Franchise-Systeme bauen auf bewährte Ideen, Strukturen und Netzwerke auf und sollen so den Eintritt in die Existenzgründung erleichtern.
Die Franchise-Branche in Deutschland ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Mit etwa 1.000 Franchisesystemen zählt Deutschland in Europa zu den führenden Ländern mit den meisten Franchisebetrieben. Zu den häufigsten Branchen zählen Dienstleistungen (ca. 45%), Handel (ca. 25%), Gastronomie (ca. 18%) gefolgt von Handwerkskonzepten (ca. 12%). Aktuell treten in Deutschland rund 76.500 Franchisenehmer auf, die durch das stetige Wachstum und die Erschließung neuer Märkte etwa 525.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. Als im Jahr 2003 der Umsatz noch bei rund 25 Mrd. Euro lag, wurden 2013 Umsätze von rund 62,8 Mrd. Euro erzielt. In naher Zukunft kann man davon ausgehen, dass dieser Trend anhält.
Ein Existenzgründer hat die Wahl zwischen der Realisierung seiner eigenen Geschäftsidee oder dem Erwerb eines bereits bestehenden und bewährten Konzeptes. Der Franchisegeber bietet dem Gründer wichtige Faktoren wie regionale Exklusivität, professionelles Marketing, betriebswirtschaftliche Unterstützung und eine Betreuung im Gesamtpaket sowie im Markteinstieg.
Das Ziel der vorliegenden Studienarbeit ist es, die Vorteile sowie die Nachteile von Franchising aus Sicht des Franchisenehmers und des Franchisegebers darzustellen um herauszufinden, ob das System eine Alternative zur klassischen Existenzgründung bietet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Der Begriff Franchise
2.2 Kennzeichen von Franchise
2.3 Formen und Arten von Franchising
3 Existenzgründung mit Franchising
3.1 Der Weg in die Selbstständigkeit
3.2 Die Auswahl des richtigen Konzeptes
4 Sicht des Franchisenehmers
4.1 Chancen
4.1.1 Selbstständigkeit
4.1.2 Konzept
4.1.3 Standortwahl und Gebietsschutz im Vertragsgebiet
4.1.4 Know-how, Schulungen
4.1.5 Betreuung und Unterstützung
4.1.6 Finanzierungshilfen
4.1.7 Image und Markenwert
4.1.8 Sicherheit
4.2 Risiken
4.2.1 Zahlung von Gebühren
4.2.2 Einschränkung der unternehmerischen Freiheit
4.2.3 Imageschaden am Gesamtsystem
4.2.4 Änderung der Geschäftspolitik
4.2.5 Wettbewerbsverbot
4.2.6 Aufgabe des Geschäftsbetriebes
5 Sicht des Franchisegebers
5.1 Chancen
5.1.1 Geringer Kapitaleinsatz in der Expansionspolitik
5.1.2 Hohe Renditen durch gute Geschäftskonzeptvermarktung
5.1.3 Attraktivität bei Lieferanten
5.1.4 Freie Vertragsgestaltung
5.2 Risiken
5.2.1 Hoher Kontrollaufwand
5.2.2 Verpflichtung zur Betriebsförderung
5.2.3 Arbeits- und Sozialgerichte - Scheinselbstständigkeit
5.2.4 Fehlverhalten der Franchisenehmer zu Lasten des Franchisegebers
6 Vergleichende Betrachtung
6.1 Nutzwertanalyse aus Sicht des Existenzgründers
6.2 Praxisfall einer Existenzgründung
7 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der vorliegenden Studienarbeit ist es, die Vorteile sowie die Nachteile von Franchising aus Sicht des Franchisenehmers und des Franchisegebers darzustellen, um herauszufinden, ob das System eine Alternative zur klassischen Existenzgründung bietet.
- Grundlegende Analyse der Franchisestrukturen und -arten
- Detaillierte Gegenüberstellung der Chancen und Risiken für Franchisenehmer
- Untersuchung der Franchisegeber-Perspektive hinsichtlich Expansion und Wirtschaftlichkeit
- Methodische Bewertung durch eine Nutzwertanalyse im Vergleich zur klassischen Existenzgründung
- Praxisnahe Fallstudie zur Existenzgründung in der Immobilienbranche
Auszug aus dem Buch
4.1.3 Standortwahl und Gebietsschutz im Vertragsgebiet
Neben dem bereits gekauften Konzept ist die Wahl des richtigen Standortes für einen erfolgreichen Geschäftsbetrieb unumgänglich. Für einen Erfolg ist eines entscheidend: „Lage, Lage, Lage“.
Dabei analysiert der Franchisegeber auf Basis seiner Erfahrungen und anhand der Daten einer vorab durchgeführten Marktanalyse, welche Standorte für einen neuen Franchisebetrieb in Betracht kommen. Dabei wird versucht, den optimalen Markteintrittszeitpunkt und Markteintrittsort für das benötigte Produkt bzw. Dienstleistung zu finden. Die Standorte werden vom Franchisegeber in Vertragsgebiete eingeteilt und dienen dem Franchisesystem als Expansionsstrategie. Mit Hilfe dieser Einteilung kann sich der neue Franchisenehmer einen Gebietsschutz für seine neue Filiale verschaffen. Der Gebietsschutz wird zwischen beiden Franchisepartnern vertraglich vereinbart und legt ein festumrissenes Vertragsgebiet fest, das dem Franchisenehmer erlaubt nur innerhalb dieses Bereiches Kunden zu akquirieren. Der Franchisegeber verpflichtet sich innerhalb des zugesagten Vertragsgebietes keine eigenen Lieferungen und Leistungen auszuführen oder weitere Franchiseverträge abzuschließen. Hierdurch soll eine Abwerbung von attraktiven Kunden im Marktgebiet durch andere Franchisenehmer verhindert werden.
Dadurch kann sich der Franchisenehmer auf die Führung seiner Systemfiliale konzentrieren und muss sich nicht überwiegend mit der Konkurrenzsituation auseinandersetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung des Franchisings in Deutschland dar und definiert das Ziel der Arbeit, die Vor- und Nachteile dieses Systems kritisch zu hinterfragen.
2 Grundlagen: Hier werden der Begriff des Franchises, seine zentralen Kennzeichen sowie die verschiedenen Formen wie Produkt-, Vertriebs- und Dienstleistungsfranchising erläutert.
3 Existenzgründung mit Franchising: Dieses Kapitel thematisiert die Anforderungen an den Existenzgründer und die Bedeutung einer fundierten Auswahl des passenden Geschäftskonzeptes.
4 Sicht des Franchisenehmers: Eine umfassende Analyse der Chancen wie Selbstständigkeit und Marktzugang sowie der Risiken wie Gebührenlast und eingeschränkte Freiheit aus der Perspektive des Franchisenehmers.
5 Sicht des Franchisegebers: Dieses Kapitel beleuchtet die Perspektive des Franchisegebers, insbesondere hinsichtlich Kapitaleffizienz bei der Expansion, Renditechancen und dem hohen Kontrollaufwand.
6 Vergleichende Betrachtung: Hier erfolgt ein systematischer Vergleich mittels einer Nutzwertanalyse und eines Praxisfalls in der Immobilienbranche zwischen Franchise-Modellen und klassischer Existenzgründung.
7 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Franchising als tragfähige Alternative für Existenzgründer, sofern die systembedingten Einschränkungen akzeptiert werden.
Schlüsselwörter
Franchising, Franchisegeber, Franchisenehmer, Existenzgründung, Systempartnerschaft, Nutzwertanalyse, Geschäftskonzept, Markenwert, Gebietsschutz, Unternehmensführung, Vertragsgestaltung, Risikomanagement, Expansion, Markteintritt, Selbstständigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Geschäftsmodell Franchising und analysiert dessen Vor- und Nachteile aus der Sicht beider beteiligten Parteien: dem Franchisegeber und dem Franchisenehmer.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die strukturellen Grundlagen des Franchisings, die Chancen und Risiken der Systemteilnahme sowie der methodische Vergleich zu einer klassischen Existenzgründung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob Franchising eine attraktive und ernstzunehmende Alternative für Existenzgründer darstellt, indem eine detaillierte Gegenüberstellung der strategischen und wirtschaftlichen Aspekte erfolgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet primär eine deskriptive Analyse sowie eine Nutzwertanalyse, um die verschiedenen Kriterien einer Existenzgründung objektiv gewichten und vergleichen zu können.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Perspektiven von Franchisenehmer und Franchisegeber, wobei Themen wie Know-how-Transfer, Finanzierungshilfen, Image-Effekte sowie die Risiken von Gebühren oder Wettbewerbsverboten detailliert betrachtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Franchising, Existenzgründung, Systempartnerschaft, Nutzwertanalyse, Markenwert und unternehmerische Freiheit charakterisiert.
Wie spielt das "Hans im Glück"-Beispiel in die Argumentation hinein?
Dieses Beispiel dient dazu, die Bedeutung einer starken Marke und der aktiven Unterstützung des Franchisegebers bei der Planung und finanziellen Umsetzung als Erfolgsvorteil für Existenzgründer zu verdeutlichen.
Was ist das zentrale Ergebnis des Praxisfalls im Immobilienbereich?
Der Vergleich zwischen einer selbstständigen Maklergründung und einem Franchise-Einstieg (RE/MAX) zeigt, dass trotz höherer Gebühren beim Franchising die Nutzung eines etablierten Rufs und schlüsselfertiger Konzepte den Erfolg und die Amortisation beschleunigen kann.
- Citar trabajo
- Andreas Guhl (Autor), 2015, Chancen und Risiken von Franchising, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304605