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Distanz und das Empfinden gemischter Gefühle

Title: Distanz und das Empfinden gemischter Gefühle

Master's Thesis , 2015 , 62 Pages

Autor:in: Andrea Schönbächler (Author)

Psychology - Miscellaneous
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In einer Studie wurde der Einfluss der räumlichen Distanz zu einem angstauslösenden Ereignis auf das Zustandekommen von gemischten Gefühlen untersucht. Als angstauslösender Stimulus diente ein Ausschnitt aus einem Horrorfilm. Die Studienteilnehmenden wurden in einem Between-Subject-Design zufällig den drei Bedingungen „geringe Distanz“, „mittlere Distanz“ und „grosse Distanz“ zugeteilt. Die drei Distanz-Bedingungen unterschieden sich in den Umgebungsbedingungen, wobei die Projektionsgrösse des Filmausschnitts, die Beleuchtung des Raums und die Qualität sowie die Lautstärke des Tons verändert wurden.
Als Ergebnis wurde erwartet, dass bei einer mittleren Distanz intensivere gemischte Gefühle aufkommen als bei einer geringen und bei einer grossen Distanz, da bei einer geringen Distanz eher negative Gefühle zu erwarten sind, weil die Nähe zum aversiven Ereignis zu gross ist, um noch positive Gefühle zu empfinden. Bei einer grossen Distanz hingegen sind keine intensiven Gefühle mehr zu erwarten, da der Abstand zum aversiven Ereignis so gross ist, dass sich der Zuschauer kaum mehr involviert fühlt. Die Hypothese konnte jedoch nicht bestätigt werden, da zwischen den einzelnen Gruppen kein signifikanter Unterschied in der Intensität der gemischten Gefühle gefunden wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

1.1. Theoretischer Hintergrund

1.2. Hypothesen

1.3. Methoden

1.4. Ergebnisse

1.5. Diskussion

2. Abstract

3. Gemischte Gefühle

3.1. Hinweise auf gemischte Gefühle in verschiedenen Situationen

3.2. Das Circumplex Modell

3.3. Simultan oder sequentiell?

3.4. Die Korrelation zwischen positivem und negativem Affekt

3.5. Interpretation der Antwortskalen

3.6. Das Evaluative Space Model

4. Meta-Emotionen

5. Distanz

6. Angst als Voraussetzung für Spannung

7. Fragestellung und Hypothesen

8. Methode

8.1. Design

8.2. Ablauf

8.3. Stichprobe

8.4. Rekrutierung

8.5. Stimuli

8.6. Manipulation

8.7. Messinstrumente

9. Resultate

9.1. Berechnung der gemischten Gefühle

9.2. Hypothese 1

9.3. Hypothese 2

9.4. Hypothese 3

9.5. Weitere Ergebnisse

10. Diskussion

10.1. Einschränkungen

10.2. Ausblick

10.3. Fazit

11. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einfluss der räumlichen Distanz zu einem angstauslösenden Ereignis – konkret einem Horrorfilm – auf die Entstehung gemischter Gefühle und positiver Meta-Emotionen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob eine mittlere räumliche Distanz die Wahrscheinlichkeit für das Erleben dieser komplexen emotionalen Zustände im Vergleich zu geringer oder großer Distanz erhöht.

  • Psychologische Untersuchung gemischter Gefühle und deren Existenzberechtigung.
  • Analyse des Einflusses räumlicher Distanz auf emotionale Zustände.
  • Rolle von Meta-Emotionen im Kontext von Horrorfilmen.
  • Evaluation der Auswirkungen auf das Erleben von positiven und negativen Affekten.

Auszug aus dem Buch

3. Gemischte Gefühle

Beobachtet man in einem Freizeitpark Leute auf Achterbahnen, fällt oft auf, dass diese zwar vor Angst kreischen, jedoch trotzdem Spass an der Fahrt haben. Dabei drängt sich die Frage auf, wieso sich viele Menschen freiwillig einer angstauslösenden Situation aussetzen und daran sogar noch Spass haben. Es scheint ein Widerspruch zu sein, gleichzeitig Angst und Freude zu empfinden, da es sich bei der Angst um eine negative und bei der Freude um eine positive Emotion handelt (Tracy & Randles, 2011), und trotzdem lässt sich manchmal ein gleichzeitiges Vorkommen von negativen und positiven Gefühlen beobachten.

Auf einer Achterbahn lassen sich jedoch nicht nur Menschen finden, die Angst und Freude gleichzeitig ausdrücken. Bei einigen könnte die wilde Fahrt lediglich sehr starke Angstgefühle erwecken, die in keiner Weise als positiv erlebt werden. Umgekehrt lassen sich auch Menschen finden, die sich von einer solchen Fahrt nicht beeindrucken lassen und überhaupt keine Angst verspüren. Dabei könnte man annehmen, dass eine solche Person umso mehr Freude an der Fahrt empfinden müsste, da keine negativen Gefühle vorhanden sind, doch das Gegenteil ist der Fall: eine Achterbahnfahrt, bei der keine Angst aufkommt, wird eher als langweilig empfunden. Wie kommt es, dass bei einigen Personen ein Ereignis gemischte Emotionen hervorruft, bei anderen jedoch nicht? Dieser Frage geht die vorliegende Studie nach.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zusammenfassung: Diese einleitende Sektion stellt die Forschungsabsicht dar, den Zusammenhang zwischen räumlicher Distanz zu angstauslösenden Reizen und gemischten Gefühlen zu ergründen.

2. Abstract: Hier wird kompakt zusammengefasst, wie in einem Between-Subject-Design mit Horrorfilm-Stimuli der Einfluss der Distanz auf gemischte Gefühle untersucht und bewertet wurde.

3. Gemischte Gefühle: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen gemischter Gefühle, diskutiert Debatten um deren Existenz (Circumplex Modell vs. Evaluative Space Model) und beleuchtet verschiedene Messmethoden.

4. Meta-Emotionen: Der Text definiert Meta-Emotionen als Emotionen höherer Ordnung, die sich auf primäre Emotionen beziehen, und beschreibt deren Rolle bei gemischten Gefühlen.

5. Distanz: Hier werden Konzepte psychologischer und räumlicher Distanz sowie deren vermuteter Einfluss auf die Emotionsregulierung und das Entstehen von gemischten Gefühlen erörtert.

6. Angst als Voraussetzung für Spannung: Dieses Kapitel thematisiert die Notwendigkeit eines gewissen Angstlevels für die Empfindung von Spannung und Vergnügen im Kontext von Medienrezeption.

7. Fragestellung und Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden hier die spezifischen Hypothesen über den Einfluss der Distanz auf gemischte Gefühle und Meta-Emotionen formuliert.

8. Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Stichprobe, die Art der Distanzmanipulation via Umgebungsbedingungen sowie die verwendeten Messinstrumente.

9. Resultate: Die Ergebnisse zeigen, dass keine der aufgestellten Hypothesen statistisch bestätigt werden konnte, und analysieren Korrelationen zwischen den Variablen.

10. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, thematisiert potenzielle methodische Schwächen wie eine misslungene Distanzmanipulation und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsansätze.

11. Anhang: Enthält die vollständige Literaturliste sowie verwendete Fragebögen.

Schlüsselwörter

gemischte Gefühle, räumliche Distanz, Meta-Emotionen, Horrorfilm, Angst, Affektregulation, Between-Subject-Design, Psychologie, Emotionsforschung, Stimmung, Sensation Seeking, Angstinventar, Laborexperiment, Affekt, Distanzmanipulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der räumlichen Distanz zu einem angstauslösenden Ereignis – in diesem Fall ein Filmausschnitt aus einem Horrorfilm – und dem Auftreten gemischter Gefühle und positiver Meta-Emotionen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Definition und Existenz gemischter Gefühle, die psychologische Bedeutung von Distanz, das Phänomen der Meta-Emotionen sowie die Messung von emotionalen Zuständen mittels verschiedener psychologischer Fragebögen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine wahrgenommene mittlere räumliche Distanz zu einem aversiven Stimulus die Entstehung gemischter Gefühle begünstigt, da bei zu geringer Distanz negative Emotionen dominieren und bei zu großer Distanz keine emotionale Involvierung stattfindet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde ein experimentelles Between-Subject-Design an der Universität Zürich durchgeführt. Die unabhängige Variable "Distanz" wurde durch Manipulation der Umgebungsbedingungen (Bildschirmgröße, Beleuchtung, Tonqualität) in drei Stufen variiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Modelle zu Emotionen und Distanz), die Ableitung spezifischer Hypothesen, die detaillierte Methodenbeschreibung der Datenerhebung sowie die statistische Auswertung und kritische Diskussion der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören gemischte Gefühle, Distanzmanipulation, Meta-Emotionen, Horrorfilm, Angst, Sensation Seeking und Affektregulation.

Warum konnte die Manipulation in der Hauptstudie möglicherweise nicht den gewünschten Effekt erzielen?

Die Autorin vermutet, dass die Unterschiede in den Umgebungsbedingungen zwischen den Gruppen nicht groß genug waren. Zudem deutet die hohe Rate an Probanden, die ihre Stimmung aktiv "abdämpfen" wollten, auf einen Deckeneffekt hin, bei dem alle Bedingungen als eher wenig distanziert wahrgenommen wurden.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sensation Seeking und Meta-Emotionen?

Ja, die Arbeit konnte eine schwache positive Korrelation zwischen dem Sensation-Seeking-Wert (insbesondere in den Skalen "Thrill and Adventure Seeking" und "Boredom Susceptibility") und positiven Meta-Emotionen beim Horrorfilm nachweisen.

Excerpt out of 62 pages  - scroll top

Details

Title
Distanz und das Empfinden gemischter Gefühle
College
University of Zurich  (Psychologisches Institut)
Author
Andrea Schönbächler (Author)
Publication Year
2015
Pages
62
Catalog Number
V306650
ISBN (eBook)
9783668059344
ISBN (Book)
9783668059351
Language
German
Tags
distanz empfinden gefühle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Schönbächler (Author), 2015, Distanz und das Empfinden gemischter Gefühle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306650
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