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Das Reich am Nil und Alexander der Große

Title: Das Reich am Nil und Alexander der Große

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 26 Pages , Grade: 1

Autor:in: Marcel Egbers (Author)

World History - Early and Ancient History
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Mit diesen Worten begann der bedeutende Historiker Johann Gustav Droysen seine „Geschichte des Hellenismus“. Und durch diese Worte werden gleich zwei Sachverhalte deutlich: Erstens, wie sehr das Wirken Alexanders die damalige Gesellschaft verändert hat und die Folgen seiner Taten der Welt ein vollkommen neues Gesicht verliehen. Zweitens, wie stark die Gestalt Alexanders des Großen zu einem personalisierten Geschichtsbild verlockt, in dem historische Ereignisse stets aus der Sicht Alexanders erklärt und verstanden werden - der Geschichtsverlauf stets mit dem Leben dieser „großen Persönlichkeit“ gleichgesetzt wird. Doch man kann Droysen kaum einen Vorwurf machen, dass er die Entwicklung und Ausbreitung der hellenistischen Kultur so sehr mit Alexander in Verbindung setzte, denn dieser makedonische Herrscher ist „vielleicht das beste Beispiel dafür, daß in der Tat ganz erhebliche Veränderungen von welthistorischer Bedeutung durch das Handeln eines Individuums möglich sind.“ 2

Aber trotz der immensen Bedeutung Alexanders des Großen sollte man bei historischer Forschung das Blickfeld nicht bloß auf ihn verengen. Wie der Philosoph Walter Benjamin treffend feststellte, läuft der Historiker schnell in Gefahr, sich zu sehr in die Sieger einzufühlen; die Besiegten erfahren dabei nur geringe Beachtung. 3 Und so erinnern viele Forschungsarbeiten an eine Kamerafahrt um Alexander, bei der allein seine Motive und Handlungen im Vo r-dergrund stehen. Was in den Jahren vor seiner Ankunft in den später eroberten Gebieten geschehen war, oder was die Motive der Unterworfenen waren, sich Alexander gegenüber so zu verhalten, wie sie es taten, das wird meist nur am Rande erwähnt.

Das Thema der vorliegenden Arbeit ist Alexanders Zug nach Ägypten - seine Gründe für den Ägyptenmarsch, sein Vorgehen und die Herrschaftssicherung. Dabei sollen aber auch die Ägypter selbst und ihre Kultur gewürdigt werden. Insofern beschäftigen folgende Seiten sich nicht nur mit der Frage, was die Ziele Alexanders waren und wie er sie durchsetzte, sondern auch damit, wie die Ägypter auf den neuen Herrscher reagierten und warum sie so wenig Wi-derstand leisteten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Blick aus Ägypten

2. 1. Der Pharao – ein göttlicher Herrscher

2. 2. Von den libyschen Königen bis zu den persischen Eroberern

3. Das Wirken Alexanders in Ägypten

3. 1. Die Herrschaftsübernahme

3. 2. Die Gründung Alexandrias und der Marsch zum Orakel von Siwa

3. 2. 1. Eine neue Metropole

3. 2. 2. Die Befragung des Ammonorakels

4. Alexander der Große in Ägypten und sein Nachwirken - eine Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und die Durchführung von Alexanders Zug nach Ägypten. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie es Alexander gelang, seine Herrschaft zu etablieren, welche politischen und wirtschaftlichen Ziele er verfolgte und warum er dabei auf so wenig Widerstand seitens der ägyptischen Bevölkerung stieß.

  • Gründe für den Ägyptenmarsch und die Konsolidierung der Herrschaft
  • Traditionelles Herrschaftssystem und die Rolle des Pharaos im Alten Ägypten
  • Die Gründung Alexandrias als neues Handels- und Machtzentrum
  • Die Bedeutung des Orakelbesuchs in der Oase Siwa für die Herrschaftslegitimation
  • Das Verhältnis zwischen den makedonischen Eroberern und der ägyptischen Priesterschaft

Auszug aus dem Buch

3. 2. 2. Die Befragung des Ammon-Orakels

Zu Beginn des Jahres 331 unternahm Alexander seine Reise zum weltberühmten Orakelheiligtum des Gottes Amun, in Griechenland ebenfalls bekannt unter dem Namen Ammon bzw. Zeus-Ammon, in der Oase Siwa. Da die Frage, ob dieser Marsch nun vor oder nach der Gründung Alexandreias stattgefunden hat, bereits im vorigen Kapitel behandelt worden ist, gehe ich darauf nun nicht mehr weiter ein.

Der Weg führte Alexander und seine Gefährten zunächst die lybische Küste entlang nach Westen bis Paraitonion; beim See Mareotis „brachten ihm Gesandte aus Kyrene Geschenke und baten ihn um Frieden und daß er ihre Städte besuchen möchte. Er nahm die Geschenke an, schloß mit ihnen ein Freundschaftsbündnis und ging dann weiter an die Ausführung seines Entschlusses.“ Wahrscheinlich gewährte Alexander mit diesem Bündnis der Stadt Kyrene die Unabhängigkeit als freie Polis. Der makedonische König führte den Zug (darunter auch Ptolemaios, an dessen Schriften sich Arrian orientiert hat) von Paraitonion aus gegen Süden durch die Wüste. Dieser Marsch durch die Wüste wird in sämtlichen Quellen als außerordentlich beschwerlich beschrieben, der Weg führte die Makedonen „durch öde und großenteils wasserlose Sandwüste, jedoch hatte Alexander in großer Menge Regenwasser zur Verfügung, was man als göttliches Zeichen auslegte.“ Auch verlor die Gruppe trotz eines Sandsturmes nicht die Orientierung in dem Wüstengebiet, was je nach Quelle auf einige Raben oder Schlangen zurückgeführt wurde, die Alexander den Weg wiesen. Egal, ob man den Berichten über diese tierhaften Führer nun glaubt, Fakt ist, dass Alexander mit seinen Mannen tatsächlich Siwa erreichte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass historische Forschung zu Alexander oft zu sehr auf den Eroberer fokussiert ist und die Rolle der Besiegten, insbesondere Ägyptens, vernachlässigt.

2. Der Blick aus Ägypten: Dieses Kapitel erläutert das traditionelle ägyptische Herrschaftssystem sowie die religiöse Bedeutung des Pharaos und zeigt die politische Geschichte Ägyptens vor der makedonischen Eroberung auf.

2. 1. Der Pharao – ein göttlicher Herrscher: Der Abschnitt verdeutlicht die enge Verflechtung von politischer Macht und religiösem Kult im Alten Ägypten und die Rolle des Pharaos als Garant der kosmischen Ordnung.

2. 2. Von den libyschen Königen bis zu den persischen Eroberern: Dieser Teil beschreibt die wechselvolle Geschichte Ägyptens im Angesicht fremder Herrscher und den schwindenden Einfluss der einheimischen Pharaonen.

3. Das Wirken Alexanders in Ägypten: Hier werden die konkreten Maßnahmen Alexanders nach seinem Einzug in Ägypten und die Umstrukturierung der Verwaltung beleuchtet.

3. 1. Die Herrschaftsübernahme: Der Abschnitt behandelt die kampflose Kapitulation des ägyptischen Satrapen und Alexanders respektvolle Integration in die pharaonischen Traditionen.

3. 2. Die Gründung Alexandrias und der Marsch zum Orakel von Siwa: Hier wird der Bau der neuen Metropole sowie die strategische und religiöse Bedeutung des Orakelbesuchs diskutiert.

3. 2. 1. Eine neue Metropole: Dieser Teil analysiert die wirtschaftlichen und militärischen Motive hinter der Gründung Alexandrias.

3. 2. 2. Die Befragung des Ammonorakels: Der Abschnitt untersucht die verschiedenen Deutungen der Motive hinter dem gefahrvollen Marsch in die Oase Siwa.

4. Alexander der Große in Ägypten und sein Nachwirken - eine Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die langfristige Bedeutung Alexanders für die Verschmelzung ägyptischer und griechischer Kultur.

Schlüsselwörter

Alexander der Große, Ägypten, Pharao, Hellenismus, Alexandria, Orakel von Siwa, Ammon, Priesterschaft, Herrschaftslegitimation, Ptolemäer, Machtübernahme, Antike, Geschichte, Kulturverschmelzung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Eroberung Ägyptens durch Alexander den Großen und analysiert, wie der makedonische König seine Herrschaft in einem für ihn fremden Land stabilisierte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das ägyptische Herrschaftssystem, die strategischen Motive Alexanders, die Bedeutung der Stadtgründung Alexandrias sowie das Verhältnis zwischen den neuen Herrschern und der ägyptischen Priesterschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Alexanders Vorgehen in Ägypten zu beleuchten, die Gründe für den Erfolg seiner Herrschaftssicherung zu ergründen und dabei auch die Perspektive der Ägypter und ihrer Traditionen angemessen zu berücksichtigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und antiker Quellen basiert, um die verschiedenen Forschungsmeinungen zum Ägyptenzug kritisch gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ausgangslage in Ägypten vor der Ankunft Alexanders, die Details der Herrschaftsübernahme, die Gründung der Stadt Alexandria sowie die kontrovers diskutierte Motivation für den Marsch zum Orakel von Siwa.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Alexander der Große, Ägypten, Pharaonenkult, Machtpolitik, Orakel von Siwa und Kulturtransfer charakterisiert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der ägyptischen Priester bei der Anerkennung Alexanders?

Die Arbeit zeigt auf, dass eine wechselseitige Abhängigkeit bestand: Die Priester benötigten einen rechtmäßigen Pharao zur Wahrung der Traditionen, während Alexander die Priester zur Stabilisierung seiner Herrschaft benötigte.

Welche Rolle spielte die Gründung Alexandrias in der Gesamtstrategie des Königs?

Die Gründung diente nicht nur als Handels- und Hafenstadt, sondern war ein wesentliches Instrument, um Ägypten wirtschaftlich zu erschließen und als Machtzentrum im Mittelmeerraum zu festigen.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Das Reich am Nil und Alexander der Große
College
University of Osnabrück
Grade
1
Author
Marcel Egbers (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V30532
ISBN (eBook)
9783638317771
Language
German
Tags
Reich Alexander Große
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Egbers (Author), 2004, Das Reich am Nil und Alexander der Große, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30532
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