Geben sich Kinder wirklich jeder Illusion hin? Wolfgang Hogelmann und seine Schwester Martina stellen dann wohl die Minderheit dar. Sie reagieren sofort kritisch, als sie plötzlich dieses gurkenartige Wesen auf ihrem Küchentisch erblicken. Ganz im Gegensatz zu ihrem Vater. Dieser stellt sich auf die Seite des absolutistischen Kumi – Ori – Königs und damit gegen seine Familie. Aber er hat ja
auch die Illusion, sie seien eine ganz normale, ordentliche Familie...
Christine Nöstlinger setzt ihre Geschichte vom asylsuchenden Gurkenkönig im Zeitalter der antiautoritären Erziehung an – und prangert vor allem die – bei Familie (?) Hogelmann als mitteleuropäische Ottonormalfamilie in den Siebzigern – vorherrschende Familienhierarchie an.
Aber nicht nur durch diese „Spießbürgerfamilie“ lässt sie Gesellschaftskritik anklingen, auch die Kumi – Oris im Keller versuchen gerade, demokratische Strukturen in ihrem Kartoffelstaat einzuführen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Christine Nöstlinger
3.1 Christine Nöstlinger – Kurzbiografie
3.2 Weitere Werke der Autorin
4. Wir pfeifen auf den Gurkenkönig
4.1 Inhaltsangabe
4.2 Struktur und sprachliche Form des Kinderromans
4.3 Der Gurkenkönig - ein phantastischer oder märchenhafter Roman?
5. Gesellschaftskritik im Gurkenkönig?
5.1 Wir pfeifen auf den Gurkenkönig in seiner Zeit
5.1.1 Antiautoritäre Erziehung – Begriffserklärung, Forderungen und Ziele
5.1.2 Strukturelle Veränderungen innerhalb der Institution Familie in den 60er und 70er Jahren
5.2 Der Gurkinger als Indikator? - Aufbruch alter Familienstrukturen bzw. Familienhierarchien
5.3 Die Kumi–Oris in ihrem Kartoffelstaat – die kindgerechte Darstellung von gesellschaftlichen Strukturen
5.4 Die Schule als idealer Ort, Autorität auszunutzen
6. Der Gurkenkönig – ein Buch für den Unterricht?
6.1 Ist das Buch für den Unterricht geeignet?
6.2 Unterrichtsvorschläge
7. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht Christine Nöstlingers Kinderroman „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ im Kontext der antiautoritären Erziehungsbewegung der 1970er Jahre. Das primäre Ziel ist es, die Gesellschaftskritik der Autorin, insbesondere hinsichtlich patriarchaler Familienstrukturen und autoritärer Erziehungsmuster, zu analysieren und die Eignung des Werkes für den Deutschunterricht der fünften Klasse zu erörtern.
- Analyse der familiären Hierarchien und deren Aufbruch im Roman.
- Untersuchung der phantastischen Ebene als Spiegelbild gesellschaftlicher Prozesse.
- Reflexion der antiautoritären Erziehung im Kontext der 60er und 70er Jahre.
- Didaktische Einordnung und methodische Umsetzungsvorschläge für den Unterricht.
Auszug aus dem Buch
Struktur und sprachliche Form des Kinderromans
Wir pfeifen auf den Gurkenkönig ist aus der Ich – Perspektive geschrieben. Der 12-jährige Wolfgang Hogelmann stellt den Ich – Erzähler dar. Durch die kindliche Erzähl- oder eher Berichtperspektive fällt es dem Leser leicht sich in die Probleme der Familie bzw. in Wolfgangs Probleme hineinzuversetzen. Da Ich – Erzähler Wolfgang sich mit seiner Schwester sowie dem Rest der Familie gegen den Vater und den Gurkenkönig auflehnt, sympathisiert der Leser automatisch mit der reformierenden Fraktion.
Eine Vertrautheit zwischen Erzähler und Leser entsteht durch Wolfgangs Wiener Dialekt, den er bevorzugt verwendet. Dadurch wirkt die Geschichte authentischer. Außerdem verwendet er auch umgangssprachliche Ausdrücke (vgl. „[...] Der Titus, hat die Martina gesagt [...]“).
Ein weiteres Stilmerkmal ist die Ausdrucksweise des Gurkenkönigs – er drückt sich im Pluralis majestatis und vorwiegend agrammatisch aus (vgl. „[...] „Wir heißt Königs Kumi - Ori das Zweit, aus das Geschlecht die Treppeliden!“ [...]“).
Strukturiert ist der Kinderroman durch eine sogenannte Deutschlehrergliederung. Diese stellt die verschiedenen Kapitel dar. Am Anfang eines Kapitels wird ein kurzer Überblick über das Geschehen im Folgenden gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der antiautoritären Erziehung ein und stellt die familiäre Ausgangslage der Hogelmanns als Spiegelbild der 70er-Jahre-Gesellschaft dar.
Christine Nöstlinger: Dieses Kapitel bietet eine Kurzbiografie der Autorin sowie einen Überblick über ihr literarisches Schaffen mit dem Schwerpunkt auf sozialkritischen Themen.
Wir pfeifen auf den Gurkenkönig: Dieser Teil analysiert die Inhaltsangabe, die erzählerische Struktur des Romans sowie dessen Einordnung als phantastische Literatur.
Gesellschaftskritik im Gurkenkönig?: Hier werden die historische Bedeutung der antiautoritären Erziehung, familiäre Wandlungsprozesse und die Darstellung von Herrschaftsstrukturen sowohl in der Familie als auch im Kumi-Ori-Staat kritisch beleuchtet.
Der Gurkenkönig – ein Buch für den Unterricht?: Dieses Kapitel evaluiert die Eignung des Romans für die fünfte Jahrgangsstufe und liefert konkrete unterrichtspraktische Vorschläge.
Schluss: Das Fazit resümiert die Aktualität des Werkes und betont die Bedeutung von Kommunikation als Schlüssel zur Überwindung starrer, autoritärer Strukturen.
Schlüsselwörter
Christine Nöstlinger, Wir pfeifen auf den Gurkenkönig, Kinderliteratur, antiautoritäre Erziehung, Familienstruktur, Patriarchat, Gesellschaftskritik, Kumi-Ori, Deutschunterricht, Phantastik, Autorität, Emanzipation, 70er Jahre, Rollenbilder, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert Christine Nöstlingers Kinderroman „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ hinsichtlich seiner gesellschaftskritischen Aussagen, insbesondere im Hinblick auf antiautoritäre Erziehung und familiäre Hierarchien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Krise der bürgerlichen Familie, die Rolle des Vaters als Familienoberhaupt, antiautoritäre Ansätze der 70er Jahre sowie die pädagogische Eignung des Buches für den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin aufzuzeigen, wie Nöstlinger durch das Medium des Kinderromans überkommene autoritäre Machtstrukturen hinterfragt und den Wert demokratischer Kommunikation innerhalb einer Familie hervorhebt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Romans in den historischen Kontext der 1970er Jahre sowie in erziehungswissenschaftliche Debatten einbettet.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche sowie strukturelle Analyse des Romans, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung der Gesellschaftskritik anhand der Familie Hogelmann und der Welt der Kumi-Oris.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Christine Nöstlinger, antiautoritäre Erziehung, Gesellschaftskritik, Familienstruktur und Kinderliteratur zusammenfassen.
Welche Bedeutung hat der „Kumi-Ori-Staat“ für den Roman?
Der Kartoffelstaat der Kumi-Oris im Keller dient als phantastische Parallelebene, welche die familiären Machtverhältnisse spiegelt und den Wandlungsprozess der Hogelmanns hin zu demokratischen Strukturen verdeutlicht.
Warum ist der Roman für den Unterricht geeignet?
Laut der Arbeit ist das Buch aufgrund seiner einfachen Sprache, der klaren Gliederung, des hohen Identifikationspotenzials für Schüler und der zeitlosen Thematik der zwischenmenschlichen Kommunikation besonders für die fünfte Klasse wertvoll.
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- Marina Bock (Author), 2002, zu: Christine Nöstlinger: Wir pfeifen auf den Gurkenkönig, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3042