Das Selbstmordmotiv in Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“. Der Selbstmord als Flucht oder Lösung?


Hausarbeit, 2015

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Werthers Situation
2.2 Werthers Verhältnis zu der Gesellschaft
2.2.1 Werthers Verhältnis zu der Mutter
2.2.2 Werther Innenleben
2.3 Unerfüllte Liebe
2.4 Die Natur als Ausgleich
2.5 Werthers Selbstmord-Flucht oder Lösung?

3. Schlusswort

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Gegenstand dieser Hausarbeit ist die Romanfigur Werther aus Johann Wolfgang von Goethes Werk „Die Leiden des jungen Werther“. Im 1774 erschienenen Briefroman stellt Goethe einen jungen Menschen dar, „der mit einer tiefen reinen Empfindung [...] sich in schwärmende Träume verliert, sich durch Spekulation untergräbt, biss er zuletzt durch dazutretende unglückliche Leidenschaften, besonders eine endlose Liebe zerrüttet, sich eine Kugel vor den Kopf schiesst“.[1], so verkündet es Goethe dem Schriftsteller Gottlieb F.E. Schönborn 1774.

In seinen Briefen dreht sich alles „um seine eigene Person [...] und dabei besonders um sein Herz und seine Seele“.[2] Werther ist der einzige Charakter, dessen Gefühlen der Leser Glauben schenken darf, weil er die Gemütsbewegungen anderer Charaktere aus seiner Sicht schildert. Da viele Menschen mit Gefühlen, wie Liebesschmerz und Sehnsucht vertraut sind und somit die Situation Werthers nachempfinden können, eignet sich diese Thematik als Untersuchungsgegenstand einer Hausarbeit. Auch die Selbstmordgedanken, die Goethe durch dieses Werk bei Lesern seiner Zeit bestärkt hat, geben Anlass sich mit dieser Thematik näher auseinanderzusetzen.

Primär wird hinterfragt, ob Werthers Selbstmord Flucht oder Lösung ist. Auch gilt zu klären, ob die Liebe zu Lotte das einzige Selbstmordmotiv ist. Die Beantwortung der Fragestellung erfolgt in mehreren Kapiteln. Um den Einstieg in die Thematik zu erleichtern, wird zu Beginn der Arbeit Werthers Situation anhand des chronologischen Ablaufs des Romans geklärt. Anschließend werden kapitelweise Gründe für seine Selbstmordgedanken analysiert. Hierbei spielen sein Verhältnis zur Mutter und zu Lotte eine wesentliche Rolle. Auch seine Haltung zur Natur und Gesellschaft ist entscheidend für die Beantwortung der Fragestellung. Daneben wird Werthers Innenleben untersucht, um die Beweggründe für seinen Suizid festzustellen. Die zentrale Frage nach dem Selbstmordmotiv wird in einer abschließenden Zusammenfassung im Schlussteil beantwortet.

2. Hauptteil

2.1 Werthers Situation

„Ich will, lieber Freund, ich verspreche Dir’s, ich will mich bessern, will nicht mehr das Bisgen Uebel, das das Schicksaal uns vorlegt, wiederkäuen, wie ich’s immer gethan habe. Ich will das Gegenwärtige genießen, und das Vergangene soll mir vergangen seyn“.[3]

Im ersten Teil des Buches beginnt Werther die Briefe an seinen Freund mit dem Versprechen sein Leben zu ändern. Er flieht aus der ungeliebten Stadt und kehrt in die Natur zurück. Dort verliert er sich in seinen Gedanken und genießt das „Gefühl von ruhigem Daseyn“.[4] In seiner neuen Umgebung lernt er zwar viele Leute kennen, doch keine Gesellschaft.[5] Am 16. Juni teilt Werther seinem Freund mit, dass er Lottes Bekanntschaft gemacht hat. Von Beginn an ist Werther ihr verfallen und berichtet detailliert über seine Gefühle zu dem Mädchen. Bei einem Ball kommen sich die beiden „ergriffen von dem Naturschauspiel“[6] näher. Lottes Beichte über die Verlobung mit Albert nimmt Werther zunächst mit Gleichgültigkeit auf. Als sie den Namen des Dichters Klopstock erwähnt, ist er sich sicher, in ihr eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Werther lebt seither „so glückliche Tage, wie sie Gott seinen Heiligen nicht ausspart“.[7] Die positiven Gefühle Werthers sind nicht von langer Dauer, da er die Beziehung zwischen Lotte und Albert nicht beeinflussen kann. Er verliert sich wieder in seiner eigenen Welt abseits der Realität und spielt immer häufiger mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Als Werther von Lottes und Alberts Heirat erfährt, verschlechtert sich sein Zustand. Der Liebende steigert sich in seine Verzweiflung hinein und sieht keinen anderen Ausweg als seinen Tod.

[...]


[1] Eibl, Karl: Der junge Goethe in seiner Zeit, Frankfurt a.M: Insel Verlag 1998, S. 672.

[2] Auer, Elisabeth: Selbstmord begehen zu wollen ist wie ein Gedicht zu schreiben, Stockholm: Almqvist &
Wiksell Verlag 1999, S.152.

[3] Goethe, Johann Wolfgang: Die Leiden des jungen Werther, Frankfurt a.M: Suhrkamp Verlag 1998, S.7.

[4] Ebd., S.9.

[5] Vgl. Ebd., S.12.

[6] Hein, Edgar: Die Leiden des jungen Werther, München: Oldenbourg Verlag 1991, S.64.

[7] Goethe, Johann Wolfgang: Die Leiden des jungen Werther, Frankfurt a.M: Suhrkamp Verlag 1998, 29.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Selbstmordmotiv in Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“. Der Selbstmord als Flucht oder Lösung?
Hochschule
Universität Mannheim
Veranstaltung
Sturm und Drang
Note
2,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V306141
ISBN (eBook)
9783668040137
ISBN (Buch)
9783668040144
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
selbstsmordmotiv, goethes, leiden, werthers, selbstmord, flucht, lösung
Arbeit zitieren
Valeria Konovalova (Autor), 2015, Das Selbstmordmotiv in Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“. Der Selbstmord als Flucht oder Lösung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306141

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