Sind Jungen durch die „Feminisierung“ der Schule in der Notenvergabe benachteiligt?


Hausarbeit, 2014

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. “Feminisierung” der Schule

3. Leistungsvergleich

4. Empirische Belege: Leistungen und Geschlecht der Lehrkräfte

5. Zusammenfassung/Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

In den letzten Jahren wird im Zuge der Geschlechterproblematik der Fokus mehr und mehr auf die Jungen gerichtet. Es heißt Mädchen werden in der Schule bevorzugt. Schüler hätten den geringeren Bildungserfolg und schlechtere Noten. Häufig wird der hohe Anteil des weiblichen Lehrpersonals dafür verantwortlich gemacht. Sind Jungen die Verlierer unseres Bildungssystems? Der Germanist Arne Hoffmann ist dieser Meinung. Er beschreibt in seinem Buch “Rettet unsere Söhne” das schon in den Kindertagesstätten die Bedürfnisse der Jungen zu kurz kommen.

Von einer “Feminisierung” der Schule wird gesprochen. Da Mädchen leistungsstärker sind, wird in mehreren Ländern der westlichen Welt von einer Jungenkrise im Schulsystem geredet (vgl. WZ Brief Bildung, Mai 2010). Diese Hausarbeit wird sich mit der “Feminisierung” der Schule beschäftigen und sich mit der Frage auseinandersetzen, ob Jungen im Bezug auf die Leistungen durch den hohen Pädagoginnenanteil benachteiligt werden.

2. “Feminisierung” der Schule

Die Geschlechterverteilung im Pädagogischen Bereich ist ungleich. Die weiblichen Lehrkräfte sind in vielen Teilen der Erde in der Überzahl (vgl. UNESCO, 2011).

„Feminisierung der Schule: Dieser Begriff zielt zum einen auf den gestiegenen Anteil von Frauen im Lehrerberuf ab. Zugleich beschreibt er eine Schulkultur, in der – un­abhängig vom Lehrerinnenanteil – angeblich „typische“ Eigenschaften von Mäd­chen gefragt sind und die Jungen so abgehängt werden.“ (Helbig, 2010)

Die Abbildung 1 des Statistischen Bundesamtes zeigt die Verteilung von männlichen und weiblichen Lehrkräften im Sekundarbereich 2008/09 mit ihren verschiedenen Beschäftigungsformen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Internetquelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, (2011): Bildung von Geschlecht

Auch in der Tabelle der Abbildung 2 aus dem Schuljahr 2012/13 sind die Pädagoginnen mit 71,4% klar überlegen.

Abb. 2

Bildung – Lehrkräfte an allgemein bildenden Schulen nach Beschäftigungsumfang und Geschlecht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Internetquelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder : Bildung – Lehrkräfte an allgemein bildenden Schulen nach Beschäftigungsumfang und Geschlecht

Nur wie kommt es zu diesem hohen Frauenanteil in Lehrberufen?

Hierzu gibt es verschiedene Theorien, eine soll am Beispiel der Grundschule diskutiert werden. Für Frauen aus höheren Schichten war der Lehrberuf in den Volkshochschulen Anfang des 19. Jahrhunderts attraktiv. Er schien den Neigungen und Fähigkeiten die ihnen zugeschrieben wurden zu entsprechen. Schon damals mangelte es an männlichen Bewerbern und zudem war es bis zur Gründung der Weimarer Republik günstiger Frauen anzustellen. Auch nach dem 2. Weltkrieg stieg der Frauenanteil Volks- bzw. Grund- und Hauptschulen weiter an. Gründe dafür werden in dem traditionellen Frauenbild gesehen. Zum einen wird der Fokus in den Schulen eher auf die Erziehung als auf die fachlichen Aspekte gelegt und somit die Fähigkeiten der Frau angesprochen. Zum anderen wurde für Beamtinnen die Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung eingeführt, welche Familie und Arbeit besser vereinen lies. Männer mieden mehr und mehr den Bereich Grundschule, da sie den Beruf zunehmend mit Weiblichkeit assoziierten (vgl. Baar, 2010) . Was bedeutet diese “Feminisierung” der Schule nun für die Jungen von heute? Bevorzugen die Pädagoginnen tatsächlich die Mädchen? Um diese Fragen beantworten zu können, werden im Punkt 3 erstmal die Leistungen von Mädchen und Jungen gegenübergestellt.

3. Leistungsvergleich

“Dass die Leistungen von Mädchen zumindest im sprachlichen Bereich besser sind als die von Jungen, machte sowohl die internationale Grundschul-Leseuntersuchung (IGLU) als auch die PISA-Leistungsstudie mit 15-Jährigen deutlich. Mädchen verstehen geschriebene Texte im Durchschnitt besser und können die Texte häufiger zur Lösung von gestellten Aufgaben nutzen. Die PISA-Studie zeigte aber auch Leistungsschwächen von Mädchen im mathematischen Bereich. Der Vorsprung der Jungen war hier allerdings viel geringer als ihr Rückstand gegenüber Mädchen im sprachlichen Bereich. In der naturwissenschaftlichen Grundbildung fanden sich in der PISA-Studie keine signifikanten Leistungsdifferenzen zwischen Mädchen und Jungen. Trotz ihrer ungünstigen Schulleistungsbilanz trauen sich Jungen in der Schule mehr zu und halten sich für klüger.

Viele Studien zeigen, dass Jungen eine höchst heterogene Leistungsgruppe bilden: Unter Jungen finden sich häufiger als unter Mädchen Personen mit extrem hoher und solche mit extrem niedriger Intelligenz. Bei den mathematischen Fähigkeiten basierten die Leistungsvorsprünge der Jungen in der PISA-Studie vor allem auf den Leistungen einer Spitzengruppe von Jungen. In den mittleren Leistungsstufen waren Mädchen und Jungen gleich stark vertreten. Im unteren Leistungsspektrum fanden sich entgegen der gängigen Erwartung auch bei den mathematischen Leistungen Jungen signifikant häufiger als Mädchen. Jungen verfügen nicht durchweg über eine schlechtere Lesekompetenz als Mädchen. Diejenigen Jungen, die gerne lesen, können Texte nicht schlechter verstehen als Mädchen. Insgesamt gibt es neben leistungsschwachen Jungen auch ausgesprochen leistungsstarke. Von „der Jungenkatastrophe“ zu sprechen, scheint deshalb unangebracht.” (bmfsfj Mädchen und Jungen in Deutschland Lebenssituationen – Unterschiede – Gemeinsamkeiten, 2007, S. 11)

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Sind Jungen durch die „Feminisierung“ der Schule in der Notenvergabe benachteiligt?
Hochschule
Fachhochschule Potsdam
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V305590
ISBN (eBook)
9783668035744
ISBN (Buch)
9783668035751
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sind, jungen, feminisierung, schule, notenvergabe
Arbeit zitieren
Doreen Adam (Autor), 2014, Sind Jungen durch die „Feminisierung“ der Schule in der Notenvergabe benachteiligt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305590

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