In dieser Arbeit werden die Hintergründe, Inhalte, sowie Ziele des Schulsystems der Deutschen Demokratischen Republik erläutert, da es sich von dem Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland etwas unterscheidet. Anschließend wird die Schulpolitik, sowie die Schulentwicklung beleuchtet und dabei wird die polytechnische Bildung genauer erklärt. Anhand von Parsons soll das Problem der Selektion näher darsgetellt und Parsons Theorie mit der Praxis in den Schulen der DDR verbunden werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die schulische Sozialisation
2.1 Die Schulklasse als soziales System
3. Schulpolitik und –entwicklung in der DDR
3.1 Polytechnische Bildung und sozialistisches Schulwesen
3.2 Das einheitliche sozialistische Bildungssystem
4. Die Bewertung von Schülerleistungen
4.1 Zensuren
4.2 Auszeichnungen, Lob und Strafe
4.3 Abschluss – und Reifeprüfungen
4.4 Zeugnisse
4.5 Bewertung des Verhaltens
4.5.1 Kopfnoten
4.5.2 Gesamteinschätzung
5. Außerunterrichtliche und außerschulische Arbeit
6. Ziele und Inhalte der sozialistischen Bildung und Erziehung
6.1 Ziele der sozialistischen Erziehung und Bildung
6.2 Inhalte der Erziehungs- und Bildungsarbeit
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Schulsystem der DDR unter besonderer Berücksichtigung der Theorie Talcott Parsons', um die Mechanismen der schulischen Sozialisation und Selektion zu verdeutlichen. Dabei liegt der Fokus auf der Verknüpfung von theoretischen Sozialisationsmodellen mit der spezifischen Bildungspraxis in der DDR, einschließlich der Leistungsbewertung und politisch-ideologischer Erziehungsziele.
- Strukturelle Analyse der schulischen Sozialisation und Selektion nach Talcott Parsons
- Entwicklung der polytechnischen Bildung und des einheitlichen sozialistischen Schulwesens
- Methoden der Leistungsbewertung (Zensuren, Zeugnisse, Verhalten) in der DDR
- Rolle der außerunterrichtlichen Arbeit und Jugendorganisationen (FDJ/Pioniere)
- Ideologische und praktische Ziele sozialistischer Erziehung und Bildung
Auszug aus dem Buch
Die Schulklasse als soziales System
Die Gesellschaft wird als System betrachtet, das heißt als Zusammenhang von Teilen (Subsystemen). Dazu gehören zum Beispiel Verwandtschaftssysteme, Klassen, Berufssystem, Wirtschaftssystem und Erziehungssystem. Die leitende Annahme ist hierbei, dass Teile zur Funktionalität, also zum Erhalt des Systems beitragen. Die Schulklasse wird zunächst als Sozialisationsinstanz behandelt. Um der Erfüllung von Erwachsenenrollen motivationsmäßig und technisch gerecht zu werden, handelt es sich dabei um eine Instanz, durch die einzelne Persönlichkeiten ausgebildet werden.
Kirchen, Familie, Peergroups sowie die eigentliche Berufsausbildung und verschiedene, Freiwillige Organisationen, sind ebenfalls Instanzen solcher Art und spielen eine bedeutende Rolle. Als wesentliche Voraussetzung zur späteren Rollenerfüllung, kann die Sozialisationsfunktion als Entwicklung von Bereitschaften und Fähigkeiten gekennzeichnet werden. Einerseits werden verschiedene Komponenten der Bereitschaften und Fähigkeiten durch die Schulklasse als primäre Instanz entwickelt und andererseits ist die Schulklasse eine Instanz zur Verteilung von Arbeitskräften, wenn man sie von dem gesellschaftlichen Gesichtspunkt aus betrachtet. Schule wird als Vermittlungsinstanz zwischen dem Familiensystem und dem System der Öffentlichkeit gesehen. Die Struktur der Schulklasse steht im Vergleich zu der Familie. Die Größe der Schule wächst mit der Schulstufe und es kommen mehrere Kinder auf einen Erwachsenen, sodass kürzere Beziehungen zu den Erwachsenen die Folge sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert das Interesse an der Struktur und den Zielen des DDR-Schulsystems im Vergleich zur BRD und stellt die methodische Herangehensweise über Parsons' Sozialisationstheorie vor.
2. Die schulische Sozialisation: Dieses Kapitel verortet die Schulklasse als soziales System, das durch Sozialisations- und Selektionsprozesse die Lernenden auf zukünftige Rollen in der modernen Gesellschaft vorbereitet.
3. Schulpolitik und –entwicklung in der DDR: Der Text beschreibt die Etablierung der polytechnischen Bildung und den Weg zum einheitlichen sozialistischen Bildungssystem, welches Theorie und Produktion eng miteinander verknüpfte.
4. Die Bewertung von Schülerleistungen: Hier wird das spezifische Zensuren- und Bewertungssystem der DDR detailliert, einschließlich der Kopfnoten zur Verhaltensbeurteilung sowie Prüfungs- und Versetzungsvorgaben.
5. Außerunterrichtliche und außerschulische Arbeit: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss der Kinder- und Jugendorganisationen sowie der Arbeitsgemeinschaften bei der Umsetzung des sozialistischen Erziehungsprozesses.
6. Ziele und Inhalte der sozialistischen Bildung und Erziehung: Die Ausführungen definieren die ideologischen Ziele der Bildung und die inhaltliche Gestaltung der verschiedenen Erziehungsbereiche, wie der intellektuellen, polytechnischen oder sittlichen Bildung.
7. Fazit: Die abschließenden Überlegungen fassen die Besonderheiten des DDR-Schulwesens zusammen und spiegeln die Ergebnisse an der zugrunde liegenden Theorie von Parsons.
Schlüsselwörter
Schulsystem, DDR, Sozialisation, Selektion, Talcott Parsons, Polytechnische Bildung, Sozialistische Erziehung, Leistungsbewertung, Zensuren, Kopfnoten, FDJ, Pionierorganisation, Schulpolitik, Schulleistung, Bildungsgesetz 1965
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Schulsystems der DDR, wobei die Hintergründe, Inhalte und Ziele dieses spezifischen Bildungssystems untersucht werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die schulische Sozialisation, die polytechnische Bildung, die Leistungsbewertung der Schüler sowie den Einfluss außerschulischer Organisationen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit primär?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie das System der Schulen in der DDR funktionierte und wie soziale Selektionsprozesse nach Talcott Parsons darin eingebettet waren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt die soziologische Theorie „Handeln in gesellschaftlichen Systemen“ von Talcott Parsons, speziell das Konzept „Die Schulklasse als soziales System“, als theoretischen Rahmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Schulpolitik, die detaillierte Beschreibung der Zensurengebung und Verhaltensbewertung sowie die Erläuterung der sozialistischen Bildungsziele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie DDR-Schulsystem, polytechnische Bildung, Sozialisation, Selektion, Zensuren und sozialistische Erziehung geprägt.
Wie unterschied sich die Leistungsbewertung in der DDR von der in der BRD?
Ein wesentlicher Unterschied lag in der Zensurenskala (1 bis 5 in der DDR gegenüber 1 bis 6 in der BRD) sowie der expliziten Bewertung des Verhaltens durch Kopfnoten.
Welche Rolle spielte die FDJ im Schulalltag?
Die Freie Deutsche Jugend (FDJ) fungierte als Instrument der Jugendpolitik der SED und war tief in den Schulalltag integriert; die Mitgliedschaft war zwar offiziell freiwillig, aber für den schulischen und beruflichen Aufstieg von zentraler Bedeutung.
- Quote paper
- Nicole Budzinski (Author), 2004, Schule und Bildung in der Deutschen Demokratischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30517