In der folgenden Arbeit wird ein Gedicht Dámaso Alonsos analysiert, wobei das Hauptaugenmerk sich auf die Stimme des Gedichts richtet; wer sie ist, was sie tut und an wen sie sich richtet. Da sich die Stimme mit dem Thema der Erinnerung befasst und dabei keine spezifische Erinnerung angesprochen wird, kann man von einer der wichtigsten Erinnerungen ausgehen: der Erinnerung nach dem Anfang. Es wird hier die Frage nach dem Anfang gestellt, weshalb sie auch an Gott gerichtet ist, denn sie kann einzig an Gott, den Schöpfer, der das Wissen vom Anfang an besitzt, gestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Dámaso Alonso: Cómo era
A. Erinnern
Juan R. Jiménez
B. Gedichtanalyse
C. Fransen
Alonso, Benn, Hegel
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Wesen der Poesie, indem sie insbesondere das Gedicht „Cómo era“ von Dámaso Alonso einer tiefgehenden Analyse unterzieht. Ziel ist es, die verborgenen Strukturen, die Dynamik der Sprache und das Verhältnis zwischen Poesie, Religion und Erkenntnis zu ergründen und aufzuzeigen, wie sich das Gedicht seiner eigenen Festlegung entzieht.
- Die Untersuchung der Mobilität und Unruhe innerhalb der poetischen Sprache.
- Die Analyse des Spannungsfeldes zwischen Erinnerung, Sprache und dem Unaussprechlichen.
- Die Deutung der Verbindung zwischen Dichtung, Religion und dem Göttlichen.
- Die Auseinandersetzung mit der Unmöglichkeit einer abschließenden Definition von Poesie.
- Der Vergleich mit literarischen Ansätzen von Juan Ramón Jiménez und Gottfried Benn.
Auszug aus dem Buch
B. Gedichtanalyse
Der Titel fordert nach einer Erklärung oder vielleicht eine Antwort. Cómo era… aber was? Das Wort „como“ trägt einen Akzent, wenn es als Fragepronomen fungiert oder wenn es im Sinne von „de qué manera“, „auf welche Weise“ gebraucht wird. Der Titel stellt also entweder eine Frage dar, der aber die Fragezeichen – ¿...? – fehlen oder aber er verspricht eine Erläuterung der Art und Weise eines unbestimmten Etwas. Versteht man den Titel als Frage, dann bleibt ungewiss, welches „como“, ob vergleichend, „como“, oder explikativ, „cómo“, gemeint ist.
Der Titel ist mehr als ambivalent, in jedem Fall aber entsteht eine dialogartige Situation, ja Abhängigkeit zwischen Titel und Gedicht.
¿Cómo era, Díos mio, cómo era?
Das Zitat, das dem Gedicht vorangeht, in gewisser Weise eine Brücke zwischen Titel und Gedicht, wird bereits im Titel zitiert. Der Titel zitiert das Zitat, und das Zitat vervollständigt seinerseits den Titel. Der Titel könnte auch bloß Platzhalter für das Zitat sein. Im Zuge der Lektüre vervollständigt sich der Titel und wird zu „¿Cómo era, Díos mio, cómo era?“. Auch wird in diesem Wechselspiel von Zitieren und Rezitieren deutlich, dass jegliches Zitieren ein Reduzieren ist. Das Zitat selbst ist schon ein Ausschnitt aus dem Sonett von Juan Ramón Jiménez. Indem der Titel es wiederum zitiert, reduziert es sich auf ein bloßes „cómo era“.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitung in die Thematik der Mobilität und Dynamik der Poesie sowie die Problematik ihrer Festlegung durch Sprache.
Dámaso Alonso: Cómo era: Wiedergabe des analysierten Gedichtkorpus als Grundlage der Untersuchung.
A. Erinnern: Untersuchung der Rolle der Erinnerung und der Rückkehr in Jiménez’ „Retorno fugaz“ im Kontext der poetischen Suche nach dem Anfang.
Juan R. Jiménez: Analyse von Jiménez’ Gedicht als Referenzpunkt für die Deutung der Fragestellung in Alonsos Werk.
B. Gedichtanalyse: Detaillierte Untersuchung der einzelnen Strophen von Alonsos „Cómo era“ hinsichtlich ihrer formalen und inhaltlichen Struktur.
C. Fransen: Reflexion über die prinzipielle Unabgeschlossenheit der Analyse und die Unmöglichkeit einer endgültigen Definition von Poesie.
Alonso, Benn, Hegel: Einordnung der poetischen Erkenntnisse in den größeren philosophischen und religiösen Kontext von Benn und Hegel.
Schlüsselwörter
Poesie, Dámaso Alonso, Cómo era, Juan Ramón Jiménez, Gottfried Benn, Sprache, Erinnerung, Religion, Dynamik, Metapher, Mystik, Struktur, Interpretation, Gedichtanalyse, Philosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wesensbestimmung der Poesie durch die Analyse des Gedichts „Cómo era“ von Dámaso Alonso.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Dynamik der Sprache, die Unmöglichkeit der Definition, das Verhältnis von Poesie zu Religion und die Rolle der Erinnerung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Gedicht durch seine Struktur und Sprache der eindeutigen Fixierung entgeht und sich als organischer, dynamischer Prozess darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philologische und hermeneutische Gedichtanalyse, die durch philosophische und literaturtheoretische Referenzen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine strophische Analyse des Gedichts, eine Untersuchung der Erinnerungsthematik und einen Abgleich mit anderen Dichtern und Denkern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Poesie, Dynamik, Erinnerung, Sprache und die Suche nach dem Ursprung charakterisiert.
Welche Bedeutung kommt dem Titel „Cómo era“ im Gedicht zu?
Der Titel fungiert als ambivalente Frage, die durch das Fehlen von Fragezeichen sowohl eine Frage als auch eine ausbleibende Antwort evoziert und den Leser in einen Erinnerungsstrudel zieht.
Wie interpretiert der Autor das Verhältnis zwischen Poesie und Gott?
Poesie wird als eine Form begriffen, in der das Göttliche ausgedrückt wird, wobei Dichter als imitierende Akteure eines göttlichen, schöpferischen Prozesses verstanden werden.
- Arbeit zitieren
- Adrian Giacomelli (Autor:in), 2009, "Cómo era" von Dámaso Alonso. Eine Gedichtanalyse über Gott in der Poesie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306121