Ziel dieser kurzen Abhandlung soll es sein, eine vergleichende musikalische Analyse des frühen Liedwerks Schuberts mit besonderem Blick auf das von Schubert verwendete Todesmotiv durchzuführen. Wie wird der Tod musikalisch dargestellt? Die Ausführungen beziehen sich hierbei immer auf die Notenausgabe von Breitkopf und Härtel (Franz Schuberts Werke: Kritisch durchgesehene Gesamtausgabe XX/5, 1895, No.312b bzw. No.302).
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Analyse früher Schubertlieder
1.1 „Der Jüngling und der Tod“ (D.545)
1.2 „Der Tod und das Mädchen“ (D.531)
2 Das Todesmotiv in den frühen Liedern Schuberts
3 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit widmet sich einer vergleichenden musikalischen Analyse der beiden frühen Schubert-Lieder „Der Jüngling und der Tod“ sowie „Der Tod und das Mädchen“. Das primäre Ziel besteht darin, die musikalische Darstellung des Todesmotivs in diesen Werken zu untersuchen und den Komponisten Franz Schubert in seinem damaligen kreativen Umfeld des Jahres 1817 zu verorten.
- Biografischer Kontext von Franz Schubert im Jahr 1817
- Strukturelle und harmonische Analyse der Lieder „Der Jüngling und der Tod“ und „Der Tod und das Mädchen“
- Die Funktion des Todesmotivs als tröstendes Element in Schuberts Frühwerk
- Vergleich der musikalischen Kontraste zwischen den lyrischen Ich-Perspektiven und der Personifizierung des Todes
Auszug aus dem Buch
1.1 „Der Jüngling und der Tod“ (D.545)
Das vorliegende Lied für Singstimme in Begleitung des Pianoforte lässt sich grob in eine Strophe des Jünglings (T. 4-25) sowie in eine Strophe des Todes (T. 27-33) unterteilen, hinzu kommt eine kurze Klavierüberleitung (T. 24-26) sowie ein Vor- und Nachspiel. Das Lied ist durchgängig im alla breve Takt notiert und in einem „sehr langsamen“ (Schubert bezeichnete das Tempo in seinen Liedern stets auf deutsch) Metrum vorzutragen. Die Gesamtlänge beträgt 35 Takte, es handelt sich um ein auskomponiertes Lied ohne notierte Wiederholungen.
Inhaltlich vertont das Klavierlied ein Gedicht Joseph von Spauns. Das lyrische Ich (der Jüngling) fleht hier den Tod an, es von seinem irdischen Leid zu erlösen und „in schönere Welten zu ziehen“. In der folgenden Strophe des Todes erhört dieser wohlwollend die Bitte des lyrischen Ichs und bietet an „sich seiner Qual zu erbarmen“.
Das Lied beginnt mit einem Klaviervorspiel in cis-moll, der Tonart „der heißen Sehnsucht und des innigsten Verlangens“. Das Motiv, dominiert von doppelt punktierten Vierteln mit scharfen Sechtzehntelnoten, weckt die Erinnerung an einen Trauermarsch. Auffällig ist auch die absteigende Lamentobasslinie, die der Einleitung einen klagenden Charakter gibt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik des Todes in Schuberts Schaffen und Einbettung in den biografischen Kontext der Entstehungszeit um 1817.
1 Analyse früher Schubertlieder: Detaillierte musikwissenschaftliche Analyse der zwei ausgewählten Lieder unter besonderer Berücksichtigung ihrer formalen Struktur, Harmonik und des Text-Musik-Verhältnisses.
2 Das Todesmotiv in den frühen Liedern Schuberts: Synthese der Analyseergebnisse, die den Tod als tröstenden „Schlafes Bruder“ in Schuberts früher Tonsprache identifiziert.
3 Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der Lieder im Kontext der Metternichschen Restaurationszeit und Ausblick auf die stilspezifische Entwicklung des Komponisten.
Schlüsselwörter
Franz Schubert, Der Tod und das Mädchen, Der Jüngling und der Tod, Todesmotiv, Kunstlied, Liedanalyse, 19. Jahrhundert, Romantik, Lamentobass, Musikwissenschaft, Metternichsche Ära, Harmonik, Klaviermusik, Singstimme, Musikalische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die musikalische Darstellung des Todes in zwei ausgewählten frühen Kunstliedern von Franz Schubert aus dem Jahr 1817.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben einer musiktheoretischen Analyse steht die romantische Auffassung des Todes als erlösender Freund und Tröster im Mittelpunkt der Betrachtung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist der Nachweis, dass Schubert den Tod in seinen Liedern nicht als grausames Schreckgespenst, sondern als zuversichtliche und tröstende Figur musikalisch ausgestaltet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine vergleichende musikalische Analyse angewandt, die auf der Notenausgabe der kritisch durchgesehenen Gesamtausgabe von Breitkopf und Härtel basiert.
Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert strukturell und harmonisch die Lieder „Der Jüngling und der Tod“ sowie „Der Tod und das Mädchen“ und arbeitet deren inhaltliche sowie musikalische Parallelen heraus.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Todesmotiv, Kunstlied, Romantik, Lamentobass und der historische Kontext der Metternichschen Restauration.
Wie unterscheidet sich die Darstellung des Todes in den beiden Liedern?
Während im „Jüngling und der Tod“ das lyrische Ich den Tod herbeisehnt, fürchtet das Mädchen im anderen Lied den Tod, was Schubert zu einer kontrastreicheren musikalischen Gestaltung motiviert.
Welche Rolle spielen die Nachspiele der Lieder?
Die Nachspiele fungieren als positive Bewertung des Todes, da sie die Trauermarsch-Motive in eine versöhnliche Dur-Variante überführen.
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- Marc Felsbrecher (Author), 2012, „..sollst sanft in meinen Armen schlafen“. Das Todesmotiv im frühen Liedwerk Franz Schuberts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307092