Finanzierung und Investition spielen eine allgegenwärtige Rolle im Alltag von Unternehmen. Investitionsvorhaben können jedoch häufig nicht nur aus dem vorhandenen Eigenkapital gestemmt werden. Aus diesem Grund ist zusätzliches Eigenkapital oder Fremdkapital erforderlich, welches die unterschiedlichsten Formen annehmen kann. In einer Vielzahl der Fälle wird auf Fremdkapital in Form von Bankkrediten zurückgegriffen. Diese Möglichkeit der Finanzierung steht allerdings vor allem mittelständischen Unternehmen nicht immer in ausreichendem Maße zur Verfügung. Ein Grund hierfür sind oftmals eine nicht ausreichende Bonität und mangelnde Sicherheiten zur Hinterlegung von Kredite. Als eine an Bedeutung gewinnende Alternative für die Investition wird von Unternehmen seit Jahren immer öfter das Leasing als weitere Finanzierungsvariante verwendet.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Beitrag zum Verständnis der Finanzierung durch Leasing zu leisten. Aus diesem Grund werden die Besonderheiten der Finanzierungsvarianten Kredit und Leasing betrachtet. Zunächst wird der qualitative Aspekt anhand der Vorteile der jeweiligen Finanzierungsmöglichkeit dezidiert dargestellt und erklärt.
Ferner soll der quantitative Aspekt der Wahl zwischen einer Kredit- und einer Leasingfinanzierung betrachtet werden. Ein Wirtschaftlichkeitsvergleich in Form der Kapitalwertmethode und eines Liquiditätsvergleiches soll die finanziellen Unterschiede der beiden Finanzierungsvarianten beleuchten und bewerten. Als Beispiel soll die Investition in einen LKW dienen, der exemplarisch für ein in vielen Branchen genutztes Wirtschaftsgut steht. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung wird dabei mithilfe einer Kreditfinanzierung und einer Finanzierung durch einen Teilamortisationsvertrag mit Andienungsrecht durchgeführt, dessen Charakteristika im Folgenden behandelt werden.
Letzten Endes soll herausgestellt werden, welche quantitativen und qualitativen Faktoren für die Wahl zwischen diesen Finanzierungsvarianten zu berücksichtigen sind und in eine Entscheidung mit einfließen sollten
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vergleich von Kredit- und Leasingfinanzierung
2.1 Kreditfinanzierung
2.1.1 Definition und Grundlagen
2.1.2 Vorteile der Kreditfinanzierung
2.2 Leasingfinanzierung
2.2.1 Definition und Grundlagen
2.2.2 Teilamortisationsvertrag mit Andienungsrecht
2.2.3 Vorteile der Leasingfinanzierung
2.3 Wirtschaftlichkeitsvergleich
2.3.1 Kapitalwertmethode
2.3.2 Liquiditätsvergleich
3. Schluss
3.1 Auswertung des Wirtschaftlichkeitsvergleiches
3.2 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den quantitativen und qualitativen Vergleich zwischen einer Kreditfinanzierung und einer Leasingfinanzierung (am Beispiel eines LKW-Leasings), um Unternehmen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zwischen diesen beiden Finanzierungsvarianten zu bieten.
- Qualitative Vorteile der Kredit- und Leasingfinanzierung
- Vergleich mittels Kapitalwertmethode
- Analyse der Auswirkungen auf die Unternehmensliquidität
- Betrachtung von Bilanzneutralität und steuerlichen Faktoren
- Rolle der Eigentümerstellung und des Investitionsfreiraums
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Vorteile der Leasingfinanzierung
Als wichtigster Grund für die Finanzierung durch Leasing wird zuallererst die Bilanzneutralität genannt. Bilanzneutralität bedeutet, dass weder das Finanzierungsobjekt als Aktivum, noch die Verbindlichkeiten gegenüber der Leasinggesellschaft in den Passiva der Bilanz festgehalten werden. Der Grund dafür ist, dass es sich beim Leasing als schwebend wirksames Geschäft um ein Dauerschuldverhältnis handelt. Bei diesem Verhältnis sind die Leistung, die Nutzungsüberlassung des Leasingobjektes, und die Gegenleistung, die Zahlung der Leasingraten durch den Leasingnehmer, ausgeglichen. Leasing verhält sich somit ähnlich dem Verhältnis zwischen Käufer und Mieter.
Im Gegensatz zum Kauf eines Investitionsobjektes durch einen Kredit verändern sich die Bilanzsumme und somit wichtige Bilanzkennziffern wie die Eigenkapitalquote, der Anlagendeckungsgrad (goldene Bilanzregel) und der Verschuldungsgrad nicht. Da vor allem Kreditinstitute diese Kennzahlen nutzen, um die Bonität eines Kunden zu beurteilen und diese die Fremdkapitalzinsen erheblich beeinflusst, ergibt sich für den Leasingnehmer ein erheblicher Vorteil für weitere Investitionen. Leasing schont ferner Kreditlinien bei der Hausbank, da die Leasingverpflichtungen ausschließlich in das Engagement der Leasinggesellschaft gerechnet werden. Dadurch kann der Kunde zur gleichen Zeit auch seine Abhängigkeit von konventionellen Finanzierungsquellen wie dem Bankdarlehen verringern und seinen Investitionsspielraum trotz eingeschränktem Budget erweitern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt die Relevanz von Finanzierungsentscheidungen für mittelständische Unternehmen dar und formuliert das Ziel der Arbeit, Leasing und Kreditfinanzierung anhand eines LKW-Leasing-Beispiels qualitativ und quantitativ zu vergleichen.
2. Vergleich von Kredit- und Leasingfinanzierung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen beider Finanzierungsformen, diskutiert ihre jeweiligen Vorteile sowie spezifische Ausgestaltungen wie den Teilamortisationsvertrag und führt einen Wirtschaftlichkeitsvergleich durch.
3. Schluss: Der Schlussteil wertet die Ergebnisse des Wirtschaftlichkeitsvergleichs aus und zieht ein Fazit über die Notwendigkeit einer betriebsindividuellen Entscheidung, die über rein finanzmathematische Aspekte hinaus auch qualitative Faktoren berücksichtigen muss.
Schlüsselwörter
Leasing, Kreditfinanzierung, Investition, Finanzierung, Kapitalwertmethode, Liquiditätsvergleich, Bilanzneutralität, Teilamortisationsvertrag, Andienungsrecht, Investitionsgut, Fremdkapital, Eigenkapital, Bonität, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Steuerbelastung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht Leasing und Kreditfinanzierung als alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die qualitative Analyse der Vor- und Nachteile, die Durchführung einer Wirtschaftlichkeitsrechnung mittels Kapitalwertmethode sowie eine Betrachtung der Liquiditätsentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis eines konkreten LKW-Leasing-Beispiels herauszuarbeiten, welche Faktoren für eine fundierte Wahl zwischen Leasing und Kreditfinanzierung entscheidend sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine betriebswirtschaftliche Vergleichsrechnung angewandt, die auf der Kapitalwertmethode und einem Liquiditätsvergleich basiert, unter Einbeziehung steuerlicher Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Definitionen und Vorteile der Finanzierungsformen dargelegt, gefolgt von einer detaillierten quantitativen Gegenüberstellung unter Annahme konstanter Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Leasing, Kreditfinanzierung, Bilanzneutralität, Kapitalwert, Liquidität und Investition.
Wie beeinflusst das "Andienungsrecht" bei Leasingverträgen das Modell?
Das Andienungsrecht sichert dem Leasinggeber die vollständige Amortisation seiner Kosten zu, indem der Leasingnehmer verpflichtet wird, das Objekt zum Restbuchwert zu übernehmen, was als "Restwertgarantie" fungiert.
Warum wird im Liquiditätsvergleich die Kreditfinanzierung am Ende der Laufzeit vorteilhaft dargestellt?
Obwohl Leasing in den ersten Jahren die Liquidität schont, führt die abschließende Zahlung des Restwertes beim Leasing zu einem Abfluss, während die Kreditfinanzierung nach Tilgung der Raten zu einem Zeitpunkt höherer Liquidität führt.
- Citar trabajo
- Christoph Lohrmann (Autor), 2013, Vergleich von Leasing- und Kreditfinanzierung am Beispiel des LKW-Leasings, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304737