Im Grunde werden alle Tätigkeiten des Menschen von Körperkräften und -momenten bewirkt oder begleitet. Industrielle Montageprozesse belasten häufig den Körper und führen zu negativen gesundheitlichen Folgeerscheinungen sowie Arbeitsausfällen. Im Rahmen des Ergonomiemanagements helfen konkrete Belastungsbewertungsverfahren dabei, physische Beanspruchungen und (potenzielle) Gesundheitsrisiken zu identifizieren, zu analysieren und aus den Ergebnissen entsprechende ergonomische Gegenmaßnahmen abzuleiten. Beim Umgang mit der Belastungsbewertung hilft der Vergleich der Bewertungsverfahren.
Im Zentrum dieser Arbeit steht daher konkretisierende Vergleich ausgewählter Verfahren zur Belastungsbeurteilung. Mithilfe der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen – unter Berücksichtigung gesetzlicher Rahmenbedingungen – kann eine frühzeitige körperliche Leistungswandlung und Ermüdung verzögert oder gar gänzlich verhindert werden. Neben dem Humanitätsgedanken menschen- und belastungsgerechte Arbeitssysteme zu schaffen, spielt auch der Leistungsaspekt eine wesentliche Rolle.
Nachweislich besitzen ergonomisch effizient gestaltete Arbeitssysteme in der Fertigung einen höheren Montagewirkungsgrad. Die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wird somit existenziell gesteigert. Während zahlreiche Großunternehmen mit den Vorteilen von ergonomischer Arbeitsplatzbewertung und -gestaltung bereits in Kontakt gekommen sind, muss bei kleinen und mittelständischen Unternehmen diesbezüglich erst noch ein weitreichenderes Verständnis geschaffen werden. Immer genauere Daten bezüglich Bewegungen und Belastungen zu generieren, um Tätigkeiten in ihrer Komplexität realitäsgetreu bewerten zu können, wird ein zukünftiger Trend der „effizienten Ergonomie“ sein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ergonomische Belastungsbewertung
- Klassifizierung der Bewertungsverfahren
- Voraussetzungen, Belastungen und Normen
- Vergleich ausgewählter Bewertungsverfahren
- EAWS/ AAWS*
- OCRA-Verfahren
- Leitmerkmalsmethode MAP
- RULA
- NIOSH-Verfahren
- OWAS
- Praktische Bedeutung für die Industrie
- Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Das Protokoll befasst sich mit der ergonomischen Belastungsbewertung in industriellen Montageprozessen. Es soll einen Überblick über die verschiedenen Bewertungsverfahren geben, deren Anwendung in der Praxis beleuchten und die Bedeutung für die Industrie verdeutlichen.
- Klassifizierung und Vergleich von ergonomischen Belastungsbewertungsverfahren
- Identifizierung von Belastungsfaktoren und Gesundheitsrisiken
- Bewertung der Verfahren hinsichtlich ihrer Eignung für verschiedene Arbeitsbereiche
- Praktische Anwendung der Verfahren in der Industrie
- Bedeutung für die Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Dieses Kapitel beleuchtet die Herausforderungen der industriellen Fertigung im Kontext von Globalisierung und demografischem Wandel. Es wird auf die Bedeutung ergonomischer Belastungsbewertung zur Vermeidung von arbeitsbedingten Muskel-Skelett-Erkrankungen hingewiesen.
- Ergonomische Belastungsbewertung: Dieses Kapitel befasst sich mit der Klassifizierung und den Voraussetzungen der verschiedenen Bewertungsverfahren. Es stellt die wichtigsten Belastungsarten und relevanten Normen vor.
- Vergleich ausgewählter Bewertungsverfahren: In diesem Kapitel werden die Verfahren EAWS/AAWS, OCRA, LMM MAP, RULA, NIOSH und OWAS vorgestellt und miteinander verglichen. Die Stärken und Schwächen der Verfahren werden hinsichtlich ihrer Anwendungsmöglichkeiten und ihrer Aussagekraft beleuchtet.
- Praktische Bedeutung für die Industrie: Dieses Kapitel beleuchtet die praktische Relevanz der ergonomischen Belastungsbewertung am Beispiel der Automobilfertigung. Es zeigt die Vorteile ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung auf und verdeutlicht die Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.
Schlüsselwörter
Ergonomische Belastungsbewertung, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Arbeitsplatzgestaltung, Montagearbeit, industrielle Fertigung, Bewertungsverfahren, EAWS/AAWS, OCRA, LMM MAP, RULA, NIOSH, OWAS, Gesundheitsrisiken, Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist eine ergonomische Belastungsbewertung in der Industrie wichtig?
Sie hilft dabei, physische Beanspruchungen und Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen, um Muskel-Skelett-Erkrankungen und Arbeitsausfälle zu vermeiden.
Welche gängigen Verfahren zur Belastungsbeurteilung gibt es?
Zu den bekanntesten Verfahren gehören EAWS/AAWS, das OCRA-Verfahren, die Leitmerkmalsmethode (LMM), RULA, das NIOSH-Verfahren und OWAS.
Was ist der Vorteil von ergonomisch gestalteten Arbeitssystemen?
Neben dem Gesundheitsschutz steigern sie den Montagewirkungsgrad, die Wirtschaftlichkeit und damit die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.
Was unterscheidet RULA von anderen Methoden?
RULA (Rapid Upper Limb Assessment) konzentriert sich speziell auf die Belastung der oberen Extremitäten und ist besonders für sitzende Tätigkeiten oder Bildschirmarbeit geeignet.
Wie profitieren KMU von ergonomischen Analysen?
Obwohl oft erst noch ein Verständnis geschaffen werden muss, helfen diese Daten KMU dabei, ihre Prozesse realitätsgetreu zu bewerten und die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter langfristig zu erhalten.
- Arbeit zitieren
- Dominik Ulrich Hoppe (Autor:in), 2015, Ergonomische Verfahren zur Belastungsbewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305088