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Redaktionsforschung über Printmedien

Título: Redaktionsforschung über Printmedien

Trabajo , 2003 , 19 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Steffen Becker (Autor)

Medios / Comunicación - Medios impresos, prensa
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Für die Süddeutsche Zeitung arbeiten hunderte fest angestellter Redakteure
und ein Vielfaches an freien Mitarbeitern. Jeden Tag füllen
sie, aufgeteilt in Ressorts wie Politik, Wirtschaft, Feuilleton, Sport,
Lokales, Medien, Wissenschaft oder Reise an die 60 Seiten1. Zahlreiche
eigenständige wöchentliche Beilagen (SZ Extra, SZ-Magazin, SZ
Wochenende) und Sonderseiten ergänzen dieses Angebot. Gut 40
Korrespondenten und mehrere Dutzend vor Ort angesiedelte Autoren
beobachten unterstützt von freien Mitarbeiter das deutsche und internationale
Geschehen. Insgesamt stehen fast 10.000 Journalisten auf den Gehalts- und Honorarlisten der Süddeutschen Zeitung. Wie
bringt dieser riesige Apparat mit seinen unzähligen Verzweigungen es
fertig, fast jeden Tag ein neues Produkt, die aktuelle SZ-Ausgabe, zu
produzieren? Eine Frage, die von der Kommunikationswissenschaft
lange Zeit kaum und auch heute im Vergleich zu anderen Forschungsfeldern
eher stiefmütterlich behandelt wurde bzw. wird. Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die bisherigen Versuche,
die „Black box“ (Print-)Redaktion auszuleuchten, ihre Mechanismen
offen zu legen. In Frage-Antwort-Form werden die wichtigsten
Aspekte der Redaktionsforschung vorgestellt. Dazu gehört die geschichtliche
Entwicklung der Redaktion und deren Analyse, die Auswirkungen
auf die Themenagenda, die Folgen des technischen Fortschritts
in der jüngeren Vergangenheit sowie aktuelle Konzepte in der
deutschen Presselandschaft zur Umstrukturierung der Redaktionen.
Als Grundlage für diese Betrachtungen erfolgt zu Beginn eine genaue
Darstellung des Systems Redaktion bzw. dessen Funktionsweise.
Diese stützt sich im wesentlichen auf die Arbeiten von Manfred
Rühl und Ulrich Hienzsch. Rühl benutzte bei seiner Pionierstudie über
die Nürnberger Nachrichten den funktional-strukturellen Ansatzes
Niklas Luhmanns, Hienzsch wiederum bediente sich der Theorie der
Kybernetik. 1 62 Seiten am 8.7.2003

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie funktionieren Redaktionen?

2.1. Die Redaktion in der Systemtheorie

2.1.1. Und wie funktioniert das auf der praktischen Ebene? - Das Entscheidungshandeln

2.2. Die Redaktion in der Theorie der Kybernetik

3. Wie ist die Redaktion modernen Typs entstanden?

4. Warum hat sich die Ressortaufteilung in Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Lokales durchgesetzt?

5. Was bedeutet diese Aufteilung für die Themenbehandlung?

6. Wie kann dieser Zustand überwunden werden? – Neue Formen der Redaktionsorganisation

7. Was lernen wir aus all dem? – Schlussbetrachtung

8. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die internen Funktionsweisen und Strukturen von Zeitungsredaktionen unter Rückgriff auf systemtheoretische und kybernetische Ansätze, um die Mechanismen der Nachrichtenproduktion und Redaktionsorganisation offenzulegen und den Wandel hin zu flexibleren Modellen zu analysieren.

  • Systemtheoretische Betrachtung der Redaktion als Teilsystem.
  • Kybernetische Analyse der Redaktionssteuerung und Regelungsprozesse.
  • Historische Entwicklung der modernen Redaktionsstrukturen.
  • Rolle und Auswirkungen der Ressortaufteilung auf die Themenbehandlung.
  • Moderne Organisationsformen wie Teamarbeit und ressortübergreifende Modelle.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Redaktion in der Systemtheorie:

Ende der 60er Jahre schwenkte die Massenmedienforschung in Deutschland von der normativ-hermeneutischen auf die empirisch-deskriptive und empirisch-analytische Vorgehensweise um. Für die Redaktionsforschung bedeutete dies, dass das Bild vom Journalisten als publizistische Persönlichkeit, der individuell und unabhängig von der Organisation um ihn herum agiert, entsorgt wurde. Stattdessen rückte die Redaktion als Teilsystem einer komplexen Gesellschaft in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses. Als Pionier auf diesem Forschungsgebiet tat sich Manfred Rühl hervor.

Als theoretischen Bezugsrahmen für seine Beobachtungen in der Redaktion der Nürnberger Nachrichten (NN) wählte er den funktional-strukturellen Systemtheorie-Ansatz Niklas Luhmanns. Luhmann zufolge haben sich aufgrund der Komplexität moderner Gesellschaften einzelne Teilsysteme herausdifferenziert, die exklusiv eine gesellschaftliche Funktion übernehmen. Der Journalismus sorgt laut Rühl für die „organisatorische Herstellung und Bereitstellung durchsetzungsfähiger thematisierter Mitteilungen zur öffentlichen Kommunikation.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Zeitungsredaktion ein und skizziert das Ziel, die „Black box“ Print-Redaktion mithilfe wissenschaftlicher Ansätze zu analysieren.

2. Wie funktionieren Redaktionen?: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Redaktionsanalyse durch die Systemtheorie (Rühl) und die Kybernetik (Hienzsch) erörtert.

3. Wie ist die Redaktion modernen Typs entstanden?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Redaktionsorganisation von einer losen Ansammlung bis hin zur modernen Spartenteilung.

4. Warum hat sich die Ressortaufteilung in Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Lokales durchgesetzt?: Der Autor erklärt die Notwendigkeit der Ressortaufteilung als Mechanismus der Inklusion von Sozialsystemen durch den Journalismus.

5. Was bedeutet diese Aufteilung für die Themenbehandlung?: Hier werden die negativen Konsequenzen der Ressortkultur für die thematische Flexibilität und Zusammenarbeit innerhalb einer Redaktion diskutiert.

6. Wie kann dieser Zustand überwunden werden? – Neue Formen der Redaktionsorganisation: Es werden alternative Ansätze wie Teamarbeit und ressortübergreifende Strukturen vorgestellt, um verkrustete Arbeitsweisen aufzubrechen.

7. Was lernen wir aus all dem? – Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt die Dringlichkeit fest, theoretische Konzepte an den aktuellen Medienwandel anzupassen und die Forschung zu intensivieren.

8. Literatur: Auflistung der im Text verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Redaktionsforschung, Systemtheorie, Kybernetik, Journalismus, Ressort, Printmedien, Redaktionsorganisation, Themenagenda, Medienwandel, Nachrichtenproduktion, Redaktion, Kommunikation, Manfred Rühl, Ulrich Hienzsch, Klaus Meier.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit beschäftigt sich mit der internen Struktur von Zeitungsredaktionen und analysiert diese als komplexe soziale Systeme.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Funktionsweisen von Redaktionen, die historische Entstehung der Ressortstruktur sowie neue Organisationsformen zur Überwindung starrer Barrieren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die „Black box“ der (Print-)Redaktion zu beleuchten, ihre internen Mechanismen darzustellen und aufzuzeigen, wie diese auf gesellschaftliche Umweltfaktoren reagieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse, basierend auf dem funktional-strukturellen Ansatz der Systemtheorie nach Luhmann/Rühl sowie der Theorie der Kybernetik nach Hienzsch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Funktionsanalysen, eine historische Herleitung der Spartenbildung und eine Diskussion über die Effizienz ressortübergreifender Arbeitsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Redaktionsforschung, Systemtheorie, Ressortkultur, Organisationswandel und Nachrichtenselektion.

Warum wird die Ressortaufteilung aus systemtheoretischer Sicht als notwendig erachtet?

Die Aufteilung dient dazu, die hohe Komplexität der Umwelt durch standardisierte Entscheidungsprozesse zu reduzieren und die Anschlussfähigkeit für die verschiedenen Teilsysteme der Gesellschaft sicherzustellen.

Welche Herausforderungen sehen die Autoren für die „Redaktion der Zukunft“?

Die größte Herausforderung liegt in der Flexibilisierung der Strukturen, um Themen über Ressortgrenzen hinweg behandeln zu können, ohne dabei die notwendige fachliche Sachkompetenz zu verlieren.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Redaktionsforschung über Printmedien
Universidad
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Lehrstuhl für Journalistik I)
Curso
HS Journalismus als Beruf
Calificación
2,0
Autor
Steffen Becker (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
19
No. de catálogo
V30479
ISBN (Ebook)
9783638317337
Idioma
Alemán
Etiqueta
Redaktionsforschung Printmedien Journalismus Beruf
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Steffen Becker (Autor), 2003, Redaktionsforschung über Printmedien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30479
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