In der vorliegenden Hausarbeit wird die syntaktische und semantische Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten untersucht. Die Arbeit konzentriert sich auf die Bestimmung von Konstituenten mithilfe von Tests. Diese überprüfen die Eigenschaften von Argumenten und Adjunkten, welche sich in den Punkten Optionalität, Mehrfachspezifikation, Sinn und Notwendigkeit und Art der Präpositional Phrase unterscheiden.
Obwohl es in der semantischen Auffassung von Argumenten und Adjunkten so aussieht, als ob sie eine gegenseitige Beziehung zueinander hätten, wird diese Annahme in der syntaktischen Definition aufgehoben. Aufgrund von zahlreichen Ausnahme Fällen kann man Argumente und Adjunkte nicht deutlich bestimmen. Dies wird auch bei den Überprüfungen deutlich, da man für sichere Ergebnisse mehrere Tests durchführen muss. Somit führt diese Arbeit zum Schluss, dass die Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten nicht klar voneinander getrennt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Argumente
2.1. Semantische Argumente
2.2. Syntaktische Argumente in Bezug auf semantische
2.3. Argumente in der syntaktischen Struktur
3. Semantische und syntaktische Adjunkte
4. Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten
4.1. Optionalität
4.2. Sinn und Notwendigkeit
4.3. Mehrfachspezifikation (auch: Subkategorisierung)
4.4. Präpositional Phrase
4.5. Weitere Tests
4.6. Bestimmung von Argumenten und Adjunkten anhand eines Beispiels
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die syntaktische und semantische Differenzierung zwischen Argumenten und Adjunkten in der deutschen Sprache. Ziel ist es, durch die Anwendung verschiedener linguistischer Testverfahren aufzuzeigen, wie diese Konstituenten bestimmt werden können und inwieweit eine eindeutige Trennung trotz zahlreicher Ausnahmefälle möglich ist.
- Syntaktische und semantische Definition von Argumenten und Adjunkten
- Methoden zur Identifikation (z.B. Eliminierungstest, Mehrfachspezifikation)
- Die Rolle der Valenz und thematische Rollen im Satz
- Analyse der syntaktischen Struktur mittels Baumgraphen
- Praktische Anwendung der Testverfahren an konkreten Beispielsätzen
Auszug aus dem Buch
4.1. Optionalität
Wie bereits in den Kapiteln 2 und 3 ausgeführt, ist nun bekannt, dass Argumente durch die Bedeutung der Verben gefordert werden und somit obligatorisch sind. Adjunkte wiederum sind frei hinzufügbar und somit fakultativ. Um diese Eigenschaft zu testen, nutzt man den Eliminierungstest. Bei dem lässt man Konstituenten weg und prüft ihre grammatische Richtigkeit. Kann man die Konstituente nicht weglassen, ist sie ein Argument. Wenn man sie weglassen kann, liegt ein Adjunkt vor.
(26) a. [Anna] schnarcht [im Bett].
b. [Anna] schnarcht.
c.* Schnarcht [im Bett].
(27) a. [Anna] kennt [Peter] [gut].
b.* [Anna] kennt.
c. [Anna] kennt [Peter].
Aus Beispiel (26) erkennt man, dass es zwei Konstituenten gibt. Die Konstituente [Anna] ist hier notwendig, da der Satz c ungrammatisch ist. Die Konstituente [im Bett] liefert eine zusätzliche Information und ist optional, somit ein Adjunkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten sowie Vorstellung der verwendeten methodischen Grundlage.
2. Argumente: Darstellung der semantischen und syntaktischen Konzepte von Argumenten sowie deren Einordnung in die deutsche Satzstruktur.
3. Semantische und syntaktische Adjunkte: Definition von Adjunkten als frei hinzufügbare Modifikatoren und Erläuterung ihrer Integration in die syntaktische Struktur.
4. Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten: Vorstellung verschiedener linguistischer Testverfahren und deren praktische Anwendung an Beispielen.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und kritische Würdigung der Problematik einer eindeutigen Trennung der Konstituenten.
Schlüsselwörter
Argumente, Adjunkte, Valenz, Syntax, Semantik, Konstituente, Eliminierungstest, Mehrfachspezifikation, Modifikatoren, Theta-Rolle, Transitivität, Satzstruktur, Linguistik, Grammatik, Bestimmungstests.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser linguistischen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der syntaktischen und semantischen Differenzierung von Argumenten und Adjunkten innerhalb der deutschen Satzstruktur.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Es werden die Grundlagen der Verbvalenz, thematische Rollen, syntaktische Baumstrukturen und spezifische Testmethoden zur Identifikation von Satzgliedern behandelt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Methoden vorzustellen, mit denen Sprachwissenschaftler Argumente und Adjunkte voneinander abgrenzen können, und zu prüfen, ob diese Trennung eindeutig durchführbar ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es werden verschiedene linguistische Tests wie der Eliminierungstest, der Frage-Koordinationstest und der "Tut-das"-Test herangezogen und kombiniert.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung von Argumenten und Adjunkten sowie einen ausführlichen Praxisteil, in dem diverse Bestimmungstests detailliert erläutert werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?
Begriffe wie Valenz, obligatorische Argumente, fakultative Adjunkte, Subkategorisierung und Präpositionalphrasen sind für das Verständnis der Arbeit essentiell.
Warum reicht ein einzelner Test zur Unterscheidung oft nicht aus?
Da es zahlreiche Ausnahmefälle in der Sprache gibt, bietet ein einzelner Test oft nur eine Vermutung; erst die Kombination mehrerer Tests ermöglicht belastbare Ergebnisse.
Was besagt die "Tut-das"-Ersetzung im Kontext der Arbeit?
Sie hilft dabei, Konstituenten zu prüfen: Wenn eine Konstituente durch "tut das" ersetzbar ist, handelt es sich meist um ein Adjunkt; ist der Satz danach ungrammatisch, liegt ein Argument vor.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Präpositionalphrasen?
Es wird zwischen inhaltsleeren Präpositionen (die Argumente markieren) und inhaltsvollen Präpositionen (die häufig Adjunkte einleiten) differenziert.
- Quote paper
- Hatice Cinar (Author), 2012, Methoden zur Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten in der deutschen Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304217