Systemische Beratung / Selbstkonzept nach Schulz von Thun


Referat (Ausarbeitung), 2004

15 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Gliederung

A. Einleitung

B. Selbstoffenbarung einer Nachricht
B.1 Was ist Selbstoffenbarungsangst
B.2 Entstehung Selbstoffenbarungsangst

C. Selbstdarstellung und Selbstverbergung
C.1 Imponiertechnik
C.2 Fassadentechnik
C .2.1 Fassadenhaftigkeit
C.2.2 Sprachliche Hilfsmittel zur Selbstverbergung
C.2.3 DU-Botschaften
C.3 Selbstverkleinerung

D. Auswirkungen der Selbstdarstellungstechniken

E. Wegweiser der Psychologie
E.1 Kongruenz
E.2 Inkongruenz

F. Das Bild vom anderen
F.1 Projektion
F.2 Übertragung

G. Das Selbstkonzept

H. Vermeidung, Verzerrung und Umdeutung

I. Fazit

J. Literaturliste

A. Einleitung

In der schriftlichen Ausarbeitung zu unserem Referat werden wir anhand des Buches:

„Miteinander Reden I“, Schulz von Thun

verschiedene Probleme, die einem in der Systemischen Beratung begegnen können ansprechen und die möglichen Auswirkungen und Ursachen beschreiben.

Es ist wichtig zu wissen, dass jede Nachricht unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden kann. Ist man in der Lage die verschiedenen Seiten einer Nachricht richtig zu deuten und nicht nur vordergründig zu beurteilen, können auch banale Aussagen sehr viel über den Klienten verraten.

Es kommt auch oft vor, dass Menschen nicht die Wahrheit sagen oder sich verstellen. Man gibt oftmals sich die Schuld und hinterfragt nicht, was für Vorteile sich daraus für den Klienten ergeben. In vielen Fällen hat es nichts mit der beratenden Person zu tun, oder es werden Dinge in den Berater projiziert.

All diese Probleme werden in unserer Ausarbeitung behandelt.

B. Selbstoffenbarungsseite einer Nachricht

„Sobald ich etwas von mir gebe, gebe ich etwas von mir“[1]

Jede Nachricht enthält eine Selbstoffenbarung. Sie kann bewusst oder versteckt und unbewusst sein. Viele Menschen befürchten, dass bei jeder Selbstoffenbarung gleichzeitig ein Seelenstriptease vollzogen wird. Daher kostet es sowohl den Sender als auch den Empfänger eine menge Energie mit diesem Umstand umzugehen.

In dem von uns verwendeten Buch beschreibt der Autor die Selbstoffenbarung aus der Sicht des Senders. Es wird das Problem der Selbstoffenbarungsangst geschildert.[2]

„Um anderen den Zugang zu mir zu erlauben, muss ich erst den Zugang zu mir selbst gefunden haben und immer wieder aufs Neue finden.“[3]

B.1 Was ist Selbstoffenbarungsangst

Selbstoffenbarungsangst ist die Angst des Senders, dass seine Aussagen auch unter dem Aspekt der Selbstoffenbarung gewertet werden. Das bedeutet eine Art Prüfungsangst ist allgegenwärtig auch unbewusst. Die Selbstoffenbarungsangst beruht auf einer Vorwegnahme einer negativen Beurteilung durch seine Mitmenschen. Wobei der Sender selbst der nächste Mitmensch ist und oft auch der strengste Kritiker oder Richter.

Am deutlichsten wird diese Angst in extremen Situationen (z.B. Prüfungen oder Bewerbungsgespräche). Hier versucht der Sender in jedem Fall zu verhindern als „Nicht-Wisser“ entlarvt zu werden. Er braucht einen Großteil seiner Energie dafür, seine Aussagen zu reflektieren und auszuwerten.

Eine Befragung unter Hamburger Schülern ergab, dass 70% der Befragten Probleme hatten, sich vor anderen zu äußern.

Verstärkt wird diese Angst durch die Anzahl vieler Empfänger (Versammlungen, berufliche Konferenzen, …). Jeder kennt das Gefühl des Herzklopfens. Dieses wird auch als Lampenfieber vor einem Auftritt vor Publikum bezeichnet. Biologisch gesehen hat Herzklopfen die Aufgabe die Muskeln mit viel Blut zu versorgen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Das bedeutet entweder Flucht oder Angriff. So etwas geschieht immer dann, wenn eine Situation vom Gehirn als „ernst“ wahrgenommen wird.[4]

„Mein Sachbeitrag ist mein persönlicher Ernstfall, eine Bedrohung meines Selbstwertgefühls.“[5]

„ Si tacuisses, philophus manisses. (Hättest du geschwiegen, würde man dich weiterhin für weise halten)“[6]

B.2 Entstehung der Selbstoffenbarungsangst

Der Autor stellt sich die Frage, woher diese Angst kommt und wie sie sich begründet. Ist sie angeboren? Menschliches Schicksal? Neurotisch und überflüssig?

Schulz von Thun unterscheidet zwei Teilaspekte dieses Zusammenstoßes. Die eine Art ergibt sich aus dem kindlichen „So-sein“ und den gesellschaftlichen Normen.

Das Kind merkt sehr bald, dass ein Teil seiner Persönlichkeit unerlaubt und böse ist. Es beginnt das ungeliebte Ich zu verstecken. Ein Kind bekommt durch Erziehung von Eltern und später auch von anderen Personen gesellschaftliche Normen beigebracht. Es merkt sehr schnell, dass sich diese Normen oftmals nicht mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen decken oder vereinbaren lassen. (Brav sein, wenig verlangen, nichts kaputtmachen,...).

In diesem Prozess werden die Personen zu Richtern, vor denen das Kind bestehen muss. Erst dann darf es sich gut fühlen.

Im Laufe der Zeit hat das Kind die Urteile stark verinnerlicht und macht sie zu seinen eigenen. Verbotene Gefühle und Handlungsimpulse brauchen zur Unterdrückung keine Richter mehr. Sie lösen Schuld – und Schamgefühle aus. Des Weiteren projizieren wir den Richtern auch in andere Personen. Aber dazu später mehr.

Die zweite Art ergibt sich aus der kindlichen Hilflosigkeit und den gesellschaftlichen Anforderungen. Das Kind merkt, dass es den Anforderungen, die die Erwachsenen und Geschwister stellen, von ihm nicht erfüllt werden können. Hierbei kommt es stark auf die Erziehung und das Umfeld des Kindes an. Bei positiver Verstärkung entwickelt das Kind schnell ein gesundes Selbstvertrauen. Geschieht dieses nicht, hat das Kind Minderwertigkeitsgefühle.[7]

C. Selbstdarstellung und Selbstverbergung

Darunter versteht man, dass Anwenden verschiedener Techniken, um sich ins rechte Licht zu rücken. Man kann einerseits versuchen, sich in den Vordergrund zu drängen und sich besser und größer zu machen, als man ist oder man kann sich verkriechen, um so wenig Aufsehen, wie möglich zu verursachen. Welche Technik man anwendet, ist von dem jeweiligen Charakter und der Situation abhängig.

C.1 Imponiertechnik

Bei dieser Technik versucht die Person, wie der Name schon sagt, Eindruck zu schinden und zu imponieren. Dies muss er so geschickt machen, dass er nicht als eitel und überheblich gilt. Stellt er sich plump an, erzielt er die gegenteilige Reaktion als gewünscht.

Er darf seine Botschaft nicht so offensichtlich sagen, sondern geschickt in einen scheinbaren Sachinhalt einbetten.

Beispiel:

Da kann ich Ihnen nur zustimmen, wir hatten damals beim Bau unseres Hauses in Bangkok die gleichen Probleme.

Vordergründig ist es eine Sachaussage, doch die Hauptbotschaft ist:

„Seht her, wer ich bin, was ich habe, was ich kann“ [8]

Eine weitere Möglichkeit ist, das Thema des Gespräches immer so zu bestimmen oder zu verändern, dass man dem Gesprächspartner immer überlegen ist, da man sich in der Thematik gut auskennt. Es gibt auch die Möglichkeit sehr hochgestochen zu sprechen. Das vermittelt meinem Gegenüber, dass man sehr gebildet ist und über spezielle Kenntnisse in unterschiedlichen Bereichen verfügt.[9]

C.2 Fassadentechnik

Alles was ein an sich selbst stört, wird konsequent verschleiert. man hält sich bedeckt, denn jeder Beitrag von einem, könnte ja zu Rückschlüssen auf meine Person führen. Alles was ich sage, kann mich als inkompetent und seltsam entlarven und bloßstellen. Diese Technik wird oft von Studenten und Schülern angewendet. Sie beteiligen sich nicht und stellen keine Fragen, um nicht als dumm zu gelten.

C.2.1 Fassadenhaftigkeit

Das bedeutet, man versucht zunächst mal keine Schwäche oder Gefühle zu zeigen. Egal wie man sich fühlt, man lässt sich nichts anmerken.

[...]


[1] Zitat: Schulz von Thun, F.; „Miteinander Reden I“; 2004, S.99.

[2] Vgl. Schulz von Thun, F.; „Miteinander Reden I“; 2004, S.99-100.

[3] Zitat: Schulz von Thun, F.; „Miteinander Reden I“; 2004, S.99-100.

[4] Vgl. Schulz von Thun, F.; „Miteinander Reden I“; 2004, S.100-101

[5] Zitat: Schulz von Thun, F.; „Miteinander Reden I“; 2004, S. 101

[6] Zitat: Schulz von Thun, F.; „Miteinander Reden I“; 2004, S.101

[7] Vgl. Schulz von Thun, F.; „Miteinander Reden I“; 2004, S. 101-106

[8] Zitat Schulz von Thun, F.; „Miteinander Reden I“; 2004, S. 107

[9] Vgl. Schulz von Thun, F.; „Miteinander Reden I“; 2004, S. 107-108

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Systemische Beratung / Selbstkonzept nach Schulz von Thun
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
2
Autoren
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V30540
ISBN (eBook)
9783638317832
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Grundlage für diese Ausarbeitung ist das Buch "Miteinander Reden 1" von Schulz von Thun
Schlagworte
Systemische, Beratung, Selbstkonzept, Schulz, Thun
Arbeit zitieren
Jan Schwarz (Autor)Peter Bormann (Autor), 2004, Systemische Beratung / Selbstkonzept nach Schulz von Thun, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30540

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Systemische Beratung / Selbstkonzept nach Schulz von Thun



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden