Gerade im Bereich der Beschäftigungspolitik und künftigen Arbeitswelt spaltet eine Thematik die Gesellschaft. Es ist ein besonders aktuelles und gleichzeitig prekäres Thema: die Frauenquote. Diese Kontroverse steht in der UPP-Stunde dabei pointiert für den Wandel in der Arbeitswelt und den dazugehörigen Chancen und Grenzen. Während der Großteil der Arbeitnehmerverbände und politischen Parteien die ab Januar 2016 kommende Frauenquote befürworten, kritisieren besonders Arbeitgeber(-verbände) das verabschiedete Gesetz, weil dadurch Stellen in der Führungsebene nur nach Quote anstatt durch Leistung und somit auch nicht im Sinne des Gleichstellungsgrundsatzes besetzt werden. Beanstandet werden aber auch die Ausnahmeregelungen, wonach die Frauenquote nur für die Aufsichtsräte der 108 Dax-Unternehmen gilt.
Diese tiefgreifend sozialen, wirtschaftlichen und politischen Wandlungsprozesse in der Arbeitswelt und in den privaten Lebensformen sollen in diesem Unterrichtsvorhaben vermittelt und untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Längerfristiges Unterrichtsvorhaben – Unterrichtskontext
I.1 Lernvoraussetzungen und Lernausgangslage
I.2 Synopse der Unterrichtsreihe
I.3 Darlegung und Begründung der Reihenkonzeption
II. Planung der UPP-Stunde
II.1 Angestrebte Lernziele
II.2 Zentrale methodisch-didaktische Begründungen
II.2.1 Curriculare Legitimation
II.2.2 Sachstrukturanalyse
II.2.3 Didaktisches Prinzip und unterrichtsmethodische Entscheidungen
II.2.4 Stundenverlaufsplan
III. Anhang
III.1 Antizipiertes Tafelbild
III.2 Antizipierte SuS Ergebnisse (Arbeitsblatt)
III.3 Quellen- und Literaturangaben
III.4 Materialien
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Unterrichtsvorhaben zielt darauf ab, Schülern ein tiefgreifendes Verständnis für sozioökonomische Prozesse, insbesondere den sozialen Wandel in modernen Gesellschaften, zu vermitteln. Die zentrale Forschungsfrage bzw. Stundenthematik fokussiert dabei auf die kontroverse Bewertung der gesetzlichen Frauenquote in Führungspositionen als Chance oder Problem im Kontext gesellschaftlicher Modernisierung.
- Sozialer Wandel und gesellschaftliche Kernstrukturen
- Veränderungen der Arbeitswelt und demographische Einflüsse
- Multiperspektivität und Kontroversitätsgebot bei politischer Urteilsbildung
- Didaktik der politischen Urteilsbildung im Fach Sozialwissenschaften
- Gender-Problematik und Gleichberechtigung in der beruflichen Praxis
Auszug aus dem Buch
II.2.2 Sachstrukturanalyse
Seit Jahren wurde über die Notwendigkeit einer gesetzlichen Frauenquote zur Chancengleichheit in beruflichen Karrieren diskutiert. Gefordert wurde die Quote unter anderem von den Frauenverbänden, Teilen der Gewerkschaften und den Parteien SPD, Bündnis 90/Grüne und Die Linke. Die Frauenquote soll garantieren, dass künftig mehr weibliche Führungskräfte in den Chefetagen sitzen. Arbeitgeberverbände, der konservative Flügel der Union und die FDP waren dagegen, weil sie befürchteten, dass durch die Einführung der Quote die Besetzung nicht mehr nach Qualifikation erfolge und somit dem Unternehmen schade.
Der Wirtschaftsflügel der CDU setzt anstatt der starren Frauenquote weiterhin eher auf das Leistungsprinzip zur Einsetzung von Führungspersonal in den Unternehmen. Außerdem sei die Regelung der Besetzung von Führungsstellen einzig und allein die Angelegenheit der Firmen und nicht die der Politik. Eine gesetzliche Regelung komme deshalb nicht in Frage. Die Einführung der Frauenquote wurde auch zu einem zentralen Thema im Bundestagswahlkampf 2013. Nach langen Koalitionsgesprächen beschlossen CDU/CSU und SPD als Grundlage für die gemeinsame Regierungsarbeit einen Koalitionsvertrag, der unter anderem die künftige Einführung der gesetzlichen Frauenquote vorsieht. Ab dem 1. Januar 2016 soll dann eine dreißig Prozent Quote für rund 108 mitbestimmungspflichtige und börsennotierte Unternehmen in Kraft treten. Die SPD konnte sich in diesem Punkt mit ihren Forderungen durchsetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Längerfristiges Unterrichtsvorhaben – Unterrichtskontext: Analyse der Lerngruppe sowie Einordnung des Unterrichtsvorhabens in den übergeordneten Bildungsauftrag der gymnasialen Oberstufe.
I.1 Lernvoraussetzungen und Lernausgangslage: Darstellung des Leistungsstandes der Lerngruppe hinsichtlich Textverständnis, aktiver Mitarbeit und methodischer Kompetenzen.
I.2 Synopse der Unterrichtsreihe: Übersichtliche tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtssequenzen mit ihren jeweiligen Kompetenzschwerpunkten und didaktischen Zugriffen.
I.3 Darlegung und Begründung der Reihenkonzeption: Theoretische Herleitung der Unterrichtsreihe, die den sozialen Wandel als zentrales Phänomen zur Förderung politischer Mündigkeit begreift.
II. Planung der UPP-Stunde: Detaillierte Konzeption der speziellen Unterrichtsstunde zur Frauenquote inklusive Lernzieldefinitionen.
II.1 Angestrebte Lernziele: Beschreibung der kognitiven und methodischen Lernziele, die die Schüler im Verlauf der Stunde erreichen sollen.
II.2 Zentrale methodisch-didaktische Begründungen: Erläuterung der curricularen, sachstrukturellen und methodischen Entscheidungen, die dem Stundendesign zugrunde liegen.
II.2.1 Curriculare Legitimation: Einbettung der Stunde in die Vorgaben des Kernlehrplans NRW und das schulinterne Curriculum.
II.2.2 Sachstrukturanalyse: Analyse der politischen und wirtschaftlichen Kontroverse um die gesetzliche Frauenquote als zentrales Thema.
II.2.3 Didaktisches Prinzip und unterrichtsmethodische Entscheidungen: Begründung der Wahl der Partnerarbeit und der Multiperspektivität zur Förderung der Urteilsbildung.
II.2.4 Stundenverlaufsplan: Detaillierte tabellarische Planung der Phasen, Operationen und Medieneinsätze für die Unterrichtsstunde.
III. Anhang: Sammlung ergänzender Materialien, antizipierter Tafelbilder und Quellenangaben.
III.1 Antizipiertes Tafelbild: Entwurf der Tafelstruktur für die Unterrichtsstunde.
III.2 Antizipierte SuS Ergebnisse (Arbeitsblatt): Zusammenstellung der erwarteten Pro- und Contra-Argumente der Schüler.
III.3 Quellen- und Literaturangaben: Aufstellung der verwendeten Literatur, Curricula und Online-Quellen.
III.4 Materialien: Dokumentation der eingesetzten Zitate, Schaubilder und Arbeitsblätter.
Schlüsselwörter
Frauenquote, Sozialer Wandel, Politische Urteilsbildung, Arbeitswelt, Führungspositionen, Gleichberechtigung, Geschlechterverhältnisse, Kontroversität, Sozioökonomische Zusammenhänge, Fachkräftemangel, Demokratische Partizipation, Sozialwissenschaftlicher Unterricht, Didaktik, Chancengleichheit, Leistungsprinzip.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Dokument primär?
Es handelt sich um eine detaillierte Planung für ein Unterrichtsvorhaben im Fach Sozialwissenschaften in der gymnasialen Oberstufe, das den sozialen Wandel thematisiert und speziell eine Stunde zur Einführung der Frauenquote in Führungspositionen plant.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Die Arbeit beleuchtet den demographischen und wirtschaftlichen Wandel, Geschlechterrollen in der modernen Arbeitswelt sowie die politische Debatte um staatliche Eingriffe in die Unternehmensführung.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Schüler sollen die Fähigkeit zur politischen Urteilsbildung vertiefen, indem sie kontroverse Argumente zur Frauenquote abwägen und ein eigenes, rational begründetes Urteil formulieren.
Welche methodischen Ansätze werden verfolgt?
Der Fokus liegt auf der Förderung der Urteilskompetenz durch Multiperspektivität, Partnerarbeit und die Analyse aktueller Zeitungsartikel nach dem Beutelsbacher Konsens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine curriculare Einordnung, eine fachwissenschaftliche Sachstrukturanalyse zum Thema Frauenquote und eine methodisch-didaktische Reflexion des geplanten Unterrichts.
Wie lässt sich die Arbeit durch Schlagworte charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Frauenquote, Urteilsbildung, sozialer Wandel, Kontroversität, Gleichberechtigung und sozialwissenschaftliche Didaktik.
Warum wurde das Thema „Frauenquote“ gewählt?
Das Thema verbindet hohe Aktualität, Lebensweltbezug für Schüler vor der Berufswahl und gesellschaftliche Brisanz, was es ideal für die Förderung politischer Mündigkeit macht.
Welche Rolle spielt die Partnerarbeit in diesem Entwurf?
Die Partnerarbeit dient als „Schonraum“ für intensiven Austausch und zwingt insbesondere passivere Schüler zur aktiven Teilnahme und Anwendung von Argumenten, was der Binnendifferenzierung dient.
Wie wird der Lernfortschritt der Schüler gesichert?
Durch die Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten, ein Meinungsbarometer zu Beginn und Ende der Stunde sowie die anschließende schriftliche Formulierung eines Sachurteils.
Was ist unter dem Begriff „FairUrteilen“ zu verstehen?
Es handelt sich um das fachdidaktische Modell von Sander, das Schülern helfen soll, von einer spontanen Meinung zu einer kriteriengeleiteten und fundierten politischen Urteilsbildung zu gelangen.
- Quote paper
- N. H. (Author), 2015, Frauenquote in den Führungspositionen. Chance oder Problem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304696