Kreta ist die größte der griechischen Inseln und im gesamten Mittelmeer nach Sizilien, Sardinien, Zypern und Korsika auch die fünftgrößte. Die Insel liegt im Süden Griechenlands und wird auch als „südlichster oder letzter Vorposten Europas“ zu Afrika bezeichnet. Aufgrund seiner Geschichte, Kultur und dem eigenständigen Charakter des Volkes könnte es auch ebenso ein unabhängiges Land sein.1 Kreta misst von West nach Ost ca. 260 km, von Nord nach Süd zwischen ungefähr 14 und 60 km. Aus diesen Zahlen ergibt sich eine Gesamtfläche von ca. 8259 km2. Die Insel hat etwa 600.000 Einwohner und ist somit recht dünn besiedelt, da lediglich 72 Einwohner auf einen Quadratkilometer kommen. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in den Städten, die sich zum Großteil an der Nordküste Kretas befinden. Die Hauptstadt des ehemals selbständigen Inselstaates war in der Geschichte meist Chania, doch seit 1972 hat diese Position Iraklion inne.2 Kreta ist einer der 10 griechischen Bezirke und ist mit 13 Abgeordneten im griechischen Parlament vertreten. Die Insel selbst unterteilt sich noch einmal in 4 Verwaltungsbezirke – Chania, Rethimnon, Iraklion und Lassithi – von denen jeder Bezirk eine eigene Bezirksverwaltung unterhält. Die industrielle Ausprägung der Insel ist nicht in besonderem Maße entwickelt und konzentriert sich fast ausschließlich um die Stadt Iraklion. Etwa 20 % der arbeitenden Bevölkerung sind hier beschäftigt. Wichtiger aber für Kreta ist die Landwirtschaft. Etwa die Hälfte aller Menschen sind hier beschäftigt und produzieren wichtige Exportprodukte wie z.B. Oliven, Trauben oder Zitrusfrüchte. Aber auch der Dienstleistungssektor ist weiter ausgeprägt. Hierzu zählt auch der Tourismus, der auf Kreta voll entwickelt ist. Hier gibt es alles vom 5-Sterne-Luxushotel bis zum Campingplatz. Hauptsaison ist von März bis November, in der ungefähr 30% der Bevölkerung die meiste Arbeit hat. 1 vgl. Mehling, Franz N. (Hrsg.), Knaurs Kulturführer in Farbe. Griechenland, München 1982/93, S. 324 2 vgl. http://www.kuschelfan.de/griechenland/kreta/kreta%20die%20groesste%20griechische%20insel.htm (Stand: 28.12.2003)
Gliederung
1 Kreta – eine Insel im Mittelmeer
2 Die Geschichte der Insel
2.1 Das Reich der Minoer
2.2 Herrschaft durch Rom, Arabien und Byzanz
2.3 Eroberung durch Venezianer und Türken
2.4 Kreta in der Neuzeit
3 Die Sagenwelt Kretas – von Europa bis zum Minotaurus
4 Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Iraklion
4.1 Der Palast von Knossos
4.1.1 Die Geschichte des Palastes
4.1.2 Ausgrabungen durch Sir Arthur Evans
4.2 Das archäologische Museum
5 Touristische Orte idealer Erholung
5.1 Bergketten zum Wandern und Klettern
5.2 Die Hochebene von Lassithi
5.3 Hafenstädtchen und Meeresbuchten zur Entspannung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Semesterbegleitarbeit verfolgt das Ziel, die Insel Kreta als Wiege der ersten europäischen Hochkultur sowie als bedeutende touristische Destination zu porträtieren. Dabei wird der Bogen von den mythologischen Ursprüngen und der wechselvollen historischen Entwicklung bis hin zu den heutigen Sehenswürdigkeiten und Erholungsgebieten gespannt, um das vielseitige Profil der Insel wissenschaftlich fundiert darzustellen.
- Historische Entwicklung Kretas von der minoischen Epoche bis zur Neuzeit
- Griechische Mythologie und ihre enge Verbindung zur kretischen Kultur
- Bedeutung der archäologischen Stätte Knossos und die Rolle von Sir Arthur Evans
- Touristische Erschließung und landschaftliche Highlights wie die Samaria-Schlucht
- Kulturelle und wirtschaftliche Aspekte der heutigen Inselstruktur
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Ausgrabungen von Sir Arthur Evans
Die Ausgrabungen des Engländers Evans (1851 – 1941) sind in kretischer Geschichte von großer Bedeutung, da sie längst verschüttete Erinnerungen an die Antike und an die Hochkultur, die einst hier ansässig war, freilegten. Der erste Besuch des Forschers auf Kreta war dazu gedacht, die unbekannte Schrift, die auf verschiedensten Steinen gefunden wurde, zu entziffern. Im Jahre 1899 fing Sir Arthur Evans aber an, südlich von Iraklion mit dem Graben zu beginnen. Der größte der minoischen Paläste sollte schließlich sein Lebenswerk werden.
„Die Ausgrabungen begannen zügig und schon zu Ende des Jahres 1903 war fast der ganze Palast freigelegt und es begann die Erforschung des umliegenden Gebietes.“ Evans schien ein sehr begeisterter Forscher zu sein, da er seine Forschungen lediglich wegen des ersten Weltkrieges unterbrach, sonst aber bis 1931 sich kaum stören ließ. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen schrieb er in seinem vier Bände umfassenden Werk „The Palace of Minos in Knossos“ nieder. Sein erster Assistent, D. Mackenzie, führte hierbei das Haupttagebuch der Ausgrabungen.
Schnell aber stellte sich heraus, dass eine Restaurierung unumgänglich war, um die wertvollen Schätze für die Nachwelt zu erhalten. Evans versuchte daher, mit Beton zu restaurieren, was sich als schweres Unterfangen herausstellte. Die Arbeit mit Beton steckte zu diesem Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen. Er konnte nur auf wenige Erfahrungen und Tipps zurückgreifen. Somit musste er seine eigenen machen. Evans benutzte außerdem Holz sowie andere Naturstoffe und verfeinerte das ganze anschließend mit Farbe. Erhaltung und Restaurierung aber war nicht sein einzigstes Ziel. Er stellte auch Kopien einiger Fresken, die gefunden wurden, auf. Dieser Teil seiner Arbeit erregte die meiste Kritik. Er verwendete dafür Materialien, die der minoischen Kultur nicht bekannt gewesen wären.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Kreta – eine Insel im Mittelmeer: Einführung in die geografische Lage, demografische Fakten und die wirtschaftliche Struktur der griechischen Insel.
2 Die Geschichte der Insel: Detaillierte Betrachtung der historischen Epochen, von den minoischen Anfängen über römische, byzantinische, venezianische und türkische Herrschaft bis hin zur modernen Zeit.
3 Die Sagenwelt Kretas – von Europa bis zum Minotaurus: Analyse der mythologischen Bedeutung Kretas durch Sagen wie die Entführung der Europa und die Legende vom Minotaurus.
4 Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Iraklion: Untersuchung der bedeutendsten archäologischen Stätten, insbesondere Knossos und das archäologische Museum in Iraklion.
5 Touristische Orte idealer Erholung: Vorstellung der vielfältigen touristischen Möglichkeiten, darunter die Bergwelt der Samaria-Schlucht, die Lassithi-Hochebene sowie verschiedene Küstenorte.
Schlüsselwörter
Kreta, Minoer, Knossos, Sir Arthur Evans, griechische Mythologie, Minotaurus, Iraklion, Samaria-Schlucht, Lassithi-Hochebene, Tourismus, Inselgeschichte, Ausgrabungen, Antike, Architektur, Kulturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Insel Kreta als historische Wiege der europäischen Hochkultur sowie als vielfältiges Reiseziel.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Der Fokus liegt auf der minoischen Geschichte, der mythologischen Bedeutung der Insel, den archäologischen Fundstätten und der touristischen Erschließung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine umfassende Darstellung der kulturellen Identität Kretas im Kontext seiner historischen Entwicklung und modernen Bedeutung.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um eine Literatur- und Quellenarbeit, die historische Berichte und archäologische Erkenntnisse zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Chronologie, die Sagenwelt, die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und die touristische Infrastruktur.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie minoische Kultur, Knossos, Mythologie, Sir Arthur Evans und kretischer Tourismus geprägt.
Warum war die Restaurierung durch Sir Arthur Evans umstritten?
Die Verwendung von damals modernen Materialien wie Beton bei der Rekonstruktion der antiken Fresken stieß auf Kritik, da diese historisch nicht authentisch waren.
Welche Rolle spielte die Samaria-Schlucht historisch?
Die Schlucht diente über lange Zeit als Rückzugsort für Widerstandskämpfer, bevor sie zum geschützten Nationalpark erklärt wurde.
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- Stefanie Rautzenberg (Author), 2003, Kreta als erste europäische Hochkultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30668