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Der Kunde oder Patient im deutschen Gesundheitswesen: ein mündiger Verbraucher?

Title: Der Kunde oder Patient im deutschen Gesundheitswesen: ein mündiger Verbraucher?

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 38 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Antje Lüth (Author), Bernadette Böttcher-Peters (Author)

Health - Health system
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Das deutsche Gesundheitssystem erfährt durch die zunehmende Ökonomisierung einen spürbaren Paradigmenwechsel. Effizienz, Kostendruck, Rationalisierung und Wettbewerbsfähigkeit sind zu den Leitworten bei der Arbeit in den Krankenhäusern geworden. Um den neuen Herausforderungen gerecht werden zu können, orientiert man sich an Konzepten und Qualitätssystemen, die sich in der Wirtschaft bewährt haben. Mit dieser Entwicklung hielten auch die Begriffe „Kunde“ und „mündiger Verbraucher“ Einzug in die Unternehmensleitbilder von Krankenhäusern.

Insgesamt stellt sich nun die Frage, inwieweit Marktmechanismen zur Regelung der Entwicklung im Gesundheitswesen nutzbar sind, denn: Kann ein Patient ein „Kunde“ sein? Wird der Patient zum mündigen Verbraucher, wenn ein Krankenhaus neue „kundenorientierte“ Konzepte erstellt? Sind die Veränderungen in marktwirtschaftlicher Richtung auch im Interesse der Patienten?

Die vorliegende Arbeit versucht, Antwort auf diese Fragen zu geben. Dabei wird die Stellung des Patienten allgemein im Gesundheitswesen und speziell in den Krankenhäusern beleuchtet. Die Untersuchung zeigt zudem, wie die Patienten selbst die Situation beurteilen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1. Gesundheitswesen

2.2 Patient

2.3 Kunde

2.4 Mündigkeit

2.5 Verbraucher im Gesundheitswesen

3. Patient und Kunde im Krankenhaus

4. Wie sieht es nun im Alltag aus?

5. Kritik

6. Eine neue Definition des Patienten als mündiger Verbraucher

6.1. Ist ein Patient stark?

6.2. Verbraucherinformation auf dem Gesundheitsmarkt

6.3. Patient als Verbraucher auf dem Gesundheitsmarkt

6.4. Arzt-Patient-Beziehung

6.5. Bevölkerungsstudie zum Thema : Grundsätzliche Einstellungen zum Gesundheitssystem Patientenautonomie

6.6. Patient als Koproduzent von Gesundheit

6.7. Autonomie versus Abhängigkeit

7. Beratungseinrichtungen, Patientenorganisationen und Verbraucherschutz

7.1. Patientenschulungen

7.2. Selbsthilfegruppen, Patienteninitiativen

7.3. Patientenunterstützung in Deutschland

7.4. Patientenfürsprecher und Patientenvertrauenspersonen im Krankenhaus

7.5. Verbraucherzentralen

8. Empowerment und die Einflussmöglichkeiten des Verbrauchers im Gesundheitswesen

8.1. Schritte zur Entwicklung einer Patientencharta

8.2. Patientenrechte in Deutschland

9. Gesundheitsinformationen

9.1. Informationstechnik/Telematik (Datenübermittlung) im Gesundheitswesen

9.2. Transparenz

10. Lösungsansätze

10.1. Einbeziehung in Gremien

10.2. Berücksichtigung von unabhängigen Verbraucherverbänden

10.3. Verstärkter Ausbau von Schieds- und Schlichtungsstellen

11. Fazit

12. Anhang

12.1. Patientenbefragung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit das Konzept des „mündigen Verbrauchers“ auf Patienten im deutschen Gesundheitswesen, insbesondere im stationären Bereich, anwendbar ist und welche Chancen sowie Grenzen eine solche ökonomisch geprägte Betrachtungsweise in der Praxis aufweist.

  • Vergleich der Rollen von „Patient“ und „Kunde“ im Krankenhausalltag.
  • Analyse der Machtasymmetrie in der Arzt-Patient-Beziehung.
  • Evaluierung der Auswirkungen von Ökonomisierung und Kundenorientierung.
  • Untersuchung von Mitbestimmungsmöglichkeiten, Patientenrechten und Empowerment.
  • Empirische Einblicke durch eine Patientenbefragung zur Wahrnehmung der eigenen Rolle.

Auszug aus dem Buch

3. Patient und Kunde im Krankenhaus

Die ersten kundenorientierten Konzepte für Krankenhäuser kamen aus den USA. Durch Bildung einer sog. Managed Care Organisation sollten Ressourcen gezielt genutzt werden. Die Steuerung wurde von den Leistungsträgern übernommen und in der Folge kam es zunehmend zur Ökonomisierung der Medizin.

Hierbei kam es zu einem Paradigmenwechsel: Medizinische Leistung wurde zur Produktionseinheit, der Patient wurde zum Kunden. Begründet wurde die neue Bezeichnung so, dass der Begriff „Patient“ überholt sein könnte, weil die herkömmliche Arzt- Patient- Beziehung die Mündigkeit des kranken und pflegebedürftigen Menschen zu wenig berücksichtige. Der Begriff Kunde sei der Bezeichnung Patient vorzuziehen, weil dieser die Selbstständigkeit und freie Entscheidungsmöglichkeit des Erkrankten besser zum Ausdruck bringe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Wandel der Patientenrolle im Zuge zunehmender Ökonomisierung des Gesundheitswesens und stellt die Frage nach der Realisierbarkeit des „mündigen Verbrauchers“.

2. Begriffsdefinitionen: Es werden die zentralen Termini wie Gesundheitswesen, Patient, Kunde, Mündigkeit und Verbraucher im Gesundheitskontext definiert und abgegrenzt.

3. Patient und Kunde im Krankenhaus: Dieses Kapitel beleuchtet den Paradigmenwechsel vom Patienten zum Kunden in Krankenhäusern sowie die Schwierigkeiten der Übertragung marktwirtschaftlicher Prinzipien.

4. Wie sieht es nun im Alltag aus?: Die Praxis wird kritisch betrachtet, wobei insbesondere der Fokus auf kosmetische Imagekorrekturen und die tatsächliche Einbindung von Patienten und Personal hinterfragt wird.

5. Kritik: Hier wird die These diskutiert, dass die Ausrichtung auf Hotellerie-Leistungen oft eine Scheinlösung darstellt, die den eigentlichen Bedürfnissen schwerkranker Patienten nicht gerecht wird.

6. Eine neue Definition des Patienten als mündiger Verbraucher: Es wird die notwendige Unterstützung durch den Staat sowie die Bedeutung von Patientenautonomie und verbesserter Arzt-Patient-Kommunikation erörtert.

7. Beratungseinrichtungen, Patientenorganisationen und Verbraucherschutz: Ein Überblick über Strukturen und Defizite in der Patientenunterstützung sowie die Bedeutung von Selbsthilfegruppen und Verbraucherzentralen.

8. Empowerment und die Einflussmöglichkeiten des Verbrauchers im Gesundheitswesen: Dieses Kapitel behandelt die Entwicklung von Patientenrechten und die Rolle der Patientencharta in Deutschland.

9. Gesundheitsinformationen: Die Bedeutung von Telematik, Informationszugang und Transparenz für eine informierte Entscheidungsfindung wird dargestellt.

10. Lösungsansätze: Konkrete Vorschläge wie die Einbeziehung in Gremien, Stärkung unabhängiger Verbände und der Ausbau von Schlichtungsstellen werden formuliert.

11. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass der Patient zwar als neue Einflussgröße an Bedeutung gewinnt, seine Souveränität jedoch aufgrund der Systemstruktur und persönlicher Abhängigkeiten eingeschränkt bleibt.

12. Anhang: Dieser Teil enthält die methodische Darstellung und Ergebnisse der durchgeführten Patientenbefragung sowie das Literaturverzeichnis.

Schlüsselwörter

Patient, Kunde, mündiger Verbraucher, Gesundheitswesen, Krankenhaus, Patientenrechte, Patientenautonomie, Arzt-Patient-Beziehung, Ökonomisierung, Patientenbefragung, Empowerment, Qualitätssicherung, Gesundheitspolitik, Compliance, Selbsthilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel des Patienten zum „mündigen Verbraucher“ im deutschen Gesundheitswesen unter dem Einfluss ökonomischer Zwänge und stellt die Frage, ob dieser Wandel den Patienteninteressen dient.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Begriffe Patient und Kunde, die ökonomische Steuerung von Krankenhäusern, Patientenrechte, Patientenautonomie sowie die praktische Umsetzung der Kundenorientierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob ein Patient im Krankenhaus tatsächlich als mündiger Verbraucher agieren kann und ob Konzepte wie „Kundenorientierung“ im stationären Sektor den Patientenbedürfnissen gerecht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer eigenen empirischen Patientenbefragung zur Wahrnehmung der Rolle als Patient/Kunde im Krankenhaus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, die Praxis des Krankenhausalltags, kritische Positionen zur Kundenorientierung, Empowerment-Strategien sowie die Rolle von Beratungs- und Schlichtungsstellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie mündiger Verbraucher, Patientenautonomie, Arzt-Patient-Beziehung, Krankenhausökonomisierung und Patientenrechte charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt der Patientenautonomie zu?

Patientenautonomie ist eine wesentliche Voraussetzung für den mündigen Verbraucher; sie erfordert jedoch verständliche Informationen und ein partnerschaftliches Handeln auf Augenhöhe mit den Behandlern.

Wie reagieren Patienten auf die Bezeichnung als „Kunde“?

Die Befragung zeigt, dass viele Patienten mit Unverständnis oder Zynismus reagieren, da sie sich in einer schutzbedürftigen Situation befinden und den Begriff als rein marketingorientiert wahrnehmen.

Welche Rolle spielt die Hierarchie im Krankenhaus?

Die paternalistische Hierarchie wird als Haupthindernis für eine gleichberechtigte Partnerschaft identifiziert, da sie Patienten oft in einer passiven, abhängigen Rolle belässt.

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Details

Title
Der Kunde oder Patient im deutschen Gesundheitswesen: ein mündiger Verbraucher?
College
Protestant University of Applied Sciences Berlin  (Studiengang Pflegemanagement)
Grade
1,3
Authors
Antje Lüth (Author), Bernadette Böttcher-Peters (Author)
Publication Year
2003
Pages
38
Catalog Number
V30536
ISBN (eBook)
9783638317795
ISBN (Book)
9783638731645
Language
German
Tags
Kunde Patient Gesundheitswesen Verbraucher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Lüth (Author), Bernadette Böttcher-Peters (Author), 2003, Der Kunde oder Patient im deutschen Gesundheitswesen: ein mündiger Verbraucher?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30536
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