Venture Capital als Innovationsfinanzierungsalternative für kleine und mittlere Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland und in der Republik Kasachstan


Masterarbeit, 2015
88 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABSTRACT

KURZBESCHREIBUNG

DANKSAGUNG

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSETZUNG
1.3 VORGEHENSWEISE

2. DEFINITION, ZIELE UND FINANZIERUNGSPHASEN VON VENTURE-CAPITAL- GESELLSCHAFTEN UND PRIVATE EQUITY
2.1 Definition und Abgrenzung von Venture-Capital-Gesellschaften und Private equity
2.1.1 Definition und Abgrenzung von Venture Capital
2.1.2 Definition und Abgrenzung von Private Equity
2.1.2 Vergleich
2.2 Gesamtwirtschaftlicher Nutzen von Venture Capital und Private Equity
2.2.1 Gesamtwirtschaftlicher Nutzen von Venture Capital
2.2.2 Gesamtwirtschaftlicher Nutzen von Private Equity in Deutschland
2.3 Ziele und Charakterisierung von Kapit algebern der Venture-Capital-Gesellschaft und Private Equity
2.4 Kapit albeschaffung und Finanzierungsphasen bei VC -Finanzierungen von KMU
2.4.1 Verlauf einer VC-Finanzierung und Finanzierungsphasen
2.4.2 Einordnung in die Finanzierungsquellen und Kapit albeschaffung bei VC-Finanzierung
2.4.2.1 Kаpitаlbeteiligungsgesellschаften und Venture-Cаpital-Gesellschаften

3. RAHMENBEDINGUNGEN DES DEUTSCHEN UND KASACHISCHEN INNOVATIONSSYSTEMS UND VC-MÄRKTE
3.1 VC-Investitionen in Deutschland
3.1.1 VC-Markt-Segmentierung und Teilnehmer in Kasachstan
3.2 Rechtliche, steuerliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Venture Capital in Deutschland
3.2.1 Gesetz über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (UBGG) und Das Gesetz der Republik Kasachstan über staatliche Unterstützung der Industrie- und Innovationstätigkeit
3.2.1.1 Gesetz über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften
3.2.1.2 Gesetz der Republik Kasachst an über staatliche Unterstützung der Industrie - und Innovationst ätigkeit

4. FÖRDERUNG UND ENTWICKLUNG VON INNOVATIONEN IN DEUTSCHLAND UND KASACHSTAN
4.1 Finanzielle Förderung von Innovationen in der Bundesrepublik Deutschland
4.1.1Verantwortliche Stellen für die kommerzielle Verwertung
4.1.2 Finanzielle Förderung 2015 in Deutschland
4.2 Wesentliche Förderprogramme für VC und Unterstützungsinstrumente für innovative KMU in Kasachstan
4.2.1 Instrumente zur staatlichen Förderung von Innovationen
4.2.1.1 Finanzierungszuschüsse für Innovationen
4.2.1.2 Technologische Business-Inkubatoren
4.2.1.3 Spezialisierte Projektierungsunternehmen für bestimmte Branchen
4.2.1.4 Kommerzielle Verwertung von Technologien
4.2.1.5 Finanzierungszuschüsse für Innovationen
4.2.1.6 Internationale Zentren für technologische Kooperation
4.3 Kasachisch-Deutsches Zentrum für Te chnologische Kooperation

5. VENTURE CAPITAL ALS INSTRUMENT ZUR FINANZIERUNG JUNGER INNOVATIVER UNTERNEHMEN IN DEUTSCHLAND UND KASACHSTAN
5.1 Abgrenzung und Definition mittelständischer Unternehmen in Deutschland und Kasachstan
5.1.1 Mittelständische Unternehmen in Deutschland
5.1.2 Mittelständische Unternehmen in Kasachstan
5.2 Die Funktionen und das Finanzierungsproblem von innovativen KMU
5.2.1 Volkswirtschaftliche Bedeutung
5.2.2 Betriebswirtschaftliche Problemstellungen

6. SCHLUSSFOLGERUNGEN
6.1 Empfehlungen für Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen
6.1.1 Empfehlungen zur steuerlichen Förderung von Venture-Capital-Finanzierungen und Infrastrukturpartnern im Rahmen der innovativen Industrialisierung Kasachstans
6.1.2 Empfehlungen für Maßnahmen und Instrumente zur Entwicklung des Venture-Capital-Marktes außerhalb der steuerlichen Förderung
6.2 Entwicklungsperspektiven für Kasachstan und kritische Analyse

7. FAZIT UND AUSBLICK

LITERATURVERZEICHNIS

Abstract

The timely charachter of the research is stipulated by the necessity of the structural changes in the national economy. In the modern conditions the innovational development serves as a priority vector of the economic development of the world's leading economies.

An international experience evidences that the venture financing, by the means of which the capital investment into high-risk innovational projects is conducted, is one of the leading factor of the innovational development of a state. The attraction of the venture capital to the high-tech industries as well as to the knowledge-intensive industries is closely interrelated with the emergence of the new category of investors that not only form the capital of the investment projects, but take an active role in the process of their elaboration and further management.

Originated in the 1950-s in the United States of America, the venture financing evolved widely in Europe and Asia. In the last ten years the venture capital was introduced in the Republic of Kazakhstan.

Still, the venture capital in the Republic of Kazakhstan as a source and driver of the innovational development remains rather underdemanded and underestimated. The institute of the venture financing requires thorough analysis that triggers the conduct of reseach and elaboration of the scientifically substantiated recommendations.

The significance of the research of this problem is determined by the necessity to explore the role and functions of the venture capital in the system of the factors contributing to the economic development of the country, to reveal the mechanisms of the venture financing in the specific conditions of the Republic of Kazakhstan based on the example of the leading European state - the Federal Republic of Germany.

The degree of the scientific elaboration on the problem arises, first of all, from the relative novelty of the institut of the venture financing in international practice, secondly - from the specifics of transitional period in the economy of the Republic of Kazakhstan where this institut experiences the initial stage.

Kurzbeschreibung

Die Aktualität dieser Masterarbeit liegt in der Notwendigkeit von Strukturveränderungen in der Volkswirtschaft in Kasachstan. Eine innovative Entwicklung stellt das vorrangige Anliegen der Wirtschaft in den führenden Ländern dar.

Die internationalen Erfahrungen beweisen, dass einer der wichtigsten Faktoren der innovativen Wirtschaftsentwicklung die Venture-Finanzierung ist, um die Investitionen in hochrisikoinnovativen Projekten durchführen zu können. Die Beschaffung von Risikokapital im Bereich der innovativen Technologien, der Hightech-Industrie, ist stark mit dem Entstehen einer neuen Kategorie von Anlegern verbunden, die nicht nur in innovative Projekte investieren, die aber selbst unmittelbar an der Erarbeitung und dem Projektmanagement beteiligt sind.

Entstanden in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten, hat sich die Venture-Capital-Finanzierung auch weit in Europa und Asien verbreitet. VC ist ebenso in Kasachstan in den letzten zehn Jahren sehr populär geworden.

Allerdings wird die Rolle des Venture Capital in Kasachstan als Quelle und Faktor für die innovative Entwicklung der Wirtschaft noch unterbewertet. Das Institut der Venture-Finanzierung fördert noch eine tiefgehende Analyse und Reflexion sowie die Erforschung und Entwicklung von Handlungsempfehlungen.

Die Relevanz der Untersuchung dieses Problems, vor allem in der Zeit der innovativen Wirtschaftsentwicklung, wird bedingt durch die Notwendigkeit einer Aufklärung hinsichtlich der Rolle und Aufgaben des VCs und der VC-Finanzierungsmechanismen unter den spezifischen wirtschaftlichen Bedingungen in Kasachstan anhand des Beispiels des führenden europäischen Landes - Deutschland.

Der wissenschaftliche Grad des Problems wird erstens durch die relative Neuheit des Instituts für Venture-Finanzierung in der Welt und zweitens durch die Besonderheiten der Übergangszeit der Wirtschaft in Kasachstan geprägt, wo sich die Institution des VCs noch in einer Entstehensphase befindet.

Danksagung

Die vorliegende Masterarbeit entstand während meines Abschlusssemesters. Ohne die Unterstützung zahlreicher Personen wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen. Ihnen möchte ich an dieser Stelle meinen Dank aussprechen.

Zunächst möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der TH-Wildau bedanken, die mir während meiner Masterarbeit ihre Hilfe bei allen Arten von Fragen und Problemen entgegenbrachten. Insbesondere ist in diesem Zusammenhang mein Betreuer Herr Prof. Dr. rer. oec. habil. Lothar Brunsch zu nennen.

Ich möchte mich bei dem Gutachter Herrn Hon.-Prof. Dr. Schulze für seine Unterstützung und Betreuung während des Bearbeitungszeitraums dieses Themas bedanken.

Ganz besonders möchte ich mich bei meiner Familie und meinen Freunden, Abilov Madiyar, Belyakova Maria, Duisenbiyev Nurgaziz, Kamaubayev Erbol, Sagimuldina Nagima bedanken, die mich all die Jahre während meines Studiums unterstützt haben.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

ABBILDUNG 1: NUTZBARMACHUNG VON INNOVATIONEN MIT VENTURE CAPITAL

ABBILDUNG 2: JAHRESRENDITE - PRIVATE EQUITY

ABBILDUNG 3: VOLATILITÄT - PRIVATE EQUITY

ABBILDUNG 4: KAPITALINVESTITIONEN DURCH VCG

ABBILDUNG 5: DIE AUFGABEN DES VENTURE-CAPITAL-GEBERS

ABBILDUNG 6: KAPITALFLUSS BEI PRIVATE EQUITY

ABBILDUNG 7: FINANZIERUNGSPHASEN UND FINANZIERUNGSQUELLEN EINES UNTERNEHMENS

ABBILDUNG 8: EINORDNUNG DER FINANZIERUNG NACH DEM KRITERIUM DER KAPITALHAFTUNG

ABBILDUNG 9: VЕNTURЕ-CAPITAL-INVЕSTITIONЕN IN DЕUTSCHLЕND VON 2003 BIS 2013

ABBILDUNG 10: VЕNTURE CАPITАL KONZЕNTRIЕRT SICH AUF BЕRLIN

ABBILDUNG 11: EVOLUTION DES KASACHISCHEN MARKTES FÜR PRIVATE EQUITY UND VENTURE CAPITAL

ABBILDUNG 12: STRUKTUR DER PVA MV

ABBILDUNG 13: BRANCHENVERTEILUNG DER UNTERNEHMEN INNERHALB DER SWZ PIT .

Tabellenverzeichnis

TABELLE 1: VC-INVESTITIONEN IN PHASEN

TABELLE 2: VC-INVESTITIONEN NACH BRANCHEN

TABELLE 3: PRIVATE EQUITY FUNDS IN KASACHSTAN

TABELLE 4. VENTURE CAPITAL FUNDS IN KASACHSTAN

TABELLE 5: KRITЕRIЕN UND UNTЕRKRITЕRIЕN IN DЕR EVCA-STUDIЕ „BENCHMARKING EUROPEAN TAX AND LEGAL ENVIRONMENTS“ 2008 UND BЕWЕRTUNG ZU DЕUTSCHLAND UND KASACHSTAN

TABELLE 6: MITTELSTANDSDEFINITION DES IFM BONN

TABELLE 7: MITTELSTANDSDEFINITION DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION

TABELLE 8: UNTERNEHMENSDEFINITION NACH DEM GESETZ „ÜBER PRIVATUNTERNEHMEN“

TABELLE 9: EMPFEHLUNGEN FÜR MAßNAHMEN UND INSTRUMENTE ZUR ENTWICKLUNG DES VENTURE-CAPITAL-MARKTES UND INTERNATIONALE PRAXIS

1. Einleitung

Für eine westeuropäische, exportorientierte und rohstoffarme Industriegesellschaft wie Deutschland ist eine hohe internationale Konnkurrenzfähigkeit Voraussetzung für ökonomische Prosperität. Ein zentrales Thema hinsichtlich der Innovation und Technologieorientierung in großen westeuropäischen und zentralasiatischen Ländern wie der BRD und RK, welches immer mehr in den Fokus der öffentlichen Diskussion rückt, ist die Finanzierung von Innovationen und innovativen, technologieorientierten KMU.

VC stellt eine der profitabelsten und hochriskantesten Finanzierungsformen dar. Das dahingehende Interesse ist nach einer Reihe von Krisen in den Wertpapiermärkten gewachsen. Die VC- Finanzierung begann in den USA 1946, als General George Doriott die American Research Corporation (ARD) gründete.1 Heutzutage ist diese Art der Finanzierung eine der beliebtesten in den Vereinigten Staaten, wo eines der größten Innovationscluster - Silicon Valley - funktioniert.

Von erstrangiger Bedeutung für die Sicherung eines langfristigen Wirtschaftswachstums in Kasachstan sind Innovationen, die eine laufende Erneuerung der technischen und technologischen Basis der Produktion, die Entwicklung und Erzeugung neuer, wettbewerbsfähiger Produkte und eine effiziente Vermarktung einheimischer Waren und Dienstleistungen im internationalen Maßstab gewährleisten. Die Schaffung einer innovativen Wirtschaft bildet eine der strategischen Hauptrichtungen für die Entwicklung Kasachstans in der ersten Hälfte des XXI. Jahrhunderts. Der bestehende Rückstand in der Entwicklung innovativer Technologien kann zu einer Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen Wirtschaft führen und macht sie anfälliger in Zeiten weltweiter wirtschaftlicher Instabilität. Aus dieser Situation kann es nur einen Ausweg geben: einen grundlegenden Umschwung in Wissenschaft und Technologie durch die Umsetzung und kommerzielle Verwertung von Innovationen.

Solche Tendenzen in der wirtschaftlichen Entwicklung bedeuten nicht zwangsläufig einen stetigen Aufwärtstrend, wenn die Entwicklung in einzelnen Bereichen des Wirtschaftssystems uneinheitlich verläuft und der Übergang des Gesamtsystems von einem stabilen Zustand in den nächsthöheren stabilen Zustand über einen Durchbruch bei Innovationen erfolgt.

1.1 Problemstellung

Ein entscheidendes Element für die Umgestaltung eines Landes mit dem Ziel einer innovationsorientierten Wirtschaftsentwicklung ist weiterhin die Mobilisierung privater Investitionen von erheblichem Umfang in die Hochtechnologiebereiche der Volkswirtschaft. Logischerweise kann davon ausgegangen werden, dass hierbei die Förderung und Unterstützung privater Investoren von Seiten des Staates sowie die Art, der Umfang und die Qualität des für die Wirtschaftlichkeitsanalysen und Managements von Venture-Capital-Investitionen verfügbaren Instrumentariums von entscheidender Bedeutung sind.

Eine der erfolgversprechendsten Methoden zur Umsetzung wissenschafts- und forschungsintensiver Innovationsprojekte ist die Finanzierung von Wagnis- oder Risikokapital (Venture Capital), deren hohe Rentabilität in der Praxis in Deutschland bereits unter Beweis gestellt wurde. Andererseits sind Investitionen dieser Art mit sehr hohen Risiken und möglichen Verlusten verbunden, so dass es schwierig ist, ausreichende Ressourcen für die Finanzierung von Innovationsprojekten zu mobilisieren.

Investitionsprojekte dieser Art werden in der Theorie und Praxis des Finanzmanagements als Innovations- oder Venture-Capital-Projekte und die Gesamtheit der Methoden und Instrumente für deren Finanzierung als Venture-Capital-Finanzierung bezeichnet. Wie die Praxis in Deutschland gezeigt hat, sind solche Innovationsprojekte in erster Linie für einen bestimmten Typus von Investoren interessant, die bereit sind, erhöhte Risiken in Kauf zu nehmen und langfristige Finanzierungen für Projekte zur Verfügung zu stellen: die Verwalter von Venture-Capital-Fonds.

In vielen Fällen wird die Attraktivität von Projekten für Investoren dadurch beeinträchtigt, dass die Finanzierung nicht durch fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen abgesichert werden kann, was zu einem erhöhten Verlust und sonstigen Risiken führt. Genau darum erfordert der spezifische Charakter von Venture-Capital-Projekten auch ein spezifisches Instrumentarium zur effizienten Finanzierung sowohl einzelner Projekte als auch ganzer Projektportfolios.

Der Markt für Direktinvestitionen (Private Equity) und Venture-Capital-Investitionen in Kasachstan hat während der letzten beiden Jahrzehnte einen erheblichen Aufschwung genommen, ist aber dennoch weiterhin nur unzureichend entwickelt. Dies zeigt sich in der vergleichsweise geringen Kapitalausstattung der bestehenden Investitionen und Venture-Capital-Fonds, in dem rückläufigen

Volumen der neu akquirierten Mittel für Investitionen und der verhältnismäßig geringen Anzahl vorhandener Fonds insgesamt.

1.2 Zielsetzung

Es ist wichtig, zuerst diе Bеdeutung еiner VC-Finanziеrung für diе KMU zu erklären und zweitens diе Bankenposition und Bеteiligungsgesellschaften darzustеllen. Im Mittelpunkt diеser Arbеit stehen die KMU und diе Fragе, wеlche Bеdeutung Vеnture Capital als Finanziеrungsalternative in Kasachstan für siе habеn kann.

In dеr vorliеgenden Arbеit soll VC als innovativеs und altеrnatives Finanziеrungsinstrument in der Rеpublik Kasachstan für KMU analysiеrt wеrden. Das Ziеl diеser Arbеit liegt darin, diе Finanziеrungsform Vеnture Capital nicht isoliеrt vorzustellеn, sondеrn viеlmehr еine Abgrеnzung zu Privatе Equity zu gеwährleisten.

Diе vorliegendе Arbeit sеtzt sich dеshalb zum Ziеl, diе Untersuchung dеs Instrumеnts dеr VC auf intеrnationaler Ebеne am Beispiеl dеr Untеrnehmen in Dеutschland und Kasachstan vorzunehmen. Um diesе Zielе zu еrreichen, müssen diе folgendеn Aufgaben еrklärt werden:

- Dеfinition, Gеstaltung, Ziеle und Aktivitätеn von VC und Privatе Equity in Deutschland und Kasachstan,
- Dеfinition und Abgrеnzung von VCG und Privatе Equity (Untеrschied zwischеn Eigеnkapital und Frеmdkapital in VC),
- Ziеle und Bеdeutung von VC und Privatе Equity,
- gеsamtwirtschaftlicher Nutzen von VC und Privatе Equity,
- Ziеle von Kapitalgеbern der VC und Privatе Equity,
- Ziеle von VCG,
- aktuеller Stand dеs VC und Private Equity,
- Struktur von VC und Privatе Equity.

Ein Ziеl diеser Arbеit besteht auch darin, die Vеnture-Capital-Finanziеrung nähеr darzustellеn und zu bеschreiben, ob für jungе klеine und mittlеre Unternehmеn еine Bеteiligungsfinanzierung in Fragе kommt, und lеtztendlich еine umfassеnde Bеwertung über diеse Finanziеrungsform abzugеben.

1.3 Vorgehensweise

Um einen ersten Einstieg in das Thema zu finden, wird in Kapitel 2 näher auf die Definition eingegangen sowie die Grundlagen und Merkmale der VC und PE erläutert. Der Verlauf einer VC - Finanzierung wird in Phasen aufgeteilt. Dazu wird ein Überblick über die Ziele aller Beteiligten am VC-Finanzierungsprozess beschrieben. Im nächsten Kapitel werden Rahmenbedingungen des deutschen und kasachischen Innovationssystems und der VC-Märkte erklärt. In Kapitel 4 wird ein Überblick über wesentliche Förderprogramme für VC und Unterstützungsinstrumente für innovative KMU in Kasachstan gegeben. In Kapital 5 folgt die Darstellung von Venture Capital als Instrument zur Finanzierung junger innovativer Unternehmen in Deutschland und Kasachstan. Abschließend wird ein Einblick in die aktuelle Situation auf dem VC-Markt gewährt sowie die Empfehlungen zur steuerlichen Förderung von Venture-Capital-Finanzierungen und Infrastrukturpartnern im Rahmen der innovativen Industrialisierung Kasachstans dargelegt und davon ausgehend eine Bewertung dieser Finanzierungsform für junge Unternehmen gegeben.

2. Definition, Ziele und Finanzierungsphasen von Venture -Capital-Gesellschaft und Private Equity

Im folgenden Kapitel werden Basiserkenntnisse zu VCG und PE-Finanzierungen systematisiert. Dazu wird in Abschnitt 2.1 zunächst der Begriff Wagnis-Kapital-Gesellschaft (VCG) von Private Equity abgegrenzt und definiert. Im nächsten Abschnitt 2.2 wird der gesamtwirtschaftliche Nutzen von Venture Capital und Private Equity dargestellt. In Abschnitt 2.3 und 2.4 sollen nicht nur die Ziele und Charakterisierungen von Kapitalgebern der Venture-Capital-Gesellschaft und Private Equity, sondern auch die Kapitalbeschaffung und Finanzierungsphasen bei VC-Finanzierungen von KMUs erläutert werden.

2.1 Definition und Abgrenzung von Venture-Capital-Gesellschaft und Private equity

2.1.1 Definition und Abgrenzung von Venture Capital

„Venture Capital ist ... haftendes Eigenkapital, das von Investoren zur Entwicklung und Vermarktung von innovativen Produkten, Produktionsmethoden und Dienstleistungen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt und mit dem Ziel, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, zur Verfügung gestellt wird. Bei den Beteiligungsobjekten handelt es sich entweder um kleinere und mittlere Unternehmungen (KMU), die zum Zweck der wirtschaftlichen Auswertung der Idee gegründet wurden, oder um etablierte Firmen, für die das Innovationsvorhaben gravierende Auswirkungen auf die Struktur der Gesamtunternehmung hat. In beiden Fällen ergibt sich die Notwendigkeit einer zusätzlichen aktiven Managementunterstützung durch den Investor. Die Realisierung der Rendite erfolgt über die Veräußerung der Beteiligung nach erfolgreicher Markteinführung und nicht über eine regelmäßige Verzinsung des eingesetzten Kapitals.“2

Der aus dem Englischen kommende und aus den Vereinigten Staaten stammende Begriff „Venture Capital“ wird velfältig übersetzt, am meisten als Risiko- oder Wagniskapital, nicht so oft als Innovations-, Zukunft- oder Chancenkapital.3

Nach Gabler Wirtschaftslexikon stellt die VCG sogar „Wagnis- oder Risikokapital in Form von Eigenkapital zur Verfügung. Diese Form der Finanzierung unterscheidet sich von der üblichen Bankfinanzierung dadurch, dass die Venture-Capital-Gesellschaft dem Empfänger (Zielunternehmen), zumeist ohne Stellung von Sicherheiten, langfristig Eigenkapital zusichert. Dabei ist der Empfänger nicht zur Rückzahlung verpflichtet. Somit trägt die Venture-Capital-Gesellschaft als haftender Partner sowohl das Risiko eines Verlusts, als auch die Chance am wirtschaftlichen Erfolg zu partizipieren. Um das Risiko eines Verlusts zu verringern, sichert sich die Venture-Capital- Gesellschaft Kontroll- und Mitsprachrechte, über die sie auf die Gestaltung des wachsenden Unternehmens, in welches investiert wurde, zumeist wesentlichen Einfluss nimmt. Neben privat gegründeten Venture-Capital-Gesellschaften, die Gelder von Investoren anlegen, wozu bspw. Versicherungen oder Großkonzerne zählen, wird Venture-Capital in Deutschland zunehmend auch von Unternehmen und der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt.“4

„Die historischen Vorläufer der Venture Capital Gesellschaften in Deutschland waren - auch in begrifflicher Hinsicht - sogenannten [sic!] Kapitalbeteiligungsgesellschaften der 60-er und 70-er Jahre (s. z. B. Roesner (1968), S. 75; Hax (1969), S. 13 - 17 und Heynen (1970), S. 8 - 13).“5

Im deutschen Markt lassen sich aktive Venture-Capital-Gesellschaften in zwei Gruppen einteilen6:

Öffentlich geförderte Kapitalbeteiligungsgesellschaften leiten sich aus dem von ihnen angebotenen Produkt ab: die Finanzierung sowie die Beratung und Unterstützung ihrer Partnerunternehmen. Sie nehmen als Kerngeschäft die Bereitstellung von Kapital aus öffentlichen Quellen.

Universalbeteiligungsgesellschaften stellen sich als Grundtyp der VC-Gesellschaften in der Bundesrepublik Deutschland dar. Universalbeteiligungsgesellschaften können sich ohne Einschränkungen während aller Finanzierungsphasen an nicht börsenreifen Unternehmen beteiligen. Sie arbeiten nicht mit öffentlicher Förderung und sind überlicherweise in der Rechtsformwahl wie Aktiengesellschaft (AG), GmbH, KG frei.

Für die Definition und Abgrenzung von Venture Capital als wirtschaftliche Kategorie sind drei wesentliche Aspekte von Bedeutung, und zwar:

- ein Investitionsumfeld mit stark erhöhtem Risiko,
- hohe Rentabilität,
- die Besonderheiten der Finanzierung von Venture-Capital-Investitionen.

Zu beachten ist hierbei, dass diese drei Komponenten allgemeingültig sind - unabhängig von Ländern, Regionen oder dem gewählten methodischen Ansatz zur Definition des Begriffs „Venture Capital“.

In unserer modernen Wirtschaft, wo eine verschärfte Konkurrenz und ein erhöhtes Konkursrisiko die Unternehmen zwingen, ständig neue Technologien, Produkte und Verfahren zur Steuerung und Aufrechterhaltung der Produktion zu implementieren, gilt es, auch in der Umsetzung von Innovationen neue, effizientere Wege zu finden. Eine Möglichkeit hierzu bietet die Mobilisierung von Venture Capital (Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Nutzbarmachung von Innovationen mit Venture Capital7

Hierdurch werden Unternehmen in die Lage versetzt, neue, innovative Produkte für konkrete Auftraggeber zu entwickeln und zu produzieren und gleichzeitig ihre eigenen finanziellen Risiken aus Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, Markteinführungstests etc. gering zu halten. Die Investoren erhalten bereits im Vorfeld detaillierte Informationen zur Produktidee und die Produzenten verfügen über die erforderlichen finanziellen Mittel, da sie einen Anteil an den Erträgen aus dem Produktverkauf erhalten.

Venture Capital spiegelt als ökonomische Kategorie also Verhältnisse wider zwischen Investoren und innovativen Unternehmen zum Ausgleich und zur Verwirklichung ihrer unterschiedlichen Interessen durch Anerkennung und Bewertung geistigen Eigentums, langfristige Investitionen in die Errichtung und Entwicklung innovativer Unternehmen, Übernahme der Haftung für Investitionen und Risikovermeidung sowie Aufteilung der erwirtschafteten Gewinne zum beiderseitigen Vorteil.

Nach Michael Schefczyk gilt: Die Klassifizierung von VC-Gesellschaften bietet über die zwei genannten Gruppen hinaus weitere Merkmale an8:

(1) „captive“ Gesellschaften (Eigentümerstruktur), die von einem Mehrheitseigentümer, „semi- captive“ Gesellschaften, die von einem kleinen feststehenden Eigentümerkreis betrieben werden und i. d. R. ausschließlich deren Kapital am Markt platzieren, sind zu unterscheiden von den „independent“ Gesellschaften, die über eine breitere Eigentümerbasis verfügen und intensiver im Wettbewerb um Kapital stehen9
(2) Die Zuordnung der VCG zum privaten oder öffentlichen Sektor, wobei öffentlich geförderte VCG größtenteils Gesellschaften der Bundesländer sind
(3) Der Spezialisierungsgrad der VCG, z. B. nach Unternehmensgrößen, Branchen, Regionen, Finanzierungsphasen
(4) Die Art und Intensität der geleisteten Managementunterstützung“10

2.1.2 Definition und Abgrenzung von Private Equity

Nach der ausführlichen Erklärung von Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner ist Private Equity „von privaten und/oder institutionellen Anlegern bereitgestelltes Eigenkapital, mit dem Beteiligungsgesellschaften (Private-Equity-Gesellschaften) Unternehmensanteile für einen begrenzten Zeitraum erwerben um eine finanzielle Rendite zu erwirtschaften. Der Begriff Private- Equity-Investitionen im weiteren Sinne umfasst Finanzierungen in etablierte Unternehmen, die sich in fortgeschrittenen Lebenszyklusstadien befinden und Finanzierungen in junge Unternehmen (Venture-Capital-Investitionen). Letztere sind durch ein höheres Risiko-Rendite-Profil gekennzeichnet.“11

Nach der Definition der European Venture Capital and Private Equity Association (EVCA) ist PE (auf Deutsch außerbörsliches Eigenkapital oder privates Eigenkapital) ein Oberbegriff, der den gesamten Markt für privates Beteiligungskapital umfasst. „Dieses PE kann von privaten institutionellen Investoren, etwa Pensionskassen, Banken, Versicherungen, stammen aber auch von vermögenden, risikobereitenden Privatpersonen, die alternative Anlageformen mit hoher Renditeerwartung suchen. In politisch erwünschten Ausnahmefällen können auch öffentliche Investoren, als Kapitalgeber auftreten. Die Kapitalgeber beteiligen sich entweder direkt an Unternehmen oder stellen ihr Geld Fondsgesellschaften zur Verfügung, die das Kapital in Firmenanteile von ausgewälten Zielunternehmen (Portfoliounternehmen) investieren. Das Kapital der Investoren wird dem/den Zielunternehmen in der Regel in einer bedeutenden Entwicklungsphase zur Verfügung gestellt. Ganz generell sind solche Zielunternehmen meist innovativen Branchen zuzurechnen und lassen für den EK-Geber überdurchschnittliche Umsatz-und Gewinnchancen erwarten.“12

Der Begriff „Private Equity“ ist seit einiger Zeit allgemein bekannt. Nach Dr. Günter Bräunig und Wolfgang Hartmann ist er wie folgt zu definieren: „Für die einen ist er gleichbedeutend mit spektakulären Großinvestitionen international agierender Fonds, die für die betroffenen Unternehmen Fluch oder Segen sein können. Für andere steht bei ‚Private Equity‘ vor allem die volkswirtschaftliche Funktion im Vordergrund: die außerbörsliche Bereitstellung von Eigenkapital … Denn die effiziente Verfügbarkeit von Eigenkapital ist Bedingung für eine erfolgreiche Anpassung an veränderliche, zunehmend international ausgerichtete Märkte. Das gilt insbesondere für den deutschen Mittelstand, der sich heute großen Herausforderungen stellen muss: Sei es Unternehmenswachstum oder die für viele Unternehmen drängende Nachfolgefrage. Eine Kapitalerhöhung oder der vollständige Kapitalersatz - etwa durch das Engagement eines ‚Private Equity‘ Investors - ist unabdingbar, um zügig brachliegende unternehmerische Potenziale freizusetzen. Eigenkapital ist also mehr als nur ein ‚Risikopuffer‘, sondern ein Wachstumstreiber.

Doch längst nicht alle potenziellen Nutzer von ‚Private Equity‘ sind über die Einsatzmöglichkeiten und Quellen privaten Beteiligungskapitals informiert. Eine generelle Aussage zu ‚guten‘ oder ‚schlechten‘ Beteiligungsgesellschaften ist nicht förderlich, da es immer auf den Einzelfall ankommt. Banken und Sparkassen können insbesondere bei Beteiligungskapital für Mittelständler wertvolle Hinweise geben, damit ungenutzte Chancen im Bereich der Unternehmensfinanzierung auf lange Sicht nicht zu Wettbewerbsnachteilen führen.“13

Die Investitionsform Private Equity hatte den Anfang im Jahr 1946, welches das Gründungsjahr des ersten privaten Risikokapitalgebers “American Research and Development Corporation“ darstellte. In Deutschland sind zuvor in den 1970er Jahren durch die Förderung des Europäischen Wiederaufbauprogramms öffentliche Kapitalbeteiligungsgesellschaften entstanden. 1975 gründete eine Vielzahl von Kreditinstituten die Wagnisfinanzierungs-GmbH. Die Private Equity gibt es, nach amerikanischem Vorbild, seit den frühen 1980er Jahren in Deutschland.14

2.1.2 Vergleich

Betrachten wir zunächst die Unterschiede zwischen Private-Equity-Fonds und Venture-Capital- Fonds. Das Geschäftsmodell dieser beiden Fondskategorien ist ähnlich. Unterschiede bestehen jedoch in der Fokussierung: Venture-Capital-Fonds investieren in neu gegründete Unternehmen (Start-ups) und Unternehmen mit fehlender bzw. geringer Markterfahrung. Private-Equity-Fonds orientieren sich mehr an den späteren Phasen im Lebenszyklus von Unternehmen: Sie investieren in bereits etablierte Unternehmen mit im Vergleich zum Gesamtmarkt durchschnittlicher bzw. leicht unterdurchschnittlicher Wettbewerbsposition, die jedoch bei effizientem Einsatz von zusätzlichem Kapital und Optimierung der Betriebsabläufe in kurzer Zeit ein hohes Wachstumspotenzial realisieren und marktführende Positionen erreichen können. Anzumerken ist jedoch, dass in der Praxis eine solch klare Abgrenzung zwischen Private-Equity-Fonds und Venture-Capital-Fonds zunehmend schwieriger wird. Venture-Capital-Fonds investieren immer häufiger in die späteren Phasen des Unternehmenszyklus und Private-Equity-Fonds umgekehrt in Start-ups und junge Unternehmen. Dabei erwirtschaften im Grunde beide Fondstypen ihre Gewinne nach dem gleichen Prinzip: Sie erwerben Unternehmen und versuchen, deren Marktwert zu steigern.

Das Management solcher Fonds mobilisiert also durch „Fundraising“ (in der Regel für einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren) Gelder von Investoren (Limited Partners - LPs), identifiziert geeignete Anlageobjekte (Portfoliounternehmen), maximiert den Shareholder Value (meist über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren) und stößt dann die Beteiligungen an den Portfoliounternehmen ab (IРО, Veräußerung an strategische oder Finanzinvestoren).

Für Unternehmer und Geschäftsführer von Unternehmen, die daran interessiert sind, Mittel für Investitionen solcher Fonds zu akquirieren, ist in erster Linie die Phase des „Stock-Picking“ von Interesse. Inwieweit ein Fondsmanager in der Lage ist, ständig neue Geschäftsabschlüsse (den sog. Deal Flow) zu generieren, ergibt eines der wichtigsten Kriterien für die Bewertung seiner Effizienz durch die potenziellen LPs. Um möglichst keine interessanten Angebote für die Investoren zu verpassen, nutzen die Fondsmanager in erster Linie folgende Möglichkeiten: Prüfung von Anfragen, die direkt beim Fonds eingehen, aktive Eigenakquise, Akquise über ein Netzwerk von Kontakten und Partnerunternehmen (Investmentbanken, Consultingfirmen, Anwaltskanzleien) sowie die Teilnahme an Fachtagungen und Fachkonferenzen.

Betrachten wir nun die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten sowohl für die Unternehmen als auch für die Fondsmanager, die auf der Suche nach Investitionsobjekten sind.

- Der wesentliche Nachteil einer direkten Anfrage nach Investitionsmitteln beim Fonds durch Unternehmen besteht darin, dass solche Anfragen auch von anderen Kapital suchenden Unternehmen an den Fonds herangetragen werden (in der Regel muss zusammen mit der Anfrage auch ein Businessplan vorgelegt werden). Nicht selten erfolgt nur eine recht oberflächliche Prüfung derartiger Anfragen ohne angemessene weitergehende Analyse. Ein Vorteil zeigt sich dahingehend, dass sich die Fonds über derartige direkte Anfragen von Unternehmern und Managern „freuen“, da so dem Fonds von vornherein eine stärkere Verhandlungsposition in der Frage des Kaufpreises für das Unternehmen zukommt. Darum werden die Fonds solche Anfragen nur in seltenen Fällen rundweg ablehnen, und wenn die Anfrage und der Businessplan entsprechend aufbereitet sind, hat ein Unternehmen gute Chancen, die benötigten Investitionsmittel auch zu erhalten.
- Umgekehrt zeigen die Fonds nicht gern ihr starkes Interesse an bestimmten Unternehmen, weil dadurch der Unternehmer bzw. die Geschäftsleitung von vornherein eine stärkere Position in den Preisverhandlungen erhält. Daher ist es für Unternehmen wenig erfolgversprechend, passiv darauf zu warten, dass ein Fonds von sich aus Interesse zeigt zu investieren (es sei denn, es handelt sich um einen unbestrittenen Marktführer in seinem Segment).
- Anfragen, die auf Empfehlung abgegeben werden, haben bessere Chancen auf eine positive Entscheidung hinsichtlich der Investitionsmittel. Andererseits muss der Fonds hierbei für den Vermittler häufig eine Provision in nicht unerheblicher Höhe zahlen. Außerdem sind viele Fondsmanager recht misstrauisch bei Empfehlungen, da Vermittler nicht selten die Unternehmen auf das Auswahlverfahren „trimmen“, „Bilanzkosmetik“ betreiben und „geschönte“ Angaben zur Lage der Unternehmen vornehmen, sodass eventuell die Preise für die entsprechenden Transaktionen zu hoch angesetzt werden.
- Die persönliche Teilnahme an Fachkonferenzen zeigt die meisten Vorteile, sowohl für Fondsmanager als auch für die Unternehmen selbst. Hierbei befinden sich beide Parteien „auf Augenhöhe“ in neutraler Umgebung als „Gäste“ des Veranstalters (keiner von beiden kann sich als „Herr im Hause“ fühlen). Der Unternehmer erhält die Möglichkeit, gleich mehrere Fondsmanager persönlich (nicht über Vermittler) kennen zu lernen und mit ihnen zu sprechen.

2.2 Gesamtwirtschaftlicher Nutzen von Venture Capital und Private Equity

2.2.1 Gesamtwirtschaftlicher Nutzen von Venture Capital

Ein aktiver Venture-Capital-Markt kann einen großen gesamtwirtschaftlichen Nutzen für das Wirtschaftswachstum erbringen.15 Das Wirtschaftswachstum ist von Innovationen getrieben - durch junge technologieorientierte Unternehmen, in denen die Finanzierung schwerfallen kann. Dies muss wegen des Risikos und der asymmetrischen Informationen angeführt werden. VCG sind spezialisiert auf die Lösung dieser Probleme, weil VCG die ideenreichen Unternehmer mit bargeldreichen Investoren verbinden.

Die Sicherstellung der Finanzierung für innovative und technologieorientierte Unternehmen übt einen positiven Einfluss aus und ruft Externalitäten auf die wirtschaftliche Situation hervor, so macht es Sinn für die Regierungen, einen aktiven Venture-Capital-Markt zu fördern.

Gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Venture Capital:

- Die Unternehmen, die durch Venture Capital finanziert werden, haben ein höheres Umsatzwachstum.
- Die Exportquote und damit die Internationalisierung liegen bei diesen Unternehmen höher.
- VC sorgt für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes.
- Die Unternehmen schaffen %ual mehr Arbeitsplätze als traditionell finanzierte Unternehmen.
- Die Unternehmerkultur wird gefördert.
- VC ist ein Faktor für die Ansiedlung/Ausbildung benötigter Fachkräfte.16

2.2.2 Gesamtwirtschaftlicher Nutzen von Private Equity in Deutschland

In einem neuen Bericht stellt Adveq den Nutzen von Private-Equity-Investitionen für deutsche Unternehmen, die deutsche Wirtschaft und für Investoren in den Vordergrund. Auch Private Equity verfügt über weniger liquide Mittel im Vergleich zu anderen Asset-Klassen. Zumeist in unruhigen Zeiten ergeben sich dadurch aber große Renditechancen. Für institutionelle Investoren ist neben der Überrendite vor allem die geringere Volatilität gegenüber öffentlichen Märkten interessant. Ein Investment in den Euro Stoxx 50 vor zehn Jahren hat bis heute zu einer negativen Jahresrendite von rund -2 % bei einer annualisierten Volatilität von 25 % geführt.

Abbildung 2 zeigt, dass auf europäische Buy-outs konzentrierte Private-Equity-Fonds dagegen im selben Zeitraum bei einer niedrigeren Volatilität von 23 % eine Jahresrendite von +12 % erwirtschaftet haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Jahresrendite

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Volatilität - Private Equity18

Über die Zeiträume von fünf und 15 Jahren zeigt sich die gleiche Szene. Darüber hinaus zeichnen sich PE-Investitionen gegenüber anderen alternativen Asset-Klassen durch ihre hohe realwirtschaftliche Folgerung aus. Für institutionelle Investoren mit einem langen Anlagehorizont eignet sich ein Exposure in Private Equity daher besonders.19

„Aus makroökonomischer Sicht attestiert der Report Private Equity eine insgesamt beschäftigungsfördernde Wirkung. Zudem leisten grenzüberschreitende Investitionen einen wichtigen Beitrag zur europäischen Marktintegration, etwa im Mittelstand. Die enge Schnittstelle zwischen Fonds und Unternehmen sorgt gerade bei jungen Unternehmen für einen effektiven Wissenstransfer u. a. bei der Professionalisierung des Unternehmens. Weiterhin kann dies den Anstoß geben ESG-Prinzipien frühzeitig zu implementieren.“20

Die Bereitstellung von Private Equity bietet auch einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen, der hier kurz dargestellt werden soll:

Hinsichtlich der Eigenkapitallücke junger und kleiner Unternehmen wurde Folgendes beschlossen: Zu Beginn der 80er Jahre wurde der EK-Anteil über 18 % reduziert, dies wurde gemäß den Bilanzen von deutschen Unternehmen ermittelt. Solche Daten wurden mit Hilfe der Deutschen Bank erstellt. Die niedrigen EK-Quoten betreffen den Einzelhandel (9,7 %), das verarbeitende Gewerbe im Bereich der Holzverwaltung (10,4 %) und das Baugewerbe (3,1 %). Bei dieser Größenordnung ist es bis in die heutige Zeit annähernd geblieben. Gleich nach der Währungsreform 1948 waren es bei deutschen Wirtschaftsgruppen aller Aktiengesellschaften (ohne Versicherungen und Banken) noch etwa 84 % EK-Anteil. Die niedrigen EK-Quoten richten sich in Deutschland gerade auf die Klein- und Mittelstandsunternehmen, während sie bei den großen AG relativ zugenommen haben.

Förderung der strukturpolitischen Ziele einer zunehmenden Besetzung wachsender Sektoren und hoher Innovationskraft: Die Finanzierung innovativer Produkte für Markteinführungen stellt den Hauptanteil der Branche dar. Bis jetzt findet eine immanente Technologieförderung bzw. ein Technologietransfer statt. Mit Beteiligungskapital geförderte Firmen investieren etwa zweimal so viel Geld pro Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung wie eingeführte Unternehmen.

Private-Equity-Fonds erzielen ihre Renditen durch die gewinnerbringende Veräußerung ihrer Portfolio-Firmen. Es ist daher näher zu betrahten, wie die Private-Equity-Fonds die entsprechenden Unternehmen aussuchen und der Wert der erworbenen Unternehmensanteile zugeteilt wird wird.21

2.3 Ziele und Charakterisierung von Kapitalgebern der Venture-Capital-Gesellschaft und Private Equity

Kapitalgeber einer Venture-Capital-Gesellschaft werden im Prinzip nach den grundlegenden Anlagezielen hohe Rentabilität, Sicherheit, Liquidität sowie Stabilität streben22.

Das Ziel der Rentabilität ist bei VC-Anlagen auf aktuelle Zinsen bzw. Dividenden ausgerichtet, diese erweisen sich als besser als Kapitalgewinne, die bei der Veräußerung erfolgreicher Beteiligungen durch die Venture-Capital-Gesellschaft realisiert werden können.23

Im Verhältnis zu monetären Hilfestellungen gibt es für Zielunternehmen und Gründungsphasen auch nichtmonetäre Unterstützungsleistungen. In diesem Zusammenhang sind u. a. Acceleratoren, Business Angels und Inkubatoren zu erwähnen:

Acceleratoren: Sie fördern das Zielunternehmen insbesondere um den Marktdurchdringungsprozess zu beschleuningen. Häufig werden zur Unterstützung die Ressoursen des Accelerators, z. B. Vertriebswege, Rechenzentren etc., zur Verfügung gestellt.24

Business Angels: Es sind in der Regel Einzelpersonen, die höhere Managementpositionen innehaben bzw. -hatten. Sie begleiten das Zielunternehmen in strategischen Fragen, auch durch die direkte Übernahme von Managementfunktionen.25

Inkubatoren: Dienstleister, die Zielunternehmen vorwiegend beratend und netzwerkend zur Seite stehen, z. B. in allen Fragen der UN-Gründung und -führung.26

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Kapitalinvestitionen durch VCG27

Wie die Abb. 5 zeigt, VC übernehmen Geber formale und materielle Funktionen. Zu den formalen Funktionen gehören: EK-Geber, verschiedene Förderprogrammen, Reporting. Als materielle Funktionen sind zu nennen: Know-how, Coach, Aktivierung des Netzwerks, Repräsentant des Unternehmens.28

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Die Aufgaben des Venture-Capital-Gebers29

Private Equity gehhört zu der Klasse der Finanzinvestoren, die sich grundsätzlich dadurch auszeichnen, dass das finanzielle Interesse bei ihren Beteiligungen im Vordergrund steht. Die PERenditen werden im überwiegenden Maße durch eine avisierte Wertsteigerung des erworbenen Unternehmens angestrebt, die sich bei der Weiterveräußerung nach Ablauf einer Investitionsphase von drei bis sieben Jahren realisiert. Wahrend der Investitionsphase wird in der Regel auf Auszahlungen an die EK-Geber verzichtet. Free Cash Flows werden entweder reinvestiert oder zur Bedienung von Tilgung und Zinsen laufender Kredite gebraucht.

Jeder Investition in ein Unternehmen liegt eine Investitionshypothese zugrunde. Diese kann zum Beispiel darauf ausgerichtet sein, im Laufe der Investitionsphase die Internationalisierung des erworbenen Unternehmens voranzutreiben, operative Prozesse zu optimieren, die Nachfolge zu ermöglichen oder einzelne Bereiche zu konsolidieren. Dabei bringt PE einen frischen externen Blick in das Unternehmen. In allen Fällen ist es das Ziel, den EK-Wert durch die angestrebten Maßnahmen signifikant zu steigern. Letztlich sind die Ziele von PE durch die Renditeerwartungen der eigenen

Kapitalgeber determiniert. So erwarten die Investoren eine Rendite auf ihr eingesetztes Kapital, die auch das höhere Risiko rechtfertigt, das solchen Investitionen innewohnt.30

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Kapitalfluss bei Private Equity31

2.4 Kapitalbeschaffung und Finanzierungsphasen bei VC-Finanzie rungen von KMU

2.4.1 Verlauf einer VC-Finanzierung und Finanzierungsphasen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung in den unterschiedlichen Phasen des Lebenszyklus einer Firma. Der idealtypische Verlauf einer VC-Finanzierung setzt sich aus drei Phasen zusammen, diese sind: Early-Stage, Expansion-Stage, Divestment-Stage. Sie beinhalten noch Unterphasen.32

[...]


1 Vgl. Piero Scaruffi (2010)

2 Wrede (1987), S. 32 f.; andere Definitionen lauten z. B.: Venture Capital gehört zur Klasse der „Private Equity Investitionen und wird dazu verwandt, eine Unternehmung zu gründen, die frühe Unternehmensentwicklung zu finanzieren oder eine Expansion aus dem bestehenden Geschäft mitzutragen. Diese Investition ist im Regelfall mit aktiver M anagementunterstützung gepaart. (Vgl. Sahlman (1990), S. 473 f. und Gompers/Lerner (2001), S. 145 f.). Oder auch: „VC is a means of financing the start - up, development, expansion or purchase of company, whereby the VC capitalist acquires an agreed proportion of the share capital (privat equity) of the company in return for providing the requisite funding.“ (BVCA (1996a), S.6).

3 Vgl. Fischer, L. (1987), S. 10 und Büschgen (1985a), S. 224

4 Gabler Wirtschaftslexikon: Weitnauer, W.: Handbuch Venture Capital: Von der Innovation zum Börsengang M ünchen , 2007 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/9631/venture-capital-gesellschaft-v9.html

5 M ichael Schefczyk (2006), S. 7

6 Vgl.: M ichael Schefczyk (2006), S. 8

7 Eigene Darstellung

8 Vgl.: M ichael Schefczyk (2006), S. 8 - 10

9 Vgl. Bovaird (1990), S. 159 - 164;

10 M ichael Schefczyk (2006), S. 8

(Private-Equity-Investitionen im engeren Sinne),

11 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/15207/private-equity-v8.html

12 Claudia Eckstaller, Ingrid Huber-Jahn (2006). S. 11

13 Dr. Günther Bräunig und Wolfgang Hartmann, KfW Bankengruppe Commerzbank AG, M ünchen, 2007 INITIATIVE FINANZSTANDORT DEUTSCHLAND, Private Equity

14 Vgl. http://www.absolut-report.de/news/detail/n/gesamtwirtschaftlicher-nutzen-von-private-equity

15 Vgl.: Lerner, J. (2009), S. 11

16 Vgl.: Jens koopmann (2001), S. 9

17 Quelle: Adveq Absolut Report. Gesamtwirtschaftlicher Nutzen von Private Equity (2012 ).

18 Quelle: Adveq Absolut Report. Gesamtwirtschaftlicher Nutzen von Private Equity (2012 ).

19 Absolut Report. Gesamtwirtschaftlicher Nutzen von Private Equity (2012 ). http://www.absolut- report.de/abonnenten/login/?redirect_url=news%2Fdetail%2Fn%2Fgesamtwirtschaftlicher-nutzen-von-private- equity%2F&cHash=c05b334337a472f0d1e88fa08030cc4d

20 http://www.absolut-report.de/news/detail/n/gesamtwirtschaftlicher-nutzen-von-private-equity/

21 Vgl.: A.Jesch Tomas (2003), S. 57 - 58

22 Vgl.: M üller (1995), S. 134 - 160

23 Vgl.: Schmidke (1985), S. 48 - 50

24 Claudia Eckstaller, Ingrid Huber-Jahn (2006), S. 14 - 15

25 Claudia Eckstaller, Ingrid Huber-Jahn (2006), S. 15 - 16

26 Claudia Eckstaller, Ingrid Huber-Jahn (2006), S. 13 - 14

27 Quelle: Eckstaller, C. Venture Capital, 2005

28 Dr. Frank Albrecht . SM ILE Venture M anagement GmbH, Berlin, Germany Charakteristika der verschiedenen Finanzierungs - phasen von technologieorientierten Unternehmen M edellín, 21. November 2001. S. 7

29 Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Deutsche Ausgleichsbank

30 Vgl.: M oritz Freiherr, Schenck Dr. Volker Balda, Thomas Dorbert. Private Equity - Ein Leitfaden für Familienunternehmen und M ittelstand (http://www.kpmg.de/docs/120912_KPM G-Leitfaden_PE_M ittelstand_final2_sec.pdf)

31 In Anlehnung an KPM G

32 Vgl.: Internet-site: Kapitalgeber. UBS 1998 - 2015. Zuletzt aktualisiert: 21. M ärz 2013 http://www.ubs.com/ch/de/swissbank/business_banking/kmu/foundation/capital.html

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten

Details

Titel
Venture Capital als Innovationsfinanzierungsalternative für kleine und mittlere Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland und in der Republik Kasachstan
Hochschule
Technische Hochschule Wildau, ehem. Technische Fachhochschule Wildau  (TH Wildau)
Note
2,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
88
Katalognummer
V304193
ISBN (eBook)
9783668027220
ISBN (Buch)
9783668027237
Dateigröße
1407 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Autor kein Muttersprachler!
Schlagworte
venture, capital, innovationsfinanzierungsalternative, unternehmen, bundesrepublik, deutschland, republik, kasachstan
Arbeit zitieren
Zhandos Amantayev (Autor), 2015, Venture Capital als Innovationsfinanzierungsalternative für kleine und mittlere Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland und in der Republik Kasachstan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304193

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