Der Begriff der „Kulturellen Bildung“ hat sich seit der ersten PISA-Studie der OECD im Jahr 2000 in der Diskussion um ein „besseres und gerechteres Bildungssystem in Deutschland“ zum bildungspolitischen Schlagwort aufgeschwungen.
Auch international wird über Kulturelle Bildung diskutiert, insbesondere seit die erste UNESCO-Weltkonferenz 2006 das Thema „Arts Education“ dem Lesen, Rechnen und Naturwissenschaften als „unverzichtbare Vierte Säule umfassender Persönlichkeitsbildung“ gleichgestellt hat. Seit der 34. UNESCO-Generalkonferenz im Jahr 2007 in Paris ist Kulturelle Bildung in das Kulturprogramm der UNESCO aufgenommen und seitdem in den mittelfristigen Strategien der UNESCO verankert.
Sowohl auf internationaler, als auch bundesdeutscher Ebene gibt es allerdings keine eindeutige Definition Kultureller Bildung, weder was ihren Inhalt, noch was ihre Umsetzung oder ihr Qualitätsmanagement angeht. Die Nationen handeln weitestgehend unabhängig voneinander und orientieren sich an ihren unterschiedlichen Auffassungen von Kultur und Bildung im Allgemeinen und gemäß ihren kultur- und bildungspolitischen Ausrichtungen.
Zwischen den deutschen Bundesländern gibt es im Kulturbereich nur eine bedingte Abstimmung und Koordination.
In dieser Arbeit geht es vor allem um Kulturelle Bildung in Deutschland und England, und um deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Definition, Organisation und Erfolgen. Das zunehmende Interesse an Kultureller Bildung hat in beiden Ländern in den letzten Jahren zu einer Vielzahl an Kulturprogrammen geführt, von denen hier zwei Großprojekte beispielhaft im Hinblick auf Kulturelle Bildung betrachten werden: „Creative Partnerships“ in England und „Kultur und Schule“ in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Kulturelle Bildung im Überblick
1.1 Was ist Kulturelle Bildung?
1.2 Wohin kann Kulturelle Bildung führen?
2. Kulturelle Bildung in Deutschland und England
2.1 Kulturelle Bildung in Deutschland
2.2 Kulturelle Bildung in England
3. Zwei Projekte der Kulturellen Bildung im Vergleich
3.1 England: „Creative Partnerships”
3.2 Nordrhein-Westfalen, Deutschland: „Kultur und Schule”
3.3 Die Projekte im Vergleich
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Kulturellen Bildung im Kontext der Schulentwicklung in Deutschland und England. Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Definition, Organisation und den Erfolgen von Kulturprojekten herauszuarbeiten, um daraus Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung und Qualitätssicherung Kultureller Bildung zu gewinnen.
- Grundlagen und Zielsetzungen der Kulturellen Bildung
- Vergleich der bildungspolitischen Kontexte in Deutschland und England
- Analyse des englischen Förderprogramms „Creative Partnerships“
- Untersuchung des nordrhein-westfälischen Landesprogramms „Kultur und Schule“
- Evaluation der Erfolgsfaktoren für Kooperationen zwischen Schulen und Kulturinstitutionen
Auszug aus dem Buch
1.1 Was ist Kulturelle Bildung?
Eine mögliche Antwort auf die Frage, was Kulturelle Bildung ist, bietet die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ). Die BKJ ist der 1963 als „Bundesvereinigung Musische Jugendbildung e.V.“ gegründete und in Berlin situierte Dachverband der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Sie besteht aus einem Zusammenschluss von 56 bundesweit agierenden schulischen und außerschulischen Institutionen, Fachverbänden und Landesdachorganisationen der Kulturellen Bildung. In ihrer Imagebroschüre von 2011 heißt es:
„Kulturelle Bildung hat viele Facetten zwischen Alltags-, Sub- und Hochkultur. Sie umfasst die vielfältigen Zugangsweisen zur Welt in ihren ästhetisch-künstlerischen Ausdrucksformen und Angeboten. Kulturelle Bildung ist Allgemeinbildung, die es jedem Menschen ermöglichen soll, sich zu entfalten, an der Gesellschaft teilzuhaben und die Zukunft aktiv mitzugestalten. Zentrales Ziel ist die Entwicklung von Kreativität und eigenem subjektiven Ausdrucksvermögen.“
Laut der BKJ fördert Kulturelle Bildung als Allgemeinbildung im ästhetisch-künstlerischen Rahmen eine Öffnung des Horizonts, die den Menschen die Möglichkeit bietet, „die Welt auf viele Arten zu sehen und zu interpretieren. Sie befördert die Entwicklung einer eigenen Identität und Meinungsbildung“ und liefert eine Grundlage für das Zusammenleben unterschiedlichster Menschen in der Gesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Kulturellen Bildung ein und stellt die beiden zu untersuchenden Projekte sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit vor.
1. Kulturelle Bildung im Überblick: Dieses Kapitel erläutert das Verständnis von Kultureller Bildung, ihre Ziele und ihre Bedeutung als Teil einer umfassenden Allgemeinbildung.
2. Kulturelle Bildung in Deutschland und England: Hier werden die jeweiligen kulturpolitischen Kontexte, die organisatorischen Rahmenbedingungen und die Herausforderungen in beiden Ländern gegenübergestellt.
3. Zwei Projekte der Kulturellen Bildung im Vergleich: In diesem Hauptteil werden die Programme „Creative Partnerships“ (England) und „Kultur und Schule“ (NRW) detailliert analysiert und hinsichtlich ihrer Struktur und Wirksamkeit verglichen.
Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit einer langfristigen politischen Absicherung und Finanzierung für den Erfolg Kultureller Bildung.
Schlüsselwörter
Kulturelle Bildung, Schulentwicklung, Creative Partnerships, Kultur und Schule, Kulturvermittlung, ästhetische Bildung, Projektförderung, Partizipation, Bildungslandschaft, Kooperation, Qualitätssicherung, England, Nordrhein-Westfalen, Kreativitätsförderung, Bildungsallianzen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Kulturelle Bildung in Schulen durch Kooperationsprojekte gefördert werden kann und analysiert dies am Beispiel von Deutschland und England.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die bildungspolitische Einordnung Kultureller Bildung, die Analyse nationaler und regionaler Förderstrukturen sowie die Bedeutung der Kooperation zwischen Schulen und Kultureinrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Programmen zur Kulturellen Bildung zu verstehen, um Potenziale und Schwachstellen der aktuellen Förderpraxis aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der existierende Evaluationsberichte und theoretische Konzepte zur Kulturellen Bildung auf Basis spezifischer Qualitätskriterien verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Darstellung und dem strukturellen Vergleich der beiden Modellprojekte „Creative Partnerships“ aus England und „Kultur und Schule“ aus Nordrhein-Westfalen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kulturelle Bildung, Kooperation, Schulentwicklung, Qualitätssicherung, Partizipation und die spezifischen Projektnamen der untersuchten Fallbeispiele.
Welche Unterschiede bestehen zwischen der englischen und deutschen Projektstruktur?
Während „Creative Partnerships“ als nationales, staatlich zentral gesteuertes Programm konzipiert war, fungiert das Programm in NRW als dezentrale, landespolitische Initiative mit unterschiedlichen Finanzierungs- und Organisationsmodellen.
Warum ist das abrupte Ende von „Creative Partnerships“ für die Forschung relevant?
Es verdeutlicht das Problem der mangelnden Nachhaltigkeit bei rein projektbezogener Finanzierung und zeigt die Diskrepanz zwischen offiziellen politischen Wertbekundungen und der tatsächlichen Absicherung solcher Maßnahmen auf.
- Citation du texte
- Diplom-Kulturwissenschaftlerin Rena Gottfried (Auteur), 2014, Kulturelle Bildung in der Schule. Zwei Projekte aus Deutschland und England im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307047