Das Ausdrucken von Dokumenten oder Fotos mit Tintenstrahl- bzw. Laserdruckern ist heutzutage selbstverständlich. Die Geräte sind in jedem Büro vorzufinden und selbst die Mehrzahl der computerisierten Haushalte ist mit solchen Druckern ausgestattet.
Die nächste Entwicklungsstufe der Drucker ist die dritte Dimension, wodurch Körper z.B. aus Kunststoff, Keramik oder Metall produziert werden können. Als ein Element der Rapid Technologie werden diese Verfahren hauptsächlich in der Industrie verwendet, um dort schnell und kostengünstig Prototypen herzustellen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur direkten Herstellung von Werkzeugen oder auch Kleinserien. Allerdings halten bereits erste Geräte aus dem Kunststoffbereich in privaten Haushalten Einzug, um Alltagsgegenstände, Ersatzteile oder Dekoration einfach selber „drucken“ zu können.
Gerade vor dem Hintergrund steigender Individualität von Produkten und damit verbundenen kürzeren Produktlebenszyklen können diese generativen Verfahren in Zukunft neue Möglichkeiten schaffen. Außerdem sind durch Weiterentwicklung von Material- und Objektfähigkeiten völlig neue Einsatzgebiete entstanden. Doch was können diese Fertigungsverfahren genau und sind sie eine Bereicherung für ein Unternehmen oder nur eine unnütze Spielerei?
In dieser Hausarbeit wird aufgezeigt, welche Potenziale der Einsatz von 3D-Druckern in der Industrie bietet. Für ein besseres Verständnis werden zu Beginn die wichtigsten Begriffe erklärt. Danach werden die unterschiedlichen Anwendungsbereiche der Technologie unterschieden sowie die gängigsten Herstellungsmethoden erläutert, um ein allgemeines Verständnis über die Technik zu vermitteln.
Im weiteren Verlauf werden entsprechende Einsatzgebiete der jeweiligen Verfahren aufgezeigt damit anschließend die Auswirkungen dieser Einsätze erörtert werden können. Zum Schluss der Arbeit wird ein Resümee gezogen. Ziel dieser Hausarbeit ist es, einen Überblick über mögliche Auswirkungen des Einsatzes von 3D-Druckern auf dem Markt zu erhalten. Welche Chancen ergeben sich für Unternehmen und welchen Einfluss hat das auf die Value-Chain?
Inhaltsverzeichnis
1. Management Summary
2. Einleitung
3. Begriffsbestimmung
3.1 3D-Drucker
3.2 IT-Applikationen
3.3 Rapid Technologie
4. Verfahren
4.1 Stereolithographie
4.2 Selektives Lasersintern
4.3 Fused Layer Modeling
4.4 Layer-Laminate-Manufacturing
5. Anwendungsgebiete
6. Auswirkungen
6.1 Auswirkungen des Rapid Prototyping
6.2 Auswirkungen des Rapid Tooling
6.3 Auswirkungen des Rapid Manufacturing
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Auswirkungen generativer Fertigungsverfahren, insbesondere des 3D-Drucks, auf die industrielle Produktion und die Wertschöpfungskette. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Chancen sich durch diese Technologie für Unternehmen im Hinblick auf Flexibilität, Kostenersparnis und Marktanpassung ergeben.
- Technologische Grundlagen generativer Fertigungsverfahren
- Klassifizierung der Anwendungsbereiche (Rapid Prototyping, Tooling, Manufacturing)
- Methodenüberblick: Stereolithographie, Selektives Lasersintern, Fused Layer Modeling und Layer-Laminate-Manufacturing
- Analyse der industriellen Auswirkungen auf Produktentwicklung und Fertigungsstrategien
- Perspektiven für dezentrale Fertigung und Mass Customization
Auszug aus dem Buch
4.2 Selektives Lasersintern
Das Prinzip des Selektiven Lasersinterns (SLS) ist dasselbe wie bei der SL mit dem Unterschied das in diesem Fall ein pulverförmiges Ausgangsmaterial vorliegt. Hauptsächlich wird bei diesem Verfahren mit Kunststoff bzw. Kunststoffgemisch gearbeitet aber auch Metallpulver oder Keramikpulver sind mögliche Werkstoffe wobei teilweise nachträgliche Wärmebehandlungen nötig sind um eine gebrauchsfähige Festigkeit zu erreichen. Ein CO²-Laser erhitzt das Ausgangsmaterial bis es sich mit der darunterliegenden Schicht versintert. Danach senkt sich der Bauraum um eine Schichtdicke und eine neue Pulverschicht wird aufgetragen. Durch die umgebende Pulverschicht sind Hinterschneidungen auch ohne zusätzliche Stützkonstruktionen möglich und das ungenutzte Pulver kann zum größten Teil wieder verwendet werden. Abbildung 4 zeigt das Verfahrensprinzip einer solchen Anlage.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Management Summary: Bietet einen kompakten Überblick über die Definition, die Verfahren und das Innovationspotenzial der generativen Fertigung für Unternehmen.
2. Einleitung: Beschreibt die Evolution der Drucktechnologie und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie die Relevanz der Untersuchung für die Value-Chain.
3. Begriffsbestimmung: Erläutert die grundlegenden Termini, darunter 3D-Drucker, die Bedeutung von IT-Applikationen wie das Slicen und die Klassifizierung der Rapid Technologie.
4. Verfahren: Detailliert die Funktionsweisen der wichtigsten generativen Fertigungsverfahren wie Stereolithographie, Selektives Lasersintern, Fused Layer Modeling und Layer-Laminate-Manufacturing.
5. Anwendungsgebiete: Untersucht die branchenspezifischen Einsatzmöglichkeiten von der technischen Modellentwicklung bis hin zur Medizintechnik und privaten Nutzung.
6. Auswirkungen: Analysiert die ökonomischen Effekte der drei Anwendungsbereiche (Prototyping, Tooling, Manufacturing) auf die Produktivität und Flexibilität von Unternehmen.
7. Fazit: Fasst die technologische Entwicklung zusammen und diskutiert zukünftige Perspektiven wie dezentrale Fertigung und neue Geschäftsmodelle durch Mass Customization.
Schlüsselwörter
3D-Druck, Generative Fertigung, Rapid Prototyping, Rapid Tooling, Rapid Manufacturing, Additive Fertigung, CAD, Schichtbauprinzip, Stereolithographie, Selektives Lasersintern, Fused Layer Modeling, Layer-Laminate-Manufacturing, Mass Customization, Produktinnovation, Wertschöpfungskette
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse generativer Fertigungsverfahren und deren Potenzial für industrielle Anwendungen sowie deren Auswirkungen auf die Markt- und Wettbewerbsfähigkeit.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die thematischen Schwerpunkte umfassen technologische Verfahrensprinzipien, deren Anwendungsgebiete in verschiedenen Branchen sowie die ökonomischen Auswirkungen der Rapid Technologie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Auswirkungen des 3D-Drucks auf den Markt zu geben und zu klären, welche Chancen für Unternehmen entstehen und wie die Value-Chain beeinflusst wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich unterschiedlicher generativer Fertigungsverfahren, unterstützt durch grafische Darstellungen technischer Prozesse.
Welche Aspekte werden im Hauptteil explizit behandelt?
Im Hauptteil werden die technischen Definitionen, die vier gängigsten Fertigungsverfahren, die praktischen Einsatzfelder sowie eine detaillierte Auswirkungsanalyse für Prototyping, Tooling und Manufacturing behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Rapid Technologie, generative Fertigung, 3D-Druck, Rapid Prototyping und Mass Customization.
Wie unterscheidet sich Rapid Tooling technologisch von anderen Verfahren?
Das Rapid Tooling ist keine eigene technologische Gruppe, sondern dient der Herstellung von Werkzeugen und Formen, die entweder direkt oder indirekt (über Urformen) gefertigt werden.
Welche Herausforderungen nennt der Autor für die medizinische Anwendung des SLS-Verfahrens?
Die Herausforderungen liegen in der Einhaltung strenger Normungen, gesetzlicher Anforderungen sowie der Notwendigkeit patientenindividueller Anpassungen, die oft zu kleinen Losgrößen führen.
Welche zukünftige Entwicklung prognostiziert der Autor für die industrielle Struktur?
Es wird eine Verschiebung hin zur dezentralen Fertigung erwartet, wobei die Verfügungsgewalt über die Produktion bei spezialisierten Dienstleistern oder direkt beim Kunden liegen könnte.
Inwiefern beeinflusst das RM-Verfahren die Arbeit der Handwerksbranche?
Der Autor schlussfolgert, dass der Bedarf an klassischen handwerklichen Werkstoffbearbeitern durch die effizientere und dezentrale Produktion von Ersatz- oder Endteilen mittels 3D-Druck sinken könnte.
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- Axel Thüring (Author), 2014, Potenzielle Auswirkungen des Einsatzes von 3D-Druckern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304773