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Die Befristung von Lizenzspielerverträgen im Profifußball

Titel: Die Befristung von Lizenzspielerverträgen im Profifußball

Bachelorarbeit , 2014 , 52 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Karl-Philip Dieckmann (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Für die meisten Menschen ist Fußball eine Nebenbeschäftigung oder ein Freizeitausgleich. Aber für wenige andere privilegierte Menschen stellt der Fußball eine professionelle Art zum Geldverdienen dar.

Bei diesen sogenannten Profisportlern stellt sich u.a. die Frage, ob und in wie fern sie als Arbeitnehmer zu qualifizieren sind bzw. ob für sie arbeitsrechtliche Sonderregelungen gelten.

Diese Fragen legen es nahe, sich mit den Vertragsklauseln einiger Musterarbeitsverträge von Sportvereinen, Sportverbänden oder sonstigen Vereinigungen zu befassen, in denen es ggf. auf Grundlage der Klauseln und der allgemeinen arbeitsvertraglichen Bestimmungen zu Persönlichkeitsrechtsberührungen oder -beeinträchtigungen gekommen ist.

Der Zugang zu konkreten Arbeitsverträgen erweist sich allerdings als problematisch, da sich die sonst so offene Fußballbranche, sobald es um Vertragsdetails geht, ebenso ver- schlossen zeigt, wie Oliver Kahns Tor in den späten 90er Jahren.

Allgemein taucht das Thema der Sportrechtswissenschaft in den Rechtslehrbüchern oder auch in den Rechtszeitschriften bzw. den amtlichen Entscheidungssammlungen der höchsten Gerichte erst sehr spät, gegen Anfang der 1970 Jahre auf.

1972 schrieb Bernhard Preis in seiner Dissertation zum Thema „Der Lizenzspieler im Bundesligafußball“ folgenden nennenswerten Satz: „Die rechtlichen Probleme, die sich für den Lizenzspieler aus der berufs- mäßigen Ausübung des Fußballsports ergeben, sind in der juristischen Fach- welt lange Zeit nahezu unbeachtet geblieben. Es bedurfte erst eines so spektakulären Ereignisses wie des sog. Bundesliga-Bestechungsskandals, um diese Rechtsprobleme aus ihrem Aschenbrödeldasein zu befreien“.

Weiter ausgedehnt hat sich das Sportrecht, insbesondere für den deutschen Profifußball, dennoch erst mit dem Bundesligaskandal um Arminia Bielefeld und den Kickers Offenbach. Im Laufe der Zeit bewegt sich der Profifußball durch die Professionalisierung immer mehr in das Arbeitsrecht hinein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Sport als abhängige Arbeit

I. Arbeitsverhältnis

II. Arbeitgeber

III. Arbeitnehmer

a) Sport als Kunst

b) Differenzierung zwischen Spitzen- und Durchschnittssportlern

c) Sportler als Mitunternehmer

d) Unternehmer mangels persönlicher Abhängigkeit

IV. Zwischenergebnis

V. Lizenzspieler

VI. Amateur

VII. Vertragsspieler

C. Befristetes Arbeitsverhältnis

I. Anwendbarkeit des TzBfG

II. § 14 I TzBfG

III. Form der Befristung

D. Befristung mit Sachgrund gemäß § 14 I TzBfG

I. Branchenüblichkeit der Befristung

II. Erhöhter Bedarf und Vertretung gemäß § 14 I 2 Nr.1 und Nr.3 TzBfG

III. Erstanstellung/ Anschluss an eine Ausbildung § 14 I 2 Nr.2 TzBfG

IV. Eigenart der Arbeitsleistung gemäß § 14 I 2 Nr.4 TzBfG

1. Abwechslungsbedürfnis des Publikums

2. Innovations- und Novellierungsinteresse

3. Verschleißtatbestand

V. Befristung zu Erprobungszwecken gemäß § 14 I 2 Nr.5 TzBfG

VI. Wunsch des Arbeitnehmers gemäß § 14 I 2 Nr.6 TzBfG

VII. Befristung von Haushaltsmitteln § 14 I 2 Nr.7 TzBfG

VIII. Zwischenergebnis

IX. Länge der Befristung

E. Befristung ohne Sachgrund § 14 II TzBfG

F. Rechtsfolgen der Befristung

I. Wirksamkeit der Befristung

II. Unwirksame Befristung

G. Auflösend bedingtes Arbeitsverhältnis

H. Ergebnis / Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die rechtliche Zulässigkeit der Befristung von Lizenzspielerverträgen im Profifußball unter besonderer Berücksichtigung der arbeitsrechtlichen Sachgründe nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die in der Praxis verbreiteten befristeten Verträge im Profifußball vor dem Hintergrund der geltenden Gesetzeslage und Rechtsprechung tatsächlich sachlich gerechtfertigt sind.

  • Abgrenzung der Arbeitnehmereigenschaft von Profifußballern
  • Analyse der gesetzlichen Sachgründe für befristete Arbeitsverhältnisse
  • Kritische Würdigung der Branchenüblichkeit und des Verschleißtatbestandes
  • Rechtliche Bewertung der sachgrundlosen Befristung im Fußball
  • Untersuchung der Rechtsfolgen bei unwirksamer Befristung

Auszug aus dem Buch

I. Arbeitsverhältnis

Bevor die Überprüfung der Begrifflichkeiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorgenommen werden kann, muss zunächst definiert werden, was ein Arbeitsverhältnis ist. § 611 BGB, der lediglich den Typus des Dienstvertrags regelt, bildet die Grundlage des Arbeitsvertrags, welcher wiederum ein Unterfall des Dienstvertrags nach § 611 BGB ist. § 611 I BGB enthält. Die Anspruchsnorm für die Erfüllung des Leistungsversprechens, das durch den Dienstvertrag zwischen den Parteien verbindlich wird besagt, dass derjenige, der Dienste zusagt, zur Leistung der versprochenen Dienste und der jeweils andere zur Gewährung der vereinbarten Vergütung verpflichtet wird.

Die Rechte und Pflichten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ergeben sich aus § 611 BGB. Bei der Verpflichtung eines Lizenzspielers zu einer Sportleistung handelt es sich grundsätzlich um einen Dienstvertrag im Sinne des § 611 BGB. Der Lizenzspieler schuldet damit sportliche Tätigkeit, aber keinen bestimmten Erfolg, wie z.B. Aufstieg in eine höhere Spielklasse oder gar die deutsche Meisterschaft. Damit ein Arbeitsverhältnis zustande kommt, benötigt es einen Arbeitgeber und einen Arbeitnehmer, da der Arbeitsvertrag ein synallagmatischer Vertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist. An dieser Stelle gilt es zunächst zu klären, wer im Profifußball als Arbeitgeber und wer als Arbeitnehmer in Betracht kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Hinführung zum Thema und Erläuterung der zunehmenden Bedeutung des Arbeitsrechts im Profifußball.

B. Sport als abhängige Arbeit: Diskussion des Arbeitnehmerstatus von Fußballspielern sowie Abgrenzung zu anderen Tätigkeitsformen wie Selbstständigkeit oder Mitunternehmertum.

C. Befristetes Arbeitsverhältnis: Darstellung der Anwendbarkeit des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) auf Arbeitsverträge im Profifußball.

D. Befristung mit Sachgrund gemäß § 14 I TzBfG: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Sachgründe, die eine Befristung im Lizenzfußball rechtfertigen könnten.

E. Befristung ohne Sachgrund § 14 II TzBfG: Analyse der Möglichkeiten und Grenzen für sachgrundlose Befristungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.

F. Rechtsfolgen der Befristung: Erläuterung der Wirkungen einer (un)wirksamen Befristung und der Kündigungsregelungen.

G. Auflösend bedingtes Arbeitsverhältnis: Betrachtung von Verträgen, die bei Eintritt eines zukünftigen Ereignisses enden, wie z.B. bei einem Abstieg.

H. Ergebnis / Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Befristungsmöglichkeiten und Herausarbeitung der sportökonomischen Hintergründe.

Schlüsselwörter

Profifußball, Lizenzspieler, Arbeitsverhältnis, Befristung, TzBfG, Sachgrund, Arbeitnehmer, Direktionsrecht, Verschleißtatbestand, Vertragslaufzeit, Sportrecht, Arbeitsrecht, Kündigungsschutz, Transfer, Berufsfußball

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der arbeitsrechtlichen Zulässigkeit befristeter Arbeitsverträge für Lizenzspieler im deutschen Profifußball.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Abgrenzung der Arbeitnehmereigenschaft, die Analyse gesetzlicher Befristungsgründe und die Rechtsprechung zu Arbeitsverhältnissen im Sport.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, unter welchen Bedingungen und mit welchen sachlichen Gründen Vereine befristete Arbeitsverträge mit Spielern rechtswirksam schließen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die juristische Literaturanalyse und wertet einschlägige Rechtsprechung sowie gesetzliche Grundlagen aus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Sachgründe des § 14 TzBfG auf ihre Anwendbarkeit im Profifußball sowie die Rechtsfolgen bei unwirksamen Befristungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind insbesondere Lizenzspieler, Befristung, TzBfG, Profifußball und Arbeitnehmereigenschaft.

Warum ist das "Abwechslungsbedürfnis des Publikums" als Sachgrund im Profifußball zweifelhaft?

Da Fußballvereine, anders als Theaterbühnen, ihre Flexibilität im Personaleinsatz nicht auf das Grundrecht der Kunstfreiheit stützen können, wird dieser Grund weitgehend verneint.

Spielt der Verschleißtatbestand bei Lizenzspielern eine Rolle?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Verschleißtatbestand für Lizenzspieler verneint werden muss, da diese primär für ihre eigene individuelle Leistung verantwortlich sind, anders als Trainer, deren Leistung direkt von der Führung des Teams abhängt.

Welche Rolle spielt der Wunsch des Arbeitnehmers bei der Befristung?

Der Wunsch des Spielers nach einer Befristung wird als zulässiger Sachgrund anerkannt, da Spieler oft keine langfristige Bindung wünschen, um ihre Chancen auf einen später höher dotierten Vertrag zu wahren.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Befristung von Lizenzspielerverträgen im Profifußball
Hochschule
Fachhochschule Bielefeld
Note
2,3
Autor
Karl-Philip Dieckmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
52
Katalognummer
V305277
ISBN (eBook)
9783668051737
ISBN (Buch)
9783668051744
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fußball Arbeitsverträgen Profifußball Sportrechtswissenschaft Sportverbände Vertragsklauseln Lizenzspieler Sportrecht Bundesliga-Bestechungsskandals Lizenzspielerverträge
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karl-Philip Dieckmann (Autor:in), 2014, Die Befristung von Lizenzspielerverträgen im Profifußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305277
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Leseprobe aus  52  Seiten
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