Content-Evaluation als Basis der Entwicklung einer Mitarbeiter-App für den Europa-Park Rust


Projektarbeit, 2015

77 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einführung in die Arbeit
1.1 Problemstellung und -abgrenzung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Gang der Untersuchung

2 Theoretische Grundlage zur Wirkung von Mitarbeiter-Apps
2.1 Definition und Effekte der Mitarbeiterzufriedenheit einer Mitarbeiter-App
2.2 Definition und Effekte der direkten Kommunikation einer Mitarbeiter-App
2.3 Die Mitarbeiter-App als Werkzeug zur Prozessoptimierung

3 Erfolgsfaktoren für Mitarbeiter-Apps
3.1 Exploratorische Interviews zu Risiken und Nutzen von Mitarbeiter-Apps
3.1.1 Dipl.-Psych. Armita Atabaki, Universität Mannheim
3.1.2 Klaus Kobjoll, Schindlerhof Nürnberg
3.1.3 Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz, Universität des Saarlandes
3.2 Potentielle Inhalte einer Mitarbeiter-App
3.3 Verfügbarkeitsbereich der App
3.4 Nutzungsberechtige Mitarbeiter
3.5 Praktische Hürden bei der Implementierung der App
3.6 Technische Voraussetzungen für die Implementierung der App

4 Einführung einer Mitarbeiter-App im Europa-Park
4.1 Die Historie und Strukturkennzahlen des Europa-Park
4.2 Mitarbeiterbefragungen
4.2.1 Differenzierung der Fragebögen in den unterschiedlichen Zielgruppen
4.2.2 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragungen

5 Handlungsempfehlungen und Ausblick

Anhang A: Interview Dipl.-Psych. Armita Atabaki

Anhang B: Interview Klaus Kobjoll

Literaturverzeichnis

Vorwort

„Noch 148.713 Mails“[1] muss Tim Bendzko in seinem Platz zwei Hit aus dem Jahr 2011 der deutschen Charts „Nur noch kurz die Welt retten“1 checken bevor er sich wieder seiner Freundin widmen kann. Der gebürtige Berliner besingt, dass er ständig Ausreden suchen muss, um keine Zeit mit seiner Freundin verbringen zu müssen, weil er einfach keine Lust darauf hat. In der heutigen Geschäftswelt geht es vielen Angestellten ähnlich. Darunter befinden sich E-Mails deren direkter Empfänger die Mitarbeiter[2] sind aber darüber hinaus auch einige in Kopie.

„Bringt es Sie auf die Palme, wenn jede Menge E-Mails in Kopie, also als „carbon copy“ (cc) eintreffen, die eigentlich völlig belanglos sind? Macht es Sie richtig wütend, wenn zu allem Überfluss noch E-Mails in Blindkopie, also als „blind carbon copy“ (bcc) dazukommen, bei denen man nicht weiß, wer sonst noch diese Mails empfangen hat?

Sie haben dreimal mit „Ja“ geantwortet? Die gute Nachricht vorab: Sie sind nicht allein mit Ihrem Frust, viele andere leiden unter der gleichen gefühlten E-Mail-Ohnmacht wie Sie. Die schlechte Nachricht aber gleich dahinter: Genau das ist das Problem.

Wir alle sind im Laufe der vergangenen Jahre Teil einer Unkultur geworden – oder haben uns zu einem Teil dieser Unkultur gemacht, wenn man es genauer betrachtet. Gegensteuern ist dringend angezeigt.“[3]

Diese Problematik hat man im Europa-Park erkannt und mit dieser Arbeit sollen erste Schritte zum Gegensteuern eingeleitet werden. Die Ausgangslage ist eine neue HR-Software. Auf dieser Basis werden noch weitere Tools, wie ein Social Business Network, um die Flut an E-Mails einzudämmen oder die Digitalisierung von Dienstplänen installiert, welche im Folgenden vorgestellt werden.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Diagramm Altersstruktur; Eigene Darstellung aufgrund der in Fußnote 16 dargestellten Ergebnisse

Abbildung 2 Abbildung des statistischen Bundesamtes.

Quelle: DESTATIS. Grafik: HDE

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Navigation Intranet Europa-Park; Eigene Darstellung

Tabelle 2 Altersstruktur; Eigene Darstellung; Analyse der Altersstruktur der Europa-Park GmbH & Co. Mack KG mit Stand von Donnerstag, 7. Mai 2015

1 Einführung in die Arbeit

1.1 Problemstellung und -abgrenzung

Die Personal- und Arbeitgeberkommunikation betrachtet die nach innen bzw. außen gerichtete Kommunikation des Personalbereichs. Als Kommunikationsexperte kennt man in der HR-Abteilung die Lebenswelten der Beschäftigten, die zu einem Großteil am Arbeitsplatz stattfindet ziemlich genau. Alles dreht sich hier um den einzelnen Mitarbeiter: Mitarbeiter zu informieren (z.B. Leistungen des Arbeitgebers), Prozesse kommunikativ zu regeln und optimieren sowie Mitarbeiter zu binden (z.B. Glückwünsche zu Jubiläen). Nur wenn Inhalt, Sprache und Design der Kommunikation die Mitarbeiter überzeugt, kann das Personalressort wirksam seinen Wertbeitrag leisten. Die geplante Einführung einer Mitarbeiter-App soll der HR helfen seine Leistungen – Prozesse und Produkte – intern besser zu kommunizieren. Außerdem soll damit die direkte Kommunikation untereinander sowie die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert werden. Diese Verbesserungen sollen dazu führen, dass Prozesse in den einzelnen Abteilungen optimiert werden und die Kundenzufriedenheit gesteigert wird.

Diese Arbeit soll als Basis zur Entwicklung eines maßgeschneiderten Kommunikationstools aus dem Baukasten der modernen Arbeitgeberkommunikation werden, um selbst Mitarbeiter ohne PC-Anbindung unkompliziert und schnell zu erreichen.

Die Grundlage bildet eine HR-Software, die sich aktuell in der Ausschreibung für potentielle Softwareanbieter befindet. Die endgültige Einführung ist im Jahre 2017 geplant. Bei der Entwicklung der App werden primär die drei folgenden Ziele verfolgt:

1. Gehaltsabrechnungen digital übermitteln
2. Den Prozess der Arbeitszeitwirtschaft zu optimieren und deren Abrechnung digital zu übermitteln
3. Einfachere Kommunikation – weniger E-Mails, schnelleres Kommunikationsmittel

Man ist sich im EP definitiv bewusst, dass die Einführung einer Mitarbeiter-App mit einem gewissen Budget verbunden ist. Die technische Entwicklung der App bietet jedoch über die drei Wunschziele hinaus, weitere Potentiale. Exakt an dieser Stelle setzt diese Projektarbeit an:

Eine Analyse über den Bedarf an Inhalten um Prozesse zu vereinfachen, die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen und deren Identifikation mit dem Arbeitgeber EP zu verbessern.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Die Idee dieses Thema zu bearbeiten, entstand im Gespräch mit der Ausbildungsleiterin Frau Birgit Bachimont. Ihre Intention ist es, vorrangig ein besseres Kommunikationsmittel zu den Auszubildenden zu gewinnen. Nach Rücksprache mit HR-Direktor Matthias Kirch wurde das Thema an die HR-Software angekoppelt und somit inhaltlich breiter aufgestellt.

Die aktuelle Situation mit 400 bis 450 festen PC-Arbeitsplätzen bei weit über 3.600 Beschäftigten erschwert eine einheitliche Kommunikation enorm. Daher stehen an zentralen Plätzen PC-Terminals bereit, die allen Mitarbeitern zugänglich sind. Damit kann die Erreichbarkeit dennoch nicht vollständig abgedeckt werden und eine direkte Ansprache bleibt unmöglich. Eine App für alle Mitarbeiter einzurichten, ist eine hervorragende Lösung. Dies wurde auch bereits in Sitzungen der Geschäftsführung diskutiert.

Diese Projektarbeit wird als Anhang zum Lastenheft der HR-Software den Softwareanbietern zur Verfügung gestellt. Diese Arbeit zeigt sämtliche Funktionen auf, die eine Mitarbeiter-App für den EP abbilden sollte. Welche davon umgesetzt werden, muss von den Softwareanbietern separat geprüft werden. Die Bezeichnungen „Funktion“ und „Tools“ wird im Folgenden mit „Inhalten“ der App gleichgesetzt.

1.3 Gang der Untersuchung

Der Ursprung dieser Arbeit wurde bereits in der Einführung geschildert und im Vorwort kurz beschrieben.

Im zweiten Kapitel werden die Grundlagen der Mitarbeiterzufriedenheit in Korrelation zur Kundenzufriedenheit, die direkte Kommunikation und die Prozessoptimierung anhand einer Mitarbeiter-App erläutert.

Das dritte Kapitel greift auf Expertenwissen aus Interviews zurück, die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführt wurden. Dabei beginnt die Einführung in den praktischen Teil, indem auf Erfahrungen, Prozessen und Gesprächen mit Mitarbeitern potentielle Funktionen, Hürden und technische Voraussetzungen darlegt werden.

Die Zusammenführung der bereits erwähnten Kapitel und der direkte Bezug auf den EP erfolgt in Kapitel vier. Nach einer Vorstellung des Unternehmens und Erläuterung der Voraussetzungen, folgen die von mir durchgeführten Mitarbeiterbefragungen. Hierbei werden die Fragebögen vorgestellt und die Ergebnisse analysiert.

In Kapitel fünf werden die Ergebnisse dargestellt und eine zusammenfassende Handlungsempfehlung abgeleitet.

2 Theoretische Grundlage zur Wirkung von Mitarbeiter-Apps

2.1 Definition und Effekte der Mitarbeiterzufriedenheit einer Mitarbeiter-App

„Im Folgenden geht es um einen Bereich des kundenorientierten Verhaltens, dessen Bedeutung für die Kundenorientierung zunehmend in der Unternehmenspraxis erkannt wird: die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Dieser Faktor ist in zweierlei Hinsicht für die Kundenorientierung der Mitarbeiter bedeutend. Zum einen führt eine Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit bspw. über den Prozess der emotionalen Ansteckung direkt zur Steigerung der Kundenzufriedenheit. Zum anderen sorgen zufriedene Mitarbeiter indirekt für zufriedenere Kunden – nämlich durch ihre Verhaltensweisen und Leistungen. In zahlreichen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass nur wirklich zufriedene Mitarbeiter sich nachhaltig durch kundenorientiertes Verhalten für Kunden engagieren. Dies konnte in verschiedenen Dienstleistungsbranchen wie z. B. Banken und Versicherungen, gleichermaßen wie in Industriegüterunternehmen festgestellt werden.“[4]

Ruth Stock-Homburg und Christian Homburg beschreiben ein Phänomen, was im EP tagtäglich zum Tragen kommt – die Einbeziehung des Kunden als externen Faktor in die Dienstleistung. Die Tools, die den Mitarbeitern in der App zur Verfügung gestellt werden, sollen den Arbeitsalltag erleichtern und Informationen zur Verfügung stellen, die im Umgang mit den Kunden benötigt werden. Der Ist-Zustand des Arbeitsumfeldes soll in der Mitarbeiterwahrnehmung immer mehr dem Soll-Zustand entgegenkommen. Durch die Einführung der App erzeugt man eine Annäherung an den Soll-Zustand und dadurch eine größere Mitarbeiterzufriedenheit, was sich direkt auf die Kundenzufriedenheit auswirkt.

Ein weiterer Aspekt ist der akute Fachkräftemangel. „Dieser abzeichnende Wettkampf der Unternehmen um die besten Mitarbeiter hat als „War for Talent“ plakativ Eingang in die Diskussion gefunden. Neben dem demographisch bedingten Mangel an Fach- und Führungskräften wird dem Personalmarketing auch vor dem Hintergrund des Wertewandels, des zunehmenden internationalen Wettbewerbs um Arbeitskräfte, der Komplexität von Studien- und Berufswahlentscheidungen sowie veränderter Stellenanforderungen eine zunehmende Bedeutung zugeschrieben.“[5] Ruth Stock-Homburg belegt diesen Mangel in ihrem 2013 erschienen Buch. Die Mitarbeiter-App als Werkzeug des Personalmarketing wird dazu beitragen junge Talente, die bereits im EP beschäftigt sind und evtl. auch im Haus ausgebildet wurden, langfristig zu halten.

2.2 Definition und Effekte der direkten Kommunikation einer Mitarbeiter-App

„Die Mitarbeiterkommunikation umfasst sämtliche Informations- und Kommunikationsabläufe in einem Unternehmen, die der Steuerung von Meinungen, Einstellungen und Verhalten der Mitarbeitenden und Führungskräften dienen.

Im Sinne eines personalorientierten Internen Marketing ist der Einsatz interner Kommunikationsinstrumente zur Erreichung marktorientierter Zielsetzungen erforderlich. Im Zentrum der internen Kommunikation steht folglich die Notwendigkeit, eine Kommunikationskultur zwischen den Unternehmensangehörigen zu etablieren, die dem vom Management gestellten Anforderungen an die externe kundenorientierte Kommunikation entspricht. Der Mitarbeitende steht demzufolge im Mittelpunkt interner Kommunikationsinstrumente. Dabei gilt es, an die Qualität der internen Kommunikation vergleichbare Maßstäbe und Ansprüche wie an die externe Kommunikation zu legen.“[6]

Wie Meffert / Bruhn beschreiben führt die Mitarbeiter-App als Kommunikationsinstrument dazu marktorientierte Zielsetzungen (durch Mitarbeiterzufriedenheit à Kundenzufriedenheit à wirtschaftliche Optimierung) zu erreichen. Aufgrund der diversen Strukturen im EP und der unterschiedlichen Anforderungen an die einzelnen Tätigkeitsbereiche ist eine direkte Kommunikation nicht immer gewährleistet. Es gibt verschiedene Personaleingänge, was Aushänge an einer Vielzahl von Stellen erforderlich macht. Es müssen viele Kategorien von Mitarbeitern eingebunden werden: Festangestellte, Saisonarbeiter, Auszubildende, Aushilfen, Vertriebsmitarbeiter im Ausland und externe Dienstleister. Diese Voraussetzungen erschweren eine einheitliche Kommunikation, wofür die Einführung der Mitarbeiter-App Abhilfe schaffen wird.

2.3 Die Mitarbeiter-App als Werkzeug zur Prozessoptimierung

„Aufgrund des hohen Interaktionsgrades im so genannten „magischen Dreieck“ Dienstleister – Mitarbeitende – Kunde, wird von der traditionellen Sichtweise Abstand genommen, dass die Personalpolitik ein isoliert zu betrachtender Teil der Unternehmensführung sei. Vielmehr wird ein ganzheitlicher Ansatz gewählt, dessen Grundlage das Konzept des Internen Marketing darstellt. Eine Gemeinsamkeit der verschiedenen Ansätze zum internen Marketing ist der Versuch, die Personal- und Marketingsichtweise im Sinne einer ganzheitlichen Kundenorientierung zu integrieren:

Internes Marketing beinhaltet die systematische Optimierung unternehmensinterner Prozesse mit Instrumenten des Marketing- und Personalmanagements, um durch eine konsequente und gleichzeitige Kunden- und Mitarbeiterorientierung des Marketing als interne Denkhaltung durchzusetzen, damit die marktgerichteten Unternehmensziele effizient erreicht werden.“[7]

Durch die in der Mitarbeiter-App dargestellten Funktionen werden die aktuell etablierten Prozesse optimiert und die Digitalisierung vorangetrieben, was einen Abbau der Bürokratie mit sich bringt. Die einzelnen Tools werden in „3.2 Potentielle Inhalte der Mitarbeiter-App“ genauer beschrieben. Außerdem werden einzelne Funktionen, die im aktuellen Intranet vorhanden sind, nicht übernommen, weil der Bedarf nicht mehr vorhanden ist.

„Die direkte Einflussnahme der Mitarbeiterzufriedenheit auf die Kundenzufriedenheit stützt sich nämlich zum Großteil auf die ansteckende Wirkung von Emotionen. Geht man davon aus, dass die Übertragung von Emotionen sowohl rein emotional als auch einstellungsbezogen emotional stattfinden kann, so lässt sich der erwartete Effekt leicht theoretisch herleiten: Während im medialen Kontakt überhaupt nur die einstellungsbezogene emotionale Ansteckung stattfinden kann, so kommt im persönlichen Kontakt durch die sichtbare Mimik und Gestik die rein emotionale Ansteckung hinzu. Aufgrund der Kurzfristigkeit der rein emotionalen Ansteckung ist also zumindest bei Querschnittstudien von einer beeinflussenden Wirkung der Art des Kontaktes auszugehen.“[8]

Die Punkte Mitarbeiterzufriedenheit, direkte Kommunikation und Prozessoptimierung finden in „internes Marketing“ ihren Überbegriff. Die Mitarbeiter-App wird als ein neues Werkzeug des internen Marketings eingesetzt, was sich direkt auf die Dienstleistungsqualität des EP ausschlagen wird.

3 Erfolgsfaktoren für Mitarbeiter-Apps

3.1 Exploratorische Interviews zu Risiken und Nutzen von Mitarbeiter-Apps

3.1.1 Dipl.-Psych. Armita Atabaki, Universität Mannheim

Frau Dipl.-Psych. Armita Atabaki[9] von der Universität Mannheim stellte sich für ein ausführliches Telefoninterview zur Verfügung. Gerade im Hinblick auf die Kommunikation im Vorfeld der Einführung der Mitarbeiter-App eröffnete sie mir neue Blickwinkel. Die Kombination ihrer Kernkompetenzen aus Psychologie, HR, Organisationsklima und Leadership sind für dieses Thema extrem vorteilhaft und bereichern diese Arbeit enorm. Siehe Anhang A.

3.1.2 Klaus Kobjoll, Schindlerhof Nürnberg

Die Online-Recherchen verwiesen mehrfach auf Klaus Kobjoll, ein Pionier im deutschen Gastronomiebereich. Er führte in seinem Hotel und Restaurant „Schindlerhof“ in Nürnberg zum ersten Mal in einem deutschen Unternehmen eine Mitarbeiter App ein. Durch seine Eindrücke im Telefoninterview stellte er die Wichtigkeit der Transparenz und Kommunikation in einem Unternehmen deutlich heraus. Seine Praxiserfahrung teilte er in einem über zwanzigminütigen Gespräch mit und bestätigte viele der hier dargestellten Eindrücke. Siehe Anhang B.

3.1.3 Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz, Universität des Saarlandes

In einem der ersten Gespräche mit Herrn Matthias Kirch, Direktor der HR-Abteilung, zu dieser Arbeit, stellte er für die Recherchen einige Ausgaben des Magazins „Human Resource Manager“ zur Verfügung. In einer Ausgabe schrieb Herr Scholz ein interessantes Essay zur Generation Y, das in dieser Arbeit auch zitiert wird. Außerdem schrieb er in einem Artikel[10] für „Die Welt“ über Klaus Kobjoll und den Schindlerhof.

Aus Zeitgründen stand Herr Univ.-Prof. Dr. Scholz zu einem Interview nicht zur Verfügung, allerdings war er bereit drei Fragen per E-Mail zu beantworten und daraus zu zitieren. Den Fragen war die Abbildung, die unter der Fußnote 16 hinterlegt ist, beigefügt. Nach einer Begrüßung und einer kurzen Einleitung werden hier nur noch die Fragen und Antworten zitiert:

„Im Zuge meiner Recherchen bin ich auf Ihr Essay im Human Resource Manager, Ausgabe Februar/März 2015 gestoßen. Ein äußerst interessanter Artikel, auf dem ich meine erste Frage an Sie aufbauen möchte:

In der beigefügten Tabelle finden Sie die Altersstruktur der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen des Europa-Park mit Stand vom 7. Mai 2015. Die im Essay angesprochenen Generationen Y und Z stellen knapp 60% unserer Belegschaft dar.

Denken Sie, dass eine Mitarbeiter-App den Europa-Park als Arbeitgeber attraktiver gestalten kann? Speziell im Hinblick auf die Wünsche und Bedürfnisse dieser beiden Generationen.

Haben Sie Bedenken, dass eine befürchtete Kontrolle durch die App von einer der Generationen abgelehnt wird?

Bei der Einführung der App ist es wichtig, die Mitarbeiter ins Boot zu holen und zu informieren, um eine mögliche Reaktanz zu vermeiden. Hierfür werde ich im Rahmen dieser Arbeit auch Fragebögen erstellen und Mitarbeiterbefragungen über Tools und Wünsche der App durchführen. Sehen Sie ein Problem in diesem Informationsmanagement bzw. haben Sie einen Punkt, den ich besonders beachten muss?“

Antworten von Herrn Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz: „

Angst vor Kontrolle kann ich mir nicht vorstellen, da Sie ja keine Geolocalisierung etc einbauen werden.

“Ins Boot holen” etc.: Ja, aber ich würde das ganze nicht so groß aufhängen. Je “größer” das Projekt ist, um so potenziell größer könnte der Widerstand werden. Deswegen würde ich auch keine große Mitarbeiterbefragung machen. Ich würde 2-3 kleiner Workshops abhalten, wo einige interessierte hingehen können und wo man locker diskutiert, was in so eine App reinkommen kann. Und dann würde ich möglichst rasch mit einer funktional eher kleinen App starten und auf weitere Ideen warten.“

3.2 Potentielle Inhalte einer Mitarbeiter-App

Unter diesem Punkt werden potentielle Inhalte der Mitarbeiter-App dargestellt, welche sich in vier grundlegende Punkte gliedern lassen. Die Aufteilung wurde nach der Funktionalität der Tools getroffen. Für die zukünftige Programmierung kann diese Struktur adaptiert werden, um die App übersichtlich zu gestalten und eine gute Usability zu gewährleisten. Die Erkenntnisse für die aufgeführten Tools beziehen sich aus den bisherigen beruflichen Erfahrungen, den Experteninterviews, den Resultaten aus den Fragebögen sowie einer Vielzahl an Gesprächen mit Mitarbeitern und Vorgesetzten im Vorfeld dieser Arbeit. Durch die Mitarbeiterbefragung ergab sich die Erkenntnis, dass die Intranetinhalte in der App abgebildet werden müssen, was ein Wunsch von vielen Mitarbeitern ist. Kyas definiert 1997 Intranets als „private Datennetze, in denen die Technologien des öffentlichen Internets zum Einsatz kommen“[11] Bis ins Jahr 2004 hat sich diese Begriffserläuterung nur wenig verändert, denn auch Eizinger definiert das Intranet als „firmeninterner, geschlossenes und nicht-öffentliches Computernetzwerk, das auf Basis der Internet-Technologie und –Philosophie funktioniert.“[12] Sie ergänzt, dass der Zugriff auf das Intranet nur innerhalb eines Unternehmensgebäudes möglich sei (vgl. ebd.). Die Zugriffsbeschränkung soll durch diese Mitarbeiter-App aufgebrochen werden:

1. Pinboard
2. Kommunikation
3. Informationswesen
4. Persönliche Daten

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Funktionen im aktuell vorhandenen Intranet des EP. Die markierten Felder sind Funktionen, die nur nach personalisiertem Login verfügbar sind. Dieses Thema wird in „3.4 Nutzungsberechtige Mitarbeiter“ noch detaillierter erläutert.

[13] Funktionen wie „Bibliothek“ (bibliothekarische Übersicht über Fachbücher, die im Besitz von Mitarbeitern sind und ausgeliehen werden können), „Wochenendplan Zentrale“ und „Kindergeburtstage“ (Abbildung der Kindergeburtstage, die im EP gefeiert werden) wurden in dieser Arbeit vernachlässigt, weil sie kaum noch verwendet werden und der Bedarf nicht mehr vorhanden ist. „Verbesserungsvorschläge“ werden im folgenden unter dem Punkt „ThinkTank“ behandelt.

Die folgende Aufzählung entspricht keinerlei Priorisierung, sondern unterliegt der alphabetischen Anordnung.

1) Pinboard

Diese Bezeichnung steht aus IT-Sicht für den „Home-Screen“, als Startseite und ist aus dem aktuellen Intranet des EP übernommen.

a) Aktuelle Besucherzahl

Die tagesaktuellen Besucherzahlen werden momentan in drei Farben kategorisiert. Die Aufteilung erfolgt entsprechend den Ampelfarben in drei Stufen und wird anhand von Wochentag, Ferien, Feiertag, angemeldete Busreisen, Wettervorhersage und Erfahrungswerten ermittelt. Am Tag selbst sehen nur wenige Führungskräfte, wie viele Personen genau den EP besuchen. Hier könnte man über eine Auflockerung dieser Regel nachdenken und die Besucheranzahl in 500er oder 1.000er Schritten anzeigen. Sollte dies nicht gewünscht sein, kann die Ampelregelung übernommen werden.

b) Parkleiter

An jedem Tag an dem der EP geöffnet ist, gibt es ein Parkleiter, der detailliert über die Aktivitäten informiert ist und bei Zwischenfällen wichtige Entscheidungen trifft. Der Name des Parkleiters wird hier aufgeführt.

c) Parkschluss

Die Parkschlusszeiten werden im Vorfeld mit einer frühestens und spätestens Uhrzeit (dazwischen liegt max. eine Stunde) analog zu den oben genannten Ampelfarben definiert. Zu welcher Uhrzeit exakt geschlossen wird, trifft der Parkleiter tagesaktuell in Rücksprache mit der Geschäftsführung um die Mittagszeit.

d) Pressemitteilungen

Aktuelle Pressemitteilungen, die von der PR-Abteilung veröffentlicht werden, werden hier abgebildet.

e) Wetter

Das aktuelle Wetter und die Wettervorhersage für den nächsten Tag werden bereits im Intranet angezeigt, diese Funktion sollte hier übernommen werden.

2) Kommunikation:

a) Adressbuch

In dieser Liste werden alle Mitarbeiterkontakte mit Vor- und Nachname, Abteilung, Durchwahl, Diensthandynummer und gesch. E-Mail angezeigt.

b) Dienstplanvakanzen / -tauschbörse

Dieser Bereich ist vor allem für die in Schichtbetrieb arbeitenden Abteilungen relevant. Sollten im Dienstplan Vakanzen auftreten, können die Schichtleiter diese hier kenntlich machen. Durch eine Push-Nachricht kann sich jeder Mitarbeiter direkt für die Vakanz eintragen. Die Nachricht gelangt nur an einen ausgewählten Empfängerbereich der jeweiligen Abteilung, so dass überschüssiger Informationsfluss vermieden wird.

Außerdem können Mitarbeiter Dienste tauschen, sollten wichtige private Termine wie Behördengänge, etc. anstehen.

c) Events

Veröffentlichung verschiedener Events im EP, welche die Mitarbeiter besuchen bzw. vergünstigte Eintrittskarten erwerben können.

d) Inserate

Viele Mitarbeiter ziehen aufgrund der Arbeitsstelle in die Umgebung des EP und sind auf der Suche nach einer Wohnung oder Mobiliar. Über dieses Tool werden Inserate mit Bildern eingestellt und es kann direkt Kontakt hergestellt werden.

e) Mitfahrgelegenheiten

Mitfahrgelegenheiten können hierüber angeboten und gefunden werden.

f) Speiseplan

Der Speiseplan in den Mitarbeiterkantinen wird hier veröffentlicht.

g) Social Business Network

Diese Funktion soll die Kommunikation in den einzelnen Abteilungen erleichtern. Zwei Mitarbeiter können hierüber in Kontakt treten und ein Gespräch führen. Im Vordergrund steht allerdings die Team-Chat-Funktion. Als Vorbild gilt die Gruppenchatfunktion aus „What’sApp“, dessen Funktionen hier adaptiert werden sollen. Mitarbeiter können somit über die App mit ihren Kollegen kommunizieren, Bilder und Videos hochladen. Die Medien werden aus der Galerie des Smartphones bezogen. Die Gruppenchats der einzelnen Abteilungen werden im Vorfeld anhand des Organigramms eingerichtet. Abteilungsleiter können spezielle Gruppenchats für Projekte einrichten um nur ausgewählte Mitarbeiter zu informieren.

h) Tagesaktivitäten bzw. Veranstaltungsübersicht

Hier wird der Veranstaltungsplan der Abteilung Confertainment hinterlegt. Dieser bietet eine Wochenübersicht über Veranstaltungen mit Detailinformationen zu Veranstalter, Anlass, Ort, Ablauf und dem verantwortlichen Mitarbeiter. Hausinterne Veranstaltungen werden ebenfalls abgebildet. Darüber hinaus können Führungen für spezielle Gäste und anstehende Shuttlefahrten hinzugefügt werden.

3) Informationswesen:

a) Abwesenheiten

In diesem Menüpunkt kann nachgeschaut werden, welche Mitarbeiter aktuell Überstunden abbauen, im Urlaub oder krank sind. Aufgrund von datenschutzrechtlichen Gründen darf der Abwesenheitsgrund nur den Führungskräften angezeigt werden.

b) Antragswesen

Das Antragswesen ist ein wichtiger Punkt, um Genehmigungs- bzw. Ablehnungsprozesse zu optimieren. Sämtliche unten aufgeführte Punkte werden jeweils über ein digitales Formular programmiert, was der Mitarbeiter direkt am Smartphone ausfüllen kann. Ist der Antrag vollständig ausgefüllt, drückt der Mitarbeiter auf „senden“. Der Antrag gelangt dann direkt zum entsprechenden Vorgesetzten zur Freigabe bzw. dem jeweiligen Ansprechpartner zur Bearbeitung.

- Besucheranmeldung

Die Mitarbeiter können hier Geschäftskunden, die keine Parkgäste sind, an der Sicherheitszentrale anmelden. z. B. Kunden, die Termine in der Verwaltung wahrnehmen.

- Ehrenkarten

Online Antrag zur Bestellung von Ehrenkarten (Freikarten)

- Reservierung Firmenfahrzeug

Hier können die Mitarbeiter einen Firmenwagen für Dienstreisen aus dem Fahrzeugpool reservieren.

- Freizeitausgleich

Unter diesem Menüpunkt stellen die Mitarbeiter Anträge ihre Überstunden abzufeiern, analog zum Urlaubsantrag (siehe unten)

- Firmenhandy

Mitarbeiter können ein Firmenhandy bestellen oder ein neues anfordern, sofern das aktuelle beschädigt sein sollte.

- Investitionen

Vorschläge für neue Investitionen müssen beantragt werden, was hierüber erledigt werden kann.

- Konferenzraum

Interne Besprechungen und ein Teil der hauseigenen Seminare werden nicht über die Confertainment Abteilung abgewickelt, weil sie in den Konferenzräumen gehalten werden können. Über dieses Tool kann der passende Raum direkt reserviert werden.

- Mein Tag im Park

Einmal im Jahr arbeiten die Mitarbeiter aus der Verwaltung für einen Tag an einem Arbeitsplatz im Park. Das hat den Vorteil, dass auch sie einmal direkten Gästekontakt haben. In diesem Menüpunkt können sich die Mitarbeiter für ein bestimmtes Datum und einen Geschäftsbereich z. B. Shopping, Attraktionen oder Parkgastronomie eintragen.

- Namensschilder

Neue Namensschilder können über diesen Menüpunkt beantragt werden.

- Antrag für Shuttlefahrten

Für ausgewählte Gäste und Partner bieten wir Shuttlefahrten auf dem Gelände an, z. B. vom Hotel aus zu einem der Konferenzräume am Haupteingang. Die Koordination liegt bei der Hotelverwaltung, weil dort die meisten Fahrten für Gäste zum Bahnhof oder Flughafen anfallen. Mitarbeiter können die Anträge direkt über dieses Formular senden.

- Technik-Hotline

Bei technischen Störfällen oder Problemen gibt es im EP eine Technik-Hotline, an der Mängel entgegen genommen und an die entsprechende Fachabteilung weiter geleitet werden. Um diesen Prozess vom gesprochenen Wort des Anrufs zu erleichtern, soll in der App ein Formular eingebunden werden, indem man solche Fälle digital übermitteln kann.

- ThinkTank

Der ThinkTank ist ein beliebtes Tool, über den man Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern mit Kundenkontakt erhalten kann. Aktuell werden die Vorschläge in die Tanks an bestimmten Stellen z. B. den Kantinen eingeworfen. Über dieses digitale Formular erreichen die Vorschläge schneller den richtigen Ansprechpartner.

- Ticket-System

Bei einem Auftrag für die IT-Abteilung, muss jeder Mitarbeiter ein sogenanntes Ticket erstellen, das anschließend von der IT-Abteilung bearbeitet wird.

- Urlaub

Urlaubsanträge müssen nicht mehr schriftlich dem Vorgesetzten übergeben werden, sondern können digital beantragt werden.

c) Blitzerwarnung

Auf der Zufahrtsstraße zwischen dem EP und der Autobahn, worüber der Großteil der Belegschaft anreist, wird sehr oft geblitzt, weil diese Straße auch von den über fünf Millionen Besuchern pro Jahr genutzt wird. Momentan gibt es einen E-Mail-Verteiler, in den sich die Mitarbeiter eintragen können. Dieses Tool könnte man über die App abbilden und anstatt E-Mails werden Push-Nachrichten versendet. Auch die Eingabe einer Warnung kann über diese Funktion abgewickelt werden.

d) E-Learning

Übersicht und Verlinkung zu verfügbaren E-Learning-Schulungen.

e) Showplan

Der tagesaktuelle Showplan ist von der Besucheranzahl abhängig, die wie oben bereits erwähnt, in einem Ampelmodell abgebildet werden. Dementsprechend finden an Tagen mit wenig Besucher weniger Shows und an Tagen mit vielen Besuchern mehr Shows statt. Außerdem besteht bei einer Vielzahl an Gästen auch die Option auf eine zweite Parade am Abend. Die Uhrzeiten der Shows werden in der App über diesen Menüpunkt chronologisch abgebildet. Diese Funktion kann von der App für EP Besucher übernommen werden.

f) Social Media Feeds

Hier können die Mitarbeiter sämtliche Social Media Feeds (Twitter, Facebook, Instagram, XING, LinkedIn, etc.) des EP ansehen.

g) Seminare

Diese Funktion beherbergt eine Übersicht über alle angebotenen Seminare der Abteilung „Europa-Park Akademie“ inkl. der Anzahl an freien Plätzen. Die Mitarbeiter können sich über gewisse Ansprechpartner in ihren Abteilungen hierfür anmelden.

h) Wissenswertes

- Anstehzeiten

Aktuelle Anstehzeiten an den Fahrgeschäften werden bereits in der App für die Besucher minutengenau publiziert. Dieses Tool kann hier adaptiert werden.

- FAQs

Sollten Mitarbeiter eine Frage zum Unternehmen EP haben oder eine Information benötigen, können sie diese Infos hier einsehen. Hier werden grundlegende Informationen publiziert, die nach außen getragen werden dürfen, z. B. Größe des EP, Anzahl der Besucher pro Jahr, Anzahl der Mitarbeiter, etc. Diese Informationen findet man in der Unternehmenspräsentation und sie können unter diesem Menüpunkt dargestellt werden.

- Formulare

Hier können allgemeine Veröffentlichungen wie z. B. die aktuelle E-Mail-Signatur (abhängig von der jeweiligen Saison) hinterlegt werden.

- Interne Stellenausschreibungen

Stellenausschreibungen, die auch intern besetzt werden können, werden hier angeboten.

- Mitarbeiterangebote

EP-Mitarbeiter genießen Vergünstigungen in zahlreichen kooperierenden Unternehmen. Unter diesem Menüpunkt steht eine Übersicht zur Verfügung.

- Organigramme

Hier stehen die aktuellen Organigramme der EP-Abteilungen zur Ansicht bereit.

- Park- und Backstageplan

Gerade für neue Mitarbeiter ist die Orientierung auf dem ca. 100 Hektar großen Gelände nicht leicht. Ein Park- und Backstageplan kann hierbei Abhilfe schaffen. Mit einer Suchfunktion und einem Dropdown-Menü mit einer Auswahl der Örtlichkeiten, können einzelne Stellen angezeigt werden und mit dem GPS-Signal wird der Mitarbeiter direkt an sein Ziel navigiert. Diese Funktion kann von der App für EP Besucher übernommen werden, muss allerdings noch für den Backstagebereich erweitert werden.

- Richtlinien

Es gibt für Mitarbeiter Richtlinien zu diversen Themen wie z. B. Datenschutz, Compliance, Reisekosten, Entsorgung von Metallschrott, etc., die hier nachgeschaut werden können.

- Sportangebote

Die Termine für die jahreszeitenabhängigen Aktivitäten wie Beachvolleyball und Eishockey werden hier veröffentlicht. Aber auch die Angebote im hauseigenen Fitnessstudio oder Hallenfußball finden die Mitarbeiter hier.

4) Persönliche Daten

a) Dienstplan

Mitarbeiter, die im Schichtbetrieb arbeiten, erhalten ihren Dienstplan über die App und können somit jederzeit von überall darauf zugreifen. Die Kommunikation wird direkter und geht schneller von statten. Bisher wird der Dienstplan in Papierform ausgehängt und Änderungen handschriftlich vermerkt. Durch eine Push-Nachricht über die App weiß jeder Mitarbeiter direkt, wann der neue Dienstplan erscheint und wann Änderungen vollzogen wurden. Außerdem müssen die Mitarbeiter, die am Erscheinungstag des neuen Dienstplanes frei haben, nicht im Büro anrufen um nachzufragen, wann sie arbeiten müssen.

b) Gehaltsabrechnung

Die Gehaltsabrechnungen werden aktuell postalisch versendet. Bei über 3.600 Mitarbeitern ist das ein sehr großer Arbeits- und Papieraufwand. Über die App kann das Dokument von der HR-Abteilung digitalisiert hoch geladen werden. Jeder Mitarbeiter kann es sich nach Bedarf herunter laden und ausdrucken oder digital auf seinem Rechner abspeichern.

Erst nach Erscheinung der Mitarbeiterbefragung, ergab sich ein Gespräch mit der Datenschutzbeauftragten Sina Krenz. Im Fragebogen werden die Mitarbeiter gefragt, ob sie die Gehaltsabrechnung lieber „Wie bisher: Postalisch“ oder „als PDF-Download über die App“ beziehen möchten. Der PDF-Download könnte aus datenschutzrechtlichen Gründen etwas problematisch werden. Dies muss datenschutzrechtlich gesondert geprüft werden und sprengt den Rahmen dieser Arbeit in Zeit und Umfang.

c) Urlaub

Die Mitarbeiter können ihren aktuellen Stand an Urlaubstagen einsehen.

d) Zeitwirtschaft

Unter diesem Menüpunkt sehen die Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten ein. Mit diesem Tool können die Mitarbeiter außerdem Arbeitszeiten nachtragen und korrigieren, falls ein Fehler in der Zeitbuchung aufgetreten sein sollte. Die Korrekturen werden direkt an den Vorgesetzten mit der Bitte um Freigabe gesendet. Dieser erhält über die App die Informationen und kann über zwei Buttons diese Bestätigen bzw. Ablehnen. Somit wird der Prozess bei vergessenen Stempelzeiten oder fehlerhaften Buchungen deutlich optimiert. Zum Ende des Monats wird die Arbeitszeit archiviert und der Mitarbeiter kann jederzeit darauf zugreifen.

Im Gespräch mit Carolin Dages, der stellvertretenden Direktorin der Operation & Service Abteilung, ergab sich noch ein weiterer Punkt im Bereich der Zeitwirtschaft. Die einzelnen Aufgaben, welche die Handwerker erledigen müssen, werden über die Software „CareOffice“ als Projektmanagementtool abgewickelt. Haben die Handwerker die Aufgabe erfüllt, muss ein handschriftliches Protokoll erstellt werden mit Angaben über Personalaufwand, Zeit, verwendete Materialien, etc. Ihr Wunsch ist es über die App alle zu erledigenden Aufgaben darzustellen, worüber die Handwerker die anfallenden Tätigkeiten ablesen können. Durch eine Bestätigung der Aufgabe wird diese dem jeweiligen Handwerker bzw. Team zugewiesen. Nach Beendigung der Tätigkeit wird die Zeit und sämtliche Informationen, die bisher handschriftlich per Protokoll übermittelt werden, via App digital über eine Schnittstelle in „CareOffice“ transportiert.

[...]


[1] S. Meyer und T. Bendzko (2011).

[2] Zur besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf eine geschlechterspezifische Anpassung der Personenbezeichnung verzichtet. Es wird durchgängig das generische Maskulinum verwendet.

[3] Fichtner, Udo (2015), Seite 12 + 13.

[4] Stock-Homburg, Ruth und Homburg, Christian (2012), Seite 169.

[5] Stock-Homburg, Ruth (2013), Seite 75.

[6] Bruhn, Manfred und Meffert, Heribert (2012), Seite 388.

[7] Bruhn, Manfred und Meffert, Heribert (2012), Seite 371.

[8] Stock-Homburg, Ruth (2012), Seite 201.

[9] http://biemann.bwl.uni-mannheim.de/team/armita_atabaki/

[10] http://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article132885336/Was-sich-hinter-Erfolgsgeschichten-wirklich-verbirgt.html

[11] Vgl. Kyas, Othmar (1997).

[12] Vgl. Eizinger, Susanne (2004).

[13] Tabelle 1, Eigene Darstellung

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten

Details

Titel
Content-Evaluation als Basis der Entwicklung einer Mitarbeiter-App für den Europa-Park Rust
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, früher: Berufsakademie Mannheim  (Dienstleistungsmarketing)
Note
1,5
Autor
Jahr
2015
Seiten
77
Katalognummer
V306572
ISBN (eBook)
9783668060326
ISBN (Buch)
9783668060333
Dateigröße
1095 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mitarbeiter App, Personalentwicklung, Human Ressources, Content-Evaluation, Europa-Park
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Felix Heuberger (Autor), 2015, Content-Evaluation als Basis der Entwicklung einer Mitarbeiter-App für den Europa-Park Rust, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306572

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Titel: Content-Evaluation als Basis der Entwicklung einer Mitarbeiter-App für den Europa-Park Rust



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