Unternehmen, die sich im Bereich Sozialmanagement engagieren wollen, finden schnell öffentlich zugängliche Best Practice Beispiele anderer Unternehmen - aber nach wie vor wenig professionelle Modelle, an denen sie sich für die Einführung eines Sozialmanagement-Systems orientieren können.
Die Autorin entwickelte das vorliegende Referenzmodell aus der Überzeugung heraus, dass die Einführung eines systematischen Sozialmanagement-Systems genauso geplant und eingeführt werden sollte wie jedes andere Veränderungsprojekt. Die wichtigsten Aktivitäten zur Entwicklung und Umsetzung einer Sozialstrategie werden hier in einem Standard Projektmanagement-Modell abgebildet: mit Aktivitäten, Input und Output sowie den jeweiligen Werkzeugen. Ein Spezifikum ist die stärkere Gewichtung des Themenbereiches Kommunikation. Neben den Standard Projektrollen wurde mit der zusätzlichen Definition von Management- und Sozialmanagement-Rollen auch die Einbettung in ein vorhandenes Management-System berücksichtigt.
Das Modell kann als erste „Blaupause“ in der Planungsphase genutzt und auf die spezifischen Unternehmensbedürfnisse angepasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Zusammenfassung
2 Einleitung
2.1 Problemstellung
2.2 Leitfragen
2.3 Ziele der Arbeit
2.4 Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes
3 Lösungsentwicklung
3.1 Stand des Wissens (Vorhandene Modelle)
3.2 Grundlagen für die Entwicklung des Referenzmodells
3.3 Vorgehen zur Erstellung des Referenzmodells
4 Referenzmodell (Ergebnis)
4.1 Überblick
4.2 Projektrollen
4.3 PM-Phasen für die Einführung eines Sozialmanagement-Systems
4.4 PM-Themen für die Einführung eines Sozialmanagement-Systems
4.5 Besonderheiten
5 Reflexion von Lösungsentwicklung und Ergebnis
5.1 Reflexion Lösungsentwicklung
5.2 Reflexion Referenzmodell (Ergebnis)
6 Fazit
7 Verzeichnisse
7.1 Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
7.2 Begriffsbestimmungen
7.3 Abkürzungsverzeichnis
7.4 Literaturverzeichnis
8 Anhang Referenzmodell
8.1 Initiierung
8.2 Planung
8.3 Ausführung
8.4 Steuerung
8.5 Abschluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit hat das Ziel, ein systematisches Referenzmodell für die Einführung eines Sozialmanagement-Systems zu entwerfen, indem sie theoretische Ansätze aus dem Sozialmanagement mit etablierten Projektmanagement-Standards (PMBOK) kombiniert. Damit soll Unternehmen eine strukturierte Grundlage für die Umsetzung von Sozialstrategien geboten werden, um Planungsprozesse zu professionalisieren und die Integration in bestehende Managementsysteme zu erleichtern.
- Entwicklung einer Matrix zur Verknüpfung von Projektphasen und -themen.
- Definition spezifischer Projektrollen wie CSR-Manager und Fachverantwortliche für Sozialmanagement.
- Anpassung von Projektmanagement-Methoden an die Besonderheiten von Sozialmanagement-Projekten.
- Herausarbeitung der zentralen Bedeutung des Stakeholder-Dialogs und der internen Kommunikation.
- Bereitstellung eines praxisorientierten Leitfadens (Blueprint) für die Projektplanung und -durchführung.
Auszug aus dem Buch
4.3.1 SM-Projekt initiieren
Ziel dieser Phase ist die Initiierung und formale Autorisierung des Projektes – und die Erzielung gegenseitigen Einvernehmens über dessen Eckpunkte.
Der Treiber für den Wunsch des Managements, ein SM-Projekt zu initiieren, kann vielfältig sein: Idealtypisch über eine standardmäßige Aktualisierung des Geschäftsmodells, geleitet von öffentlichen CSR-/ LOHAS-Diskussionen, oder über eine normative Veränderung von Visionen und Leitbildern im Unternehmen. Ein oder mehrere Faktoren führen zu einer Aktualisierung der Unternehmensziele und strategischen Erfolgsfaktoren, die den Maßnahmen-/Investitionsplan beeinflussen. Vgl. hierzu auch Eirenschmalz (Eirenschmalz 2007).
Dann werden die ersten Vorstellungen des Managements als Auftrag an jemanden übergeben („Mail-Level“), der ein erstes Konzept erarbeitet („Powerpoint-Level“). Auf dieser Grundlage kann ein formaler Projektauftrag erteilt werden. Nun wird formal der Projektmanager ernannt, der eine Grobdefinition mit Inhalt und Umfang des Projektes erstellt („Word-Level“). Gleich zu Beginn sollten auch Fachverantwortliche für SM in allen Funktionsbereichen benannt werden – denn deren Input wird für die grobe Definition des Projektumfangs bereits in dieser Phase benötigt. Die Besetzung dieser Rolle kann zunächst zeitlich befristet für die Dauer des Projektes erfolgen. Zum Ende des Projektes sollte dann noch einmal evaluiert werden, wer für welche Bereiche diese Verantwortung im laufenden Betrieb innehat.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zusammenfassung: Die Arbeit entwickelt ein Referenzmodell zur Einführung eines Sozialmanagement-Systems, basierend auf Standard-Projektmanagement-Methoden, um eine professionelle Planung dieser Veränderungsprojekte zu ermöglichen.
2 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung fehlender Vorgehensmodelle für Sozialmanagement und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie die Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes.
3 Lösungsentwicklung: Es erfolgt eine Analyse des aktuellen Stands des Wissens und die Ableitung der Grundlagen aus dem Projektmanagement sowie Sozialmanagement für die Modellentwicklung.
4 Referenzmodell (Ergebnis): Das Herzstück der Arbeit definiert die zeitlichen Phasen, die notwendigen Projektrollen sowie die spezifischen PM-Themen und Besonderheiten für ein Sozialmanagement-System.
5 Reflexion von Lösungsentwicklung und Ergebnis: Die Autorin reflektiert das methodische Vorgehen bei der Modellerstellung und kritisiert unter anderem den hohen Aufwand der Übersetzung von PM-Standards.
6 Fazit: Das Fazit bestätigt die Anwendbarkeit von Projektmanagement-Methoden im Sozialmanagement und betont die kritische Rolle der Kommunikation und des Change Managements.
7 Verzeichnisse: Dieser Bereich enthält die formalen Anhänge, bestehend aus Abbildungs- und Tabellenverzeichnis, Begriffsbestimmungen, Abkürzungsverzeichnis und Literaturliste.
8 Anhang Referenzmodell: Der Anhang bietet eine detaillierte tabellarische Aufarbeitung der fünf Projektphasen mit den jeweils zugeordneten Aktivitäten, Inputs, Outputs und Werkzeugen.
Schlüsselwörter
Sozialmanagement, Projektmanagement, Referenzmodell, CSR, Corporate Social Responsibility, Projektphasen, Projektrollen, Stakeholder-Dialog, Sozialstrategie, Change Management, Unternehmensführung, Projektplanung, Sozialindikatoren, PMBOK, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Referenzmodells, um die Einführung eines Sozialmanagement-Systems in Unternehmen mittels standardisierter Projektmanagement-Methoden professionell und strukturiert zu planen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verbindet die drei Bereiche Sozialmanagement (SM), Projektmanagement (PM) und allgemeines Management (M), um eine integrierte Vorgehensweise für Veränderungsprozesse zu schaffen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, erstmalig theoretische Instrumente aus dem Sozialmanagement mit professionellen Projektmanagement-Standards zusammenzuführen, um Unternehmen die erfolgreiche Implementierung von SM-Systemen zu erleichtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine fundierte Literaturrecherche zum Stand des Wissens mit einer methodischen Adaption internationaler Projektmanagement-Standards (wie dem PMBOK Guide) auf die spezifischen inhaltlichen Anforderungen des Sozialmanagements.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst das eigentliche Referenzmodell, unterteilt in die Projektphasen Initiierung, Planung, Ausführung, Steuerung und Abschluss, inklusive der Rollendefinitionen für Projektmanager und CSR-Verantwortliche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sozialmanagement, Projektmanagement, CSR, Stakeholder-Dialog und Change Management beschreiben.
Welche Rolle spielt die Kommunikation in diesem Modell?
Die Kommunikation wird als Kernstück von Sozialmanagement-Projekten hervorgehoben. Sie dient nicht nur der reinen Informationsverbreitung, sondern ist entscheidend für den gleichberechtigten Stakeholder-Dialog zur Erreichung strategischer Unternehmensziele.
Wie unterscheidet sich dieses Modell von anderen Ansätzen?
Im Gegensatz zu reinen Ideensammlungen oder Best-Practice-Beispielen in der CSR-Literatur bietet dieses Modell ein systematisches Projektphasenmodell, das Aktivitäten, Inputs, Outputs und Werkzeuge für jede Phase verbindlich definiert.
- Citation du texte
- Almut Stielau (Auteur), 2009, Die Einführung eines Sozialmanagement-Systems: Entwurf eines Referenzmodells auf der Grundlage einer standardisierten Projektmanagement-Methode, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307353