Den Kernpunkt der Arbeit stellt die Geschichte von Breyer P-Orridge als gemeinsames Projekt von Neil Andrew Megson und seiner Lebensgefährtin Lady Jaye dar. Die Arbeit untersucht insbesondere die Eigenschaften als Kunstprodukt, vor allem im Hinblick auf die Methoden des Cut-up und die Inspiration durch William S. Burroughs. Die Autorin vergleicht die Motive und Beweggründe des Künstlerpaares mit den ursprünglichen Theorien Brian Gysins und William S. Burroughs. Ebenso hebt die Arbeit die Bedeutung des Vorhabens als gesellschaftskritische Stellungnahme hervor und beleuchtet die Bezüge zur Industrial Szene.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Cut-up
3. Industrial - Merkmale und Einflüsse
4. Breyer P-Orridge
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Cut-up-Technik als literarisches und künstlerisches Phänomen sowie deren Einfluss auf die Industrial Culture. Im Zentrum steht das Projekt „Pandrogynie“ von Genesis Breyer P-Orridge und Lady Jaye, welches die Konzepte des Cut-up auf die eigene Identität und Körpergestaltung überträgt, um gesellschaftliche Normen zu dekonstruieren und eine neue Form der Intimität sowie Selbstbestimmung zu schaffen.
- Historische Herleitung und theoretische Grundlagen der Cut-up-Technik (Burroughs/Gysin)
- Merkmale, Ideologie und ästhetische Ausdrucksformen der Industrial Culture
- Verbindung von Cut-up und Industrial durch Intermedialität und Dekonstruktion
- Analyse von Genesis Breyer P-Orridge als „lebendes Kunstwerk“
- Diskussion von Identitätskonstruktion, Körpermodifikation und Gesellschaftskritik
Auszug aus dem Buch
Breyer P-Orridge
Die für den Industrial zentrale und wegebnende Person Neil Andrew Megson alias Genesis Breyer P-Orridge widmet sich ab der Jahrtausendwende gemeinsam mit seiner Partnerin Lady Jaye einem besonderen Projekt, das unter anderem als „Pandrogynie“, einer Wortkonstruktion aus „Positive Androgynie“, bezeichnet wird. Sie möchten aus ihren beiden individuellen Wesen ein drittes erschaffen, ein fiktionales, selbstbestimmtes und androgynes Zwitterwesen namens „Breyer P-Orridge“. Damit vereinen sie die Cut-up Methode und das Third Mind Konzept von Burroughs und Gysin in einem Projekt und übertragen es auf ihr fiktionales Selbst. Der Künstler lässt dafür zahlreiche operative Eingriffe zu seiner schrittweisen Verwandlung durchführen. Fettabsaugung, Brustimplantate, Hautstraffungen, sowie der Einsatz eines komplett künstlichen Gebisses aus Gold sind nur einige der Maßnahmen.
Dabei strebt er die Annäherung an das Aussehen seiner beträchtlich jüngeren Partnerin an. Diese unterwirft sich im Sinne einer gegenseitigen visuellen Annäherung ebenfalls zahlreichen kosmetischen Korrekturen. Stetiges modifizieren und gestalten ihrer Körper führte zur schrittweisen Verwandlung in eine andere äußere Erscheinung - aber auch zu einem anderen Eigenbewusstsein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert das Forschungsinteresse am Cut-up als Kunstphänomen und dessen Bezug zur Industrial Culture mit Fokus auf Genesis Breyer P-Orridge.
2. Cut-up: Dieses Kapitel definiert die Cut-up-Technik, ihre historischen Ursprünge bei Burroughs und Gysin sowie ihre Bedeutung als Methode zur Dekonstruktion von Sprache und Wahrnehmung.
3. Industrial - Merkmale und Einflüsse: Hier werden die Entstehungsgeschichte, die ideologischen Hintergründe sowie die ästhetischen Merkmale der Industrial Culture als subkulturelle Reaktion auf die Industriegesellschaft dargelegt.
4. Breyer P-Orridge: Das abschließende Kapitel analysiert das „Pandrogynie-Projekt“ als praktische Anwendung von Cut-up-Prinzipien auf den menschlichen Körper und die Identität zur Überwindung gesellschaftlicher Identitätskorsetts.
Schlüsselwörter
Cut-up, Industrial Culture, Genesis Breyer P-Orridge, Pandrogynie, William S. Burroughs, Brion Gysin, Identität, Körpermodifikation, Third Mind, Dekonstruktion, Subkultur, Intermedialität, Gesellschaftskritik, Breaking Sex, Avantgarde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verbindung zwischen der literarischen Cut-up-Technik und der Industrial Culture sowie deren Anwendung auf das radikale Identitätsprojekt von Genesis Breyer P-Orridge.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Geschichte der Cut-up-Methode, die Merkmale der Industrial-Szene sowie die philosophische und körperliche Umgestaltung des Selbst im Rahmen des Pandrogynie-Projekts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Künstlerpaar Breyer P-Orridge die Cut-up-Technik nutzt, um biologische und soziale Identitätsvorgaben zu hinterfragen und als „lebendes Kunstwerk“ neu zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet eine theoretische Analyse, die Fachliteratur sowie kunsttheoretische Konzepte kombiniert, um die Einflüsse von Burroughs und Gysin auf die Industrial Culture und das Projekt von Breyer P-Orridge zu vergleichen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Entstehung des Cut-up, die soziokulturellen Hintergründe des Industrial sowie die spezifische Umsetzung der Pandrogynie durch chirurgische und performative Eingriffe.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Cut-up, Industrial, Pandrogynie, Körpermodifikation, Identitätskonstruktion und Dekonstruktion geprägt.
Wie beeinflusste das „Third Mind“-Konzept das Projekt von Breyer P-Orridge?
Das Konzept beschreibt das Entstehen eines dritten Wesens aus der Zusammenarbeit zweier Geister; im Projekt wurde dies durch die physische Verschmelzung der Identitäten von Genesis und Lady Jaye zu einem neuen, gemeinsamen Wesen radikal umgesetzt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen dem „biologischen Körper“ und dem „Kunstwerk“ im Text relevant?
Der Text argumentiert, dass der Körper als „Rohmaterial“ betrachtet wird, das durch bewusste Eingriffe von sozialen und genetischen Programmierungen befreit werden kann, um ein selbstbestimmtes, künstliches Wesen zu schaffen.
- Citar trabajo
- Katharina Hofmann (Autor), 2014, Ist Breyer P-Orridge ein Kunstwerk? Cut-up in der Industrial Szene, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306391