Einleitung
Die Thematik der Telearbeit ist öffentlich noch nicht sehr weit verbreitet. Sie hat sich seit 1994 jedoch stark entwickelt, und so gibt es heute eine große Vielfalt an Literatur und Webseiten zu diesem Thema. Diese geben Hilfestellung zur Einrichtung von Telearbeitsplätzen und die Auswahl der richtigen Mitarbeiter. Dabei bleiben jedoch einige Fragen, wie zum Beispiel zu Führungsstilen und zur Wirtschaftlichkeit unberücksichtigt.
Hinter der Telearbeit als Arbeitsorganisation verbirgt sich mehr als nur die Arbeit an einem Computer. Diese Arbeitsorganistation steht für einen Umbruchsprozess gesellschaftlicher Arbeit, einen Wandel innerhalb der Computernutzung.
Die eigentliche Produktion von Gütern an einem festen Standort verliert in der Öffentlichkeit mehr und mehr an Bedeutung. An ihre Stelle treten Informationsarbeiter, deren Arbeitsgegenstand und Arbeitsmittel allein auf der Informationsebene angesiedelt und nicht mehr von einem betrieblichen Standort abhängig sind. Diese Entwicklungen sind rasend und so bleiben meist wichtige Fragen zum Arbeitsrecht oder dem Datenschutz zurück. In dieser Arbeit ist festzustellen, ob die technischen und rechtlichen Voraussetzungen
für den Einsatz der Telearbeit unlösbare Probleme aufweisen.
Zusammen mit der neuen Arbeitsform Telearbeit muß man auch die Art der Mitarbeiterführung überdenken. Muß für diese neue Arbeitform auch ein neuer Führungsstil entwickelt werden oder reichen bestehende Führungsstile aus? Oft stehen Vorgesetzte der neuen Arbeitsform negativ gegenüber. Ist dies begründet? Die vorliegende Arbeit soll Aufschluß geben, welche Art Führungsstil für die Telearbeit in Frage kommt.
Der wichtigste Faktor für die Einführung der Telearbeit und eines eventuell neuen Führungstils ist die Wirtschaftlichkeit. In dieser Arbeit wird die Möglichkeit erläutert, wie eine Kosten/Nutzen-Rechnung mit monetären und nicht-monetären Faktoren aussehen und ob die Telearbeit für ein Unternehmen überhaupt wirtschaftlich sein kann.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Telearbeit
2.1 Was ist Telearbeit?
2.2 Der Unterschied zwischen Telearbeit und Telekooperation
2.3 Ursprung und Entwicklung der Telearbeit
2.4 Welche Aufgaben sind für die Telearbeit geeignet?
2.5 Arten von Telearbeit
2.5.1 Teleheimarbeit
2.5.2 Alternierende Telearbeit
2.5.3 Center-Site-Telearbeit
2.5.4 Mobile Telearbeit
2.5.5 On-Site-Telearbeit
2.6 Vor- und Nachteile der Telearbeit
2.6.1 Die Vor- und Nachteile der Telearbeit für Unternehmen
2.6.2 Die Vor- und Nachteile der Telearbeit für Mitarbeiter
2.6.3 Das Interesse und die Erwartungen der Öffentlichkeit
3 Rahmenbedingungen für die Telearbeit
3.1 Technische Bedingungen
3.1.1 Hardware
3.1.2 Software
3.1.3 Übertragungstechnologie
3.1.4 Schutzmaßnahmen
3.2 Rechtliche Bedingungen
3.2.1 Arbeitssicherheit
3.2.2 Arbeitsvertrag
3.2.3 Arbeitszeit
3.2.4 Datenschutz und Informationssicherheit
3.2.5 Unfallversicherung
3.2.6 Haftplichtversicherung
3.2.7 Kosten für Kommunikation, Arbeitsmittel und Arbeitsfläche
4 Mitarbeiterführung
4.1 Führungsstile
4.1.1 Aufgabenorientierte Führung
4.1.2 Mitarbeiterorientierte Führung
4.2 Motivation und Bedürfnisse
4.3 Information und Kommunikation
4.3.1 Information
4.3.2 Kommunikation
4.4 Aufgaben und Abläufe
4.4.1 Arbeitszuordnung
4.4.2 Arbeitsinhalt
4.4.3 Arbeitszeit
4.4.4 Arbeitsraum
5. Kosten und Nutzen der Telearbeit
6. Fallbeispiele
6.1 Förderederei Flensburg
6.2 IBM München
6.3 Übersetzungsbüro Denker Flensburg
6.4 Kosmos Verlag Stuttgart
7 Die Zukunft der Telearbeit
8 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der Mitarbeiterführung im Kontext der Telearbeit, analysiert die technischen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen und bewertet die Wirtschaftlichkeit dieser Arbeitsform unter Einbeziehung monetärer und nicht-monetärer Faktoren.
- Definition und Arten der Telearbeit
- Technische und rechtliche Implementierungsvoraussetzungen
- Führungsstile und Motivationsstrategien in dezentralen Arbeitsstrukturen
- Wirtschaftlichkeitsanalyse mittels Mehr-Ebenen-Modellen
- Fallstudien zur praktischen Umsetzung in Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Software
Die Tätigkeit des Telearbeiters bestimmt die Ausgestaltung des Telearbeitsplatzes. Die notwendigen Programme eines Arbeitsplatzes können in die drei Kategorien Basissoftware oder Betriebssystem(e), Anwendungssoftware, Software, die für die Tätigkeit notwendig ist, bzw. die Ausführung der Tätigkeit unterstützt (z.B. Exel, Word) und Kommunikationssoftware, Software, die zur Unterstützung der Telekommunikation notwendig ist, unterteilt werden. Für die typischen Büroaufgaben bieten mehrere Hersteller umfassende Anwender-Softwarepakete an.
Bei der Kommunikationssoftware ist darauf zu achten, dass der Einsatz von E-Mail und Fax im Unternehmen und am Telearbeitsplatz möglich ist. Es ist ratsam, dass am Telearbeitsplatz die gleiche Anwendungssoftware benutzt wird, wie am Büroarbeitsplatz. Dadurch werden Umstellungsprobleme für die Telearbeiter und technische Inkompatibilitäten vermieden. Bei der Auswahl der Software sollte die Anwenderfreundlichkeit über der Funktionsvielfalt stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Telearbeit als gesellschaftlichen Umbruchsprozess und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach geeigneten Führungsstilen und der Wirtschaftlichkeit.
2 Telearbeit: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Telearbeit, grenzt ihn von der Telekooperation ab und erläutert verschiedene Arbeitsformen sowie deren Vor- und Nachteile aus Sicht von Unternehmen und Mitarbeitern.
3 Rahmenbedingungen für die Telearbeit: Hier werden die essenziellen technischen Voraussetzungen wie Hardware und Datensicherheit sowie rechtliche Aspekte, darunter Arbeitssicherheit und Vertragsgestaltung, detailliert aufgeführt.
4 Mitarbeiterführung: Das Kapitel diskutiert die notwendige Abkehr von autoritären Führungsstilen hin zu kooperativen Konzepten wie "Management by Objectives", um Telearbeiter effektiv zu führen und deren Motivation zu erhalten.
5. Kosten und Nutzen der Telearbeit: Hier wird die Wirtschaftlichkeit der Telearbeit analysiert, wobei betont wird, dass rein kostenanalytische Betrachtungen zu kurz greifen und qualitative Faktoren zwingend in die Bewertung einfließen müssen.
6. Fallbeispiele: Anhand konkreter Unternehmensbeispiele (Reederei, IBM, Übersetzungsbüro, Verlag) wird der praktische Einsatz von Telearbeit und die damit verbundenen Herausforderungen illustriert.
7 Die Zukunft der Telearbeit: Dieses Kapitel gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung, wobei das Potenzial für Telearbeit vor dem Hintergrund technologischer Fortschritte und sich ändernder Organisationsstrukturen gewürdigt wird.
8 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bekräftigt, dass Telearbeit bei korrekter Umsetzung durch einen mitarbeiterorientierten Führungsstil ein enormes Zukunftspotenzial besitzt.
Schlüsselwörter
Telearbeit, Mitarbeiterführung, Wirtschaftlichkeit, Arbeitsorganisation, Telekooperation, Personalmanagement, Informationsmanagement, Datenschutz, Arbeitsrecht, Motivation, Arbeitseffizienz, Führungsstil, Management by Objectives, Teleheimarbeit, Infrastruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Aspekte der Telearbeit mit einem besonderen Fokus auf die notwendigen Anpassungen der Mitarbeiterführung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Telearbeitsformen, die notwendige IT-Ausstattung, rechtliche Rahmenbedingungen (Arbeitsrecht/Datenschutz) sowie Führungs- und Motivationskonzepte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel besteht darin, darzulegen, welcher Führungsstil für die Telearbeit geeignet ist und wie eine aussagekräftige Kosten/Nutzen-Analyse unter Berücksichtigung qualitativer Faktoren durchgeführt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die theoretische Herleitung von Führungskonzepten sowie eine empirische Untersuchung durch Fallbeispiele in verschiedenen Unternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den technischen Voraussetzungen und rechtlichen Bedingungen insbesondere moderne Führungsmethoden, Motivationsmodelle sowie das "Mehr-Ebenen-Modell" zur Wirtschaftlichkeitsrechnung erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Telearbeit, Mitarbeiterführung, Wirtschaftlichkeit, Arbeitsorganisation, Telekooperation und Datenschutz.
Warum ist die Wirtschaftlichkeit bei Telearbeit so schwer zu bestimmen?
Weil neben rein monetären Faktoren wie Hardwarekosten auch qualitative Faktoren wie Mitarbeiterzufriedenheit, Flexibilität und Imagegewinn eine Rolle spielen, die sich nur schwer in Geldwerten beziffern lassen.
Welche Rolle spielt der kooperative Führungsstil?
Der kooperative Führungsstil ist essenziell, da die räumliche Trennung eine klassische Anwesenheitskontrolle unmöglich macht und stattdessen Vertrauen, Eigenverantwortung und Zielvereinbarungen (Management by Objectives) in den Mittelpunkt rücken müssen.
- Citation du texte
- Tara Tobias Moritzen (Auteur), 2001, Mitarbeiterführung bei der Telearbeit mit deren Rahmenbedingungen und Wirtschaftlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3073