Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Sozialen Medien vor dem Hintergrund der Marktforschung zu beleuchten und den Nutzen bzw. die resultierenden Chancen und Risiken aus der Sicht des Marktforschers darzustellen.
Hierbei soll zum einen das Thema des Social Media Research näher beleuchtet und von der klassischen Marktforschung abgegrenzt werden, zum anderen das große Potenzial des Social Media Research und Monitoring herausgearbeitet, sowie die damit einhergehenden Gefahren und Risiken betrachtet und bewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Relevanz des Themas und Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung und Aufbau der Arbeit
2. Social Media, Marktforschung und Co.
2.1 Definition Social Media
2.2 Definition und Ziele der Marktforschung
2.3 Definition Social Media Research und Social Media Monitoring
3. Vom Tweet und Post zur Marktforschung
3.1 Potenzial in Social Media
3.2 Die Vorteile von Social Media Research
4. Nutzen und Risiken für die Marktforscher
4.1 Der Nutzen für die Marktforschung
4.2 Risiken für die Marktforschung
5. Nutzen und Risiken für Unternehmen
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Social Media im Kontext der modernen Marktforschung, wobei insbesondere die Chancen und Risiken dieses datenintensiven Ansatzes aus Sicht des Marktforschers beleuchtet werden.
- Grundlegende Begriffsbestimmungen von Social Media, Marktforschung und Social Media Research.
- Analyse des Potenzials von nutzergenerierten Daten für die Marktforschung.
- Gegenüberstellung von Vorteilen und Risiken des Social Media Research.
- Bewertung der wissenschaftlichen Gütekriterien bei der Analyse von Social-Media-Daten.
- Untersuchung des Nutzens und der Herausforderungen für Unternehmen bei der Anwendung von Monitoring-Tools.
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Vorteile von Social Media Research
Aufbauend auf den im letzten Kapitel aufgezeigten Potenzial ergeben sich für das Social Media Research einige Vorteile. Durch die Entwicklung der letzten Jahre wurde Speicherplatz immer günstiger. Im Jahr 2003 lag der Preis für 1 Gigabyte Festplattenspeicher noch bei ca. 1,25 €, heute (Stand 2014) liegt der Preis bei einem Bruchteil von nur noch 0,045€. Nur durch diesen Preisverfall wurde die Speicherung der großen Datenmengen überhaupt sinnvoll. Früher musste man sich entscheiden, welche Daten erforderlich sind und welches Volumen man speichern möchte. Heute können aufgrund des günstigen Speichers nahezu alle Daten aufbewahrt und folglich auch nutzbar gemacht werden.
Der Kostenaspekt ist ein weiterer Vorteil des Social Media Research. Die in den Sozialen Medien generierten Daten sind für alle ohne großen Aufwand kostenlos zugänglich. Lediglich für die Speicherung und entsprechende Programme, die eine Überwachung erleichtern, sogenannte Monitoring Tools fallen Kosten an. Diese sind bei weitem aber nicht so hoch wie bei einem entsprechendem Auftrag in der klassischen Marktforschung.
Da die Beobachtung dem Nutzer oft gar nicht bewusst ist bzw. er nicht weiß, dass er gerade ein entsprechendes Schlagwort geliefert hat, agiert er ganz normal und verstellt sich nicht, wie es oftmals bei gezielten Befragungen oder kontrollierten Beobachtungen der Fall ist. Gerade diese fehlende Laborsituation führt oftmals nachweislich zu besseren Ergebnissen wie in der klassischen Marktforschung.
Außerdem lassen sich die so gewonnenen Rohdaten teils vollautomatisch verdichten und auswerten. Ähnlich verhält es sich mit dem Erkennen von Trends. Ein Paradebeispiel hierfür ist Google Flu Trends, bei dem es Google gelungen ist, einen Zusammenhang zwischen den Suchanfragen und der tatsächlichen Ausbreitung der Grippe herzustellen. Mit diesem Wissen waren sie der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC zwei Wochen voraus. Möglich wurde dies durch den gekonnten Einsatz entsprechender Methoden im Big Data.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz der datengetriebenen Social-Media-Analyse gegenüber klassischen Methoden und formuliert die Zielsetzung der Untersuchung.
2. Social Media, Marktforschung und Co.: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fachbegriffe wie Social Media, Marktforschung sowie Social Media Research und grenzt diese voneinander ab.
3. Vom Tweet und Post zur Marktforschung: Hier werden das enorme Datenpotenzial von Social Media sowie die wesentlichen Vorteile einer solchen Untersuchungsmethode, wie z.B. Kosteneffizienz und Echtzeit-Verfügbarkeit, analysiert.
4. Nutzen und Risiken für die Marktforscher: Der Fokus liegt hier auf dem Mehrwert für Marktforscher durch den Zugang zu umfassenden digitalen Fußabdrücken sowie auf den methodischen Risiken, insbesondere der Einhaltung wissenschaftlicher Gütekriterien.
5. Nutzen und Risiken für Unternehmen: Dieser Exkurs beleuchtet die Möglichkeiten von Unternehmen bei der direkten Nutzung von Social-Monitoring-Tools sowie die damit verbundenen finanziellen und fachlichen Hürden.
6. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung ab und prognostiziert einen notwendigen Umbruch innerhalb der Marktforschungsbranche durch die Zusammenarbeit mit großen Internetkonzernen.
Schlüsselwörter
Social Media Research, Marktforschung, Social Media Monitoring, Big Data, digitale Fußabdrücke, wissenschaftliche Gütekriterien, Objektivität, Reliabilität, Validität, Repräsentativität, Echtzeit-Analyse, Online-Verhalten, Nutzendaten, Marketingentscheidungen, Trends.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von Social Media Daten in der Marktforschung und untersucht, ob und wie diese Daten herkömmliche Methoden ergänzen oder verändern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Möglichkeiten der Datengewinnung aus sozialen Netzwerken, die methodische Abgrenzung zur klassischen Marktforschung sowie die Bewertung von Chancen und Risiken für professionelle Marktforscher und Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Risiken von Social Media Research aus der Sicht eines Marktforschers kritisch darzustellen und zu bewerten, ob das Potenzial der Daten für fundierte Forschungsentscheidungen ausreicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachbegriffen und einer Analyse der Potenziale und Limitationen von Social Media Daten unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Standards wie Objektivität, Reliabilität und Validität.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen der Fachbegriffe, erörtert das Potenzial der riesigen Datenmengen in Echtzeit und diskutiert kritisch die Probleme, wie die fehlende Repräsentativität oder die Gefahr der Fehlinterpretation von Kontexten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen neben Social Media Research und Marktforschung insbesondere Big Data, Gütekriterien, Monitoring-Tools und der digitale Fußabdruck von Konsumenten.
Welche Rolle spielt das Big Data Konzept in dieser Arbeit?
Big Data wird als technologische Basis verstanden, die es erlaubt, sehr große und komplexe Datensätze aus dem Internet zu sammeln und durch intelligenten Umgang neue, verwertbare Erkenntnisse für das Marketing zu gewinnen.
Warum sind die wissenschaftlichen Gütekriterien für den Autor so wichtig?
Der Autor betont diese Kriterien, da sie das Fundament seriöser Marktforschung bilden; ohne ihre Anwendung besteht die Gefahr, dass man blind Trends hinterherjagt und aufgrund fehlinterpretierter Daten falsche strategische Entscheidungen trifft.
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- Kai Ziegler (Author), 2015, Nutzen und Risiken von Social Media aus Sicht der Marktforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307077