Quellenkommentar zu Christoph Hartknochs "Alt- und neues Preußen Oder Preussischer Historien Zwey Theile"


Quellenexegese, 2014
7 Seiten, Note: 12 Punkte
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenbeschreibung

3. Quellenkritik.
3.1. Aufiere Quellenkritik
3.2. Innere Quellenkritik

4. Quelleninterpretation

5. Literaturliste

1. Einleituns

Die Geschichte PreuBens in der fruhen Neuzeit verlief uberaus ereignisreich. PreuBen oder konkreter Brandenburg-PreuBen besaB aus historischer Perspektive keine vergleichbare Entwicklungsgeschichte wie die anderen europaischen Monarchien. Obwohl nicht alle historischen Sachverhalte der damaligen Zeit in PreuBen aufgezeichnet wurden, ist zu sagen, dass die preuBische Landesgeschichtsschreibung auBerst fortgeschritten war und mehrere Landeshistoriker sich mit der Geschichte PreuBens auseinandergesetzt haben. An dieser Stelle sollte jedoch hinzugefugt werden, dass die Landesgeschichtsschreibungen jener Zeit explizite geschichtliche Geschehnisse reflektiert haben, aber nicht die Vollstandigkeit der Vorkommnisse zusammentrugen.

Der vorliegende Quellenkommentar befasst sich mit einem Abschnitt aus der moglicherweise wichtigsten Chronik von PreuBen, ,,Alt- undneues Preufien Oder Preussischer Historien Zwey Theile.“, welches vom Historiker und Kartografen Christoph Hartknoch verfasst wurde. Zunachst soll die zu hier behandelnde Quelle anhand einer Quellenbeschreibung vorgestellt werden. Darauffolgend erfolgt eine Quellenkritik, wo zwischen der auBeren Quellenkritik, in der man sich auf den physischen Gestalt der Quelle bezieht, sowie der inneren Quellenkritik, in der man eine inhaltliche Analyse vornimmt, unterschieden wird. AnschlieBend wird eine Quelleninterpretation angefuhrt, in der man sich mit dem ausgesuchten Abschnitt der Chronik kritisch auseinandersetzt. Zum Abschluss folgt dann ein Fazit, in dem eine Zusammenfassung geboten wird.

2. Quellenbeschreibung

Die folgende Quelle „Alt- und Neues Preussen oder Preussischer Historien zwey Theile“, welches im Jahre 1684 seitens des preuBischen Historikers Christoph Hartknoch in Verlegung Martin Hallervorden sowie Drucks Johann Andreae in den Verlagsorten Frankfurt am Main und Leipzig veroffentlicht wurde, ist eine Chronik. Kennzeichen, das es sich hierbei um eine Chronik handelt, sind darin zu sehen, dass der Autor dieser Quelle, die historischen Begebenheiten in einer zeitlichen Abfolge strukturiert darstellt. Da jedoch Hartknoch sich in groBen Bereichen seines Buches mit dem stadtischen Aufbau PreuBens sowie dessen Stadtansichten beschaftigt, gilt seine Publikation auch als eine Art historische Landeskunde[1]. Das Werk Hartknochs befindet sich in seiner Originalausgabe in der bayrischen Staatsbibliothek und wurde mittlerweile in Google Books vollkommen digitalisiert, sodass es fur Jedermann zuganglich ist. Die Chronik wurde in der altdeutschen Frakturschrift verfasst, welches zu dieser Zeit die meistverwendete Schriftart war.

3. Quellenkritik

Nachdem die Quelle in einer pragnanten Weise beschrieben wurde, folgt nun die Quellenkritik, die wie bereits erwahnt zwischen der inneren und der auBeren Quellenkritik differenziert wird. Es soll festgestellt werden, wie diese Quelle entstanden ist, unter welchen Voraussetzungen beziehungsweise mit welchem Anlass sie geschrieben wurde und wie das Material gedeutet werden kann.

3.1 AuMere Quellenkritik

Der Verfasser dieser Quelle ist der Historiker Christoph Hartknoch, welcher im Jahre 1644 im Dorf Jablonken geboren wurde und im Jahre 1687 im Alter von 43 Jahren starb. Hartknoch, der nach einem Tatarenuberfall im Jahre 1656 nach Konigsburg fliehen musste, fing dort einen Theologielehrgang an. Er wurde zunachst Privatlehrer und anschlieBend Professor an einem Gymnasium. Im Laufe seines Lebens interessierte sich der PreuBe immer starker fur die Geschichte und befasste sich ausgiebiger mit der Geschichte seines Heimatgebietes.[2]

Im Jahre 1679 veroffentlichte er bereits, zunachst in lateinischer Sprache, eine erste Version seiner spateren Chronik unter dem Titel, „Alt- und Neues PreuBen“[3]. Seine Werke wurden alle noch zu seinen Lebenszeiten veroffentlicht, wodurch die Authentizitat der Quellen gestarkt wird. Die Abhandlungen schrieb er meistens alleine und forschte auch selbstandig nach benotigten Informationen. Jedoch soll er auch mit zeitgenossischen Historikern wie unter anderem Matthaus Pratorius zusammengearbeitet haben.[4]

Mit groBer Wahrscheinlichkeit wurde die Publikation Christoph Hartknochs vollkommen in PreuBen verschriftlicht, da er preuBische Stadte zum Teil auBerst genau beschreibt und bis zu seinem Lebensende in der OstpreuBischen Stadt Thorn gelebt hat. Das Buch wurde zum Ende des 17. Jahrhunderts verfasst. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Herzogtum PreuBen auch Brandenburg-PreuBen genannt, da Herrschaftsgebiete der Hohenzollern zusammenwuchsen. Unter Friedrich dem I. wurde PreuBen im Laufe der Zeit zu einer zentralen GroBmacht in Europa.

Da der Verfasser dieses Buches eine niedrige bis mittlere Sprache benutzt und in seinem Buch konnte man annehmen, dass die Adressaten aus einer niedrigeren Klasse stammen. Dennoch ist zu sagen, dass die vielfaltigen Informationen in dem Buch die Erkenntnis zulassen, das der Autor ein breit gefachertes Publikum ansprechen mochte.

Viele Belege deuten auf die Echtheit dieser Quelle hin. Die Tatsache, dass diese Quelle sich in einer der bedeutendsten Bibliotheken Europas, der bayerischen Staatsbibliothek befindet und der Inhalt dieser Chronik im Vergleich zu anderen ahnlichen Quellen analog ist, lassen keine Zweifel an der Originalitat zu.

Die Landesgeschichtsschreibung Hartknochs weist sich nicht als einzige Quelle zu dieser Thematik aus. Schon vor ihm haben sich Historiker wie Simon Grunau sich mit der Chronik PreuBens befasst. Die chronikalische Landesbeschreibung knupft ebenfalls an die Geschichtsberichte von Peter von Dusburg an. In Punkto der Landesbeschreibung machen Ahnlichkeiten mit dem Werk des Landeskundlers Casper Hennenberger, welcher sich in seiner Schrift „Kurtze und warhafftige Beschreibung des Landes zu Preussen. Konigsberg i. Pr. 1584.“ vergleichsweise wie Hartknoch auf den Landesaspekt fokussierf[5] Einige Jahrzehnte nach Hartknochs preuBischer Chronik wurden Aufzeichnungen uber die Geschichte PreuBens seitens der Historiografen Gottfried Lenglich und Ludwig von Baczko veroffentlicht, worin mehrere Parallelen zu finden sind.

3.1 Innere Quellenkritik

Die folgende innere Quellenkritik beruht sich auf die Anfangspassage (S. 454-456 Abschnitt I-II) des funften Kapitels im zweiten Teil des Buches, welches wie folgt tituliert ist: Von Einfuhrung undFortpflanzung der christlichen Religion in Preufien.

[...]


[1] vgl. Forstreuter, Kurt „Hartknoch, Christoph", in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 716f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd129622311.html letzter Zugriff am, 15.10.2014

[2] ebd.

[3] ebd.

[4] Reusch, Heinrich, „ Pratorius, Matthaus“, in: Allgemeine Deutsche Biographie (1888), S. 529-530 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119489422.html?anchor=adb letzter Zugriff am, 15.10.2014

[5] vgl. Hackmann, Jorg, S. 32.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Quellenkommentar zu Christoph Hartknochs "Alt- und neues Preußen Oder Preussischer Historien Zwey Theile"
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Historische Institut)
Veranstaltung
Patria nostra? Preußische Landesgeschichtsschreibung in der Frühen Neuzeit
Note
12 Punkte
Jahr
2014
Seiten
7
Katalognummer
V305225
ISBN (eBook)
9783668049833
Dateigröße
1064 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Preußische Landesgeschichtsschreibung, Alt- und neues Preußen Oder Preussischer Historien Zwey Theile. Frankfurt und Leipzig 1686., Hartknoch, Christoph, Quellenkommentar, Quellenkritik, Martin Hallervorden
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Quellenkommentar zu Christoph Hartknochs "Alt- und neues Preußen Oder Preussischer Historien Zwey Theile", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305225

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