Der vorliegende Aufsatz beschäftigt sich mit der Position der modernen Demokratie im Spannungsfeld zwischen den Polen Diktatur und Anarchie. Der Autor betreibt zu diesem Zweck Quellenarbeit an Texten von Rosseau, Hegel, Marx, Engels und Lenin.
Inhaltsverzeichnis
1. Die moderne Demokratie im Spannungsfeld zwischen Diktatur und Anarchie
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die dialektische Beziehung zwischen Demokratie, Diktatur und Anarchie im Kontext der marxistischen Gesellschaftsanalyse. Das Hauptziel besteht darin, die bürgerliche Demokratie als eine spezifische Klassenform zu entlarven, die hinter ihrem Anspruch auf Freiheit die Lohnsklaverei perpetuiert, und aufzuzeigen, dass die Aufhebung des Staates zugleich die Aufhebung der Demokratie im Sinne ihrer historischen Vollendung in der Anarchie bedeutet.
- Kritik an der bürgerlichen Parlamentarismuskritik und der Rolle der Lohnsklaverei.
- Analyse der historischen Entwicklung von der Französischen Revolution bis zur Pariser Kommune.
- Untersuchung der Differenzen zwischen marxistischer Staatsauffassung und anarchistischen Positionen.
- Die Rolle der proletarischen Revolution als notwendiger Akt zur Zerschlagung der bürgerlichen Staatsmaschinerie.
- Die Demaskierung der "Demokratielüge" und die Bedeutung des Mehrheitsprinzips im Kapitalismus.
Auszug aus dem Buch
Die moderne Demokratie im Spannungsfeld zwischen Diktatur und Anarchie
Die Gesellschaftswissenschaften haben ihren Grund und ihre Bedingung in der geschichtlichen Abfolge des Aufbaus und der Destruktion der Konstellationen von herrschenden und unterdrückten Klassen. Anarchistisch ausgerichtete gesellschaftliche Bewegungen tragen den Todeskeim dieser Wissenschaften in sich. Dagegen war die Bornierung in Herr-Knecht-Mechanismen eines der eilfertigsten Anliegen der abendländischen Geisteswissenschaft von Platons Politeia über Hegels Staatsphilosophie bis Hitlers „Mein Kampf.“ Plato hielt Ungebundenheit bei Menschen wie bei Tieren für schädlich, Kant sah im Menschen noch "...ein Thier, das, wenn es unter anderen seiner Gattung lebt, einen Herrn nöthig hat." 2 In einem Aphorismus äußert Hegel, dass russische Frauen und die Völker der Weltgeschichte die Hundepeitsche verlangen.3 Heute kann ich ihnen zurufen: Sie haben sich alle gründlich geirrt, meine Herren! Denn wie es bei einer starken Eiche mit markigem Wuchs auch einige kleine, verdorrte Verästelungen geben kann, so in der langen Emanzipationsgeschichte des Affen zum Menschen, der wahrscheinlich erst von den Bäumen heruntergestiegen, auch einen Bruchteil, in dem er wieder künstlicher Affe wurde: Staatsbürger. Mit der Zeit fegt der Sturm die dürren Zweige ab, mit der Zeit wachsen Generationen heran, die in Revolutionsstürmen den ganzen Staatsplunder4 von sich abwerfen.
Es waren nicht die Philosophen Kant und St. Pierre, die zuerst die Vision des Ewigen Friedens in der Menschheit aufzeigten, sondern dieser Friede war bereits ein Begehren des Bundschuhs,5 vor allem aber verlangten die Bauern die Abschaffung des Zehnten, also die Beseitigung aller Obrigkeiten, nach Engels "… die Antizipation des Kommunismus durch die Phantasie ..." 6 Und diese Idee des Kommunismus, sie taucht mit Babeuf wieder auf im Frankreich von 1795. In den Revolutionsjahren erhoben sich dort zeitweise die blutarm gesaugten Klassen, die die konservativen Historiker so gerne als Pöbel rubrizieren, und hegemonisierten für kurze Perioden die ganze Erhebung.
Zusammenfassung der Kapitel
Die moderne Demokratie im Spannungsfeld zwischen Diktatur und Anarchie: Das Kapitel analysiert die historische und philosophische Genese des Staatsbegriffs, hinterfragt die bürgerliche Ideologie der Demokratie und postuliert deren dialektische Überwindung durch die proletarische Revolution und das angestrebte Ziel der Anarchie.
Schlüsselwörter
Demokratie, Anarchie, Diktatur des Proletariats, Klassenkampf, Marxismus, Lohnsklaverei, Staat, Bourgeoisie, Proletariat, Pariser Kommune, Herr-Knecht-Dialektik, Revolution, Staatsapparat, Entideologisierung, Emanzipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung der modernen Demokratie aus marxistischer Perspektive und ihrer dialektischen Verbindung zu Diktatur und Anarchie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Kritik an der bürgerlichen Staatsordnung, die Rolle der Lohnarbeit, die historische Notwendigkeit der Revolution und die Überwindung des Staates.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, dass die bürgerliche Demokratie eine Klassenherrschaft darstellt, die durch eine proletarische Revolution überwunden werden muss, um den Weg in eine staatsfreie, anarchische Gesellschaft zu ebnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die materialistische Dialektik von Marx und Engels, um historische Massenbewegungen und gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden historische Ereignisse wie die Französische Revolution, die Pariser Kommune und der Aufstand in Kronstadt analysiert, um die Grenzen bürgerlicher Demokratie und die Rolle der Staatsmaschinerie zu verdeutlichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Klassenkampf, Lohnsklaverei, proletarische Revolution, Dialektik und die Aufhebung des Staates charakterisiert.
Warum wird die Demokratie der Bundesrepublik kritisiert?
Die Arbeit kritisiert die Bundesrepublik als ein System der "Lohnsklavenhalterdemokratie", das lediglich die Herrschaft des Kapitals unter einem demokratischen Deckmantel perpetuiert.
Welche Bedeutung hat der Anarchismus in dieser Argumentation?
Der Anarchismus wird hier als das theoretische Ziel verstanden, das nach der Aufhebung des Staates und der Diktatur des Proletariats steht; die Anarchie wird als "Krone der Demokratie" bezeichnet.
Wie steht die Arbeit zur Rolle von Rosa Luxemburg?
Die Arbeit setzt sich kritisch mit Luxemburgs Revolutionsverständnis auseinander, würdigt zwar ihre Kritik an der deutschen Sozialdemokratie, lehnt jedoch ihre Positionen zur parlamentarischen Demokratie als "unkritischen Marxismus" ab.
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- Magister artium Heinz Ahlreip (Autor), 2015, Die moderne Demokratie im Spannungsfeld zwischen Diktatur und Anarchie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306963