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Rhythmus und Bewegung im französischen Avantgardefilm der Zwanziger Jahre. Germaine Dulac und das cinéma pur

Titel: Rhythmus und Bewegung im französischen Avantgardefilm der Zwanziger Jahre. Germaine Dulac und das cinéma pur

Bachelorarbeit , 2013 , 29 Seiten , Note: 2

Autor:in: Katharina Hofmann (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem französischen Avantgardefilm der Zwanziger Jahre und dessen spezifischer Richtung des cinéma pur. Henri Chomette ist ein wichtiger Vertreter und Wegbereiter dieses Konzepts, sowie Regisseur der beiden Filme "Jeux des reflets et de la vitesse" (F 1925) und "Cinq minutes de cinéma pur" (F 1926), derer ich mich, neben drei experimentellen Filmbeispielen Germaine Dulacs, im Rahmen dieser Arbeit annehme.

Ich stütze mich dabei auf die Theorien und Gedanken Germaine Dulacs, welche für die begriffliche Einführung des cinéma pur und Entwicklung dieser Form des Kinos ebenfalls maßgebend waren. Insbesondere ihre beiden Artikel „Das Wesen des Films: Die visuelle Idee“ und „Das Kino der Avantgarde“ sind hierbei von großer Bedeutung und bilden eine Art Grundgerüst, um welches diese Arbeit sich aufbaut. Ich möchte die entscheidenden Gedanken, die zur Entwicklung dieser reinen Form des Kinos und dem avantgardistischen Film geführt haben, näher beleuchten und einen Überblick über die spezifische Richtung des cinéma pur und dessen wichtigste Vertreter geben. Bewegung und Rhythmus, visuelle Symphonie, tanzende Bilder oder Musik für die Augen sind Begriffe, die sich bedeutungsvoll durch die folgenden Seiten ziehen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tanzende Bilder

2.1 Tanz und tanzende Bilder im französischen Avantgardefilm

3. Das cinéma pur

3.1 Die Befreiung des Films

3.2 Germaine Dulac und der Begriff der Bewegung

3.3 Filmische Gestaltung des cinéma pur

3.4 cinéma pur als neues „Kino der Attraktionen“

3.5 Vertreter und Filmbeispiele

3.5.1 Henri Chomette

3.5.1.1 Jeux des reflets et de la vitesse

3.5.1.2 Cinq minutes de cinéma pur

3.5.2 Drei Filme Germaine Dulacs

3.5.2.1 Disque 957

3.5.2.2 Thémes et variations

3.5.2.3 Étude cinématographique sur une arabesque

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Filmkonzepte des französischen Avantgardefilms der 1920er Jahre, wobei der Fokus insbesondere auf der Bewegung "cinéma pur" und den theoretischen sowie praktischen Beiträgen von Germaine Dulac liegt. Ziel ist es, das Verständnis des Films als eigenständige Kunstform jenseits narrativer Strukturen zu beleuchten.

  • Rhythmus und Bewegung als wesentliche filmische Ausdrucksmittel
  • Die Entwicklung des "cinéma pur" als reiner Film
  • Vergleich zwischen den Ansätzen des Filmimpressionismus und dem abstrakten Film
  • Analyse filmischer Techniken bei Henri Chomette und Germaine Dulac
  • Die philosophische und ästhetische Dimension des "tanzenden Bildes"

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Befreiung des Films

„Den Film aus allen Elementen, die ihm fremd sind, herausschälen, sein wirkliches Wesen in der Kenntnis der Bewegung und visueller Werte finden: das war die neue Ästhetik, die im Lichte eines neuen Tagesanbruchs erschien.“

Nach Dulacs Auffassung war das Publikum von Beginn an einer schlechten filmischen Form ausgesetzt. Die Technologie, die Funktion des Films als Instrument stellten seinen künstlerischen, schöpferischen Aspekt in den Schatten. Die „intellektuell noch nicht herangereiften“ Filmschaffenden verfolgten bis dato die Absicht,

„die visuelle Bewegung in den Dienst der bereits existierenden Künste zu stellen, in den Dienst der Literatur, ihrer dramatischen und narrativen Spielarten. Anstatt die Kunst der Bewegung an sich zu betrachten, setzte man sie mit bloßer Aktivität, mit Ortswechsel gleich.“

Films d’Art waren die Filme, die zu dieser Zeit die Spielpläne der französischen Kinos prägten und das Feindbild der Avantgardisten darstellten. Kino galt damals als „eine bezaubernde oder aber moralisch verwerfliche Unterhaltung“ oder diente zur Reproduktion von Theateraufführungen. Ein Zustand, den Germaine Dulac als „theatre du pauvre“ bezeichnete. Ziel jener Filme war es, das Kino durch den Einsatz berühmter Bühnenschauspieler und die Anfertigung der Drehbücher von gefeierten Dramen- und Romanautoren für ein gehobenes Publikum attraktiv zu machen. In den literarischen und künstlerischen Kreisen Paris’ fand das Kino jedoch einige Anhänger, die es als modernes Ausdrucksmittel betrachteten und in ihm die Möglichkeiten erkannten, bestehende künstlerische Konventionen zu überwinden. Außerdem erschien ihnen eine Position des Kinos als populäre Massenkunst attraktiver als die Hochkunst der Salons und Museen. Die avantgardistische Bewegung forderte eine Befreiung des Films von den ihm fremden Formen wie dem Theater oder dem Roman. Film sollte als eigenständige Kunstform wahrgenommen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Sehnsucht ein, Musik und Bild zu einer Einheit zu verbinden, und stellt den französischen Avantgardefilm sowie das Konzept des cinéma pur als zentrales Forschungsthema vor.

2. Tanzende Bilder: Das Kapitel erläutert die Bedeutung des Begriffs "Tanz" als Metapher für Rhythmus und Bewegung im Film und gibt einen Überblick über die Anfänge des abstrakten Films.

2.1 Tanz und tanzende Bilder im französischen Avantgardefilm: Hier wird der spielerische und figurative Ansatz französischer Avantgardisten beleuchtet, die reale Objekte und Lichter rhythmisch montierten, anstatt nur abstrakte Animationen zu nutzen.

3. Das cinéma pur: Dieses Kapitel definiert die Entstehung der Bewegung um Louis Delluc und Germaine Dulac, die den Film von literarischen und theatralischen Zwängen befreien wollte.

3.1 Die Befreiung des Films: Es wird analysiert, wie die Avantgarde das Kino von "fremden Elementen" wie Literatur und Theater säubern wollte, um seine eigene Identität zu finden.

3.2 Germaine Dulac und der Begriff der Bewegung: Dieses Kapitel fokussiert auf Dulacs Theorie, dass Film als "Musik für die Augen" fungieren soll, wobei Bewegung das zentrale ästhetische Gestaltungselement darstellt.

3.3 Filmische Gestaltung des cinéma pur: Hier werden die technischen Mittel wie Zeitraffer, Überblendungen und Montage diskutiert, die zur Schaffung einer "dynamischen Lichtarchitektur" eingesetzt wurden.

3.4 cinéma pur als neues „Kino der Attraktionen“: Das Kapitel schlägt eine Brücke zwischen dem frühen Kino der Attraktionen und der avantgardistischen Konzentration auf das visuelle Ereignis.

3.5 Vertreter und Filmbeispiele: Diese Sektion bietet einen biografischen und analytischen Überblick über die Hauptvertreter und ihre Werke.

3.5.1 Henri Chomette: Porträt des Regisseurs und seines experimentellen Zugangs, der den Film als reine Komposition aus Licht und Rhythmus verstand.

3.5.1.1 Jeux des reflets et de la vitesse: Analyse dieses Films, der als exemplarisches Werk für das cinéma pur gilt.

3.5.1.2 Cinq minutes de cinéma pur: Untersuchung der experimentellen Nutzung von Glasformen und Reflexionen zur Erzeugung visueller Rhythmen.

3.5.2 Drei Filme Germaine Dulacs: Übersicht über die ästhetischen Ansätze der Regisseurin, deren Filme die Musiktheorie in filmische Praxis übersetzen.

3.5.2.1 Disque 957: Analyse der Synchronisation von Musik und Bild in diesem frühen Musikfilm.

3.5.2.2 Thémes et variations: Untersuchung der parallelen Montage von Körperbewegungen, Licht und Objekten.

3.5.2.3 Étude cinématographique sur une arabesque: Erörterung der visuellen Improvisation als Antwort auf musikalische Strukturen.

4. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Avantgarde trotz ihrer finanziellen Schwäche das moderne filmische Denken maßgeblich beeinflusst und erweitert hat.

Schlüsselwörter

Avantgardefilm, cinéma pur, Germaine Dulac, Henri Chomette, Rhythmus, Bewegung, visueller Rhythmus, Filmtheorie, Abstraktion, Montage, Stummfilm, Musik für die Augen, Filmimpressionismus, visuelle Symphonie, integrale Kino.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Umsetzungen des französischen Avantgardefilms der 1920er Jahre, insbesondere unter dem Aspekt des cinéma pur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören das Verhältnis von Bild und Rhythmus, die Befreiung des Films von narrativen Strukturen und der Vergleich mit der Musik als ästhetisches Vorbild.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der "reinen Filmform" zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Regisseure wie Germaine Dulac und Henri Chomette versuchten, den Film als eigenständige, visuelle Kunstgattung zu konstituieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der detaillierten filmwissenschaftlichen Untersuchung der theoretischen Schriften von Germaine Dulac und der Analyse spezifischer Kurzfilme.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Definition des cinéma pur, die theoretischen Ansätze der Bewegung, die Rolle der Bewegung im Film sowie Fallbeispiele der Regisseure Henri Chomette und Germaine Dulac ausführlich diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind cinéma pur, Rhythmus, Bewegung, Avantgardefilm und visuelle Musik.

Warum spielt die Musik eine so wichtige Rolle für das Konzept des cinéma pur?

Nach Dulac ist die Musik die Kunstform, die dem Wesen des Films am nächsten kommt, da sie rein abstrakt und rhythmisch funktioniert. Der Film soll dieses Prinzip als "visuelles Äquivalent" auf die Leinwand übertragen.

Welchen Einfluss hatte das "Kino der Attraktionen" auf die Avantgarde?

Die Avantgarde knüpfte an die frühe Phase des Kinos an, in der das reine Zeigen von Bewegung und Spektakel im Vordergrund stand, statt eine Geschichte zu erzählen.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Henri Chomette von dem von Germaine Dulac?

Während Chomette stärker mit Lichtreflexen und rasanten technischen Experimenten arbeitete, integrierte Dulac oft menschliche Körper und pflanzliche Formen in ihr "kinematographisches Ballett", um ein tieferes emotionales Erleben zu erzeugen.

Warum gilt Disque 957 als wegweisend?

Der Film gilt als einer der ersten "Musikfilme", da er explizit die visuelle Interpretation eines musikalischen Werks von Chopin zum Gegenstand der filmischen Gestaltung macht.

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Details

Titel
Rhythmus und Bewegung im französischen Avantgardefilm der Zwanziger Jahre. Germaine Dulac und das cinéma pur
Hochschule
Universität Wien  (Theater- Film- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Filmtheorie
Note
2
Autor
Katharina Hofmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
29
Katalognummer
V306394
ISBN (eBook)
9783668048119
ISBN (Buch)
9783668048126
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Germaine Dulac Henri Chomette cinema pur Avantgarde Musik für die Augen Tanzende Bilder Avantgardefilm 20er 30er experimentell Kurzfilm französisch Bewegung Rhythmus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Hofmann (Autor:in), 2013, Rhythmus und Bewegung im französischen Avantgardefilm der Zwanziger Jahre. Germaine Dulac und das cinéma pur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306394
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Leseprobe aus  29  Seiten
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