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Feministische Linguistik und die Macht der Sprache

Title: Feministische Linguistik und die Macht der Sprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Kraus (Author)

Gender Studies
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Vor mehr als dreißig Jahren entstand ein neues Forschungsgebiet innerhalb der Sprachwissenschaft: Die feministische Linguistik. Sie versteht sich als Teil einer sozialen Bewegung, eben der Frauenbewegung. Sie möchte die Sprache nicht nur - wie die herkömmliche Linguistik - beschreiben, sondern die Sprachnorm und das Sprachsystem kritisieren. Die Feministische Linguistik stellt sich unter anderem die Frage, wie Frauen bzw das weibliche Geschlecht in der Sprache vorkommen und welche Bereiche der Sprache männlich geprägt sind. Sie vertritt die Auffassung, dass Frauen durch Sprache systematisch unterdrückt werden und möchten durch Kritik zur Veränderung dieser Erscheinung beitragen. Es heißt Frauen werden zum Beispiel durch die Sprache diskriminiert, indem sie oft nur mit gemeint und nicht explizit genannt werden. Dies ist der Fall bei der sehr häufig vorkommenden Bezeichnung von Frauen mit einem Maskulinum: z. B. „der Einwohner“, „der Leser“, „der Bürger“, „der Lehrer“.
Heute, knapp 30 Jahre nach der Frauenbewegung, hat sich schon einiges getan in der Sprachentwicklung. Viele geforderten Veränderungen von damals sind heute umgesetzt. So gibt es in jeder Stellenbeschreibung zum Beispiel auch die weibliche Berufsbezeichnung. Ich werde in dieser Ausarbeitung der Frage auf den Grund gehen, ob Frauen wirklich durch die Sprache unterdrückt wurden und wenn ja, ob das heute noch so ist.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der Frauenbewegung

2.1. Die erste deutsche Frauenbewegung

2.2. Die zweite deutsche Frauenbewegung

2.2.1. Frauensprache

3. Feministische Sprachwissenschaft

3.1. Gelungene Sprachleitfäden

3.1.1. UNESCO

3.1.2. Bundesverwaltungsamt

3.1.3. Bundesministerium

4. Neue Begrifflichkeiten für das HAWK Wörterbuch

5. Die Macht der Sprache

5.1. Vor und Nachteile

5.2. Bedeutung für die Soziale Arbeit

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Diskriminierung von Frauen durch eine männlich geprägte deutsche Sprache und analysiert, inwieweit sprachliche Strukturen das Denken beeinflussen. Ziel ist es, die historische Entwicklung der feministischen Linguistik nachzuvollziehen, verschiedene Sprachleitfäden zu bewerten und die Relevanz einer geschlechtergerechten Kommunikation für das Berufsfeld der Sozialen Arbeit herauszuarbeiten.

  • Historische Entwicklung der ersten und zweiten deutschen Frauenbewegung
  • Analyse und Bewertung geschlechtergerechter Sprachleitfäden (UNESCO, Bundesverwaltung, Ministerium)
  • Die psychologische und soziale Macht der Sprache auf das Selbstbild
  • Ergänzungsvorschläge für das HAWK-Wörterbuch zur Vermeidung männlich dominierter Begriffe
  • Reflexion über die Notwendigkeit und Anwendung geschlechtergerechter Sprache in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

Die Macht der Sprache

Die Sprache, welche wir benutzen, dient nicht nur der Kommunikation, sie kann uns, wenn sie gelungen ist, im übertragenen Sinne viele Türen öffnen und formt uns und unsere Mitmenschen. Da unsere Sprache unbewusst männlich geprägt ist, verbinden wir auch unbewusst Macht und Männlichkeit miteinander. (vgl. Trömel-Plötz 2007:127) „Der Ehrenmann, ein Mann von Welt, der Chef, mein Boss.“ Um nur ein paar Beispiele für Sprache und Macht zu nennen.

Die oft unbewusste Vorstellung das Macht etwas mit Männlichkeit zu tun hat ist nicht nur utopisch, sie beeinflusst uns auch in unserem denken und handeln. Nehmen wir den Richter als Beispiel. Betrete ich ein Gericht, erwarte ich eine männliche Person auf dem Richterstuhl da der Beruf für „typisch männlich“ steht und auch die Berufsbezeichnung dieses ausdrückt. Sehe ich eine Frau auf dem Richterstuhl kann es passieren das ich sie weniger akzeptiere, sie weniger wertschätze und ihr weniger Kompetenz zuschreibe. (vgl. Trömel-Plötz 2007: 127)

Es wird schnell deutlich, das die Sprache ein wichtiges Machtinstrument ist welches bewusst genutzt werden muss, gerade in der Sozialen Arbeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Forschungsfeld der feministischen Linguistik ein und stellt die zentrale Frage nach der systematischen Unterdrückung von Frauen durch eine männlich geprägte Sprache.

2. Geschichte der Frauenbewegung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Frauenbewegung in Deutschland von ihren Anfängen bis zur Studentenbewegung um 1978 nach.

3. Feministische Sprachwissenschaft: Hier werden theoretische Ansätze zur sprachlichen Diskriminierung sowie konkrete Sprachleitfäden von Institutionen wie der UNESCO und Ministerien vorgestellt.

4. Neue Begrifflichkeiten für das HAWK Wörterbuch: Das Kapitel reflektiert den hauseigenen Leitfaden der HAWK und schlägt gezielte Ergänzungen für das dazugehörige Wörterbuch vor.

5. Die Macht der Sprache: Diese Sektion analysiert die psychologische Wirkung von Sprache als Machtinstrument und erörtert die Bedeutung geschlechtergerechter Kommunikation für die tägliche Praxis der Sozialen Arbeit.

6. Fazit: Die Autorin zieht ein persönliches Resümee und bestätigt die Notwendigkeit eines bewussten Umgangs mit Sprache, um die feministische Linguistik in den Alltag zu integrieren.

Schlüsselwörter

Feministische Linguistik, Frauenbewegung, geschlechtergerechte Sprache, Sprachleitfaden, Sprachnorm, Diskriminierung, Macht der Sprache, Soziale Arbeit, Personenbezeichnung, Binnen-I, generisches Feminin, Sprachveränderung, Identität, Geschlechtergerechtigkeit, androzentrische Sprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der feministischen Linguistik und der Frage, wie Sprache Frauen diskriminiert und gleichzeitig deren Selbstbild sowie das gesellschaftliche Denken beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Frauenbewegungen, die Kritik am androzentrischen Sprachsystem und die Vorstellung praktischer Sprachleitfäden zur Gleichbehandlung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Macht der Sprache zu verdeutlichen und aufzuzeigen, warum Sozialarbeiterinnen eine geschlechtergerechte Ausdrucksweise zur Stärkung ihrer Klientel anwenden sollten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse bestehender Studien und Sprachleitfäden, ergänzt durch eine kritische Betrachtung von Begrifflichkeiten in einem universitären Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden historische Hintergründe, verschiedene Sprachleitfäden (UNESCO, Bundesverwaltung), konkrete Ergänzungsvorschläge für das HAWK-Wörterbuch und die Auswirkungen von Sprache auf die Identitätsbildung erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Feministische Linguistik, geschlechtergerechte Sprache, Machtinstrument, Identität und Sprachnorm.

Wie bewertet die Autorin das "Binnen-I" und das "generische Feminin"?

Die Autorin stellt diese Varianten als Lösungsmöglichkeiten des Bundesministeriums vor, weist jedoch darauf hin, dass ihre Anwendbarkeit je nach Kontext und Personenbezeichnung kritisch geprüft werden muss.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der täglichen Arbeit in der Pflege?

Die Autorin reflektiert ihre eigene Gewohnheit in der Altenpflege und betont, dass erst durch den bewussten Vergleich (z.B. "Herrlein" für Männer) die Diskriminierung durch Begriffe wie "Fräulein" deutlich wird.

Gibt es Grenzen für eine geschlechtergerechte Sprache?

Ja, die Autorin merkt an, dass in Bereichen wie der Arbeit mit geistig behinderten Menschen oder in der forensischen Psychiatrie die Verständlichkeit und Klarheit Vorrang vor komplexen geschlechtergerechten Konstruktionen haben kann.

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Details

Title
Feministische Linguistik und die Macht der Sprache
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Course
Gender und Diversity
Grade
1,0
Author
Franziska Kraus (Author)
Publication Year
2013
Pages
19
Catalog Number
V305600
ISBN (eBook)
9783668034761
ISBN (Book)
9783668034778
Language
German
Tags
feministische linguistik macht sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Kraus (Author), 2013, Feministische Linguistik und die Macht der Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305600
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