Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Phänomen der Low Cost Carrier in Europa und deren Erfolgsgeschichte, die ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika fand. Hierbei wird oftmals aus anschaulichen Gründen auf den europäischen Spitzenreiter Ryanair eingegangen. Darüber hinaus wird regelmäßig der Vergleich zu den traditionellen Fluggesellschaften gesucht, um die Position der Low Cost Carrier zu verdeutlichen.
Bisher ist in der Literatur noch keine einheitliche Definition für den Begriff „Low Cost Carrier“ vorhanden, weshalb im zweiten Kapitel der Versuch unternommen wird, LCC zu erläutern. Anschließend wird auf die Organisation des Luftverkehrs eingegangen, wobei entsprechend dem Titelthema das Hauptaugenmerk auf dem Zusammenschluss der wichtigsten europäischen Billigflieger (ELFAA) gelegt wird. In einem nächsten Teil wird die Historie der LCC erörtert, wobei der Schwerpunkt sowohl auf die Entwicklung in den USA als auch in Europa gelegt wird. In diesem Zusammenhang werden auch die erfolgreichsten europäische Billigfluglinien vorgestellt, wobei auch der deutsche LCC- Markt näher betrachtet wird. Dieses Kapitel, welches die Rahmenbedingungen und die Grundlagen für den weiteren Verlauf dieser Arbeit bildet, wird mit der Erläuterung des langwierigen, in drei Schritten verlaufenden, Prozesses der Liberalisierung abgeschlossen.
Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit einer der zentralen Fragestellungen der vorliegenden Arbeit: Wie können sich Low Cost Carrier die unangefochtene Kostenführerschaft in der Luftverkehrsbranche erarbeiten? Hier ist das vorrangige Ziel, die Gründe des Erfolges aufzudecken. Außerdem wird der Kostenvorsprung, den die LCC gegenüber ihren stärksten Konkurrenten, den traditionellen Fluggesellschaften der NWC haben, anhand der signifikantesten Merkmale des Geschäftsmodells detailliert erläutert. Die Ausführungen enden in einer Zusammenfassung dieser Kostenvorteile.
Das nachfolgenden Kapitel setzt sich mit der Branchenstrukturanalyse und der umkämpften Wettbewerbssituation im Billigflugsegment auseinander. Dazu wird das von Porter entwickelte Five- Forces- Modell verwendet, welches die Attraktivität einer Branche mit Hilfe von fünf Treibkräften beschreibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aufbau und Zielsetzung
2. Entstehung und Entwicklung der Billigflugindustrie
2.1 Was sind Low Cost Carrier?
2.2 Staatliche und private Institutionen des Luftverkehrs
2.3 Historie und Entwicklung
2.4 Übersicht über den europäischen LCC Markt
2.5 Aufbau des deutschen LCC Markt
2.6 Der europäische Liberalisierungsprozess des Luftverkehrs
3. Vergleich der Geschäftsmodelle: LCC versus NWC
3.1 Network Carrier
3.2 Abgrenzung beider Modelle anhand der wichtigsten Merkmale
3.2.1 Flugzeugbetrieb
3.2.2 Aktionsraum und Flughäfen
3.2.3 Marketing, Preiskonzept und Vertrieb
3.2.4 Personal
3.2.5 Produkt- und Serviceangebot
3.2.6 Zusammenfassung der Kostenvorteile
4. Externe Branchenstruktur- und Wettbewerbsanalyse nach Porter
4.1 Erläuterungen zur Analyse
4.2 Bedrohung durch neue Markteintritte bzw. Konkurrenten
4.3 Bedrohung durch Substitutionsprodukte
4.4 Verhandlungsmacht der Abnehmer/ Konsumenten
4.5 Verhandlungsstärke der Lieferanten
4.6 Wettbewerber in der Branche
4.7 Schlussfolgerung aus der Branchenstrukturanalyse
5. Auswirkungen von LCC
5.1 Nutzen für Verbraucher
5.2 Nutzen für Flughäfen
5.3 Nutzen für die Region
5.4. LCC und die Auswirkungen auf die Umwelt
6. Zukunftsaussichten der Low Cost Airlines
6.1 Sinkende Kostenvorteile der LCC - die KPMG Studie 2013
6.2. Langstrecke - eine Alternative für LCC?
6.3 Hybrid Carrier
7. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert das Geschäftsmodell der Low Cost Carrier (LCC) im europäischen Luftverkehr, untersucht die Gründe für deren Erfolg und beleuchtet die Wettbewerbsdynamik im Vergleich zu traditionellen Network Carriern (NWC). Ziel ist es, die Kostenführerschaft der Billigflieger sowie zukünftige Trends und Herausforderungen auf dem Markt zu identifizieren.
- Historische Entwicklung der Billigflugindustrie in den USA und Europa
- Vergleichende Analyse der Geschäftsmodelle: LCC vs. NWC
- Externe Branchenstrukturanalyse nach dem Five-Forces-Modell von Porter
- Auswirkungen der LCC-Expansion auf Verbraucher, Flughäfen und Regionen
- Zukunftsaussichten und Trends wie Langstrecken-LCC und Hybrid-Carrier
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Flugzeugbetrieb
Low Cost Carrier verfolgen im Allgemeinen eine Strategie der homogenen Flugzeugflotte, was bedeutet, dass nur ein einziger Flugzeugtyp für den Flugbetrieb eingesetzt wird. Homogene Flotten weisen gegenüber heterogenen einige signifikante Vorteile auf und ermöglichen organisatorische Vereinfachungen, die sich positiv auf die Kosten der Fluggesellschaft auswirken. Die Nutzung nur eines einzigen Flugzeugtyps führt sowohl zu geringen Personalkosten als auch zu geringerem Aufwand für die einheitliche Ausbildung der Piloten und der Besatzung. Durch die Flottenhomogenität entstehen darüber hinaus noch weitere beträchtliche Kostensenkungspotenziale, wie Einsparungen bei der Wartung und Instandhaltung des Flugzeuges sowie der Ersatzteilbeschaffung und -lagerung. Die Ersparnisse bei der Wartung und Instandsetzung resultieren aus dem „Outsourcing“ dieser Aufgaben an externe Unternehmen, wodurch sich die LCC weder an Festpersonal noch an Infrastruktur binden müssen.
Ferner können LCC aufgrund ihrer Verhandlungsstärke (siehe hierzu auch Kapitel 4.5) von guten Konditionen bei dem Kauf von Flugzeugen profitieren und so weitere Ersparnisse generieren. LCC tätigen oft Großbestellungen eines Flugzeugtyps, was zu einem günstigen Spielraum bei Preisverhandlungen gegenüber den Flugzeuglieferanten führt. Die Folgen sind vom Lieferanten gewährte Mengenrabatte sowie positive Skaleneffekten, da LCC nur einmalig in fixe Flottenkosten investieren muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kommerzialisierung der Luftfahrt ein und beschreibt das Phänomen der Low Cost Carrier als dominierende Kraft, die den traditionellen Network Carrier Handlungsdruck auferlegt.
2. Entstehung und Entwicklung der Billigflugindustrie: Das Kapitel erläutert die Historie und Charakteristika der LCC, die Bedeutung regulatorischer Institutionen und den Liberalisierungsprozess in Europa.
3. Vergleich der Geschäftsmodelle: LCC versus NWC: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der strategischen Ausrichtungen von Billigfliegern und Network Carriern unter besonderer Berücksichtigung ihrer Kostenstrukturen.
4. Externe Branchenstruktur- und Wettbewerbsanalyse nach Porter: Mittels des Five-Forces-Modells wird die Wettbewerbsintensität und Attraktivität der Branche sowie die Macht von Lieferanten und Abnehmern analysiert.
5. Auswirkungen von LCC: Hier werden die positiven externen Effekte der LCC-Expansion auf Passagiere, regionale Wirtschaftskreisläufe und Flughäfen sowie die Umweltbilanz untersucht.
6. Zukunftsaussichten der Low Cost Airlines: Dieser Abschnitt thematisiert schwindende Kostenvorteile laut KPMG-Studien, die Ambitionen der LCC auf der Langstrecke und das Entstehen hybrider Geschäftsmodelle.
7. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Erfolgsfaktoren zusammen und reflektiert kritisch über die Grenzen des Wachstums sowie zukünftige Entwicklungen im europäischen Luftverkehrsmarkt.
Schlüsselwörter
Low Cost Carrier, Network Carrier, Geschäftsmodell, Luftverkehr, Liberalisierung, Kostenführerschaft, Porter Five Forces, Billigfluggesellschaften, Flugzeugflotte, Sekundärflughäfen, Wettbewerb, Hybrid Carrier, Langstreckenflug, Ancillary Revenues, Marktanteile.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Bachelorarbeit analysiert das Geschäftsmodell der Low Cost Carrier (LCC) im europäischen Luftverkehr, deren Ursprung, Wettbewerbsvorteile und deren Auswirkungen auf den gesamten Markt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Historie der LCC, den Vergleich zwischen Low Cost und Network Carriern, die Branchenstrukturanalyse nach Porter sowie die Auswirkungen und zukünftigen Entwicklungen der Billigflugindustrie.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Gründe für die unangefochtene Kostenführerschaft der LCC in der Branche aufzudecken und zu untersuchen, wie sich diese gegenüber traditionellen Fluggesellschaften behaupten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, unterstützt durch Datenmaterial, Marktanalysen und das Five-Forces-Modell von Michael E. Porter zur Untersuchung der Wettbewerbssituation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Differenzierung der Geschäftsmodelle von LCC und NWC, eine externe Wettbewerbsanalyse, eine Nutzenbetrachtung für verschiedene Stakeholder sowie einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Low Cost Carrier, Kostenführerschaft, Liberalisierung des Luftverkehrs, Wettbewerbsvorteile und Hybrid Carrier charakterisiert.
Was ist das zentrale Merkmal eines "Hybrid Carriers"?
Ein Hybrid Carrier ist eine Mischform, die Merkmale von Low Cost Carriern und traditionellen Network Carriern vereint, um flexibler auf Marktnischen und Kundenbedürfnisse reagieren zu können.
Welche Rolle spielt die KPMG-Studie 2013 für die Arbeit?
Die Studie wird genutzt, um aufzuzeigen, dass der Kostenvorteil der LCC gegenüber traditionellen Airlines tendenziell schrumpft und die NWC erfolgreich Rationalisierungsmaßnahmen implementiert haben.
- Citation du texte
- Maximilian Dominioni (Auteur), 2015, Low Cost Carrier (LCC) in Europa. Historie, Gegenwart, Zukunftsaussichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305291