Methoden zur Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten in der deutschen Sprache


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1. Einleitung

2. Argumente
2.1. Semantische Argumente
2.2. Syntaktische Argumente in Bezug auf semantische
2.3. Argumente in der syntaktischen Struktur

3. Semantische und syntaktische Adjunkte

4. Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten
4.1. Optionalität
4.2. Sinn und Notwendigkeit
4.3. Mehrfachspezifikation (auch: Subkategorisierung)
4.4. Präpositional Phrase
4.5. Weitere Tests
4.6. Bestimmung von Argumenten und Adjunkten anhand eines Beispiels

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis:

Abstract

In der vorliegenden Hausarbeit wird die syntaktische und semantische Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten untersucht. Die Arbeit konzentriert sich auf die Bestimmung von Konstituenten mithilfe von Tests. Diese überprüfen die Eigenschaften von Argumenten und Adjunkten, welche sich in den Punkten Optionalität, Mehrfachspezifikation, Sinn und Notwendigkeit und Art der Präpositional Phrase unterscheiden. Obwohl es in der semantischen Auffassung von Argumenten und Adjunkten so aussieht, als ob sie eine gegenseitige Beziehung zueinander hätten, wird diese Annahme in der syntaktischen Definition aufgehoben. Aufgrund von zahlreichen Ausnahme Fällen kann man Argumente und Adjunkte nicht deutlich bestimmen. Dies wird auch bei den Überprüfungen deutlich, da man für sichere Ergebnisse mehrere Tests durchführen muss. Somit führt diese Arbeit zum Schluss, dass die Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten nicht klar voneinander getrennt wird.

1. Einleitung

Argumente und Adjunkte sind verschiedene Konstituenten eines Satzes, welche sich in ihrer syntaktischen und semantischen Auffassung unterscheiden. Dadurch besetzen sie verschiedene Rollen in einem Satz. Diese Arbeit verfolgt das Ziel die Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten darzulegen und die Methoden zur Überprüfung vorzustellen. Als Erstes werden Argumente und Adjunkte in ihrer syntaktischen und semantischen Auffassung dargestellt. Dazu wird als Grundlage die Arbeit „Arguments and Adjuncts“ von Peter Ackema benutzt und in die deutsche Sprache angepasst. Im nächsten Schritt werden die Bestimmungstests vorgestellt, worauf ein konkretes Beispiel folgt, welcher Schrittweise eine Untersuchung zeigt. Dabei werden Foliensätze von Stefanie Dipper als Grundlage genommen. Die Arbeit endet mit einem Fazit, welcher die folgende Fragestellungen beantwortet: Wie unterscheidet man Argumente und Adjunkte? Kann man sie eindeutig voneinander trennen?

2. Argumente

In diesem Kapitel möchte ich die semantische und syntaktische Vorstellung von Argumenten bearbeiten. Danach folgt die Zuordnung von Argumenten in die syntaktische Struktur der deutschen Sprache. Synonyme zu diesem Begriff, die in dieser Arbeit auftreten, sind Komplemente, Aktante, Ergänzungen oder Spezifikatoren.

2.1. Semantische Argumente

Argumente sind erforderliche Satzteile, welche am Geschehen des Verbs teilnehmen. Verben kann man laut semantischer Valenz in Gruppen Unterteilen, je nachdem wie viele Aktante sie binden. Diese können 1-wertig, 2-wertig, 3-wertig und maximal 4-wertig sein, wie an folgenden Beispielen zu sehen:

(1) [Paul] lacht.
(2) [Martin] kennt [Lisa].
(3) [Lisa] gab [Paul] [ein Buch].
(4) [Lisa] schreibt [ihrer Mutter] [einen Brief] [über ihren Nachwuchs].

Die Argumente, die gebunden werden, sind in Klammern dargestellt. An diesen Beispielen erkennt man, dass das Verb „lachen“ ein-wertig ist, weil es nur ein Argument binden kann. Das Verb „kennen“ dagegen kann zwei Argumente binden und ist damit ein zwei-wertiges Verb. Des Weiteren sehen wir in Beispiel (3), dass drei Aktante vorhanden sind, welches darauf hinweist, dass „geben“ ein drei-wertiges Verb ist. Im letzten Beispiel (4) sieht man, dass das Verb „schreiben“ vier-wertig ist.

Manche Verben, wie zum Beispiel „sein“, können durch Adjektive, Nomen oder Präpositionen bestimmt werden. Einige Beispiele dazu sind:

(5) [Marie] ist hübsch.
(6) [Martin] ist ein Lehrer.
(7) [Paul] ist in [der Schule].

Die Beziehung zwischen Verben und seinen Argumenten nennt man thematische Rolle, auch Theta Rolle oder semantische Rolle genannt. Die Theta-Rolle ist für das Satzverständnis und zur Beschreibung von syntaktischen Verhältnissen notwendig. Jedes Verb vergibt bestimmte semantische Rollen, welche von der Verbsemantik abhängen. Noam Chomsky legt folgende Definition zum Theta Kriterium fest:

„Jedes Argument trägt eine und nur eine Theta-Rolle, und jede Theta-Rolle wird einem und nur einem Argument zugewiesen.“[1]

1965 veröffentlichte Noam Chomsky die erste Rollen Verteilung, welche natürlich einige semantische Aspekte beinhaltete, jedoch verstärkt Syntax behandelte. Daraufhin haben viele Linguisten diese Theorie überarbeitet und die Semantik mehr einbezogen. Somit entstand eine Theorie, die von den meisten Linguisten akzeptiert wird.

(8) Thematische Rollen[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2. Syntaktische Argumente in Bezug auf semantische

Der Fachausdruck der in 2.1. behandelte Wertigkeit bzw. Bindung ist Valenz. Dies steht für die Eigenschaft von Wörtern, andere Wörter an sich zu binden. In der Syntax ist zu beobachten, dass diese Eigenschaft größtenteils den Verben zugeteilt wird. Die Gruppen der Bindung nennt man in der Syntax die Transitivität. Es gibt 3 Grundlegende Formen:

a) Intransitive Verben, welche aus einer Verbindung von Verb und Subjekt abgeleitet wird. Intransitive Verben wurden in 2.1. als ein- wertige Verben vorgestellt.
b) Zwei-wertige Verben nennt man laut Valenz transitive Verben. Diese Verben binden Subjekt und direktes Objekt.
c) Ein Verb aus einer Bindung mit Subjekt, direktes Objekt und indirektes Objekt nennt man ditransitive Verben. Diese nennt man in der semantischen Auffassung drei-wertige Verben.

Um die Unterscheidung dieser Verbtypen zu verdeutlichen, folgen nun einige Beispiele:

(9) a. Martin weint.

b.* Martin weint mich. Intransitive Verben

c.* Martin weint mich die Tür.

(10) a.* Martin kennt.

b. Martin kennt Lisa. Transitive Verben

c.* Martin kennt Lisa die Schule.

(11) a.* Martin schickt.

b. Martin schickt Briefe. Ditransitive Verben

c. Martin schickt Lisa Briefe.

Wie man an Beispiel (9) erkennen kann, ist nur a. grammatisch korrekt, da das Verb „weinen“ ein intransitives Verb ist. In Beispiel (10) ist ausschließlich b. grammatisch richtig, daran wird deutlich, dass das Verb „kennen“ ein transitives Verb ist. Am Beispiel (11) erkennt man, dass zwei Sätze richtig sind, obwohl die Gruppe ditransivite Verben beinhalten muss. Hier wird deutlich, dass man semantische Argumente, die ein Prädikat bindet, nicht mit syntaktischen Argumenten eines Verbs gleichstellen kann. In (11 c.) tretet das Verb mit 3 syntaktischen Argumenten auf und zeigt das es ditransitiv ist. Jedoch kann es auch als transitives Verb auftreten, wie in (11 b.). Hier fehlt die semantische Rolle des Ziels, an wen er die Briefe schickt. Jedoch macht dies den Satz nicht ungrammatisch, weil die semantische Rolle ein Teil von der Bedeutung des Verbs „schicken“ ist. Es wird erwartet, dass es jemanden gibt, der etwas irgendwohin schickt.

Anhand weiterer Beispiele ist zu beobachten, dass Ziel-Rollen syntaktisch nicht auftreten müssen, da sie in der Bedeutung vertreten sind.

[...]


[1] Chomsky N., 1981:36

[2] Löbner S., 2003:174

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Methoden zur Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten in der deutschen Sprache
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Linguistik)
Veranstaltung
Das Verb und sein Argument
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V304217
ISBN (eBook)
9783668025189
ISBN (Buch)
9783668025196
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
linguistik, argument, adjunkt, verb, deutsch
Arbeit zitieren
Hatice Cinar (Autor), 2012, Methoden zur Unterscheidung von Argumenten und Adjunkten in der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304217

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