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Straßenbenutzungsgebühren aus volkswirtschaftlicher Sicht

Title: Straßenbenutzungsgebühren aus volkswirtschaftlicher Sicht

Bachelor Thesis , 2015 , 45 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jan Bielig (Author)

Economy - Transport Economics
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Summary Excerpt Details

Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Thema Straßenbenutzungsgebühren. Die Bepreisung des Gutes Straße ist ein heiß diskutiertes Thema, welches im Prinzip nicht erst seit der aktuellen Debatte um eine PKW-Maut in Deutschland zur Diskussion steht, sondern schon im Mittelalter in der ein oder anderen Form Einzug hielt. Hier soll nun eine Analyse vor allem aus volkswirtschaftlicher Sicht erfolgen, die sich um Fragen der Effizienz unseres Verkehrssystems dreht.

Im weitesten Sinne geht es um Mobilität. Mobilität im Sinne von „Möglichkeiten der Erreichbarkeit von Orten zum Zwecke der Realisierung von Interessen“ ist der über allem stehende Begriff und das sogenannte „Mobility Pricing“ das allumfassende Konzept. Die Arbeit im Speziellen befasst sich jedoch vor allem mit dem Straßenverkehr, der wohl eine Grundvoraussetzung für unsere arbeitsteilige Volkswirtschaft darstellt und außerdem eine soziale und wirtschaftliche Teilhabe ermöglicht.

Zur Ermöglichung von Verkehr bedarf es einer entsprechenden Infrastruktur und wenn diese nun mit einem Preis versehen wird, spricht man von Straßenbenutzungsgebühren. Kosten-Nutzen-Analysen haben ergeben, dass Investitionen von 1 Mrd. Euro in die Straßeninfrastruktur einen etwa fünfmal so hohen Wohlfahrtsgewinn erzeugen können. Genau um solche Fragestellungen nach den Kosten, den Nutzen, der Wohlfahrt, der Finanzierung und auch der Allokation soll es hauptsächlich in dieser Arbeit gehen.

Hierfür wird begonnen mit einem kurzen Überblick über die Straße als öffentliches Gut sowie der Betrachtung und Diskussion von externen Kosten, die im Zusammenhang mit Straßenverkehr entstehen. Diese werden in der späteren Analyse eine wichtige Rolle spielen, ebenso wie der Begriff der Verursachungsgerechtigkeit. Nachdem mögliche Ziele von Straßenbenutzungsgebühren aufgezeigt wurden, widmet sich die Arbeit dann schwerpunktmäßig der Untersuchung von den verschiedenen Instrumenten der Gebührenerhebung und inwieweit diese der Zielerreichung dienen. Hierfür lassen sich die einzelnen Instrumente sehr gut anhand von praktischen Beispielen aus Deutschland oder anderen Ländern darstellen.

Inwieweit eine Bepreisung des Gutes Straße wirklich sinnvoll ist und vor allem in welcher Ausgestaltung soll im letzten Abschnitt erläutert werden. Die Frage, ob Straßenbenutzungsgebühren volkswirtschaftlich sinnvoll sind, steht hierbei im Mittelpunkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Öffentliche Güter und Kostenwahrheit

2.1 Externe Kosten des Straßenverkehrs

2.2 Verursachungsgerechtigkeit

3 Ziele von Straßenbenutzungsgebühren

4 Instrumente der Gebührenerhebung

4.1 Objektgebühren

4.2 Pauschale Gebühren

4.3 Entfernungsabhängige Gebühren

4.4 Zonenmodelle

4.5 Value Pricing

5 Abschließende Vergleiche und Schlussfolgerungen

5.1 Vergleich der Instrumente

5.2 Schlussfolgerungen

5.3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Straßenbenutzungsgebühren aus volkswirtschaftlicher Sicht mit dem Ziel, die Effizienz des Verkehrssystems zu analysieren, Fragen der Kostenwahrheit zu klären und die Eignung verschiedener Erhebungsinstrumente für eine verursachergerechte Anlastung externer Kosten zu bewerten.

  • Volkswirtschaftliche Analyse öffentlicher Güter und externer Kosten
  • Untersuchung von Zielen wie Infrastrukturfinanzierung und Verkehrssteuerung
  • Vergleichende Evaluierung von Maut-Instrumenten (Objekt-, Pauschal-, Entfernungs- und Zonenmodelle)
  • Diskussion des Zielkonflikts zwischen ökonomischer Effizienz und sozialer Gerechtigkeit
  • Identifikation optimaler Ausgestaltungsformen unter Berücksichtigung von Anreizwirkungen

Auszug aus dem Buch

2.1 Externe Kosten des Straßenverkehrs

Externe Effekte lassen sich insbesondere dadurch charakterisieren, dass ihre Auswirkungen nicht vom Verursacher getragen werden, sondern bei unbeteiligten Dritten anfallen. Diese vom Verursacher nicht berücksichtigten negativen externen Effekte werden somit auch als externe Kosten des Straßenverkehrs bezeichnet (Tiedtke 2013, S.4). Die Existenz solcher Externalitäten führt in der Regel zu einem gesellschaftlich ineffizienten Überkonsum (IW 2013, S.4).

Im Prinzip ist allgemein anerkannt, dass der Verkehr vielfältige externe Kosten verursacht, wie z.B. Umweltbelastungen durch Lärm, Luftverschmutzung und Klimabelastung, aber auch weitere große Kostenblöcke wie die Unfall- und Staukosten. Deutlich umstrittener ist dagegen in vielen Fällen die genaue Ermittlung dieser Kosten und die durchgeführten Studien hierzu unterscheiden sich teilweise enorm wie die folgende Grafik zu den von verschiedenen Instituten ermittelten Werten, darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Straßenbenutzungsgebühren ein und erläutert die Relevanz der volkswirtschaftlichen Analyse im Kontext von Mobilität, Infrastruktur und externen Effekten.

2 Öffentliche Güter und Kostenwahrheit: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen der Straße als öffentliches Gut, definiert externe Kosten sowie das Prinzip der Verursachungsgerechtigkeit und diskutiert das daraus resultierende Marktversagen.

3 Ziele von Straßenbenutzungsgebühren: Hier werden die primären Zielsetzungen von Mautsystemen, insbesondere die Einnahmengenerierung, die Finanzierung der Infrastruktur sowie die Lenkungswirkung zur Internalisierung externer Effekte, dargelegt.

4 Instrumente der Gebührenerhebung: Das Kapitel bietet eine detaillierte Untersuchung verschiedener Erhebungsinstrumente, darunter Objekt-, Pauschal-, entfernungsabhängige Gebühren, Zonenmodelle und Value Pricing, unter Einbeziehung internationaler Praxisbeispiele.

5 Abschließende Vergleiche und Schlussfolgerungen: Der abschließende Teil führt die Erkenntnisse zusammen, vergleicht die Instrumente unter Effizienzkriterien und leitet Empfehlungen für eine optimale, verursachergerechte Gebührenausgestaltung ab.

Schlüsselwörter

Straßenbenutzungsgebühren, Volkswirtschaftslehre, Externe Kosten, Verursacherprinzip, Kostenwahrheit, Infrastrukturfinanzierung, Verkehrssteuerung, Internalisierung, Maut, City-Maut, Effizienz, Wohlfahrtsverlust, Grenzkosten, Mobilität, Verkehrsökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Straßenbenutzungsgebühren aus volkswirtschaftlicher Perspektive und prüft, inwiefern diese zur effizienten Nutzung von Verkehrsinfrastrukturen beitragen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Theorie öffentlicher Güter, die Problematik externer Effekte (wie Lärm, Staus und Umweltbelastungen) sowie die Ausgestaltungsmöglichkeiten verschiedener Mautsysteme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, wie Straßenbenutzungsgebühren so gestaltet werden können, dass sie verursachergerecht sind, externe Kosten internalisieren und die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt steigern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen ökonomischen Analyse unter Einbeziehung bestehender Studien, Fachliteratur und praktischer internationaler Fallbeispiele aus der Verkehrspolitik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Kostenwahrheit), Zielsetzungen von Mautsystemen sowie eine detaillierte Bewertung technischer Erhebungsinstrumente (Objektmaut, Vignette, kilometerabhängige Maut, Zonenmodelle) durchgeführt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Internalisierung, Kostenwahrheit, Verursacherprinzip, Infrastrukturfinanzierung und Verkehrssteuerung definieren.

Warum wird der "Warnowtunnel" als Beispiel angeführt?

Das Projekt dient als Fallbeispiel für die Probleme bei Objektgebühren, insbesondere im Hinblick auf die Fehlprognose bei der Zahlungsbereitschaft und die daraus resultierende Ineffizienz einer reinen Finanzierungsmaut.

Welche Bedeutung hat das "Value Pricing" in der Arbeit?

Value Pricing wird als innovative, in Nordamerika verbreitete Form vorgestellt, bei der durch preisliche Steuerung auf bestimmten Fahrstreifen Staufreiheit garantiert werden soll, was jedoch hohe Anforderungen an die Technik stellt.

Wie bewertet der Autor soziale Gerechtigkeitsaspekte?

Der Autor stellt einen Zielkonflikt zwischen Effizienz und Gerechtigkeit fest, weist jedoch darauf hin, dass soziale Härten durch flankierende Maßnahmen wie den Ausbau des ÖPNV oder gezielte Rückerstattungen abgefedert werden können.

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Details

Title
Straßenbenutzungsgebühren aus volkswirtschaftlicher Sicht
College
University of Hamburg  (Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
Grade
1,0
Author
Jan Bielig (Author)
Publication Year
2015
Pages
45
Catalog Number
V305501
ISBN (eBook)
9783668034129
ISBN (Book)
9783668034136
Language
German
Tags
Straßenbenutzunsgebühren Maut Verkehrsökonomie Verkehr Verkehrsinfrastruktur Mobilität Öffentliche Güter Kostenwahrheit Verursachergerechtigkeit City-Maut Vignette Externe Effekte Staukosten PKW-Maut Externe Kosten Stau Klimakosten Lärmkosten Umweltkosten LKW-Maut Wegekosten LSVA Value Pricing zweiteilige Tarife Daseinsvorsorge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Bielig (Author), 2015, Straßenbenutzungsgebühren aus volkswirtschaftlicher Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305501
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