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Die französischen Algerienveteranen und ihr Kampf um die Anerkennung als dritte Kriegsgeneration

Título: Die französischen Algerienveteranen und ihr Kampf um die Anerkennung als dritte Kriegsgeneration

Trabajo Escrito , 2014 , 22 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Anika Strelow (Autor)

Estudios franceses - Cultura general y Cultura
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Der Algerienkrieg wurde offiziell am 18. März 1962 mit den Verträgen von Évian und dem Waffenstillstandsabkommen zwischen Frankreich und Algerien beendet, doch die Erinnerung an die zahlreichen Todesopfer und Verwundeten in Algerien, an die Foltermethoden, an die zerstörten algerischen Dörfer, in denen lange Zeit kein normales Leben möglich war - all diese Erinnerungen leben weiter und prägen bis heute das kollektive Gedächtnis der Franzosen.
Der algerische Unabhängigkeitskrieg (1954-1962), in dem Algerier und Franzosen fast acht Jahre lang verbittert gegeneinander gekämpft haben, gilt bis heute als schwarzes Kapitel der französischen Geschichte und stellt eines der härtesten Entkolonialisierungskriege des 20. Jahrhunderts dar. Dennoch galt dieser blutige Konflikt jahrzehntelang auf französischer Seite als „guerre sans nom“ (Pervillé 2005) - einen Krieg, den es eigentlich nicht gegeben habe und an den kein Gedenktag, keine Straßennamen und auch keine öffentliche Rede des Präsidenten erinnern sollten. Auch die Heimkehr hunderttausender französischer Soldaten, die im Dienste ihres Vaterlandes tapfer in Algerien gekämpft haben, war durch eine allgemeine Frustationsstimmung und den ewigen Kampf um die Anerkennung als Kriegsgeneration geprägt. Denn: Wo es keinen Krieg gab, sollte es auch keine Kriegsentschädigungen geben.

Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher zunächst - neben der staatlich betriebenen Verleugnungspolitik des Algerienkrieges - mit der schwierigen Wiedereingliederung der Algerienveteranen in das zivile Leben. Weiterhin folgt ein detaillierter Abriss zum Kampf der anciens combattants um die Gleichberechtigung gegenüber den Kriegsgenerationen der beiden vergangenen Weltkriege sowie deren Erfolge in der Erinnerungs- und Gedenkkultur Frankreichs. Den Abschluss bildet ein zusammenfassendes Fazit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur französischen Verleugnungspolitik des Algerienkrieges

3. Die anciens combattants als personelle Opfer des Algerienkrieges

4. Zur schwierigen Wiedereingliederung der heimgekehrten Soldaten

5. Erinnert oder vergessen? - Der Kampf der Algerienveteranen um die Anerkennung als dritte Kriegsgeneration

5.1 Der Kampf um den Erhalt der carte du combattant

5.2 Die Auseinandersetzung um den 19. März als nationaler Totengedenktag

5.3 Das Denkmal Mémorial de la guerre d´Algérie in Paris als Totengedenkort

5.4 Platz- und Straßenumbenennungen zur Schaffung lokaler Erinnerungsorte

6. Zusammenfassendes Fazit

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die staatliche Verleugnungspolitik Frankreichs in Bezug auf den Algerienkrieg und den daraus resultierenden Kampf der Algerienveteranen (anciens combattants) um gesellschaftliche und materielle Anerkennung als "dritte Kriegsgeneration".

  • Staatliche Verleugnung des Algerienkrieges als "guerre sans nom"
  • Problematik der Wiedereingliederung von heimgekehrten Soldaten
  • Kampf um den Veteranenausweis (carte du combattant)
  • Etablierung des 19. März als nationalen Gedenktag
  • Schaffung lokaler Erinnerungsorte durch Umbenennungen

Auszug aus dem Buch

Die anciens combattants als personelle Opfer des Algerienkrieges

„In meiner Erinnerung war die schrecklichste Erfahrung […] Dass man aus einem jungen liebenswürdigen, herzlichen Mann einen Mörder oder manchmal Schlimmeres formen kann, indem man ihn aller Regeln beraubt, die einen anständigen Menschen ausmachen. Dort begriff ich, dass der Krieg das Schlimmste ist, was passieren kann.“

(Jacques Floch, von 1958-1960 als Soldat in Algerien stationiert. In: Kohser-Spohn/Renken 2006, S. 59)

Mehr als 2 Millionen französische Soldaten zogen „zur Aufrechterhaltung der Ordnung“ nach Algerien (Renken 2006, S. 259). Anders als im Indochina-Krieg setzte Frankreich im Algerienkrieg nicht nur die Berufsarmee ein, sondern mobilisierte zum ersten Mal die Wehrpflichtigen und Reservisten, um der algerischen Unabhängigkeit entgegenzuwirken (Elsenhans 1974, S. 832). Viele von ihnen kamen verletzt zurück, sahen ihre Freunde im Krieg sterben oder wurden dazu verpflichtet, jegliche Verfechter der algerischen Unabhängigkeitsbewegung, z.B. FLN-Angehörige, aus dem Weg zu räumen und - wenn es sein musste - zu töten. Viele von ihnen hatten auch Jahre nach dem Krieg noch mit ihren durchlebten Entbehrungen während des Krieges und ihren traumatischen Erinnerungen zu kämpfen.

Doch „[je] schmaler die Existenzgrundlage eines Soldaten vor seinem Einsatz in Algerien war, desto schwieriger hatte er hinterher, mit den entstandenen körperlichen und psychischen Belastungen fertig zu werden“ (Renken 2006, S. 264). Die im Dienst verbliebenen Berufsoffiziere konnten nach Ende des Krieges mit einem Aufstieg auf der Karriereleiter in der Armee rechnen oder bei Arbeitsunfähigkeit infolge des Krieges entsprechende Leistungen von Staat und Armee in Anspruch nehmen - anders die Soldaten mit dem niedrigsten Mannschaftsgrad wie Wehrdienstleistende bzw. Soldaten der deuxième classe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Algerienkrieges als schwarzes Kapitel französischer Geschichte ein und beschreibt den Kampf der Veteranen um Anerkennung.

2. Zur französischen Verleugnungspolitik des Algerienkrieges: Das Kapitel erläutert die jahrzehntelange staatliche Strategie, den Algerienkrieg durch Zensur und Verleugnung als "guerre sans nom" aus dem kollektiven Gedächtnis zu tilgen.

3. Die anciens combattants als personelle Opfer des Algerienkrieges: Hier werden die Schicksale der über 2 Millionen Soldaten beleuchtet, die als Wehrpflichtige traumatische Einsatzerfahrungen machten und mit sozialer Not zurückkehrten.

4. Zur schwierigen Wiedereingliederung der heimgekehrten Soldaten: Das Kapitel analysiert die bürokratischen und finanziellen Hürden, die eine Wiedereingliederung der Soldaten in das zivile Leben nach dem Krieg erheblich erschwerten.

5. Erinnert oder vergessen? - Der Kampf der Algerienveteranen um die Anerkennung als dritte Kriegsgeneration: Dieses Hauptkapitel detailliert den langwierigen Kampf der Veteranenverbände um den Veteranenausweis, einen nationalen Gedenktag und sichtbare Erinnerungskultur.

6. Zusammenfassendes Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass trotz erreichter Anerkennung der Veteranen die Aufarbeitung des Krieges und die Anerkennung des Leids der algerischen Bevölkerung aussteht.

7. Literatur- und Quellenverzeichnis: Dies ist das Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Algerienkrieg, anciens combattants, FNACA, Erinnerungskultur, Gedenktag, 19. März, carte du combattant, Entkolonialisierung, Verleugnungspolitik, Soldaten, Trauma, Kriegsgeneration, Wiedereingliederung, kollektives Gedächtnis, Frankreich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Aufarbeitung des Algerienkrieges in der französischen Gesellschaft und fokussiert dabei speziell auf die Rolle und den Kampf der ehemaligen Algeriensoldaten um ihre Anerkennung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die staatliche Verleugnungspolitik des Krieges, die schwierige soziale Wiedereingliederung der Veteranen sowie die Bemühungen, den 19. März als nationalen Gedenktag zu etablieren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den detaillierten Abriss über den Kampf der anciens combattants zur Anerkennung als dritte Kriegsgeneration gegenüber der offiziellen französischen Erinnerungskultur darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer und sozialwissenschaftlicher Quellen, inklusive Primärquellen aus Verbandszeitungen der Veteranen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Verleugnungspolitik, die Probleme der Veteranen nach ihrer Heimkehr sowie die konkreten Etappen ihres Kampfes um den Veteranenausweis und die Erinnerungsarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Algerienkrieg, anciens combattants, Erinnerungskultur, Gedenktag, carte du combattant und Verleugnungspolitik charakterisiert.

Warum war der 19. März für die Veteranen so wichtig?

Er markiert das Ende des Krieges durch die Verträge von Évian und wurde als Symbol für das Ende des Leidens der Soldaten und den Weg zum Frieden in den Fokus der Gedenkforderungen gerückt.

Was war das Hauptargument des Staates gegen die Anerkennung der Veteranen?

Der Staat argumentierte lange, dass es sich in Algerien rechtlich nur um einen "Bürgerkrieg" oder eine innere Polizeioperation handelte und nicht um einen Krieg, was den Status als Kriegsveteran ausschloss.

Wie erfolgreich war die FNACA in ihrem Kampf?

Die FNACA war sehr erfolgreich darin, sich als Massenorganisation zu etablieren und über Jahrzehnte hinweg durch Proteste die staatliche Anerkennung des Veteranenstatus und schließlich den Gedenktag zu erzwingen.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Die französischen Algerienveteranen und ihr Kampf um die Anerkennung als dritte Kriegsgeneration
Universidad
Martin Luther University  (Institut für Romanistik)
Curso
Krieg und kollektives Gedächtnis
Calificación
2,3
Autor
Anika Strelow (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
22
No. de catálogo
V305971
ISBN (Ebook)
9783668038356
ISBN (Libro)
9783668038363
Idioma
Alemán
Etiqueta
Algerien Algerienveteranen Krieg Kollektives Gedächtnis anciens combattants Frankreich Kulturwissenschaft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anika Strelow (Autor), 2014, Die französischen Algerienveteranen und ihr Kampf um die Anerkennung als dritte Kriegsgeneration, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305971
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