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Entstehung und Entwicklung des Reverse-Charge-Verfahrens

Titel: Entstehung und Entwicklung des Reverse-Charge-Verfahrens

Akademische Arbeit , 2012 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marina Heinze (Autor:in)

Jura - Steuerrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit hat zum Ziel, ein Überblick über die Entstehungsgründe des Reverse-Charge-Verfahrens zu gewähren. Ferner wird die Einführung einzelner Tatbestände des § 13b UStG im zeitlichen Ablauf dargestellt und tatbestandsübergreifende Grundlagen erläutert.

Das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG wurde zum 1. Januar 2002 in das deutsche Umsatzsteuergesetz eingeführt und beruht unionsrechtlich nunmehr auf den Art. 63 ff. und Art. 192a ff. MwStSystRL .

Bei der Einführung dieser Vorschrift beschränkte sich ihr Anwendungsbereich lediglich auf ein paar wenige Tatbestände. Doch aufgrund der immer wieder aufgedeckten Betrugsfälle in verschiedenen Branchen sowie der zunehmenden Harmonisierung der europäischen Rechtsvorschriften wurde die Gesetzgebung seit dem Inkrafttreten dieser Vorschrift immer weiter ausgedehnt und verschärft.

Der Gesetzgeber versucht den Ursachen für fehlende Steuereinnahmen entgegenzuwirken, indem der Anwendungsbereich des § 13b UStG sukzessive um betrugsanfällige Branchen bzw. Tatbestände erweitert wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hintergrund der Entstehung

3 Zeitliche Entwicklung

4 Tatbestandsübergreifende Regelungen

5 Literaturverzeichnis (inclusive weiterführender Literatur)

5.1 Rechtsprechungsverzeichnis

5.2 Verzeichnis der sonstigen Quellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursprünge und die sukzessive Ausweitung des Reverse-Charge-Verfahrens gemäß § 13b UStG als Instrument zur Bekämpfung von Umsatzsteuerbetrug in der Bundesrepublik Deutschland.

  • Analyse der Entstehungsgründe und Funktionsweise des Reverse-Charge-Verfahrens.
  • Untersuchung der historischen Einführung und Ausweitung einzelner Tatbestände in das Umsatzsteuergesetz.
  • Darstellung der tatbestandsübergreifenden Grundlagen der Steuerschuldverlagerung.
  • Bewertung der Effektivität dieses Verfahrens zur Sicherung des Steueraufkommens.

Auszug aus dem Buch

2 Hintergrund der Entstehung

Das deutsche Umsatzsteuerrecht basiert grundsätzlich auf dem Netto-Allphasen-Mehrwertsteuer-System. Demnach schuldet gem. § 13a Abs. 1 Nr. 1 UStG grundsätzlich der Unternehmer die Umsatzsteuer, der eine steuerpflichtige Leistung erbringt. Dieses System wurde in der letzten Zeit jedoch oft missbraucht, sodass vermehrt Betrugsfälle aufgetreten sind. Die Betrugsfälle bestehen darin, dass ein Unternehmer tatsächlich oder zum Schein in die Leistungskette eingeschaltet wird. Er weist Umsatzsteuer in seiner Rechnung aus, führt sie jedoch nicht an das Finanzamt ab. Der Leistungsempfänger erwirbt dagegen einen Vorsteuererstattungsanspruch gem. § 15 UStG gegen die Finanzbehörde, den er geltend macht. Anschließend ist der Aussteller der Rechnung bzw. der Leistungserbringer entweder zahlungsunfähig oder taucht unter, ohne seinen Verpflichtungen gegenüber der Finanzbehörde nachzukommen (auch als „Missing-Trader“ bezeichnet). Der Finanzbehörde bleibt in diesem Fall keine Möglichkeit, ihren Steueranspruch beim Leistungserbringer durchzusetzen.

Der sog. „Karussell“-Betrug ist eine erweiterte Form des „Missing-Trader“-Betrugs. Hier werden dieselben Gegenstände zwischen Mitgliedsstaaten zirkuliert, ohne dass tatsächlich eine Lieferung stattfindet. Auf diese Weise werden Steuerbeträge mehrfach unterschlagen. Dieses Betrugsmodell ist besonders effektiv, da auch (Schein-)Lieferungen ins Ausland vorgenommen werden. Aufgrund deren Steuerfreiheit gem. § 4 Nr. 1 Buchst. b und § 6a UStG verschaffen sich die Betrüger auf diese Weise eine noch größere Liquidität und stellen dementsprechend einen noch größeren Schaden für den Fiskus dar. Zudem wird es den Finanzbehörden durch die Beteiligung von ausländischen Unternehmern erschwert, das Umsatzsteuer-Karussellgeschäft aufzudecken.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Bedeutung der Umsatzsteuer als Einnahmequelle und thematisiert das Problem des Umsatzsteuerbetrugs sowie die Rolle des Reverse-Charge-Verfahrens.

2 Hintergrund der Entstehung: Das Kapitel beschreibt das Netto-Allphasen-Mehrwertsteuer-System und erläutert anhand von Modellen wie dem Missing-Trader- und Karussell-Betrug, warum das Reverse-Charge-Verfahren zur Betrugsbekämpfung eingeführt wurde.

3 Zeitliche Entwicklung: Hier wird der historische Prozess der Einführung und stetigen Ausweitung des § 13b UStG auf verschiedene Branchen und Tatbestände von 2002 bis 2011 dargestellt.

4 Tatbestandsübergreifende Regelungen: Dieses Kapitel behandelt allgemeine Voraussetzungen der Steuerschuldverlagerung, wie den Unternehmerbegriff und die Anwendung des Verfahrens auf unterschiedliche Akteure und Leistungsarten.

5 Literaturverzeichnis (inclusive weiterführender Literatur): Dieses Verzeichnis listet umfassend die verwendete Fachliteratur, Kommentierungen sowie rechtliche Quellen und Entscheidungen auf.

5.1 Rechtsprechungsverzeichnis: Dieser Abschnitt enthält eine detaillierte Aufstellung der relevanten Urteile und Beschlüsse von Finanzgerichten und dem EuGH.

5.2 Verzeichnis der sonstigen Quellen: Hier werden Verwaltungsanweisungen, Schreiben des BMF und weitere ergänzende Quellen aufgeführt.

Schlüsselwörter

Umsatzsteuer, Umsatzsteuerbetrug, Reverse-Charge-Verfahren, Steuerschuldnerschaft, Vorsteuerabzug, Missing-Trader, Karussell-Betrug, Mehrwertsteuersystem, § 13b UStG, Steueraufkommen, Fiskus, Leistungsempfänger, Leistungserbringer, Umsatzsteuergesetz, Steuerhinterziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen Umsatzsteuerrecht, insbesondere mit den Mechanismen zur Bekämpfung von Betrugsmodellen wie dem „Karussell“-Betrug durch das Reverse-Charge-Verfahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Entstehungsgeschichte der Steuerschuldverlagerung, die Systematik des § 13b UStG und die fortlaufende gesetzliche Erweiterung dieses Verfahrens auf neue Branchen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die Gründe für die Einführung des Reverse-Charge-Verfahrens zu geben und die zeitliche Entwicklung der verschiedenen Tatbestände sowie deren grundlegende Regelungen zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung von Gesetzen, Richtlinien, Kommentierungen sowie relevanter Rechtsprechung und BMF-Schreiben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Betrugsproblematik, die historische Entwicklung der gesetzlichen Regelungen seit 2002 und die Erläuterung der übergreifenden Voraussetzungen für die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Umsatzsteuerbetrug, Reverse-Charge, § 13b UStG, Steuerschuldverlagerung und Mehrwertsteuersystem charakterisiert.

Was genau ist ein „Missing-Trader“-Betrug?

Ein Missing-Trader-Betrug liegt vor, wenn ein Unternehmer Umsatzsteuer in einer Rechnung ausweist und vereinnahmt, diese jedoch nicht an das Finanzamt abführt und anschließend untertaucht oder zahlungsunfähig wird, während der Empfänger Vorsteuer erstattet bekommt.

Wie unterscheidet sich das „Karussell“-Betrugsmodell davon?

Der Karussell-Betrug ist eine erweiterte Form, bei der Gegenstände mehrfach zwischen Mitgliedsstaaten zirkuliert werden, ohne dass eine tatsächliche Lieferung stattfindet, um mehrfach unrechtmäßig Vorsteuererstattungen zu generieren.

Inwiefern hat das Haushaltsbegleitgesetz 2004 das Verfahren beeinflusst?

Dieses Gesetz führte dazu, dass der Leistungsempfänger auch bei bestimmten Bauleistungen zum Steuerschuldner bestimmt wurde und das Reverse-Charge-Verfahren auf Umsätze nach dem Grunderwerbsteuergesetz ausgeweitet wurde.

Warum wurde das Reverse-Charge-Verfahren auf Mobilfunkgeräte ausgeweitet?

Die Erweiterung zum 1. Juli 2011 erfolgte als Reaktion auf den weit verbreiteten Umsatzsteuerbetrug in dieser speziellen Branche.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entstehung und Entwicklung des Reverse-Charge-Verfahrens
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Köln
Note
1,7
Autor
Marina Heinze (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
28
Katalognummer
V306527
ISBN (eBook)
9783668046832
ISBN (Buch)
9783668133044
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reverse-Charge-Verfahren Steuer Steuerrecht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marina Heinze (Autor:in), 2012, Entstehung und Entwicklung des Reverse-Charge-Verfahrens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306527
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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