Warum gibt es keinen weiblichen Leonardo da Vinci, Tizian oder Poussin? Das fragte Australiens bekannteste Feministin, die Schriftstellerin, Journalistin und Historikerin Germaine Greer, in ihrem Buch „Das unterdrückte Talent“ über bedeutende Malerinnen. Sie erklärte dieses Phänomen mit der durch die männliche Dominanz gebrochenen Persönlichkeit.
In Wirklichkeit traten in der Geschichte der Kunst immer wieder Malerinnen auf, die wahre Meisterwerke schufen. Man denke nur an die Italienerin Sofonisba Anguissola, die Mexikanerin Frida Kahlo, die Schweizerin Angelica Kauffmann, die Deutsche Paula Modersohn-Becker, die Französin Séraphine oder die Russin Marianne Wladimirovna von Werefkin.
Die Gemälde von Sofonisba Anguissola beeindruckten sogar den genialen italienischen Bildhauer, Maler, Baumeister und Dichter Michelangelo. Er stellte ihr die schwierige Aufgabe, einen weinenden Jungen zu zeichnen. Sofonisba löste dies bravourös mit dem Motiv des „Knaben, der von einem Krebs gezwickt wird“.
Zu den berühmtesten Porträt- und Historienmalerinnen des 18. Jahrhunderts gehört zweifellos Angelica Kauffmann. Der deutsche Theologe und Dichter Johann Gottfried Herder lobte sie mit den Worten: „Bei aller demütigen Engelsklarheit und Unschuld ist sie vielleicht die kultivierteste Frau in Europa“.
Frida Kahlo gebührt die Ehre, Lateinamerikas berühmteste Malerin zu sein. Ihr Leben und ihre Kunst wurden von Kindheit an durch Krankheiten, Schmerzen und Operationen geprägt. Die „Malerin der Schmerzen“ gilt als Bahnbrecherin einer weiblichen Ästhetik und gehört zu den Kultfiguren der feministischen Ideologie.
Das Taschenbuch „Superfrauen 9 – Malerei und Fotografie“ präsentiert insgesamt 15 Biographien aus den Bereichen Malerei, Design, Graphik, Objektkunst, Plastik, Wachsbildnerei und Fotografie.
Inhaltsverzeichnis
MALEREI
Sofonisba Anguissola
Die erste Malerin der Neuzeit
Frida Kahlo
Die „Malerin der Schmerzen“
Angelica Kauffmann
Die Schweizer Porträtmalerin
Paula Modersohn-Becker
Die Vorläuferin des deutschen Expressionismus
Séraphine
Frankreichs große naive Maleri
Marianne Wladimirovna von Werefkin
Der „russische Rembrandt“
Weitere Malerinnen
DESIGN
Sonia Delaunay-Terk
Die Entwicklerin einer Farbtheorie
Ray Eames
Die unbeirrbare Designerin
Weitere Designerinnen
GRAPHIK
Käthe Kollwitz
Die berühmte Graphikerin und Bildhauerin
Weitere Graphikerinnen
OBJEKTKUNST
Niki de Saint-Phalle
Die berühmte Objektkünstlerin
Weitere Objektkünstlerinnen
PLASTIK
Camille Claudel
Die Meisterin der modernen Plastik
Weitere Bildhauerinnen
WACHSBILDNEREI
Marie Tussaud
Die Gründerin des Wachsfigurenkabinetts
Weitere Wachsbildnerinnen
FOTOGRAFIE
Berenice Abbott
Die berühmte amerikanische Fotografin
Julia Margaret Cameron
Die Meisterfotografin aus England
Lucia Moholy
Die Bauhaus-Fotografin
Leni Riefenstahl
Die meisterhafte Fotografin und Regisseurin
Weitere Fotografinnen
Zielsetzung & Themen
Dieses Werk zielt darauf ab, die bedeutende, jedoch historisch oft vernachlässigte Rolle von Künstlerinnen in verschiedenen Disziplinen der bildenden und angewandten Kunst hervorzuheben. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern weibliche Akteurinnen maßgeblich zur Entwicklung von Malerei, Design, Plastik, Fotografie und anderen Kunstformen beigetragen haben.
- Biografische Porträts bedeutender Künstlerinnen der Kunstgeschichte.
- Die Entwicklung von Stilen wie dem Expressionismus und dem Orphismus durch Künstlerinnen.
- Weibliche Pionierarbeit in der modernen Design- und Fotografiegeschichte.
- Der Umgang mit gesellschaftlichen Widerständen und persönlichen Krisen im Leben der Künstlerinnen.
- Das Wirken von Künstlerinnen als Lehrerinnen, Mentorinnen und Impulsgeberinnen.
Auszug aus dem Buch
Frida Kahlo
Der Ruhm, Lateinamerikas berühmteste Malerin zu sein, gebührt der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo (1907–1954). Ihr Leben und ihre Kunst wurden von Kindheit an durch Krankheiten, Schmerzen und Operationen geprägt. Als das bekannteste unter ihren ingesamt 271 Werken zählt das Selbstbildnis „Die gebrochene Säule“. Die „Malerin der Schmerzen“ gilt als Bahnbrecherin einer weiblichen Ästhetik und gehört zu den Kultfiguren der feministischen Ideologie.
Frida Kahlo erblickte am 6. Juli 1907 im Stadtteil Coyoacán von Mexiko City das Licht der Welt. Sie war die Tochter eines aus Ungarn stammenden deutschen Juden, der aus Baden-Baden emigrierte, und einer Mexikanerin, in deren Adern spanisches und indianisches Blut floss.
Zusammenfassung der Kapitel
MALEREI: Dieses Kapitel widmet sich dem Leben und Wirken herausragender Malerinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Moderne, darunter Sofonisba Anguissola und Frida Kahlo.
DESIGN: Hier werden die innovativen Beiträge von Gestalterinnen wie Sonia Delaunay-Terk und Ray Eames beleuchtet, die durch ihre Farbtheorien und Formsprache das moderne Design prägten.
GRAPHIK: Der Fokus liegt auf der bedeutenden Graphikerin Käthe Kollwitz, deren soziales Engagement und künstlerische Meisterschaft in ihren Holzschnitten und Lithographien hervortreten.
OBJEKTKUNST: In diesem Kapitel steht Niki de Saint-Phalle im Zentrum, deren ikonische „Nanas“ das Verständnis von Objektkunst und Matriarchat in der modernen Ära maßgeblich beeinflussten.
PLASTIK: Das Porträt von Camille Claudel beleuchtet das Schicksal und die bahnbrechende Arbeit einer Bildhauerin, die sich trotz widriger Umstände als Meisterin der modernen Plastik etablierte.
WACHSBILDNEREI: Es wird das Leben der Marie Tussaud nachgezeichnet, die mit ihrem Wachsfigurenkabinett eine einzigartige Schnittstelle zwischen Handwerk und Unterhaltung schuf.
FOTOGRAFIE: Dieser Abschnitt behandelt die fotografischen Leistungen von Berenice Abbott, Julia Margaret Cameron, Lucia Moholy und Leni Riefenstahl, deren Arbeiten die Sehgewohnheiten des 20. Jahrhunderts mitprägten.
Schlüsselwörter
Künstlerinnen, Malerei, Design, Graphik, Objektkunst, Plastik, Wachsbildnerei, Fotografie, Biografien, Moderne Kunst, Expressionismus, Bildende Kunst, Kulturgeschichte, Emanzipation, Ästhetik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Das Buch bietet einen Überblick über das Leben und Werk bedeutender Künstlerinnen, die in verschiedenen Kunstsparten wie Malerei, Design und Fotografie Maßstäbe gesetzt haben.
Welche Disziplinen deckt das Werk ab?
Die Arbeit deckt die Bereiche Malerei, Design, Graphik, Objektkunst, Plastik, Wachsbildnerei und Fotografie ab.
Was ist das primäre Ziel der Publikation?
Ziel ist es, die Leistungen von Frauen in der Kunstgeschichte zu würdigen und aufzuzeigen, wie sie trotz gesellschaftlicher Hürden zu bedeutenden Meistern ihrer jeweiligen Fachbereiche wurden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer biografischen, dokumentarischen Herangehensweise, die historische Fakten und Selbstzeugnisse der Künstlerinnen zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Kunstkategorien, in denen jeweils ein bis drei herausragende Künstlerinnen detailliert porträtiert und ihre Lebenswege sowie ihr künstlerisches Erbe aufgearbeitet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Buch?
Wichtige Begriffe sind Künstlerinnen, Moderne Kunst, Bildende Kunst, Fotografie, Design sowie historische und ästhetische Pionierleistungen.
Was macht Frida Kahlo zur „Malerin der Schmerzen“?
Ihre Kunst wurde maßgeblich durch lebenslange körperliche Leiden und operative Eingriffe geprägt, was sich in expressiven Werken über ihren Schmerz und ihren Lebenswillen widerspiegelt.
Welchen Einfluss hatte das Bauhaus auf Lucia Moholy?
Lucia Moholy war eine prägende Dokumentarin der Kunsthochschule Bauhaus; sie leistete wichtige Arbeit in der fotografischen Technik sowie in der Konzeption von Publikationen über das Bauhaus.
Wie prägte Niki de Saint-Phalle die zeitgenössische Objektkunst?
Durch die Erschaffung der „Nanas“ – voluminöse Figuren aus Gips und Polyester – schuf sie ein neues, unverwechselbares Symbol und eine weibliche Ästhetik, die weltweit Anerkennung fand.
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- Ernst Probst (Autor), 2001, Superfrauen 9 - Malerei und Fotografie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304338