Der aus Sicht eines Katers geschriebene Roman „Felidae“ wurde 1990 als bester Kriminalroman ausgezeichnet. Bis heute besteht der Zyklus um den Katzendetektiv aus insgesamt acht Werken. Schwerpunktmäßig soll in dieser Arbeit die Darstellung
des Menschen und die der Katze, sowie einige kriminalliterarische Aspekte des Werks untersucht werden.
Die Hauptfigur ist Francis, ein Kater, der gerade mit seinem Besitzer Gustav in einen Altbau in einer ihm fremden Gegend gezogen ist. Gleich bei seinem ersten Umsehen in den Gärten hinter den Häusern entdeckt Francis einen toten Artgenossen und lernt seinen neuen Freund Blaubart kennen. Nach und nach stoßen sie auf noch mehr tote Katzen und Kater und stellen Nachforschungen an, bis Francis am Ende des Romans diese Mordserie aufdeckt.
Die Arbeit beginnt nach dieser Einleitung mit einem Kapitel über Autor und Werk. Neben dessen biografischen Hintergrund werden auch seine Werke kurz thematisiert. Das zweite Kapitel behandelt das Werk als Kriminalroman. An dieser Stelle wird auch untersucht, wo genau der Roman in der Kriminalliteratur zu verordnen ist. In einem dritten Kapitel wird die Hauptfigur des Werks untersucht.
Da es kein Mensch, sondern ein Tier ist, wird in diesem Kapitel im Allgemeinen und Speziellen das Tier als denkende oder sprechende literarische Figur behandelt.
Das vierte Kapitel arbeitet das Katzenbild des Romans näher heraus, während das fünfte Kapitel die Darstellung des Menschen thematisiert. Es soll die Frage beantwortet werden, ob Akif Pirinçci den Katzen in diesem Werk eine menschliche
Intelligenz zuschreibt oder sie sogar als die „besseren“ Menschen darstellt.
Abschließend wird ein zusammenfassendes Fazit formuliert, in dem die offenen Fragen beantwortet werden und darüber hinaus noch mögliche offene Fragestellungen und Forschungsgegenstände genannt werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Über Autor und Werk
2 „Felidae“ als Kriminalroman
3 Die anthropomorphe Hauptfigur
3.1 Das Tier als denkende und sprechende fiktive Figur
3.2 Francis als anthropomorphe Figur
3.3 Fazit: Felidae als moderne Fabel?
4 Die Darstellung der Katze
4.1 Francis, die Hauptfigur
4.2 Die anderen Katzen im Roman
5 Die Darstellung des Menschen
5.1 Gustav, der Lebensgefährte
5.2 Die anderen Menschen im Roman
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht den Roman „Felidae“ von Akif Pirinçci unter besonderer Berücksichtigung der Darstellung von Mensch und Tier sowie spezifischer kriminalistischer Aspekte. Ziel der Arbeit ist es zu erörtern, ob Pirinçci den Katzen menschliche Intelligenz zuschreibt und inwiefern der Roman als moderne Fabel interpretiert werden kann, während gleichzeitig die negative Darstellung des Menschen im Werk analysiert wird.
- Analyse der anthropomorphen Gestaltung der Hauptfigur Francis
- Untersuchung von „Felidae“ als Gattung innerhalb der Kriminalliteratur
- Gegenüberstellung der Charakterzeichnung von Mensch und Katze
- Einordnung des Werks als moderne Fabel
- Kritische Reflexion der Menschenbilddarstellung durch den Autor
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Tier als denkende und sprechende fiktive Figur
Anthropomorphismen kommen in der Regel in Fabeln vor. In Fabeln handeln demnach meist Tiere, seltener Pflanzen oder Menschen. Tiere haben hier menschliche Eigenschaften, die sich oftmals an feste Zuschreibungen halten. Zum Beispiel ist der Löwe stets ein Herrscher. Sie enthält einen moralischen Lehrsatz und dient als Fallbeispiel. Heute gibt es die Ansicht, dass die Fabel ausgedient hat. Eine Seite weiter heißt es in demselben Buch wiederum auch:
Lebendig ist im 20. Jahrhundert die Fabel, die in einem Spiegelbild den Menschen und die Welt zeigt – ohne Verschönerung und Verklärung. Lebendig ist die Fabel, die den Menschen zeigt, als einen Wolf, der seine Macht bis zum Äußersten ausnutzt, den unschuldigen Mitmenschen auffrisst und sich dann noch den Schein des Rechts gibt.
So oder so sind Fabeln, besonders in der lyrischen Form heute nicht mehr weit in der Literatur verbreitet. Es sei denn man möchte soweit gehen alle sprechenden oder denkenden Tieren, deren Geschichte eine Moral enthält, den Fabeln zuordnen. Dies kommt dann auf die Enge der Definition an. Man kann kaum grundsätzlich alle literarischen Texte, in denen Tiere denken oder sprechen können, der Fabel zuordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Über Autor und Werk: Dieses Kapitel stellt den Autor Akif Pirinçci kurz vor, beleuchtet seinen biografischen Hintergrund und gibt einen Überblick über seine Werke, insbesondere die Felidae-Reihe.
2 „Felidae“ als Kriminalroman: Hier wird der Roman in den Kontext der Kriminalliteratur gestellt und analysiert, welche Merkmale des Detektivromans und Thrillers im Werk zu finden sind.
3 Die anthropomorphe Hauptfigur: Dieses Kapitel untersucht die Gestaltung des Katers Francis als sprechende, denkende Figur und diskutiert, ob das Werk als moderne Fabel gelten kann.
3.1 Das Tier als denkende und sprechende fiktive Figur: Eine theoretische Einordnung, wie Tiere in der Literatur als anthropomorphe Wesen konstruiert werden und in welchem Spannungsfeld sie sich befinden.
3.2 Francis als anthropomorphe Figur: Eine detaillierte Analyse, wie die Hauptfigur Francis im Roman spricht, denkt und wie dies auf den Leser wirkt.
3.3 Fazit: Felidae als moderne Fabel?: Eine abschließende Zusammenführung der Ergebnisse zur Anthropomorphisierung und zur Fabel-Thematik.
4 Die Darstellung der Katze: Die Figurenkonstellation der verschiedenen Katzen im Roman wird analysiert, wobei der Fokus auf Francis und den weiteren Artgenossen liegt.
4.1 Francis, die Hauptfigur: Eine tiefergehende Charakterisierung des Katers Francis basierend auf seiner eigenen Erzählperspektive.
4.2 Die anderen Katzen im Roman: Untersuchung der Nebenfiguren wie Blaubart, Pascal und Felicitas und deren Rolle innerhalb des Handlungsgeflechts.
5 Die Darstellung des Menschen: Dieses Kapitel widmet sich der überwiegend negativen Zeichnung der menschlichen Figuren im Roman.
5.1 Gustav, der Lebensgefährte: Die Charakterisierung von Francis' Besitzer Gustav und dessen ambivalente Darstellung durch den Kater.
5.2 Die anderen Menschen im Roman: Analyse der weiteren menschlichen Charaktere, wie etwa des Forschers Preterius, und ihre Bedeutung für die Handlung.
6 Fazit: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse der Arbeit mit Blick auf die Forschungsfrage zur Darstellung von Mensch und Tier.
Schlüsselwörter
Felidae, Akif Pirinçci, Kriminalroman, Anthropomorphismus, Francis, Fabel, Literaturanalyse, Katzen, Mensch-Tier-Verhältnis, Detektivroman, Romananalyse, literarische Figur, moderne Fabel, Tierrechte, Figurencharakterisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Roman „Felidae“ von Akif Pirinçci hinsichtlich seiner literarischen Einordnung, insbesondere im Bereich der Kriminalliteratur und als Fabel, sowie die Darstellung von Mensch und Tier.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Anthropomorphisierung der tierischen Hauptfigur, die Analyse des Kriminalromangenres sowie die kritische Gegenüberstellung des Menschen- und Katzenbildes im Werk.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu prüfen, ob der Autor den Katzen menschliche Intelligenz zuschreibt und inwiefern der Roman als moderne Fabel fungiert, während die Menschen primär negativ charakterisiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zu Kriminalromanen, Fabeln und anthropomorphen Tieren in der Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Autor und Werk, die Gattungseinordnung als Kriminalroman, die detaillierte Analyse der anthropomorphen Hauptfigur und eine differenzierte Untersuchung der Figurenzeichnung von Katzen und Menschen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Felidae, Anthropomorphismus, Kriminalroman, moderne Fabel, Francis und die kritische Darstellung des Menschen geprägt.
Wie unterscheidet sich die Darstellung von Katzen von der in klassischen Fabeln?
Während klassische Fabeln Tiere stark vermenschlichen und moralische Lehren vermitteln, fungieren die Tiere in „Felidae“ trotz anthropomorpher Züge als Individuen mit eigenen Instinkten und einer distanzierten Sicht auf den Menschen.
Warum wird der Mensch im Roman überwiegend negativ dargestellt?
Die negative Darstellung dient der Gesellschaftskritik des Autors; der Mensch wird als "Dosenöffner", zerstörerisch oder in seiner Lebensweise als unzulänglich beschrieben, was Francis' überlegene Position als Kater-Detektiv unterstreicht.
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- Pia Zarsteck (Author), 2014, Von Katzen und Menschen. Zu Akif Pirinçcis "Felidae", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304459