wiese und Diana Marossek ausführlich erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kiezdeutsch, Sprachwandel, Medienanalyse, Soziolekt, Stigmatisierung und linguistische Identität.

Wie unterscheidet sich Kiezdeutsch vom Kanak-Sprak?

Während Kanak-Sprak oft provokant zur Abgrenzung genutzt wurde, wird Kiezdeutsch als dynamische Kontaktsprache beschrieben, die durch soziolinguistische Forschung eine positivere Konnotation erfahren hat.

Warum wird Kiezdeutsch in den Medien oft als Bedrohung wahrgenommen?

Dies ist häufig auf Mythen wie die „doppelte Halbsprachigkeit“ und das Postulat eines deutschsprachigen Reinheitsgebotes zurückzuführen, die den Sprechern mangelnde Kompetenz unterstellen.

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Résumé des informations

Titre
Das Phänomen Kiezdeutsch. Untersuchung der Divergenz zwischen medialer und wissenschaftlicher Darstellung des linguistischen Phänomens
Université
University of Koblenz-Landau  (Institut für Germanistik)
Cours
Sprachvarietäten
Note
1,3
Auteur
Andreas Stegmann (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
50
N° de catalogue
V304054
ISBN (ebook)
9783668038516
ISBN (Livre)
9783668038523
Langue
allemand
mots-clé
Kiezdeutsch Sprachvarietäten Kanaksprak Dialekt Heike WIese
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andreas Stegmann (Auteur), 2015, Das Phänomen Kiezdeutsch. Untersuchung der Divergenz zwischen medialer und wissenschaftlicher Darstellung des linguistischen Phänomens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304054
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Extrait de  50  pages
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