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Die Wechselbeziehungen zwischen Arbeitslosigkeit und psychischen Erkrankungen in unserer postindustriellen Arbeitswelt

Keine Arbeit – keine Gesundheit – keine Chance?

Title: Die Wechselbeziehungen zwischen Arbeitslosigkeit und psychischen Erkrankungen in unserer postindustriellen Arbeitswelt

Term Paper , 2015 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lea Juliana Weidlich (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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Die Bedeutsamkeit der Arbeitslosigkeit bzw. Arbeit durchlief historisch einen Prozess der Veränderungen. Während Arbeit in früheren Zeiten als Bestrafung genutzt wurde, nimmt sie heute oft den höchsten Stellenwert des Lebens ein.

Vor diesem Hintergrund soll im Rahmen dieser Hausarbeit geklärt werden, inwiefern auch in unserer gegenwärtigen Arbeitswelt eine Wechselbeziehung zwischen Arbeitslosigkeit und psychischer Erkrankung besteht.

Im Einzelnen wird wie folgt vorgegangen: Nach der Einleitung sind in Kapitel zwei die zentralen Begriffe „Arbeitslosigkeit“, „psychische Erkrankung“ sowie „postindustrielle Arbeitswelt“ zu klären. Darüber hinaus wird in diesem Kapitel eine Abgrenzung zwischen Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit anhand der zwei in Deutschland existierenden Messkonzepte erfolgen.

Das dritte Kapitel vermittelt einen Überblick über den Bedeutungswandel hinsichtlich der Arbeit für den Menschen, ausgehend von der vorindustriellen Arbeitswelt. Dadurch sollen anhand des Umkehrschlusses die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit veranschaulicht werden.

Den Mittelpunkt des vierten Kapitels bilden die zwei am häufigsten in der Fachliteratur vertretenen, psychologischen Theorien über Arbeitslosigkeit. Zu fragen ist hier, ob ein möglicher Aktualitätsbezug zur heutigen Arbeitslosigkeit, anhand einzelner Elemente, aufgezeigt werden kann.

Anschließend ist in das Problemfeld der Wechselbeziehungen zwischen Arbeitslosigkeit und psychischer Erkrankung in unserer postindustriellen Arbeitswelt einzuführen. Das fünfte Kapitel bildet somit den Schwerpunkt der Arbeit und fokussiert mögliche Zusammenhänge der drei begrifflichen Ausgangspunkte: Mögliche Wechselbeziehungen zwischen Arbeitslosigkeit und psychischer Erkrankung werden dargestellt sowie anschließend die psychische Erkrankung im Kontext der postindustriellen Arbeitswelt betrachtet.

Kapitel sechs konzentriert sich auf die gesundheitliche Förderung der Arbeitslosen.

Die Hausarbeit endet mit dem Resümee/Ausblick in Kapitel sieben. An dieser Stelle ist einerseits zu überprüfen, inwieweit eine Klärung der zentralen Fragestellung gelang,
andererseits sind Ansatzpunkte für mögliche Einsätze der SozialarbeiterInnen zu formulieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Inhaltliche Einführung

1.2 Aufbau der Arbeit

2 Erörterung der relevanten Begrifflichkeiten

2.1 Zum Begriff „Arbeitslosigkeit“

2.2 Zum Begriff „psychische Erkrankung“

2.3 Zum Begriff „postindustrielle Arbeitswelt“

3 Bedeutungswandel der Arbeit ausgehend von der vorindustriellen Arbeitswelt

4 Psychologische Theorien der Arbeitslosigkeit

4.1 Deprivationstheorie nach Jahoda (1975)

4.2 Handlungsrestriktionstheorie nach Fryer (1986)

4.3 Aktualitätsbezug der Theorien

5 Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit, psychischer Erkrankung und Arbeitswelt

5.1 Mögliche Wechselbeziehungen zwischen Arbeitslosigkeit und psychischer Erkrankung

5.2 Psychische Erkrankungen in der postindustriellen Arbeitswelt

6 Gesundheitsförderung von Arbeitslosen

7 Resümee/Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselbeziehungen zwischen Arbeitslosigkeit und psychischer Erkrankung in der modernen postindustriellen Arbeitswelt. Ziel der Untersuchung ist es, auf Basis psychologischer Theorien zu klären, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Verlust der Erwerbsarbeit und der Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes besteht und welche Rolle die veränderten Arbeitsbedingungen hierbei spielen.

  • Historischer Bedeutungswandel von Arbeit
  • Psychologische Theorien zur Arbeitslosigkeit (Jahoda und Fryer)
  • Kausalitäts- versus Selektionshypothese bei psychischen Erkrankungen
  • Einfluss moderner Arbeitsbedingungen im postindustriellen Kontext
  • Ansätze zur Gesundheitsförderung und soziale Handlungsfelder

Auszug aus dem Buch

4.1 Deprivationstheorie nach Jahoda (1975)

Die Theorie nach Jahoda, welche „[d]as wohl bekannteste Modell innerhalb der Arbeitslosenforschung […]“ (Baumann 2010: 97) darstellt, basiert primär auf dem Datenmaterial der Marienthal-Studie. Ihrer Theorie zufolge rufen Mangelerlebnisse und Entzüge wie der Arbeitsplatzverlust negative psychische Folgen hervor (vgl. Paul/Moser 2007: 293, Hollederer 2008: 29). Jahoda geht in der Gesellschaft von einem bestehenden manifesten Bild der Arbeit aus, welches drei Bereiche, die sog. manifesten Funktionen, einschließt: die Herstellung von Dienstleistungen und Gütern, den Aufbau der Arbeitsteilung, welcher eine moderne Arbeitswelt charakterisiert, sowie das zur Lebensunterhaltssicherung erworbene Einkommen (vgl. Baumann 2010: 98).

Jedoch sieht die Sozialpsychologin im Vergleich zur Zeit der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1930 die ökonomische Einschränkung nicht mehr als ausschlaggebenden Aspekt an (vgl. Paul/Moser 2007: 292). Neben den manifesten Auswirkungen ermöglicht lediglich der Arbeitsplatz die Befriedigung latenter Bedürfnisse, die sich aus den Formen moderner Erwerbstätigkeit ergeben (vgl. Jahoda 1982: 59). Hierunter versteht Jahoda die Vorgabe eines festen Zeitplans, die Ausdehnung der sozialen Kontakte außerhalb der Kernfamilie, die Teilnahme an gemeinsamen Zielen, die kontinuierlichen Aktivitäten sowie die Zuweisung des Status und der Identität, welche anhand der Arbeit gemessen werden.

Aus diesem Grund sei selbst eine unpassende Arbeitsstelle vor der Arbeitslosigkeit zu favorisieren (vgl. ebd.: 59-60). Angesichts dessen besteht ein geregelter Alltag, geprägt von Arbeit, in einer Unentbehrlichkeit für Jahoda, andernfalls droht dem arbeitslosen Menschen ein unstrukturiertes und sinnloses Leben (vgl. Rogge 2009: 3).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die historische Entwicklung der Arbeit und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit sowie der zentralen Fragestellung.

2 Erörterung der relevanten Begrifflichkeiten: Definition und Abgrenzung der zentralen Begriffe Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankung und postindustrielle Arbeitswelt.

3 Bedeutungswandel der Arbeit ausgehend von der vorindustriellen Arbeitswelt: Analyse, wie sich die gesellschaftliche Bedeutung von Arbeit von der Agrar- über die Industriegesellschaft bis heute gewandelt hat.

4 Psychologische Theorien der Arbeitslosigkeit: Darstellung der Deprivationstheorie nach Jahoda und der Handlungsrestriktionstheorie nach Fryer sowie Prüfung ihrer Aktualität.

5 Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit, psychischer Erkrankung und Arbeitswelt: Untersuchung der Kausalitäts- und Selektionshypothesen und Analyse von psychischen Belastungen im postindustriellen Kontext.

6 Gesundheitsförderung von Arbeitslosen: Überblick über Modellprojekte und Maßnahmen zur Stabilisierung psychischer Ressourcen und zur Wiedereingliederung.

7 Resümee/Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Formulierung von Handlungsansätzen für die Soziale Arbeit.

Schlüsselwörter

Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankung, postindustrielle Arbeitswelt, Deprivationstheorie, Handlungsrestriktionstheorie, Kausalitätshypothese, Selektionshypothese, Gesundheitsförderung, Langzeitarbeitslosigkeit, soziale Isolation, Arbeitsweltwandel, psychische Belastung, Sozialarbeit, Arbeitsmarkt, Interventionsmaßnahmen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen dem Verlust des Arbeitsplatzes und der psychischen Gesundheit in unserer heutigen modernen Arbeitswelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der historische Wandel der Arbeit, psychologische Erklärungsmodelle zur Arbeitslosigkeit sowie die Möglichkeiten der gesundheitlichen Förderung von Betroffenen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit Arbeitslosigkeit kausal für psychische Erkrankungen verantwortlich ist und wie die postindustrielle Arbeitswelt diesen Prozess beeinflusst.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Metaanalysen (wie von Paul und Moser) und statistischen Daten von Krankenkassen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem Vergleich psychologischer Theorien, der Diskussion über Kausalitäts- und Selektionseffekte sowie der Analyse von Arbeitsbedingungen als potenzielle Stressoren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankung, Deprivation, Kausalität, Gesundheitsförderung und postindustrielle Arbeitswelt.

Wie unterscheidet sich die Deprivationstheorie nach Jahoda von der Handlungsrestriktionstheorie nach Fryer?

Während Jahoda den Menschen als passives Wesen sieht, das durch den Wegfall manifester und latenter Funktionen der Arbeit leidet, betont Fryer das intrinsisch motivierte Individuum, dessen Handlungsspielraum durch Ressourcenmangel eingeschränkt wird.

Was besagt die Kausalitäts- im Gegensatz zur Selektionshypothese?

Die Kausalitätshypothese sieht die Arbeitslosigkeit als Ursache für psychische Probleme, während die Selektionshypothese davon ausgeht, dass bereits psychisch belastete Personen ein höheres Risiko haben, arbeitslos zu werden.

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Details

Title
Die Wechselbeziehungen zwischen Arbeitslosigkeit und psychischen Erkrankungen in unserer postindustriellen Arbeitswelt
Subtitle
Keine Arbeit – keine Gesundheit – keine Chance?
College
University of Kassel
Grade
1,3
Author
Lea Juliana Weidlich (Author)
Publication Year
2015
Pages
33
Catalog Number
V306073
ISBN (eBook)
9783668039971
ISBN (Book)
9783668039988
Language
German
Tags
Lea Weidlich Arbeitslosigkeit psychische Erkrankungen postindustrielle Arbeitswelt Arbeit und Gesundheit Jahoda Fryer Marienthal-Studie Gesundheitsförderung von Arbeitslosen vorindustrielle Arbeitswelt industrielle Arbeitswelt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lea Juliana Weidlich (Author), 2015, Die Wechselbeziehungen zwischen Arbeitslosigkeit und psychischen Erkrankungen in unserer postindustriellen Arbeitswelt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306073
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