Social Entrepreneurship. Welche Erfolgsfaktoren weist ein "Social Champion" aus dem Bereich auf?


Seminararbeit, 2015
15 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhalt

1 - Begriffserklärung und Abgrenzung “Social Entrepreneurship“

2 - Erfolgsmessung im Bereich „Social Entrepreneurship“

3 - Erfolgsfaktoren von Social Enterprises
3.1 - Grameen Bank - Reputation
3.2 - Divine Chocolate - Einbeziehen der Beteiligten / Shareholder
3.3 - Quartiermeister - Transparenz und öffentliche Aufmerksamkeit

4 - Erfolgsvoraussetzungen für Social Enterprises: Modellierungsansatz

5 - Fazit: Was zeichnet einen „ Social Champion “ aus?

Literaturverzeichnis

1 - Begriffserklärung und Abgrenzung “Social Entrepreneurship“

„ Far from being mutually exclusive, the realities of a 21st century economy mean that social and environmental issues should be increasingly viewed as commercial opportunities, and drivers of business success, rather than as threats. “ 1

Eine der aktuellen positiven Entwicklungen weltweit ist sicherlich die globale Entwicklung im Bereich von Social Enterprises. Dennoch gibt es keine einheitliche Definition in der Literatur für Social Enterprises. Professor Gregory Dees hat als Erster 1998 den Begriff definiert.2 Seine Aussage ist, dass Social Entrepreneurs - also die Gründer einer Social Enterprise - Motor des Wandels im sozialen Sektor sind 3 indem sie statt privatem Wert auch sozialen Wert schaffen und dazu konkrete Ziele setzen, Chancen nutzen und diese für die Zielerreichung einsetzen, von Fehlern lernen und sich kontinuierlich anpassen, sowie mutig sind und Verantwortung zeigen.4

Eine weitere Definition des Begriffes “Social Entrepreneur” des Economists lautet: „ A social entrepreneur is, in essence, someone who develops an innovative answer to a social problem (for instance, a business model for helping to tackle poverty). ” 5

Die Organisation Ashoka, prägte den Begriff „ Social Enterprises “ seit ihrer Gründung 1980 und sie als als ein Unternehmen, das ein gesellschaftliches oder ökologisches Problem lösen will. Das Problemfeld liegt dabei meist in den Bereichen Gesundheit, Arbeitsmarkt oder Bildung.6

Des Weiteren wird der Begriff heutzutage häufig missinterpretiert. Social Enterprises bezeichnen nicht die Kommunikationsplattformen wie zum Beispiel Facebook oder Twitter, auch wenn diese Plattformen eine große Rolle für Social Entrepreneurs spielen können.7

Wie bereits erläutert kann der Begriff „ Social Entrepreneurship „ unterschiedlich definiert werden - allgemein gültig ist, dass ein Teil der Gewinne in die Gesellschaft reinvestiert werden.8

2 - Erfolgsmessung im Bereich „Social Entrepreneurship“

Während eine Unternehmung anhand verschiedener wirtschaftlicher Kennzahlen wie Gewinn, Wachstum und ausgeschütteter Dividende gemessen wird, könnte die Annahme nahe liegen, dass es sich bei einer sozialen Unternehmung um die jeweiligen Pendants handeln müsste. Der im Jahre 2000 entstandene und damit noch junge Bereich des „Social Entrepreneurship“ definiert den Begriff „Erfolg“ jedoch noch nicht eindeutig.9

Das Fördernetzwerk Ashoka beispielsweise, das Sozialunternehmer sowohl finanziell als auch ideell gezielt unterstützt, sieht in seiner Auswahl die Innovationskraft einer Unternehmung zur Lösung einer gesellschaftlichen Herausforderung als ausschlaggebend. Insofern steht der Erfolg einer sozialen Unternehmung im Verhältnis zu den drei Faktoren „ eingesetzte Ressourcen “, „ erbrachte Leistungen “ und „ erzeugte Leistungen f ü r die Gesellschaft “ - einhergehend mit der betriebswirtschaftlichen Annahme der Skaleneffekte, also der erhöhten Ausbringungsmenge pro eingesetzter Ressource.10 In Bezug auf die reine Optimierung der Skaleneffekte grenzt sich das Feld des Social Entrepreneurship zur klassischen Wirtschaftstheorie jedoch ab und richtet den Fokus auf die erzielte soziale Auswirkung einer Unternehmung.

Einen Ansatz die positiven Auswirkungen für die Gesellschaft oder eine Bevölkerungsgruppe messbar zu machen, liefert Jed Emerson mit seinem Konzept des „ Social Return on Investment “ (SROI). Darin stellt er den sozialen Wert eines Investments ins Verhältnis zu den anfangs eingesetzten Finanzmitteln, um somit die soziale Ertragskraft eines Unternehmens quantitativ zu erfassen und zu bewerten.11 Der Vorteil dieser Methode ist es, dass es analog zu den finanziellen Kennzahlen einer For - Profit Unternehmung den Stakeholdern einer Social Enterprise der sozialen Ertragskraft einen Wert und somit Aufschluss über die immateriellen Vermögensgegenstände gibt.

Ziel eines Social Entrepreneurs ist es, den Wert seiner Firma nachhaltig zu steigern - nur dass es über den ökonomischen Wert einer gewöhnlichen Unternehmung hinausgeht und versucht einen sozio - ökonomischen sowie einen gesellschaftlichen Wert zu definieren, die im Nachfolgenden genauer analysiert werden. Während der wirtschaftliche Wert eines Produktes im klassischen Sinne mit jeder Stufe der Wertschöpfungskette steigt, betrachtet der gesellschaftliche Wert die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Individuen oder der Bevölkerung als ein Ganzes. Als Beispiele dafür gelten Maßnahmen zur Steigerung der Inklusion von Bevölkerungsteilen und Gerechtigkeit innerhalb einer Gesellschaft, beispielsweise Kulturangebote, Anti - Rassismus - Kampagnen und dem Eintreten für Tierrechte. Die Schwierigkeit dieser Wertedefinition ist die noch nicht ausreichende Eingrenzung des Bereiches und die Quantifizierbarkeit des erreichten Mehrwertes. 12

Eine hybride Form aus gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Wert stellt der sozio - ökonomische Wert dar. Dieser wird geschaffen, sobald eine Unternehmung durch Ressourcenverwendung einen Mehrwert generiert und dieser zu Kostenersparnissen für den öffentlichen Sektor oder für die Umgebung führt, in der das Unternehmen tätig ist. Diese Kostenersparnisse spiegeln sich entweder in einer Verminderung von Öffentlichkeitsausgaben (z.B. von Kommunen, Ämtern, etc.) oder in erhöhten Verwaltungszuflüssen, z.B. durch Steuereinnahmen wider. Ein Beispiel für Projekte, die sozio - ökonomischen Mehrwert generieren sind unter anderem Integrationsprogramme für Arbeitslose oder Verhinderte, die das Ziel haben diesen wieder zu einem Einstieg in das Arbeitsleben zu verhelfen. Somit werden einerseits die Lebensverhältnisse der betroffenen Individuen verbessert und zum anderen profitiert der Staat von erhöhten Steuerabgaben der zukünftigen Erwerbstätigen sowie einer Verminderung der Ausgaben durch den Wegfall der sozialen Unterstützungsprogramme. 13

Die „ Social Return on Investment “- Methode quantifiziert somit den positiven Mehrwert, den eine “Social Enterprise” für die Gesellschaft erbringt und spiegelt somit die gesellschaftliche Ertragskraft einer Unternehmung wider. Wie eine solche Analyse im Detail aussieht, stellt die nachfolgende Graphik dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Eigene Darstellung: Vorgehen

[...]


1 Department of Trade and Industry (2002),S. 6

2 Vgl. Bloomberg Business (2014)

3 Vgl. Achleiter, Heister, Stahl (2007) S. 4

4 Vgl. Bloomberg Business (2014)

5 Vgl. Economist (2010)

6 Vgl. Ashoka (2015)

7 Vgl. Stratford, K. (2013) S. 4

8 Vgl. Department of Trade and Industry (2002), S. 7

9 Vgl. Weber, Kröger (2013)

10 Vgl. für weitere Informationen (Ashoka Germany, 2012)

11 Vgl. Emerson, Wachowicz, Chun (2011)

12 Vgl. Emerson, Wachowicz, Chun (2011)

13 Vgl. Emerson, Wachowicz, Chun (2011)

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Social Entrepreneurship. Welche Erfolgsfaktoren weist ein "Social Champion" aus dem Bereich auf?
Hochschule
European School of Business Reutlingen
Note
1,5
Autoren
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V305439
ISBN (eBook)
9783668033825
ISBN (Buch)
9783668033832
Dateigröße
706 KB
Sprache
Deutsch
Reihe
Aus der Reihe: e-fellows.net stipendiaten-wissen
Schlagworte
social, entrepreneurship, welche, erfolgsfaktoren, champion, bereich
Arbeit zitieren
Yannick Rust (Autor)Theresa Köber (Autor)Joost Vervoort (Autor), 2015, Social Entrepreneurship. Welche Erfolgsfaktoren weist ein "Social Champion" aus dem Bereich auf?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305439

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