Der politische Diskurs in Frankreich zur Europawahl am Beispiel von Kommentaren auf der Facebook-Seite der Front National

Eine pragmastilistische Beschreibung


Bachelorarbeit, 2014
102 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlage
2.1. Zum Stilbegriff
2.1.1. Definition
2.1.2. Konvention und Regel
2.1.3. Stilistische Regeln
2.1.3.1. Das Fortführen als allgemeine stilbildende Regel
2.1.3.2. Wiederholen und Variieren
2.1.3.3. Das Abweichen
2.1.4. Stilistischer Sinn und Stilwirkung
2.2. Sprachliche Handlungen
2.2.1. Sprachliche Handlungen und deren Zuordnung zu Handlungsmustern
2.2.2. Arten der Beschreibung von Handlungen
2.3. Das Medium Facebook als Plattform für politischen Diskurs
2.4. Das Verfahren und seine Teilschritte
2.4.1. Konventionelle und Individualstilistik
2.4.2. Zusammenfassung und Erkenntnisse für den Praxisteil
2.4.3. Das Korpus
2.4.3.1. Auswahl des Korpus
2.4.3.2. Beschreibung des Korpus
2.4.4. Das Analyseverfahren in seinen Teilschritten

3. Praxisteil
3.1. Charakterisierung der Kommentare zu Beitrag 1
3.1.1. Exemplarische Analyse des Kommentars 2 zu Beitrag 1
3.1.2. Exemplarische Analyse des Kommentars 13 zu Beitrag 1
3.1.3. Exemplarische Analyse der Kommentare 3 und 6 zu Beitrag 1
3.2. Charakterisierung der Kommentare zu Beitrag 2
3.2.1. Exemplarische Analyse des Kommentars 71 zu Beitrag 2
3.2.2. Exemplarische Analyse des Kommentars 82 zu Beitrag 2
3.2.3. Exemplarische Analyse des Kommentars 99 zu Beitrag 2
3.3. Charakterisierung der Kommentare zu Beitrag 3
3.3.1. Exemplarische Analyse des Kommentars 3 zu Beitrag 3
3.4. Charakterisierung der Kommentare zu Beitrag 4
3.4.1. Exemplarische Analyse des Kommentars 7 zu Beitrag 4
3.5. Charakterisierung der Kommentare zu Beitrag 5
3.5.1. Exemplarische Analyse des Kommentars 30 zu Beitrag 5
3.6. Charakterisierung der Kommentare zu Beitrag 6
3.6.1. Exemplarische Analyse des Kommentars 3 zu Beitrag 6
3.7. Charakterisierung der Kommentare zu Beitrag 7
3.7.1. Exemplarische Analyse des Kommentars 49 zu Beitrag 7

4. Kritik

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang

Statistik der Facebook-Seite der Front National

Statistik Fremdparteien

Facebook-Seite 'Front National - Européenne 2014'

Untersuchungsmaterial
Beitrag 1
Beitrag 2
Beitrag 3
Beitrag 4
Beitrag 5
Beitrag 6
Beitrag 7

1. Einleitung

Die französischen Rechten feierten am 25. Mai 2014 einen unerwarteten Sieg. Der Einzug ins Europaparlament war für die Front National unter der aktuellen Parteivorsitzenden Marine Le Pen der erste Erfolg auf europolitischer Ebene. Sei es mittels Wahlwerbespots im TV, Printmedien oder Plakaten: die richtige Wahlwerbung entschied für viele Parteien über Sieg oder Niederlage. Der Stimmenkampf über soziale Netzwerke ist ein eher junges Phänomen. Besonders die Front National konnte sich als ' premier parti sur facebook ' profilieren1. In 2014 hat sich die Wahlwerbung auf den neuen Plattformen durchgesetzt, davon zeugen die Linkverweise auf den Webseiten relevanter Parteien auf deren Präsentationen auf Twitter, Facebook, etc. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Vier von fünf Franzosen benutzen täglich Soziale Medien2, sodass nicht nur das Vorhandensein eines großen Empfängerkreises gewährleistet, sondern auch tägliche bis stündliche Information über das aktuelle Partei- und Wahlkampfgeschehen gewünscht ist. Besonders junge Wähler lassen sich für diese unkonventionelle Darstellung politischer Gruppen begeistern. Sie müssen ihren gewohnten Tagesablauf nicht extra unterbrechen, um mit einer Partei in Kontakt zu treten, sondern erhalten aktuelle Informationen, wenn sie ihr Profil auf den Social Media besuchen. Die Betreiber von Facebook-Seiten, in diesem Fall die Parteien, müssen ihren Followern interessante Informationen bereitstellen, ihre Beiträge ansprechend gestalten und formulieren, ggf. Zusatzangebote speziell für sie bereitstellen und zu Diskussionen aufrufen. Interessanterweise verzeichnet die FN mehr Traffic als populärere Parteien. Über die Gründe mag man sich streiten. Eine Möglichkeit wäre die hohe Zahl der sich engagierenden Anhängerschaft, welche die Beiträge der Front National nicht nur interessiert verfolgen, sondern auch gerne und oft in Kommentaren ihre Loyalität bekunden. Eine kontroverse Partei wie die rechtsextreme FN ruft auch Gegner auf den Schirm, die bisweilen in Textform emotional und energisch auf die Anhängerschaft und die Partei reagieren. Der Diskussionsbedarf sowie dessen Anregung erschaffen einen spannenden politischen Diskurs, den ich auf der Facebook-Seite der Partei verfolgt habe. In den Kommentaren versuchen Nutzer zu überzeugen, ihre Emotionen mitzuteilen, zu bewerten, u.v.m. Mich interessiert für diese Bachelor- Abschlussarbeit die Gestaltung der hier angedeuteten sprachlichen Handlungen. Um diese Fragestellung zu bewältigen, habe ich mich für eine pragmastilistische Untersuchung nach Barbara Sandig entschieden. Dadurch gewährleiste ich einen ständigen Rückbezug von der 'Form' auf den 'Inhalt'. Ich gehe davon aus, dass Sprecher ihr sprachliches Inventar bewusst nutzen, um ihre sprachlichen Handlungen möglichst wirksam zu gestalten. Meine theoretische Grundlage hierfür wird besonders Sandigs 'Stilistik : Sprachpragmatische Grundlegung der Stilbeschreibung' von 1978 sein. Mit diesem älteren Werk wird vorsichtig umgegangen, deren Anwendbarkeit auf den Untersuchungsgegenstand der neuen Medien sorgsam reflektiert. Mir ist bewusst, dass Sandig bei der Konzeption ihrer Methode nur ältere Formen der Kommunikation wie Printmedien und Gespräche im Sinn hatte. Allerdings wurde diese im Laufe der Jahre von ihr beständig weiterentwickelt und ist auf keinen Fall als obsolet zu betrachten. Davon zeugt ihr umfassendstes Werk 'Textstilistik des Deutschen', welches 2006 erschien und ihre letzte Monographie vor ihrem Tod 2011 darstellt.

Meine Arbeit gliedere ich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Sandigs Theorie wird in ihren wichtigsten Bestandteilen erklärt. Das idealtypische Analyseverfahren wird fortführend auf den Analysegegenstand zugeschnitten und anschließend vorgestellt. Das zu untersuchende Korpus wird beschrieben. Der praktische Teil konstituiert sich vor allem aus den exemplarischen Analysen selbstgewählter Kommentare verschiedener Handlungsmuster. Das Kapitel wird dazu genutzt, auf Probleme in der Anwendung der Theorie aufmerksam zu machen, die im Kritikteil noch einmal näher theoretisch beleuchtet werden. Es wird versucht, sich so nahe wie möglich an Sandigs Theorie zu halten, nach eigenem Ermessen werde ich jedoch Fremdliteratur zu Rate ziehen. Im Kritikteil wird kritisch auf das Verfahren im Bezug auf den Forschungsgegenstand reflektiert sowie versucht, einen eigenen Beitrag zur Sandig'schen Theorie zu leisten. Zum Schluss sollen die Ergebnisse zusammengefasst, sowie über den Ertrag dieser Arbeit diskutiert werden.

2. Theoretische Grundlage

2.1. Zum Stilbegriff

Barbara Sandig hat 1978 mit ihrem Werk 'Stilistik : Sprachpragmatische Grundlegung der Stilbeschreibung' den Grundstein zur Verknüpfung von Pragmatik und Stilistik gelegt. Unter der Fragestellung „Welche Rolle spielt das Wie für den Vollzug des Was?“3 untersuchte sie diverse, vor allem alltagssprachliche, schriftsprachliche Dokumente und konnte Zusammenhänge zwischen Handlungs- und Äußerungsseite der Texte erkennen. Unter diesen Voraussetzungen entwickelte sie einen Stilbegriff, welcher die Handlungsseite der Sprache ins Zentrum der Betrachtung rückt.

2.1.1. Definition:

Sandig fasst Stil als Texteigenschaft auf. Das bedeutet, dass ein Merkmal für alle sprachlichen Handlungen eines Textes gleichermaßen zutrifft4. Es wird davon ausgegangen, dass ein Sprecher sowohl ein bestimmtes Repertoire an sprachlichen Mitteln auf alle seine sprachlichen Handlungen anwendet, als auch immer wieder gleichartige Handlungsarten realisiert5. Somit lautet Sandigs Stildefinition:

Unter konventionellen Stilen (Gebrauchsstilen) werden verstanden, die historisch und sozial bedingt erwartbar fortgef ü hrten [ … ] Zusammenhänge von Handlungs- und Ä u ß erungsarten in gr öß eren Handlungszusammenhängen, den Textmustern oder ihren Teilen. Entsprechend gilt f ü r individuelle Stile, da ß sie als unkonventionelle fortgef ü hrte Zusammenhänge von Handlungs-und Ä u ß erungsarten f ü r komplexe Handlungen zu beschreiben sind. “ 6

Auf die Unterschiede zwischen konventionellen und Individualstilen wird zu späterem Zeitpunkt eingegangen.

2.1.2. Konvention und Regel

Handlungsmuster werden durch Konventionen etabliert. Die Erwartungshaltungen, die Mitglieder einer Gesellschaft in der Kommunikation gegenüber einander haben, determinieren ihren Sprachgebrauch. Denn: Konventionen7 sichern das gegenseitige Verstehen, da ein jeder sich an ihnen orientieren, die sprachliche Äußerung des Gegenübers daran messen kann. Sandig vertritt die Annahme, dass sich der Grad des Verstehens schier proportional zum konventionellen Anteil einer Äußerung verhält. Konventionen sichern also das Gelingen sprachlicher Handlungen.

Wo Konventionen Spielräume lassen, greifen Regeln. Aufgrund der immanenten Mehrdeutigkeit sprachlicher Ausdrücke, wird die Bedeutung dieser durch Regeln erzeugt. Wenn man Handlungen nach Handlungsmustern tätigt, so tut man dies, laut Sandig, nach Regeln, die auf den situationellen Charakter von Kommunikation eingehen und je nach diesem variieren und anwendbar sind. Es sei explizit auf die Flexibilität von Regeln hingewiesen. Regeln beruhen zwar auf Konventionen, sind aber zeitlich variabel und veränderbar, was sich im Umkehrschluss auch auf die Aktualität von Konventionen niederschlagen kann8. Regeln ermöglichen in ihrer Befolgung erfolgreiche Kommunikation. Daher sei ebenfalls auf den Begriff Regelabweichung hingewiesen. Dann müssen, um den Kommunikationsakt dennoch zu verstehen, sprachliche Toleranz und Kooperation seitens des Empfängers gegeben sein.

2.1.3. Stilistische und stilbildende Regeln

2.1.3.1. Das Fortführen als allgemeine stilbildende Regel

Stil erwächst durch das Verwenden stilistischer Regeln. Das Fortführen bezeichnet das Vollziehen gleicher oder gleichartiger sprachlicher Handlungen bzw. dem Bedienen gleicher bzw. gleichartiger sprachlicher Phänomene9. Es wird davon ausgegangen, dass die verwendeten sprachlichen Phänomene oder Handlungen nicht im Gebrauch restringiert sind, sondern erst durch ihr Zusammenwirken stilistische Wirkung erzielen, 'stilistische Zusammenhänge'10 im Text herstellen11. Als Sonderfälle des Fortführens werden Wiederholen und Variieren gefasst12.

2.1.3.2. Wiederholen und Variieren als Sonderfälle des Fortführens

Damit ist das Wiederholen von Handlungs-, Äußerungs- und Formulierungsarten oder -teilen über eine oder mehrere Äußerungen gemeint13. Es handelt sich also um das Realisieren gleicher sprachlicher Phänomene oder Handlungen. Das Wiederholen als stilistische Regel greift dann, wenn es als vom Sprecher intendierte Wiederholung wahrgenommen werden kann14. Mit Variieren bezeichnet man das Vollziehen ähnlicher, also gleichartiger Handlungs-, Äußerungs- oder Formulierungsarten, bzw. Teilen davon in einer oder mehreren Äußerungen. Variieren wird als stilistische Regel gebraucht, wenn man Ähnliches als als solches intendiert wahrnehmen kann15.

Es handelt sich bei den Stilregeln Wiederholen und Variieren um systematische Unterscheidungen, die, so gibt Sandig zu bedenken, in der Praxis oft nicht klar getrennt werden können16.

2.1.3.3. Das Abweichen

„Abweichungen sind die syntaktischen oder semantischen Ergebnisse von Befolgungen der Regel des Abweichens.“17 Genauer gesagt, handelt es sich dabei um Abweichungen von konventionellen Zusammenhängen von Äußerungs- und Inhaltsseite einer Äußerung bzw. um „[...] von einer Konvention abweichende Handlungssequenzen.“18

2.1.4. Stilistischer Sinn und Stilwirkung

Bei der Textrezeption nimmt der Empfänger nicht nur die Stilstruktur des Textes wahr, sondern er rekonstruiert auch die Funktion des Stils19 anhand der äußeren Gestaltung des Textes auf interpretativer Basis20. Hierfür ordnet er sie unbewusst in, in seiner Sprachgemeinschaft relevante, Typen stilistischer Funktion ein. Man unterscheidet u.a.

Funktionstypen Stilistischen Sinns und solche der Stilwirkung.

Die sprachlichen Handlungen des Senders verfolgen einen sozialen Zweck. Unter dem Blickpunkt des Erzielens einer höchstmöglichen Wirksamkeit der Handlung formuliert Sandig ihre Definition stilistischen Sinns als „[...] Bedeutung der stilistischen Textstruktur in Relation zu den Gegebenheiten der Verwendung der Textstruktur [...]“21. In der Durchführung kann auf das Thema oder die Handlung an sich verwiesen werden, sich auf Handlungsbeteiligte und deren Beziehungen zueinander, die Handlungsvoraussetzungen, welche in meinem Fall vor allem die kanalbedingten Aspekte des sozialen Netzwerkes Facebook bedeuten, die Einstellung des Senders zur Handlung bezogen werden, etc.22. Es können also rein strukturelle Faktoren stilprägenden Einfluss haben. Zum Beispiel werden für Telegramme kurze, parataktische Sätze verwendet, in privaten Briefen zeigt sich hingegen eine deutliche syntaktische Varianz. Die Unterscheidung stilistischer Textstrukturen macht Anleihen an die Funktionalstilistik 23. Allerdings wird durch die Bedeutungszumessung, eben den Stilistischen Sinn noch weiter differenziert. Für das Deutsche hat Sandig eine Typologie entworfen, die einen Überblick über den Funktionstyp Stilistischer Sinn bietet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Stilcharakterisierung im Funktionstyp Kommunikation nach Sandig

Da die Bedeutung der Stilstruktur unabhängig von dem zu betrachtenden Sprachsystem verwertbar ist, wird der Stilistische Sinn als Forschungsgröße in die Betrachtung mit einbezogen.

Die Wirkung des Stilistischen Sinns wird als Stilwirkung24 bezeichnet. Sie „[...] unterstützt, verstärkt die Handlungsfolgen und die Wirkung des Handlungsinhalts [eigene Hervorhebung].“25 Man kann sie durch die beim zu analysierenden Text herrschenden Kommunikationsfaktoren wie Handlungsart, Handlungsbeteiligte und Kommunikations- bzw. Rezeptionssituation charakterisieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Stilwirkungstypen nach Sandig

2.2. Sprachliche Handlungen

2.2.1. Sprachliche Handlungen und deren Zuordnung zu Handlungsmustern

Texte können textlinguistisch in Struktur und Funktion, pragmatisch in einen Äußerungs- und einen Handlungsaspekt zerlegt werden. Obgleich der Stil als 'Oberflächenphänomen' weitestgehend im Äußerungsteil zu verorten ist, so kann doch keine alleinige Betrachtung desselben erfolgen. Im Bereich der Pragmatischen Stilistik beschäftigt man sich mit der Formulierung der sprachlichen Handlung. Somit kann man die Realisierung bereits erwähnter Regelbefolgungen und -abweichungen beschreiben. Sandig lehnt sich an von Wrights26 Handlungsdefinition an.

Unter einer Handlung - sprachlich oder außersprachlich - versteht man ein intentionales und zielorientiertes 'Tun', wodurch ein Ergebnis oder eine Folge herbeigeführt wird. Sprachliche Handlungen werden über Äußerungsakte vollzogen27. Sie sind zielorientiert und intentional.28

(Sprachliche) Handlungen können nur verstanden werden, wenn der Empfänger sie auf ein Handlungsmuster bezieht. Eine intersubjektive Zuordnung erfolgt über die Intention des Senders29. Sprachliche Handlungsmuster, die durch Konventionen etabliert sind und eine gesellschaftliche Relevanz innehaben30, können benannt werden und als Sprechakte beschrieben werden. Die Realisierung (stilistischer) Regelbefolgungen31 kann als Handlung definiert werden und wird als Handlungsmuster beschreibbar, wenn die Handlung intentional geschieht32

2.2.2. Arten der Beschreibung von Handlungen

Das Ergebnis sprachlicher Handlungen sind Texte. Die Analyse findet also am Produkt der Handlungen statt, sodass betont werden muss, dass es sich um eine Handlungsbeschreibung handelt.

Es gilt zu bedenken, dass eine Handlung je nach Rezipienten33 als solche erkannt werden kann oder nicht. Genauso ist das Beziehen auf ein oder mehrere34 Handlungsmuster eine Leistung des subjektiven Empfängers. Beschreibbar ist also auch ausschließlich das Ergebnis stilistischer Handlungen als stilistische Texteigenschaften35. Sandig gibt folgende Arten der Handlungsbeschreibung vor:

Die Handlungen und Teilhandlungen eines komplexen Äußerungsakts können mittels einer Handlungskette beschrieben werden. Deren Art und Sequenzierung kann somit dargelegt werden. Man unterscheidet Handlungen und Teilhandlungen über deren Grundsätzlichkeit zum Verstehen der Handlung, wobei Teilhandlungen als nicht konstitutiv zu bewerten sind36 Jedem Äußerungsakt liegt eine Basishandlung zugrunde. Eine Sprachliche Handlung wird vollzogen, indem eine Basishandlung ausgeführt wird37. Mithilfe von Zusatz- und Gleichzeitighandlungen kann der Sender eine sprachliche Handlung deutlicher für den Empfänger zu einem Muster zuordenbar machen. Als Gleichzeitighandlungen bezeichnet man ein Andersgestalten der Äußerungsseite als die ihr zugrundeliegende Inhaltsseite. D.h. die Art der Sprechhandlung muss vom Rezipienten aus den Handlungsbedingungen erschlossen werden, da sie aus der 'Satzbedeutung'38 des Geäußerten hervorgeht. Es herrscht ein Spannungsfeld zwischen Handlungs- und Äußerungsseite, da sie für sich39 nicht kompatibel sind, woraus auch eine falsche Zuordnung des Handlungsmuster rezipientenseitig erwachsen kann40.

Bei Zusatzhandlungen wird die gleiche Handlung in einer Abfolge von Äußerungen unterschiedlich realisiert41.

2.3. Das Medium Facebook als Plattform für politischen Diskurs

Dem Medium Facebook wird ein großes Potenzial Menschen zu mobilisieren zuerkannt, wodurch es einen politischen Wert hat. Als Beispiele führt die Presse Ereignisse wie den Arabischen Frühling oder den besonders über Soziale Medien geführten Wahlkampf Barack Obamas im Jahr 2008 an42. Viele Politiker, politische Gruppen und Parteien nutzen Plattformen wie Facebook zwecks der „[...] Darstellung der eigenen Politik, […] [dem] Erreichen neuer Zielgruppen und junger Menschen, […] [der] Möglichkeit der niedrigschwelligen Kontaktaufnahme [...]“43. Für die meisten relevanten Parteien und Politiker ist es zur 'Pflicht' geworden ihre Anhänger über das Internet zu informieren, Moser geht so weit zu schreiben :

Seit den Wahlkampagnen von Obama scheint es daher unter Politikern ausgemacht, dass der konsequente Bezug auf die neuen Medien für politische Karrieren zentral ist, und dass es notwendig ist, die digitalen Medien als Foren des politischen Auftritts einzubeziehen.44

Das heißt, der Facebook-Nutzer ist sich der Präsenz von Politik auf der Plattform bewusst, rechnet sogar damit. Es bieten sich nun mehrere 'niedrigschwellige' Formen der politischen Teilhabe wie das 'Liken' von Parteiseiten. Erzeuger meines Korpus ist jedoch der 'Produser', also ein Nutzer, der selbst Inhalte erstellt45. Um aktiv am politischen Diskurs zu partizipieren, hat der User unter anderem folgende Möglichkeiten:

1. Er kann Gruppen gründen oder ihnen beitreten und sich dann mit anderen Nutzern austauschen. Es gibt auch private Gruppen, deren Zutritt man nur über einen Administrator erhält. Hier treffen mitunter Nutzer unterschiedlicher Meinungen aufeinander. Ein Moderator kann allerdings die Diskussion beeinflussen und evtl. Konflikte schlichten.

2. Er kann 'Fan-Seiten' für beispielsweise Politiker gründen und somit mit Gleichgesinnten kommunizieren. Hier ist ein homogenes Meinungsfeld erwartbar.

3. Er kann Beiträge einer offiziellen Partei- oder Politikerseite kommentieren. Diese werden evtl. von den jeweiligen Seitenbetreibern moderiert46. Letzteres ist für die Untersuchung relevant. Es ist zu beachten, dass die Beiträge und somit die dazugehörigen Kommentare öffentlich sind, also von jedermann gelesen werden können. Dadurch gibt sich der Nutzer in ein Milieu in dem nicht nur ihm Gleichgesinnte vertreten sind47. Er ist sich bewusst, dass er auf Ablehnung anderer stoßen kann und dass ein großer, unterschiedlich gearteter Personenkreis seine Kommentare rezipieren kann. Er ist also zu einem gewissen Grad auch einer 'öffentlichen Meinung' ausgesetzt. Es ist m.E. zu erwarten, dass entsprechend viele Zusatzhandlungen getätigt werden, um fremden Personen die Interpretation des Kommentars zu erleichtern. Mit Gleichzeitighandlungen wie Ironie müsste vorsichtig umgegangen werden, da zum einen durch die Schriftlichkeit des Mediums die Interpretation durch z.B. Nonverbales wie Mimik entfällt, der Kommentator außerdem bei falscher Zuordnung seitens der Rezipienten in einem politischen Milieu mit heftigen Reaktionen rechnen kann.

2.4. Das Verfahren und seine Teilschritte

2.4.1. Konventionelle und Individualstilistik

Handlungsmuster, die in einer Sprachgemeinschaft konventionell mithilfe von Texten realisiert werden, nennt man Textmuster. Diese enthalten Vorgaben für fakultative und konstitutive Teilhandlungen und gegebenenfalls wie diese zu sequenzieren sind48. Alltagssprachliche Texte werden meist nicht nach Textmustern gestaltet49, so gibt es auch für Facebook-Kommentare keine Textmuster. D.h. es muss eine individualstilistische Analyse erfolgen. Aber auch individuell Handelnde beziehen sich auf Muster, da sie ebenfalls sprachliche Handlungen realisieren wollen und da, wie in 2.2.1. festgestellt wurde, diese in Bezug zu Handlungsmustern stattfinden, ist die Erfassung der intendierten Handlungsmuster konstituent für die individualstilistische Analyse50. Durch die Erfüllung oder Abweichung51 von einem Handlungsmuster können diese denselben intersubjektiv zugeordnet werden52.

2.4.2. Zusammenfassung der Erkenntnisse für den Praxisteil

Für weitere Betrachtungen halte ich fest:

Bei Sandigs Stilbegriff handelt es sich um eine Beschreibungsform für konventionelle Anteile in Äußerungs- und Handlungsseite eines Textes. Ihr Instrumentarium ist der Sprachhandlungstheorie entlehnt, somit erfolgt die Beschreibung in dieser Arbeit über Regeln und Handlungsmuster. Durch Feststellen von Abweichung (Abweichen) und Befolgung (Fortführen: Wiederholen und Variieren) können (stilistische) Regeln im Text beschrieben werden. Durch den Bezug auf in einer Sprachgemeinschaft gültige Handlungsmuster können individuelle Texthandlungen beschrieben werden53. Die Erfassung stilistischer Merkmale erfolgt am Text. Es handelt sich also um eine Beschreibung von realisierten stilistischen Regeln bzw. Regelabweichungen und Handlungen. Entscheidend in der Bewertung von scheinbar stilistischen Phänomenen ist ihr Zusammenwirken im Text. Sprachliche oder Handlungselemente isoliert zu betrachten ist nicht sinnvoll. So muss auch die Formulierung insgesamt betrachtet, Äußerungs- und Handlungsseite müssen interpretatorisch aufeinander bezogen werden. Eine alleinige Betrachtung der Äußerungsseite ist nicht ausreichend. Es wurde festgestellt, dass Facebook-Kommentare alltagssprachliche Texte sind für die es keine Textmuster gibt. Dementsprechend muss eine individualstilistische Untersuchung erfolgen. Um die Realisierungen möglichst unterschiedlicher Handlungsmuster vergleichen zu können, muss das Textkorpus aus Kommentaren in einem öffentlichen Raum, der den unterschiedlichsten Personengruppen verschiedener Ansichten zugänglich ist, also einer Seite, bestehen.

2.4.3. Das Korpus

2.4.3.1. Auswahl des Korpus

Da bisweilen gravierende Unterschiede in der Zusammensetzung der Wählerschaft bzw. des Interessentenkreises der einzelnen Parteien herrschen, wurde sich dafür entschieden, die Untersuchungen auf eine einzige Parteiseite zu beschränken. Die Auswahl der Facebook-Präsentation einer rechtsextremen Partei fand aus zweierlei Gründen54 statt: Zum einen lässt sich eine sehr rege Beteiligung seitens ihrer Anhänger feststellen, wovon ich mir interessante Untersuchungsergebnisse verspreche. Die positiven Stimmen arbeiten offen suggestiv und oft mit hoher emotionaler Beteiligung. Außerdem verwenden sie im hohen Maße die Wahlsprüche der Front National und referieren sehr häufig auf die Parteivorsitzende Marine Le Pen. Dabei scheinen eine enorme Loyalität, sowie ein außerordentlicher Gemeinschaftssinn eine Rolle zu spielen. Das bedeutet über den familiären Ton55, als auch über das beständige Wiederholen der Wahlsprüche wird eine gemeinsame Identität konstituiert.

Zum zweiten zählt die Front National seit 2011 als stärkste Partei auf Facebook56. Deren Mitglieder haben früh das Potential der Propaganda in den neuen Medien und vor allem dem in der Zeit noch weitaus weniger bekannten, jedoch rasant aufstrebendem Social Network Facebook erkannt. Diese moderne Möglichkeit des Wahlkampfes wurde auch zum Zeitpunkt der Europawahl 2014 rege von der Partei genutzt, sodass die Facebook-Anhänger57 ständig neue Mitteilungen der Partei auf ihren Startseiten bekommen und stets über das aktuelle Wahlkampfgeschehen58 informiert sind, sowie suggestiv aufgefordert werden, die Beiträge auf deren Seite zu diskutieren. Dies dürfte der Partei zu ihrer enormen Anhängerzahl auf Facebook in Form von 168.580 'J'aime'- Angaben (Stand 11.06.2014)59 verholfen haben.

Abschließend möchte ich noch beantworten, weshalb ich mich dafür entschieden habe trotz des thematischen Bezugs zu den Elections europ é ennes, nicht die Kommentare auf der eigens zur Europawahl gegründeten Facebook-Seite 'Front National - Européennes 2014' als Untersuchungsgegenstand auszuwählen60. Diese Seite, so entnimmt man deren Infobox61, ist die „ Page officielle du Front National consacr é e aux é lections europ é ennes de 2014 et à l'actualit é de ses candidats.62 Somit böte sie sich auf den ersten Blick zur Fragestellung der Analyse an. Jedoch sei zu bedenken, dass praktisch alle Kommentatoren der Beiträge dieser Seite Anhänger der Partei sind63 Dies kommt wohl der Intention der Verantwortlichen bei der Erstellung dieser Seite nahe, da sie loyalen Parteianhängern, die sich in einer Form, die die allgemeine Facebook- Präsentation der FN nicht bieten kann, mit den aktuellen Inhalten beschäftigen wollen, eine detailreiche Informationsquelle bieten können. Dieser Ansatz widerstrebt aber meinem Analysevorhaben, da die Kommentare der Seite keine divergierenden Handlungsmuster enthalten.

2.4.3.2. Beschreibung des Korpus

Im Rahmen dieser Bachelor-Abschlussarbeit bot sich die Analyse von Kommentaren, die auf Beiträge eines Tages referieren, an, da sie einen geeigneten Umfang haben. Um so repräsentative Ergebnisse wie möglich zu erzielen, wurden bei der Auswahl des zu untersuchenden Wahlkampftages folgende Faktoren berücksichtigt: Der Wahlkampfbeginn ist kein eindeutig bestimmbarer Zeitpunkt, da vereinzelt schon vorm dichten Auftreten wahlkampfbezogener Beiträge sporadisch von der FN auf die bevorstehende Europawahl hingewiesen wurde. Dass trotzdem Kommentare zu einem bestimmten Datum gesammelt wurden, begründe ich folgendermaßen: Am 16.05.2014 hat die FN ihren offiziellen Wahlwerbespot auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt standen also die Ziele fest, die die Partei bei Gewinn umsetzen möchte, sodass eine fundierte Diskussion der Inhalte seitens der User möglich wurde. Außerdem rückte die bevorstehende Wahl nun vermehrt ins Gedächtnis der Wählerschaft, da die Propagandawelle der FN und der Konkurrenzparteien nun endgültig losgetreten war. Im alltäglichen Leben sah man sich stets 'umringt' von Wahlwerbung, sei es in den Printmedien, durch Wahlplakate oder TV-Spots, sodass davon auszugehen ist, dass viele Bürger nun begannen, sich bezüglich ihrer persönlichen Wahlentscheidung zu informieren und zu diskutieren. Es wurde weiterhin darauf geachtet textliche Kontinuität zu gewährleisten, da eine Kontextbetrachtung für eine pragmastilistische Herangehensweise wichtig ist. Ein letzter doch entscheidender Aspekt für meine Auswahl war, dass es sich um 'typische' Veröffentlichungen der FN handeln muss, sodass omnierwartbare Sprachhandlungen ausgewertet werden können. Unter oben angeführten Aspekten erschien mir die Auswahl der Beiträge vom 16.05.2014 als passend. Es ergeben sich somit 494 zu analysierende Kommentare zu 7 Beiträgen, die im Laufe dieses Tages geschaltet wurden.

Es bleibt also festzuhalten: Die Textauswahl erfolgt nach externen Faktoren. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle Kommentare sprachhandlungstechnisch den gewählten Mustern folgen, da sich eine semantische Verschiebung im Textkorpus auf die Handlungsmuster niederschlagen könnte. Somit wäre nicht nur das Korpus für meine Fragestellung ungeeignet, sondern auch meine Analyseverfahren.

2.4.4. Das Analyseverfahren in seinen Teilschritten

Es wird ein interessant scheinender Kommentar exemplarisch ausgewählt.

Dann wird der Beitrag, auf den sich der Kommentar bezieht, beschrieben. Es erfolgt eine allgemeine Charakterisierung vorliegender Kommentare nach Handlungsmustern. Es werden quantitative Urteile zur Verteilung gemacht, sowie das allgemeine Diskursverhalten eingeschätzt. Liegt der Fokus auf dem Inhalt des Beitrags? Findet eine Diskussion statt? Wenn ja, wie verläuft sie? Wie ist die emotionale Beteiligung der Kommentatoren64 einzuschätzen? Gibt es ein vorwiegend vorhandenes Handlungsmuster? Wie werden Negativstimmen aufgenommen?

Nun erfolgt die Analyse des exemplarischen Kommentars. Hierfür werden entweder besonders prototypische Texte herangezogen oder in Gestalt oder Inhalt besonders heraus stechende. Dies wird jeweils betont und dessen Bedeutung für die Repräsentativität des Kommentars für ein Handlungsmuster eingeschätzt. Augenmerk liegt nicht darauf, den prototypischen Facebook-Kommentar zu charakterisieren, sondern auf die Vielfalt in der Realisierung von Handlungsmustern durch deren stilistische Gestaltung hinzuweisen.

Die Handlungskette des Kommentars wird beschrieben. Die Zuordnung zum Handlungsmuster erfolgt und wird begründet. Es schließt die eigentliche, stilistische Analyse an, wobei die Handlungen, die stilistische Regeln realisieren, betrachtet werden. Abschließend wird der Text den Funktionstypen stilistischen Sinns zugeordnet und es werden Aussagen über die Stilwirkung beim Rezipienten getroffen.

3. Praxisteil

3.1. Charakterisierung der Kommentare zu Beitrag 1

Bei diesem Beitrag handelt es sich um die offizielle Präsentation des Wahlwerbeclips zur Europawahl 2014. Der Beitrag enthält einen Link zum Wahlclip der FN auf deren offizieller Internetseite www.frontnational.com. Die Kommentare beziehen sich auf den Inhalt des Videos, da dieser nicht weiter als mit den Worten ' Europ é ennes 2014 - Clip de campagne du Front National ' angekündigt wird. Von den 35 Kommentaren (Stand 18.07.2014) lassen sich 20 als positiv (Handlungsmuster 'Zustimmen') der Partei gegenübergestellt identifizieren, 2 als negativ (Handlungsmuster 'Ablehnen') sowie 13 als für meine Fragestellung nicht auswertbar65. Auffällig ist, dass sich die negativen Kommentare direkt auf den Inhalt des Videos beziehen, während positive eher allgemein 'ideologiebejahender' Natur sind bzw. genutzt werden, um die eigene Loyalität gegenüber der FN auszudrücken, dabei bestehen 17% aller positiver Kommentare nur aus der Wiedergabe von Parolen. Die Kommentare, die dennoch auf das Video eingehen, signalisieren wenig Diskussionsbereitschaft, da Urteile ohne Argumentation erfolgen66.

3.1.1. Exemplarisch Analyse des Kommentars 2 zu Beitrag 1

Es gibt Kommentatoren, die den selben Kommentar unter mehreren Beiträge einfügen, um Werbung zu betreiben. Meist ist dies für inoffizielle Fan-Seiten für Le Pen oder die FN. Diese Kommentare sind meist wohl strukturiert und eher schriftsprachlich angelegt. Außerdem werden entsprechend der Handlungsintention viele Imperative formuliert. Ein Beispiel für solche Werbekommentare ist untenstehender, der im Korpus in 4 von 7 Beiträgen auftritt.

Kommentar 2: Patriotes FN, adh é rez à notre page, rejoignez la r é sistance

fran ç aise, votre soutien est pr é cieux, le peuple doit montrer sa col è re, la France r é clame votre aide !

[Link]

Die Intention des Senders ist das Rekrutieren von Mitgliedern für eine FacebookGemeinschaft. Das Handlungsmuster 'Werben' kann zugeordnet werden. Sein Verfahren ist also appellativ. In Z 1 wird der Appell explizit formuliert, der (intendierte) Adressat angesprochen, was wiederum der Forderung Nachdruck verleiht. Eine Teilhandlung ist das Schildern der Lage in Frankreich, darüber hinaus werden die politischen Bedürfnisse der Nation und die Rolle des Empfängers festgelegt.

Die Wiederaufnahme des Appells erfolgt durch zwei unterschiedliche Formulierungen (' adh é rez à notre page', 'rejoignez la r é sistance fran ç aise'). Es wird somit ein lexikalisches Feld gebildet, in das auch die Anrede des Adressaten fällt (' Patriotes FN'). Die so erzeugte semantische/thematische Kohärenz ergibt eine Verfahrenslogik, die den (intendierten) Adressaten dazu bringen kann, dem Appell des Textproduzenten nachzugehen. Stilistisch wird die gesamte Handlung durchgängig durch das Variieren unterstützt. Damit lässt sich sagen, dass es sich bei der Befolgung dieser stilistischen Regel um eine Gleichzeitighandlung handelt. Variieren ist, wie eingangs festgestellt, eine spezielle Form des Fortführens, welche wiederum eine stilistische Regel darstellt, die „[...] Konventionen immer wieder neu bestätigt.“67 Daher ist sie als Zusatzhandlung anzusehen68. Das Fortführen semantischer Felder, was sich hier durch das Bilden eines lexikalischen Feldes zeigt, bildet jedoch eine Ausnahme. Der Grund dafür ist, dass das Fortführen in diesem Fall konstitutiv für die Gesamthandlung ist69, sich also in allen Teilhandlungen gleichermaßen ausdrückt. Durch die Auffälligkeit für den Rezipienten kann eine Stilwirkung festgestellt werden. Diese können rezipientenseitig als 'appellativ'70 und 'emotionsgeladen'71 beschrieben werden. Die Personifizierung von ' France ' ist wiederum als Regelabweichung zu sehen, da ' r é clamer ' als Subjekt eine Person oder ein Lebewesen erfordert. Die Wirkung, die dadurch erzielt wird, ist Eindringlichkeit. Die Zuordnung zu Funktionstypen im stilistischen Sinne kann man in Bezug auf den Rezipienten als 'volkstonartig' beschreiben, was sich vor allem aus dementsprechend konnotierten Begriffen im Sprachsystem ableitet72. Des Weiteren ist der Stil 'persönlich'73, ein Adressat wird in Z 1 (paraphrasiert) angesprochen und im Imperativ zu einer Handlung aufgefordert und des Weiteren sehr frequent über Artikel im Thema gehalten. Die Regel, die hierbei befolgt wird, ist das Wiederholen. Traditionelle Stilregeln werden nicht normgerecht verwendet, da, statt syntaktischer Varianz, ein parallelistischer Satzbau vorliegt. Lexematisch wird stärker variiert. Die Stilwirkung der Regelabweichungen bzw. der Befolgung stilistischer Regeln wurden oben dargelegt. Als der Norm abweichend ist außerdem das Nichtmarkieren der Satzanfänge und -enden anzusehen. Jedoch lässt sich keine stilistische Bewandtnis feststellen, da zwar in Z 3 ein partiell intentionales Verwenden von Interpunktion74 gegeben ist, nichtsdestotrotz kann der Gebrauch von Kommata wie in Z 1 und Z 2 keinem intersubjektiv vorhandenen Handlungsmuster zugeordnet werden. Es ist vielmehr anzunehmen, dass aufgrund der Nutzung des informellen Mediums Facebook ein 'lockerer Umgang' mit geltenden schriftsprachlichen Normen erfolgt ist.

3.1.2. Exemplarische Analyse des Kommentars 13 zu Beitrag 1

Kommentar 13: j'ai vomi au bout de 10 seconde

Es finden sich durchgängig drastisch formulierte Kommentare im Korpus, in denen die Kommentatoren ihre Antipathie gegenüber der FN ausdrücken. Somit ordnen sie sich auch selbst in die politische Welt ein. Sie positionieren sich als Gegner, wodurch ihre Kommentare auch immer eine deklarative Funktion haben. Der obige, zu analysierende Kommentar ist als prototypisch für solche diesen Handlungsmusters anzusehen, da viele Verfasser als Teilhandlung ihrer Handlungskette, in der Äußerung implizit oder explizit, die Degradierung der FN verfolgen.

Die in diesem Kommentar versprachlichte Handlungskette lässt sich folgendermaßen beschreiben: Die Zugrunde liegende Intention ist das Ausdrücken der außerordentlichen Abneigung gegenüber der Partei, wodurch die Texthandlung dem Handlungsmuster 'Ablehnung (einer Idee, eines Programms etc.) ausdrücken' zugeordnet werden kann. Dies wird über die Basishandlung des Mitteilens der eigenen Befindlichkeit sprachlich realisiert. Über die Intention kann die Basishandlung nun auch dem Handlungsmuster des Abweichens zugeordnet und somit der metaphorische Gebrauch von ' vomir ' erkannt werden. Das Realisieren der stilistischen Regel des Abweichens ist als Gleichzeitighandlung zu werten, da es für das Verstehen der Handlung, also dessen Zuordnung zu einem Handlungsmuster, konstituent ist.

Da die Inhalte des Videos das Programm der Partei formulieren, sind sie (selbstgewählt) als konstituent für dessen Identität zu betrachten. Die eingangs erwähnte typische Teilhandlung des Degradierens der Partei findet hier durch das Abwerten des Inhalts deren Wahlclips statt. Die rezipientenseitige Stilwirkung, die vorliegt, lässt sich als 'ordinär' fassen. Es ist zu betonen, dass diese Stilwirkung durch die stilistische Regel des Abweichens konstituiert wird, da das Verb im französischen Sprachsystem nicht etwa vulgärsprachlich konnotiert ist75.

Ausgehend von einem Anhänger der FN als Rezipienten kann man auch noch eine andere Stilwirkung benennen. Im nicht anonymisierten Original des Kommentars lässt sich aus dem Namen des Verfassers ein Migrationshintergrund ableiten. Die 'Anstößigkeit', die dieser Kommentar auf Anhänger der FN oder sonstige nationalistisch-gesinnte User durch die drastische Wortwahl haben könnte, wird, so vermute ich, durch das Erkennen des Hintergrundes des Kommentators noch verstärkt. Es dürfte sich dann eine emotionale Wertung der Äußerung des Senders einstellen. Jedoch auch dem politisch unvoreingenommen Rezipienten wird die Intention des Kommentators, eben per se nicht als Anhänger, sondern zu der beträchtlichen Kontraseite der Partei stehenden Facebook-Nutzer zugehörig, Protest zu äußern, klar. Das sieht man auch an der nicht thematischen, sondern zeitfaktischen Angabe ' au bout de 10 seconde '. Der Inhalt des Videos wird bis in eine Nichtexistenz abgewertet, als bloße zeitliche Abfolge von Unverwertbarem angesehen. In meinem Beispiel wird also deutlich, welch entscheidende Rolle die Kommunikationssituation, hier in Form der Kommunikationspartner und der Kontextebene76 spielt, dass es sich somit nicht um eine (drastisch formulierte) Kritik eines einzelnen Beitrags der FN, sondern um eine grundsätzliche Antipathie handelt. Im stilistischen Sinn wird die Sender-Empfänger- Beziehung durch einen aggressiven, im Umfeld des Kommentars als bewusst77 kontroversen Stil gewertet, da dies im sozialen Sinn für das Ausdrücken einer ausnahmslosen Abneigung geeignet ist.

3.1.3. Exemplarische Analyse der Kommentare 3 und 6 zu Beitrag 1

Kommentar 3: merde à l'Europe gouffre à pognon pour les chefs d'entreprises et mis è re pour les salari é s!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Kommentar 6: mais il n'y a pas que l'immigration, il y a l'emploi de nos soci é t é s qui sont submerg é s de taxe et de travaux imposer par Bruxelles et les gouvernements a chang é s , si je puis dire 2017 une sixi è me r é publique avec Mme Le Pen78

Ich habe diese Kommentare für eine Gegenüberstellung herausgesucht, da sie stilistisch sehr unterschiedlich sind, wenngleich deren Verfassern die gleiche Intention zugeordnet werden kann und sie sich bei deren Versprachlichung teilweise derselben Inhalte bedienen. Es lassen sich also stark divergierende Äußerungs- und Handlungsaspekte auf der Grundlage des selben Handlungsmusters erkennen. So lässt sich gut beschreiben wie erst die Realisierung eines Handlungsmusters stilistischen Wert hat. Bei Kommentar 6 handelt es sich um einen - im Vergleich zur Umgebung - eher ausformulierten, sowie strukturell zielorientierten Text. Der Verfasser geht zwar in aufzählender, dennoch stärker ausführlichen Form als die meisten User der Anhängerschaft auf den Inhalt des Wahlclips ein, da er ihn für seine Argumentation benutzt. In diesem quantitativ längsten Kommentar zum Beitrag lässt sich eine Argumentationsstruktur abstrahieren, in der der Autor auf die wichtigsten Punkte des Clipinhalts eingeht, wieder Erwarten folgt keine Conclusio, die die FN als treffendste Wahlentscheidung zur Europawahl darstellt, sondern es wird bereits auf die Präsidentschaftswahl 2017 referiert. Die Struktur, also die Vertextungsstrategie79 des Textes erzielt bereits eine Stilwirkung ('siegessicher', etc.), da das Ziel der Argumentationsstruktur entgegen des möglichen Erwartens des Rezipienten läuft. Der durchgehend parallelistische Satzbau simplifiziert die Form und rückt den Inhalt in den Vordergrund.

Trotz der 'Formtreue' verbleibt eine gewisse Vergleichbarkeit zu dem eher unstrukturierten Kommentar 3, da sich die Frage der Parteianhängerschaft und des Parteiwunschs für das Europaparlament des Kommentators 6 erübrigt80. Ebenso beziehen sich beide81 auf das Video in dem Marine Le Pen die aktuelle Situation unter sozialistischer Regierung kritisiert, wenngleich sie jeweils andere situationelle Aspekte des Landes in ihren Kommentaren aufgreifen. Das Rezipieren eines Kommentars in dem die gleichen Interessen wie die eigenen in 'glühender' Weise vertreten werden, könnte eine spezielle Stilwirkung haben, da die Sender-Empfänger-Beziehung dadurch geprägt wird und auch der Rezipient emotional anteilig darauf reagieren dürfte82. Auf einen bestimmten Rezipientenkreis müsste diese Versprachlichung also eine hohe Wirksamkeit haben. Im Kontrast zu diesem über Emotionalität arbeitenden Text überwiegt in Kommentar 6 eine sachliche Ausdrucksweise83. Die stilistische Regel des Wiederholens ist über Artikel, die der 1. Person Plural zuzuordnen sind, realisiert wurden. Man kann dabei von ein Face-to-Face-Gespräch simulierenden Elementen sprechen, da das Einführen einer Konstituierung eines Personenkreises ohne diesen vorher abzustecken eine deiktische Qualität hat84. Die Parteivorsitzende wird nicht, wie im Korpus überwiegend, beim Vornamen erwähnt, sondern in formeller Form85 angesprochen. Dadurch und unter Berücksichtigung von Vorangegangenem wirkt er der Partei gegenüber wenig emotional eingestellt, wofür auch die sachliche Erörterung der politischen 'Fakten' sprechen würde. Durch diese 'gedrosselte' Ausdrucksweise dürfte eine hohe Vertrauenswürdigkeit für unentschlossene Wähler vorliegen. Man kann von einem autoritären Stil sprechen, da der Verfasser sich durch oben genannte Formulierungen zwar einer Personengruppe zuordnet, sich jedoch auch von ihr heraushebt, da er das durch seine Mitanhänger evozierte emotionale Umfeld mit seiner Äußerung nicht tilgt. Auf der anderen Seite dürfte auch das nationalistisch stark eingefärbte ' une sixi è me r é publique ' dem unvoreingenommenen Betrachter auffallen. Hier wird eine Stilwirkung durch einen durch Konventionen in einer Sprachgemeinschaft konnotierten Begriff erzeugt. Je nach Rezipient kann die Stilwirkung, angefangen beim unvoreingenommenen Leser, als 'abschreckend' bis 'auffordernd' gefasst werden.

Kommentar 3 ist formulierungstechnisch, wie bereits angedeutet, ein 'Gegenpol' zu Kommentar 6. Es werden 'Konsequenzen' aus den im Video angesprochenen Sachverhalten gezogen. Die Handlungskette des Textes gliedert sich nicht wie in Kommentar 3 in auf der Äußerungsseite klar abgrenzbare Strukturen.Vielmehr scheinen die parallelistischen Phrasen eine einzige Intention zu bedienen, die thematische Referenz auf den Wahlclip hält sie zusammen. Die umgangs- und slangartige Wortwahl unterstützt die tieferliegenden Strukturen des Textes, die eine genauere Interpretation dieser erlauben. Betrachtet wird der Text nun als komplexe Handlung.

Die Basishandlung könnte als Verfluchen gefasst werden, die deklarative Vertextung ist nicht zu verkennen. Stilistisch ist diese als Abweichung zu werten, die dann auch innerhalb der komplexen Handlung wiederholend aufgeführt wird. Als Zusatzhandlung betrachte ich die der langue familier entspringenden 'negativen' Begriffe86, da sie die über die Basishandlung realisierte Teilhandlung 'Ausdruck des Unmutes' unterstützen. Die Interpunktion mit dem Absehen einer Verwendung von Satzzeichen vor dem Textende, welches dann aber in vielen Ausrufezeichen mündet, verstärkt den Ausdruck der Emotionalität des Senders. Je nach Rezipientengruppe dürften, wie bereits angedeutet, unterschiedliche Arten der Aktivierung durch die Textrezeption erwartbar sein. Anhänger der FN beziehungsweise Gegner des aktuellen Systems könnten sich in ihrer Geisteshaltung bestätigt sehen, da sie bemerken, dass andere Nutzer die Situation ebenfalls als dramatisch genug empfinden, derart drastische Kommentare zu verfassen. Ebenso ist vorstellbar, dass einige Anhänger die saloppe Art der Formulierung als anregend empfinden87, da dieser Text sich trotz häufigen Verwendens von Umgangssprache in den Kommentaren zu diesem Beitrag von anderen abhebt. Politisch Fremde könnten aufgrund einer ästhetischen Wertung des Kommentars ('niedersprachlich') zu einer emotionalen Wertung ('schändlich') kommen. Nach Sandig spielt hier die Erwartungshaltung der Rezipienten an das Gegenüber als Teil der Kommunikationssituation eine große Rolle.

3.2. Charakterisierung der Kommentare zu Beitrag 2

Dieser Beitrag informiert über eine Facebook-App, mit der man seine Wahlentscheidung für die FN kundtun sowie seine Facebook-Freunde einladen kann, diese App ebenfalls zu benutzen. In Imperativsätzen wird zur Beschaffung und Verbreitung dieser Anwendung aufgerufen. Ein Link zum Angebot ist attachiert. Die 160 Kommentare zu diesem Beitrag sind fast durchgängig positiv der FN gegenüber gestimmt88. Dies mag daran liegen, dass in dem Beitrag keine diskutierbaren Programminhalte angesprochen werden, da sie den bereits überzeugten FN -Anhänger ansprechen, der nun seine politische Meinung nach außen tragen und verbreiten möchte. Sehr häufig fallen Parolen und Wahlsprüche der Front National, werden sie ja schon über den Beitrag selbst in den Diskurs gebracht89. Besonders wichtig scheinen bei Kommentaren zu solchen zur Bekennung aufrufenden Beiträgen deklarative Sprechhandlungen, die zur Ingroup-Bildung beitragen. Nicht zuletzt kann durch das Liken besonders emotional hervorstechender Beiträge die eigene politische Kraft ideell gefüllt werden. Vereinzelt negative Kommentare fallen besonders aggressiv aus, da eine Verbreitung des feindlichen Gedankenguts droht. Es gibt aber auch Kommentare, die Kritik an einem bestimmten Programmpunkt üben um darüber allgemeine politische Antipathie auszustrahlen.

[...]


1 Vgl.Champeau, Guillaume (2011): Le Front National est le 1er parti sur Facebook, inexistant sur Twitter. [online] Homepage: Magazine Numerama URL:http://www.numerama.com/magazine/17763- le-front-national-est-le-1er-parti-sur-facebook-inexistant-sur-twitter.html [Stand 12.10.2014].

2 Angabe von 2012, Vgl. Vincent Gombault (2013): L’internet de plus en plus prisé, l’internaute de plus en plus mobile. [online] Homepage: Institut national de la statistique et des études économiques (Insee) URL:http://www.insee.fr/fr/themes/document.aspref_id=ip1452#inter1http://www.insee.fr/fr/themes/d ocument.asp?ref_id=ip1452#inter1 [Stand: 28.08.2014].

3 Überschrift des Kapitels 1.3. in Sandig, Barbara (1978): Stilistik. Sprachpragmatische Grundlegung der Stilbeschreibung. Berlin/New York: De Gruyter.

4 Vgl. ebd., S. 43.

5 Vgl. ebd., S. 32.

6 Vgl. ebd., S. 177f.

7 Je nach Gesellschaft variierend.

8 Z.B. lexikalische oder syntaktische Regeln, genauer siehe Sandig (1978): 66f bzw. 72.

9 Vgl. a.aO., S. 32.

10 Vgl. a.a.O., S. 88.

11 Vgl. ebd.

12 Vgl. Sandig (1978): 88.

13 Vgl. ebd.

14 Vgl. a.a.O., S. 92.

15 Vgl. ebd.

16 Z.B. dadurch, dass der Empfänger sich einlesen kann, genauer siehe a.a.O., S. 92.

17 A.a.O., S. 90.

18 Ebd.

19 Den Sinn, den er für die Handlung hat.

20 Vgl. Sandig, Barbara (2006): Textstilistik des Deutschen, 2. völlig neu bearb. u. erw. Aufl., Berlin/New York: De Gruyter, S. 24.

21 Sandig (2006): 11.

22 Vgl. a.a.O., S. 12.

23 Vgl. Sowinski, Bernhard (1999): Stilistik. Stiltheorien und Stilanalysen, 2. überarb. u. akt. Aufl., Stuttgart: Metzler, S. 32f.

24 Vgl. Sandig (2006): 25.

25 Ebd.

26 Vgl. Sandig (1978): 61ff.

27 Vgl. a.a.O., S. 68.

28 Vgl. u.a. a.a.O., S. 61.

29 Vgl. a.a.O., S. 63f.

30 Genauerer Zusammenhang zwischen Konvention und Handlungsmuster, siehe Sandig (1978): 64f.

31 Nicht intentional!

32 Vgl. a.a.O., S. 93.

33 Je nach Person mit unterschiedlichen Welt und Spezialwissen ausgestattet.

34 Vgl. Sandig (1978): 62.

35 Vgl. a.a.O., S. 68.

36 Vgl. u.a. Sandig (1978): 84.

37 Siehe z.B. Rehbein, Jochen (1977): Komplexes Handeln. Elemente zur Handlungstheorie der Sprache. Stuttgart: Metzler, S. 249 : „[...] Handlungen dieser Art [Basishandlungen, N.F.] gehören ebenfalls dem Gesamtrepertoire von Handlungen an, aus dem heraus Handlungen in spezifischen Mustern jeweils genommen werden und die dann in den Mustern [Handlungsmustern, N.F.] ihre spezifische Funktionalität erhalten [Hervorhebungen Rehbein]“

38 Sandig (1978): 82.

39 Also ohne Handlungskontext.

40 Vgl. Sandig (1978): 82.

41 Vgl. a.a.O., S. 83.

42 Vgl. Moser, Heinz (2014): „Die Veränderung der politischen Teilnahme und Partizipation im Zeitalter der digitalen Netze“, in : Biermann, Ralf/ Fromme, Johannes/ Verständig, Dan (Hg.): Partizipative Medienkulturen. Positionen und Untersuchungen zu veränderten Formen ö ffentlicher Teilhabe. Wiesbaden: Springer, S. 25f. 12

43 Sandig (1978): 28.

44 Moser (2014): 28.

45 Vgl. a.a.O., S. 25.

46 Bei der Parteiseite der FN nicht!

47 Vgl. 1. (Fan-)Gruppe bzw. 2. Fanseite

48 Vgl. Sandig, Barbara (1986): „Vom Nutzen der Textlinguistik für die Stilistik““, in: Schöne, Albrecht (Hg.): Kontroversen, alte und neue: Akten d. VII. Internat. Germanisten-Kongresses, G ö ttingen 1985. Bd. 3.Textlinguistik contra Stilistik? Tübingen: Niemeyer, S. 25.

49 Vgl. Kapitel 7.2 Zur Beschreibung von Stilen individueller Text-Handlungen, in: Sandig (1978): 149ff.

50 Vgl. ebd.

51 In Äußerungseigenschaften,vgl. 'Handlungsvariante', in: Sandig (1978): 87.

52 Vgl. A.a.O., S. 155.

53 Was dem sozialwissenschaftlich-hermeneutischen Ansatz Sandigs widerspiegelt.

54 Und selbstverständlich nicht aus politischen Gründen!

55 Etwa: ' Marine peut compter sur nous [...]', siehe Anhang, Untersuchungsmaterial, Beitrag 3 Kommentar 29.

56 Vgl. Champeau (2011).

57 Ich benutze diese Bezeichnung für Facebook-User, die die Parteiseite mit „J'aime“ markiert haben.

58 Für den Erfolg dessen Maßnahme spricht die Nutzerstatistik auf Facebook, der man die Woche vom 25. Mai 2014, als besucherstärkste Woche entnehmen kann, siehe Anhang, Nutzerstatistik.

59 Zum Vergleich : Parti Socialiste am 11.06.2014: 93.024 'J'aime'-Angaben, UMP am 11.06.2014: 102.146 'J'aime'-Angaben, vgl. Anhang, Statistik fremder Parteien

60 Siehe Anhang, Facebook-Seite 'Front National - Européennes 2014'

61 Vgl. ebd.

62 Ebd.

63 Es wurde bei einer Voruntersuchung meinerseits festgestellt, dass bei exemplarische gewählten Beiträgen keine 'Negativ-Kommentare' zu finden waren.

64 Je nach Handlungsmuster.

65 Es gab Probleme das Video zu sehen, da es von YouTube als rechtswidrig eingestuft wurde.

66 Z.B. Kommentare 4,21,31,32 und durch Kontext interpretiert auch 3.

67 Sandig (1978): 94.

68 Vgl. Sandig (1978): 94.

69 Vgl. ebd.

70 Gemäß Abb. 1, Kapitel 2.4.1. zur Intention zuzuordnen.

71 Emotionale Wertung des Rezipienten.

72 ' r é sistance ' in Verbindung mit der Attribuierung ' fran ç aise ' als Ingroup-bildende Phrase.

73 Beziehung Rezipient-Produzent.

74 Ausrufezeichen zur Verstärkung der Aussage.

75 Robert, Paul/ Rey, Alain (Hg.) (2011): Le Petit Robert micro. Dictionnaire d'apprentissage de la langue française, Nouvelle édition enrichie pour 2011, Paris: Le Robert, Stichwort vomir.

76 Durch die Referenz auf den Beitrag wird die 'Tragweite' der Äußerung deutlich. Es handelt sich um eine totale Ablehnung einer Partei, die durch das Entwerten eines parteikonstituierenden Inhalts getätigt wird.

77 Vgl. weiter oben 'Abweichen als Handlungsmuster'.

78 An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich nicht explizit auf Grammatik- oder Rechtschreibfehler in den Kommentaren verweise.

79 Was leider nicht bei Sandig berücksichtigt wird. Vgl. Fuchs, Volker (2010): Über Stil in der französischen Sprache und in Texten. Frankfurt am Main: Lang, S. 110ff.

80 Inhaltliche Übereinstimmung.

81 Vgl. 'Referenzakt', in: Sandig (1978): 77.

82 Vgl. 'Ergebnis', 'Folge', in: a.a.O., S. 62.

83 Ausnahmen wäre Z 2 'Bruxelles' als umgangssprachlich geprägte Metonymie.

84 Z.B. in ' nos soci é t é s '.

85 Anrede + Familienname.

86 Vgl. Bewerten als Zusatzhandlung, Sandig (1978): 84.

87 Die zum Zeitpunkt der Erhebung bestehenden sieben 'Gefällt mir'-Angaben sprächen dafür.

88 Davon 2 nicht für diese Untersuchung auswertbare Kommentare, in denen sich über die Sperrung der App durch Facebook beschwert wird.

89 'Non à l'Europe. Oui à la France.' 25

Ende der Leseprobe aus 102 Seiten

Details

Titel
Der politische Diskurs in Frankreich zur Europawahl am Beispiel von Kommentaren auf der Facebook-Seite der Front National
Untertitel
Eine pragmastilistische Beschreibung
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Romanistik)
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
102
Katalognummer
V305089
ISBN (eBook)
9783668030862
ISBN (Buch)
9783668030879
Dateigröße
6216 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sandig, Barbara Sandig, Linguistik, Sprachwissenschaft, Pragmalinguistik, Pragmastilistik, Stilistik, Front National, Marine LePen, Europawahl 2014
Arbeit zitieren
Nicole Fischer (Autor), 2014, Der politische Diskurs in Frankreich zur Europawahl am Beispiel von Kommentaren auf der Facebook-Seite der Front National, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305089

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