In dieser schriftlichen Ausarbeitung soll aufgezeigt werden welche verschiedenen Varianten für die Zusammenarbeit zwischen Risikomanagement und Balanced Scorecard für Unternehmen entwickelt wurden. Zudem soll deutlich gemacht werden, welche Stärken und Schwächen diese Varianten haben.
Heutzutage wird es als Unternehmer immer wichtiger, richtige Entscheidungen für die Zukunft des Unternehmens zu treffen. Zur Strategie- und Visionsplanung wurde die Balanced Scorecard entwickelt. Zusätzlich zu der Strategie- und Visionsplanung müssen ebenfalls Möglichkeiten und Risiken abgewägt werden. Es ist notwendig ein Risikomanagementsystem in das eigene Unternehmen einzuführen. Um eine effiziente und erfolgreiche Implementierung zu gewährleisten bietet es sich an das System mit dem bereits bestehenden Führungssystem zu verbinden. Hierzu wurde die Risk Enhanced Balanced Scorecard entwickelt, welche eine Balanced Scorecard verbunden mit einem Risikomanagement ist.
Um eine Einführung in die Risk Enhanced Balanced Scorecard zu geben, werden zuerst das Risikomanagement und die Balanced Scorecard als die zwei grundlegenden Systeme der REBS beschrieben. Danach wird aufgezeigt welche Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Systemen bestehen und warum es deshalb Sinn macht sie zu verbinden.
In der folgenden Untersuchung werden die vier Grundvarianten der REBS und die darauf entwickelte Risk Enhanced Balanced Scorecard von Broetzmann und Oehler erklärt und analysiert. Zum Schluss werden die aufgezeigten Implementierungsvarianten nach bestimmten Kriterien bewertet, die zu einer erfolgreichen Umsetzung erforderlich sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemdarstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Grundlegende Elemente der REBS
2.1 Risikomanagement
2.1.1 Einführung in das Risikomanagement
2.1.2 Der RM-Kreislauf/Prozess
2.2 Balanced Scorecard
2.2.1 Einführung in die BSC
2.2.2 Die vier Perspektiven
2.2.3 Der BSC-Prozess
3. Warum die BSC als Risikomanagementsystem funktioniert
3. Varianten der Risk Enhanced Balanced Scorecard
3.1 Balanced Scorecard mit integrierten Chancen und Risiken (Balanced ScorecardPLUS)
3.2 Balanced Scorecard mit eigenständiger Risikoperspektive
3.3 Balanced Chance and Risk Scorecard
3.4 Erfolgsfaktoren-basierte Balanced Scorecard
4. Risk Enhanced Balanced Scorecard
4. Bewertung der Implementierungsvarianten
5. Persönliche Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das Risikomanagement effektiv mit der Balanced Scorecard verknüpft werden kann, um eine ganzheitliche und gesetzeskonforme Unternehmenssteuerung zu gewährleisten, wobei der Fokus auf der Analyse verschiedener Implementierungsvarianten und deren Vor- und Nachteilen liegt.
- Grundlagen des Risikomanagements und der Balanced Scorecard
- Synergien zwischen Risikomanagement- und BSC-Prozessen
- Vergleichende Analyse von vier Grundvarianten der Risk Enhanced Balanced Scorecard
- Kritische Bewertung der Implementierungsansätze hinsichtlich Effizienz und Aufwand
- Vorstellung der weiterentwickelten Risk Enhanced Balanced Scorecard nach Broetzmann und Oehler
Auszug aus dem Buch
3.2 Balanced Scorecard mit eigenständiger Risikoperspektive
In der BSC mit eigenständiger Risikoperspektive wird zu den vier Perspektiven noch die Risikoperspektive implementiert. Die vier Perspektiven nach Norton und Kaplan bleiben somit unverändert und es wird eine fünfte, eigenständige Perspektive für das Risikomanagement hinzugefügt.
Klarer Vorteil dieser Variante ist, dass der Aufwand im Gegensatz zur Balanced ScorecardPLUS sehr viel geringer ist. Grund dafür ist, dass alle Risiken in einer Perspektive identifiziert, bewertet und bearbeitet werden und so keine Redundanz durch mehrfache Bearbeitung des gleichen Problems entsteht. Ebenso können Risiken besser abgebildet werden, die nicht deutlich zu einer Perspektive zugeordnet werden können. Gerade exogene Risiken, die nicht unmittelbar im Unternehmen entstehen, sind so besser zu identifizieren. Ein Beispiel dafür ist eine Veränderung der politischen Lage im Land des Unternehmens, oder bspw. der Ausbruch einer Epidemie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Notwendigkeit von Risikomanagementsystemen in Unternehmen aufgrund gesetzlicher Anforderungen und führt die Risk Enhanced Balanced Scorecard als Lösung zur Integration in bestehende Führungssysteme ein.
2. Grundlegende Elemente der REBS: Erläutert die theoretischen Grundlagen des Risikomanagements, inklusive Prozessschritten und Risikoarten, sowie die Struktur und Perspektiven der Balanced Scorecard als Controlling-Instrument.
3. Warum die BSC als Risikomanagementsystem funktioniert: Analysiert die Ähnlichkeiten zwischen BSC und Risikomanagement und begründet, warum die Integration beider Systeme sinnvoll ist, um Effizienz und strategische Orientierung zu steigern.
3. Varianten der Risk Enhanced Balanced Scorecard: Stellt vier spezifische Ansätze vor, wie Risiken und Chancen in die Balanced Scorecard integriert werden können, von der Ergänzung der bestehenden Perspektiven bis hin zu komplexen neuen Modellen.
4. Risk Enhanced Balanced Scorecard: Präsentiert die weiterentwickelte Version von Broetzmann und Oehler, die durch die Hinzufügung einer fünften Perspektive und erweiterte Ursachen-Wirkungszusammenhänge einen ganzheitlichen Managementansatz verfolgt.
4. Bewertung der Implementierungsvarianten: Führt eine kritische Gegenüberstellung der untersuchten Modelle durch, um Stärken und Schwächen hinsichtlich Aufwand, Wirtschaftlichkeit und Prozessintegration aufzuzeigen.
5. Persönliche Stellungnahme: Reflektiert die Ergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass die REBS von Broetzmann und Oehler eine sinnvolle Weiterentwicklung darstellt, insbesondere für Unternehmen, die bereits die klassische BSC nutzen.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Balanced Scorecard, REBS, Unternehmensführung, Strategieumsetzung, Risikofrüherkennung, Risikosteuerung, Risikoportfolio, Erfolgsfaktoren, Prozessüberwachung, Chancen-Risiken-Analyse, Unternehmenssteuerung, Implementierungsvarianten, KonTraG, Kennzahlen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration von Risikomanagementsystemen in die Balanced Scorecard, um eine umfassende Unternehmenssteuerung zu ermöglichen, die sowohl strategische Ziele als auch Risiken berücksichtigt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Risikomanagement, die Balanced Scorecard nach Kaplan und Norton, deren konzeptionelle Verbindung sowie die Bewertung verschiedener Modelle zur Risiko-Integration.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, verschiedene Varianten der "Risk Enhanced Balanced Scorecard" (REBS) vorzustellen, deren Stärken und Schwächen zu analysieren und ein Modell zur effektiven Implementierung in der Unternehmenspraxis zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und eine vergleichende, kritische Bewertung der verschiedenen Implementierungsansätze der REBS anhand definierter Kriterien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen beider Systeme, die Analyse ihrer Synergien, die Vorstellung von vier spezifischen REBS-Varianten sowie deren kritische Würdigung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Risikomanagement, Balanced Scorecard, REBS, Strategieumsetzung, Risikofrüherkennung und Erfolgsfaktoren bestimmt.
Was zeichnet die "Balanced Scorecard mit integrierten Chancen und Risiken" (Balanced ScorecardPLUS) besonders aus?
Sie erweitert jede der vier Standard-Perspektiven um einen Punkt für Chancen und Risiken, was eine klare Zuordnung zu Risk Ownern innerhalb der existierenden Struktur ermöglicht.
Worin liegt der Hauptvorteil der "Balanced Scorecard mit eigenständiger Risikoperspektive"?
Ihr großer Vorteil ist der im Vergleich zu anderen Modellen geringe Aufwand, da alle Risiken zentral in einer fünften Perspektive gebündelt und bearbeitet werden.
Was ist das Besondere an der "Balanced Chance and Risk Scorecard"?
Diese Variante löst sich deutlich vom ursprünglichen BSC-Aufbau und fokussiert sich auf den Unternehmenswert, definiert durch Kennzahlen wie Discounted Cash Flow, Economic Value Added und Market Value Added.
Wie unterscheidet sich die REBS von Broetzmann und Oehler von den anderen Modellen?
Sie gilt als eine Art "REBS 2.0", da sie die Grundstruktur der klassischen BSC beibehält, diese aber um eine fünfte Perspektive (Unternehmensumfeld) ergänzt und den Risikomanagementprozess konsequent integriert.
- Arbeit zitieren
- Simon Manz (Autor:in), 2015, Die Risk Enhanced Balanced Scorehand als Risikomanagementsystem für Unternehmen. Eine Analyse der Stärken und Schwächen der möglichen Varianten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307283