Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit weiblicher Führung in Ost- und Westdeutschland. In den Mittelpunkt der Untersuchung werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten von ost- und westdeutschen weiblichen Führungskräften gestellt hinsichtlich ihrer Motive des Führungshandelns, des wahrgenommenen Führungsverhaltens und der Führungswirkung auf die Mitarbeiter. Außerdem wird eine erste typologische Annäherung an weibliche Führungstypen geschaffen. Die Arbeitsweise ist dabei qualitativ und quantitativ ausgerichtet: Es wurden zum einen die Mitarbeiter der Führungskräfte mithilfe von Fragebogen zu ihrer Einschätzung des Führungsverhaltens im Unternehmen gefragt; zum anderen wurde durch Experteninterviews mit den weiblichen Führungskräften selbst eine umfassende Darstellung über deren Situation und Selbstbild gewonnen. Die Experteninterviews wurden einer Inhaltsanalyse unterzogen, indem die Motive des Führungshandelns mit Hilfe eines spezifischen Kodierungsprozesses ermittelt und ausgewertet wurden. Die Fragebogen der nachgeordneten Mitarbeiter wurden statistisch ausgewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Motivation der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Motivationstheorien
2.2 Führungstheorien
2.2.1 Charismatischer, wertebasierter Führungsstil
2.2.2 Teamorientierter Führungsstil
2.2.3 Partizipativer Führungsstil
2.2.4 Humanorientierter Führungsstil
2.2.5 Autonomer Führungsstil
2.2.6 Selbstschützender Führungsstil
2.2.7 Führungswirkung
2.3 Führungstypologien
2.3.1 Managertypen nach Maccoby
2.3.2 Managertypen nach Reddin
2.3.3 Managertypen nach Alt/Lang
3. Aktueller Forschungsstand zu weiblicher Führung in Ost- u. Westdeutschland
4. Untersuchung zu weiblichen Motiven des Führungshandelns, -verhaltens, -wirkungen und -typen
4.1 Erhebungsprozess
4.2 Erhebungsmethoden
4.2.1 Interview
4.2.2 Fragebogen
4.3 Beschreibung der Datensätze
4.4 Sozio-Demographische Struktur
5. Ergebnisse zu weiblichen Motiven des Führungshandelns, -verhaltens, -wirkungen und -typen
5.1 Weibliche Motive des Führungshandelns
5.2 Führungsverhalten
5.3 Führungswirkungen
5.4 Weibliche Führungstypen
5.5 Zusammenfassung der Erkenntnisse
6. Limitationen der Studie
7. Ausblick und Potential für weiterführende Forschungsarbeiten
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Untersuchung von Ähnlichkeiten und Verschiedenartigkeiten zwischen ost- und westdeutschen weiblichen Führungskräften im Hinblick auf deren Motive, Führungsverhalten und die daraus resultierende Wirkung auf Mitarbeiter, ergänzt durch eine typologische Annäherung an weibliche Führungstypen.
- Motive weiblicher Führungskräfte im ost- und westdeutschen Vergleich
- Analyse des wahrgenommenen Führungsverhaltens und der Führungswirkung
- Erstellung einer Typologie weiblicher Führung
- Quantitativ-qualitative methodische Herangehensweise
- Rolle der regionalen Sozialisation und Unternehmenskultur
Auszug aus dem Buch
2.1 Motivationstheorien
Motivationstheorien befassen sich mit den Einflussfaktoren, die Menschen zu einem bestimmten Verhalten bewegen (Allaverdi 2009, S. 13). Motive sind dabei Handlungsantriebe, die einen bestimmten Reiz benötigen, um ausgelöst zu werden. Die bekanntesten motivationstheoretischen Ansätze werden in der Literatur in zwei Gruppen eingeteilt: In die Prozess- und Inhaltstheorien der Motivation. Prozesstheorien versuchen zu erklären, wie ein bestimmtes Verhalten generiert und gelenkt werden kann (Staehle 1999, S. 221). Hierzu zählen z.B. die Ansätze von Vroom oder Porter/Lawler. Demgegenüber untersucht die Inhaltstheorie, was in einem Individuum Verhalten erzeugt und aufrechterhält (ebd.). Dazu zählen z.B. die Ansätze von Maslow, Herzberg oder McClelland. Im Kontext der vorliegenden Arbeit wird sich auf die Theorie der Motivation von McClelland beschränkt, da sein Ansatz der drei Schlüsselbedürfnisse (1985) sehr bedeutsam für das Führungsverhalten und die Führungswirkung angesehen wird und zusammen mit der Motivkodierung von Winter (1991a, 1991b, 1992a, 1992b) eine Grundlage dieser Arbeit bildet.
Motive sind gerichtete Bedürfnisse, die einer Handlung vorgelagert sind. Sie setzen eine in Aussicht stehende Handlung voraus, die auf ein Ziel gerichtet ist. Nach McClelland, dem US-amerikanischen Verhaltens- und Sozialpsychologen, erklären Motive das „warum“ eines bestimmten Verhaltens: „Motivation has to do with the why of behavior, as contrasted with the how or the what of behavior“ (McClelland, 1985, S. 4). McClelland definiert Motive weiterhin „as a recurrent concern for a goal state based on a natural incentive – a concern that energizes, orients and selects behavior“ (McClelland 1985, S. 590). In seiner Motivationstheorie beschreibt er die Funktion von Motiven innerhalb der Persönlichkeit und die Motive selbst als grundlegend, eher unspezifisch und basal.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einbettung der Arbeit in das internationale GLOBE-Forschungsprogramm sowie die Zielsetzung und Struktur der Untersuchung werden erläutert.
2. Theoretische Grundlagen: Es erfolgt eine Darstellung relevanter Motivations- und Führungstheorien sowie eine Erläuterung bedeutender Führungstypologien.
3. Aktueller Forschungsstand zu weiblicher Führung in Ost- u. Westdeutschland: Ein Überblick über den wissenschaftlichen Diskurs und die empirische Studienlage zum Thema Frauen im Management unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede.
4. Untersuchung zu weiblichen Motiven des Führungshandelns, -verhaltens, -wirkungen und -typen: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert den Erhebungsprozess, die angewandten Methoden (Interviews und Fragebogen) sowie die sozio-demographische Struktur der Stichprobe.
5. Ergebnisse zu weiblichen Motiven des Führungshandelns, -verhaltens, -wirkungen und -typen: Detaillierte Analyse und Interpretation der Motive, des Führungsverhaltens, der Führungswirkung sowie die Bildung der Führungstypen.
6. Limitationen der Studie: Kritische Reflexion der methodischen Probleme und Herausforderungen bei der Datenerhebung.
7. Ausblick und Potential für weiterführende Forschungsarbeiten: Vorschläge für vertiefende Studien und methodische Weiterentwicklungen in der Zukunft.
Schlüsselwörter
Weibliche Führung, Ost-West-Vergleich, Motivstruktur, Führungshandelns, Führungstypologie, GLOBE-Studie, Führungsverhalten, Organisationskultur, Commitment, Transformationsprozess, Management, Experteninterviews, Motivationspsychologie, Führungswirkung, Managementstile
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Masterarbeit untersucht weibliche Führungskräfte in Ost- und Westdeutschland und analysiert dabei Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich ihrer Motive, ihres Verhaltens und der Wirkung auf ihre Mitarbeiter.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Motivationstheorien, Führungstheorien, Führungstypologien sowie der Vergleich der weiblichen Führung in verschiedenen deutschen Regionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Ähnlichkeiten oder Verschiedenartigkeiten ost- und westdeutscher weiblicher Führungskräfte aufzudecken und eine erste typologische Annäherung an weibliche Führungstypen zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine methodisch kombinierte Untersuchung, die sowohl qualitative Experteninterviews zur Inhaltsanalyse als auch quantitative Fragebogen zur Erhebung des Führungsverhaltens nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse zu den Motiven des Führungshandelns, analysiert Führungsstile anhand von Attributen und untersucht die Führungswirkung durch organisationale Commitments sowie die Bildung von Führungstypen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem weibliche Führung, Ost-West-Vergleich, Führungstypologie, Motivstruktur und Organisationskultur.
Wie unterscheidet sich die Motivation zwischen Ost- und Westdeutschland laut der Arbeit?
In Westdeutschland wurden die Motive Zugehörigkeit und Verantwortung besonders häufig identifiziert, während in Ostdeutschland Macht- und Leistungsmotive stärker ausgeprägt sind.
Warum spielt das Commitment eine so wichtige Rolle in der Analyse?
Das Commitment der Mitarbeiter gilt als Indikator für die Führungswirkung, wobei sich zeigt, dass die Ausprägung der Verantwortungsmotivation der Führungskraft ein kritischer Faktor für die Stärke dieses Commitments ist.
- Arbeit zitieren
- Sarah Dorst (Autor:in), 2012, Weibliche Führung in Ost- und Westdeutschland. Motive, Verhalten, Wirkungen und Typen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305483