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Mythologische Strukturen des Sportfernsehens

Title: Mythologische Strukturen des Sportfernsehens

Term Paper , 2004 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katja Funk (Author)

Communications - Movies and Television
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Bereits zu Zeiten der griechischen Antike erklärte man die Welt anhand einer Vielzahl symbolischer Erzählungen – den Mythen. Diese weit verbreiteten Mythologien boten den Menschen auch, anders als die Religion, irdische Erklärungen für „die Welt“ an.
„Mythen sind […] Deutungen und Darstellungen lebensweltlicher, natürlicher und kosmischer Zusammenhänge […]. Sie geben Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Es sind aber in der Regel Antworten, die den Menschen nicht in seiner Vereinzelung, sondern als Gemeinschaftswesen ansprechen. Mythen haben eine praktische Funktion: Sie wirken mit an der Herausbildung und Festigung eines gesellschaftlichen Ethos.“
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat nun das Massenmedium Fernsehen jenen Platz eingenommen, den in der Antike der Mythos innehatte. Dieser beinhaltet unter anderem eine zentrale Rolle als Vermittler kultureller, aber auch gesellschaftlicher Werte. Das Fernsehen, mit seiner stets präsenten Angebotsstruktur, erzählt wie der Mythos rund um die Uhr endlose Variationen von Geschichten. Fügt man diese einzelnen Erzählungen zusammen, so ist es möglich, die Welt in ihrer gesamten Komplexität wahrzunehmen und zu verstehen.
In dieser Arbeit soll am Beispiel des Sportfernsehens und den Mythologien der griechischen Antike gezeigt werden, dass Mythos und Fernsehen aber nicht nur inhaltliche Analogien aufweisen. Es soll herausgestellt werden, dass unsere eigentlich nicht mythologische Gesellschaft noch wesentlich mehr von den Eigenschaften und der Erzählstruktur des antiken Mythos übernommen hat.
Zunächst wird versucht, dem Mythos aus Sicht des französischen Strukturalisten Roland Barthes auf die Spur zu kommen. Er erklärt mit Hilfe der Semiotik, was Mythos ist und wie sich jener definiert. Danach werden Mythos und Fernsehen in ihrer kollektiven Bedeutung analysiert, um später das mythische Potential des Mediums Sportfernsehen herauszustellen.
Im nächsten Kapitel folgt dann eine Betrachtung des Sportfernsehens als Narrationssystem, welches im Vergleich mit dem Erzählsystem Mythos dargestellt wird. Der letzte Abschnitt widmet seine Aufmerksamkeit schließlich den eigentlichen Helden von Mythos und Fernsehen, in dem die Personengebundenheit der einzelnen Narrationen näher analysiert wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DER MYTHOS NACH ROLAND BARTHES

2.1 EINE ERSTE DEFINITION

2.2 DER MYTHOS IST EINE AUSSAGE

3. DIE GROßERZÄHLER MYTHOS UND FERNSEHEN

3.1 KOLLEKTIVE BEDEUTUNG VON MYTHOS UND FERNSEHEN

3.1.1 Der Mythos in der griechischen Antike

3.1.2 Mythos und Fernsehen als Weltvermittler

3.1.3 Vermittlung von Werten und Verhaltensanweisungen

3.2 DIE MEDIEN UND IHR MYTHISCHES POTENTIAL

3.3 SPORT IM FERNSEHEN – FERNSEHSPORT

3.3.1 Kult, Information und Unterhaltung

3.3.2 Inszenierung und Dramatisierung

3.3.3 Ritual und Mythos im Sportfernsehen

4. ZUR MYTHOLOGISCHEN STRUKTUR DES SPORTFERNSEHENS

4.1 DAS NARRATIONSSYSTEM MYTHOS

4.1.1 Die Vermittlungsstrukturen des Mythos

4.1.2 Symbole und ihre Verweisfunktionen

4.2 ANALOGIEN ZWISCHEN MYTHOS UND FERNSEHEN AUF FORMALER EBENE

4.2.1 Die additive Struktur der Narrationen

4.2.2 Die doppelte Vermittlungsstruktur

4.2.3 Zur mythischen Zeitstruktur

4.2.4 Das Programm als Narrationsstruktur des Fernsehens

4.2.5 Programmformen

4.3 NARRATIVE GRUNDELEMENTE DES SPORTFERNSEHENS

4.3.1 Formen des Zeigens

4.3.1.1 Die Live- Übertragung

4.3.1.2 Die Live- Reportage

4.3.2 Formen des Berichtens

4.3.2.1 Sportnachrichten

4.3.2.2 Das Sportmagazin

4.3.3 Formen des Spiels

4.4 DIE PERSONENGEBUNDENHEIT IM SPORTFERNSEHEN

4.4.1 Götter des Sports

4.4.2 Zur Heldenstruktur sportiver Informationssendungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die mythologischen Strukturen des Sportfernsehens und setzt diese in Relation zu den antiken Mythen. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Fernsehen durch spezifische Narrationssysteme und die Personengebundenheit von Protagonisten Funktionen übernimmt, die in der Antike dem Mythos vorbehalten waren.

  • Semiotische Analyse des Mythos nach Roland Barthes
  • Kollektive Bedeutung von Fernsehen als "Großerzähler"
  • Analogiebildung zwischen mythischen und fernsehspezifischen Zeit- und Strukturformen
  • Untersuchung der narrativen Grundelemente des Sportfernsehens (Zeigen, Berichten, Spiel)
  • Die Rolle der Helden- und Götterinszenierung im Mediensport

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Kult, Information und Unterhaltung

„Sport im Fernsehen war von Anfang an vor allem spektakuläres Großereigniss. Dabei war neben der Information schon sehr früh ein gewisser Unterhaltungswert gegeben.“13

Das Sportereignis im Fernsehen ist vor allem im Zuge der vielen technischen Entwicklungen in der Berichterstattung zu einem „zelebrierten“ Medienspektakel avanciert. Die Übertragungen sind live, schnell und umfassend, und informieren aktuell. Ganze Nationen erliegen beispielsweise dem Kult von Fußballspielen, wenn ihre Mannschaft spielt. Und je mehr der Ausgang des jeweiligen Ereignisses „auf wackeligen Beinen steht“, desto höher ist der Lustgewinn des Zuschauers und umso stärker entwickelt sich jene kultische Wirkung.

Jedes Jahr und Monat für Monat stehen zahlreiche Top- Events auf der Agenda der Sportberichterstattung: WM, Champions- League, EM, Weltcups etc., die in Sendungen wie die „Sportschau“, „Aktuelles Sportstudio“ oder „Ran“ übertragen und diskutiert werden. Und immer mehr Ereignisse treten im Fernsehen sozusagen gegeneinander an, um für diesen Moment das wichtigste Sportevent zu sein. Im Fernsehen erhalten jene Veranstaltungen größte Beachtung – und damit Einschaltquoten - weil der Sportzuschauer bezüglich des „Objektes seiner Begierde“, beispielsweise ein Fußballverein, kaum Sättigung kennt.

„Sport führt im Fernsehen nicht zur Langeweile, sondern – wie jede Droge- zur Abhängigkeit.“14 Das Medienereigniss Sport garantiert durch spannende Inszenierung und Dramatisierung (welche im nächsten Kapitel erläutert werden) aber nicht nur hohe Zuschauerzahlen. Daraus resultierend besitzt es ein „ […] besonders hohes gesellschaftliches Integrationspotential“15, in dem die Versammlung von Menschen zu einem gemeinsamen Erlebnis wird. Fans feiern ihre Helden und identifizieren sich zugleich mit ihnen. Kollektive Identität, aber auch Abgrenzung gegen Rivalen führen zu „neuem“ Zusammengehörigkeitsgefühl.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Mythen als Welterklärer und deren Transformation in die Struktur des heutigen Fernsehens.

2. DER MYTHOS NACH ROLAND BARTHES: Theoretische Grundlegung des Mythosbegriffs anhand semiologischer Ansätze, wobei der Mythos als Aussage- und Mitteilungssystem definiert wird.

3. DIE GROßERZÄHLER MYTHOS UND FERNSEHEN: Analyse der gesellschaftlichen Rolle des Fernsehens als soziale Instanz, die wie der antike Mythos Wissen vermittelt, Werte bildet und das Weltgeschehen ordnet.

4. ZUR MYTHOLOGISCHEN STRUKTUR DES SPORTFERNSEHENS: Detaillierte formale und inhaltliche Untersuchung von Sportübertragungen als narratives System, das sich der Inszenierung, Dramatisierung und Heldenstilisierung bedient.

Schlüsselwörter

Mythos, Fernsehen, Sportfernsehen, Narrationssystem, Roland Barthes, Weltvermittlung, Heldenstruktur, Medienspektakel, Inszenierung, Semiotik, Live-Übertragung, soziale Integration, Sportberichterstattung, Kollektiv, Identifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die These, dass das moderne Fernsehen die Funktionen und Erzählstrukturen übernommen hat, die in der griechischen Antike dem Mythos zukamen, wobei das Sportfernsehen als primäres Fallbeispiel dient.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Medientheorie, die Semiotik (nach Roland Barthes), die narrativen Strukturen von Sportübertragungen sowie die soziologische Bedeutung von Heldenverehrung und kollektiver Identitätsbildung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass unsere moderne, eigentlich nicht-mythologische Gesellschaft die Erzählstrukturen des antiken Mythos beibehalten hat und diese im Sportfernsehen formal und inhaltlich fortführt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt vorwiegend den strukturalistischen Ansatz von Roland Barthes zur semiologischen Dekodierung sowie eine komparative Analyse zwischen antiken Mythen und fernsehspezifischen Narrationsformen.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil werden formale Gemeinsamkeiten wie die additive Struktur von Narrationen, die Zeitbehandlung und die doppelte Vermittlungsstruktur (Bild und Wort) sowie die Rolle der Personengebundenheit (Helden) detailliert analysiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Großerzähler", "Narrationssystem", "Mimesis", "Heldenstilisierung" und "Sportrealität" geprägt.

Wie genau wirkt ein Sportkommentator im Sinne der "Welterklärung"?

Der Kommentator fungiert als Vermittler, der das oft unübersichtliche visuelle Geschehen einordnet, bewertet und durch rhetorische Mittel mit einer mythologischen Bedeutungsebene auflädt, die über die reine Information hinausgeht.

Warum betrachtet die Autorin Sportereignisse als "rituelle Darstellungen"?

Sportereignisse werden als rituelle Darstellungen gesehen, weil sie geltende gesellschaftliche Werte wie Sieg, Ehre, Kampfgeist und Leistung in einer dramatisierten Form symbolisch verhandeln, an der ein Kollektiv teilhat.

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Details

Title
Mythologische Strukturen des Sportfernsehens
College
University of Weimar
Grade
1,7
Author
Katja Funk (Author)
Publication Year
2004
Pages
28
Catalog Number
V30571
ISBN (eBook)
9783638318068
Language
German
Tags
Mythologische Strukturen Sportfernsehens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Funk (Author), 2004, Mythologische Strukturen des Sportfernsehens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30571
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