Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Ängsten im bzw. vor dem
Fahrstuhl: Steckenbleiben, Abstürzen, Klaustrophobie, Elevator Sickness, Überfälle, das Ausgeliefert sein... und wie diese im Film eingesetzt werden. Angst ist ein Verkaufsschlager, sie erzeugt Spannung und erhöht den Adrenalinspiegel. Die Arbeit zeigt außerdem, welche Rolle der Fahrstuhl in bestimmten Filmen spielt.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung und Thema
2.0 Mein Freund, der Fahrstuhl
2.1 Die Entwicklung des Fahrstuhls oder die vertikale Eroberung
2.2 Wenn doch mal was passiert?
3.0 Meine Freundin, die Angst
3.1 Was ist Angst?
3.1.1 Die Klaustrophobie – wenn Wände immer näher rücken
3.2 Die Angst fährt immer mit
4.0 Das Geschäft mit der Angst
4.1 Fear Sells
4.2 Das Steckenbleiben
4.2.1 Keiner liebt mich
4.2.2 Abwärts
4.2.3 Fahrstuhl zum Schafott
4.3 Der freie Fall
4.3.1 Speed
4.3.2 Flammendes Inferno
4.4 Kein Entkommen
4.4.1 Dressed to kill
5.0 Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die psychologischen Phänomene von Angstzuständen in Fahrstuhlsituationen sowie deren filmische Inszenierung als verkaufsförderndes Spannungselement in diversen Action- und Thriller-Produktionen.
- Historische Entwicklung und Sicherheit von Fahrstühlen
- Psychologische Grundlagen der Klaustrophobie
- Auswirkung extremer Grenzsituationen auf das Sozialverhalten
- Fahrstuhl als zentrales Motiv in narrativen Filmen
- Spannungsaufbau durch Enge und Technikabhängigkeit
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Keiner liebt mich, BRD 1994, R: Doris Dörrie
Fanny Fink (Maria Schrader) steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag, ist immer noch Single und deswegen sehr frustriert. In ihrem chaotischen Wohnhaus trifft sie eines Tages auf Orfeo de Altamar (Pierre Sanoussi-Bliss), seines Zeichens Wahrsager und Gyromant.
Sie begegnen sich das erste Mal im Lift, beide allein. Fanny, mit einer Toilettenpapierrolle unter dem Arm, ist die Situation sichtlich unangenehm. Orfeo qualmt die ganze Kabine voll, so dass Fanny anfängt auffällig zu husten und mit der Hand zu wedeln. Und dann bleibt auch noch der Fahrstuhl stecken. Aufgeregt drückt sie erst mal alle Knöpfe, doch nichts geschieht. "Wir stecken fest!", sagt sie. Orfeo scheint das allerdings überhaupt nicht zu stören. Er lehnt entspannt an der Kabinenwand und raucht genüsslich seine Zigarette. Plötzlich beginnt Orfeo merkwürdig herumzuspringen, fremde Laute zu rufen und wie wild gegen die Wände zu schlagen. Fanny weiß gar nicht, wie ihr geschieht. Doch das Licht geht wieder an und der Lift fährt weiter, wie von Zauberhand. Der Unbekannte überreicht ihr seine Visitenkarte: "Orfeo de Altamar, Hellseher und Gyromant, Apartment 919".
Nach dieser Begegnung entwickelt sich zwischen den beiden eine herzliche Freundschaft, und Fanny hat in Orfeo endlich jemanden gefunden, der sie liebt, wenn auch auf etwas andere Weise.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung und Thema: Einführung in die Problematik der Fahrstuhlangst und die kulturelle Bedeutung von Aufzügen als sicherstes Verkehrsmittel.
2.0 Mein Freund, der Fahrstuhl: Überblick über die historische Entwicklung der Vertikalbeförderung und technische Sicherheitsaspekte.
3.0 Meine Freundin, die Angst: Definition von Angst und Untersuchung spezifischer Phobien, insbesondere der Klaustrophobie.
4.0 Das Geschäft mit der Angst: Analyse der filmischen Nutzung von Fahrstuhl-Szenarien zur Erzeugung von Spannung und psychologischem Druck.
5.0 Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der Faszination für das Medium Film im Kontext der menschlichen Abhängigkeit von technologischen Systemen.
Schlüsselwörter
Fahrstuhl, Angst, Klaustrophobie, Film, Thriller, Action-Film, Technik, Abwärts, Steckenbleiben, Psycho-Thriller, Spannung, Phobie, Sicherheit, Vertikal-Transport, Grenzsituation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der technischen Realität von Fahrstühlen und den menschlichen Ängsten, die mit dem Aufenthalt in diesen geschlossenen Räumen verbunden sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören die Geschichte der Aufzugtechnik, psychologische Ursachen von Klaustrophobie sowie die dramaturgische Verwertung dieser Ängste im Kino.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie reale Ängste vor dem Versagen von Technik in einen filmischen Kontext übertragen werden, um beim Zuschauer gezielt Nervenkitzel zu erzeugen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine medienkulturelle Analyse, die durch die Untersuchung von Fachliteratur, Studien zu Phobien und konkrete Filmanalysen gestützt wird.
Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert, wie unterschiedliche Filmszenarien – vom simplen Steckenbleiben über den freien Fall bis hin zum Verbrechen im Aufzug – die Urangst des Ausgeliefertseins thematisieren.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Fahrstuhl, Angst, Klaustrophobie, Film, Spannung, Grenzsituation und Technikabhängigkeit sind die zentralen Begriffe der Untersuchung.
Wie unterscheidet sich die Darstellung des Fahrstuhls in "Speed" zu "Fahrstuhl zum Schafott"?
Während "Speed" den Aspekt des freien Falls und der technischen Sabotage für einen rasanten Action-Stil nutzt, fokussiert "Fahrstuhl zum Schafott" auf den psychologischen Aspekt der Ausweglosigkeit und Isolation.
Welche Bedeutung hat das Ende des "Liftboys" für die Wahrnehmung der Fahrstuhlsicherheit?
Der Wegfall des Bedienpersonals verstärkte laut Arbeit das Gefühl einer anonymen, eigenwilligen Technik, was die Ängste der Passagiere in unkontrollierbaren Situationen erhöht hat.
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- Antje Wolter (Author), 2001, Mein Freund, der Fahrstuhl. Meine Freundin, die Angst - Über die Angst im oder vor dem Fahrstuhl und über Filme, die sich diese zu Nutzen machen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30655