Leistungsbewertungen und Leistungsbeurteilungen bestimmen maßgeblich den Schulalltag. Fast jeden Tag wird die Schülerschaft Leistungskontrollen unterzogen. Diese Bewertungen können weitreichende Folgen für benannte Schülerinnen und Schüler haben. Lehrerinnen und Lehrer müssen sich an klare Grundsätze und Vorgehensweisen bei der Schulischen Bewertung halten. Die Notengebung muss für alle beteiligten nachvollziehbar und in sich logisch begründbar sein.
Aufgrund der Bedeutung des Leistungsbegriffs für den Schulalltag befasse ich mich in dieser Hausarbeit mit der Fragestellung der Beurteilung von Schülerleistungen im Spannungsverhältnis der Bezugsnormorientierung (Individual-, Sozial- und Kriterialnorm). Als erstes werde ich mich mit dem Leistungsbegriff allgemein und danach mit dem pädagogischen Leistungsbegriff befassen.
Desweitern werde ich auf die Bezugsnormen und die Normalverteilungsannahme eingehen. Darauf folgend widme ich mich der Notengebung, dabei gehe im Besonderen auf die Ziffernnoten und anschließend auf die Verbalbeurteilung ein. Abschließen werde ich die Hausarbeit mit einen Fazit bestehend aus den gewonnenen Erkenntnissen.
Inhaltsverzeichnis
1. Was und auf welchen Ebenen müssen PoWi-Lehrer entscheiden wenn sie Unterrichten?
2. Worin unterscheidet sich wissenschaftliche Unterrichtsforschung von naiver Beobachtung von Unterricht? Erläutern sie den Unterschied zwischen quantitativer und Qualitativer Forschung in der Unterrichtsforschung.
3. Hausarbeit: „Beurteilung von Schülerleistungen im Spannungsverhältnis der Bezugsnormorientierung (Individual-, Sozial- und Kriterialnorm)“
3.1 Problematik von Leistungsbewertung und Leistungsbeurteilung
3.2. Leistung
3.2.1 Pädagogisches Leistungsverständnis und Schülerleistungen
3.2.2 Bezugsnormorientierung Individual-, Sozial- und Kriterialnorm
3.3 Notengebung
3.3.1 Ziffernnoten
3.3.2 Verbalbeurteilung
3.4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die komplexen Anforderungen und Entscheidungsebenen im Lehrerberuf, insbesondere im Fach Politik und Wirtschaft, zu beleuchten und eine kritische Auseinandersetzung mit den Methoden der Leistungsbeurteilung und Unterrichtsforschung zu ermöglichen.
- Entscheidungsebenen für Lehrkräfte in der Unterrichtsplanung
- Differenzierung zwischen wissenschaftlicher und naiver Unterrichtsforschung
- Die Rolle der Bezugsnormorientierung in der schulischen Leistungsbewertung
- Kritische Analyse von Ziffernnoten versus verbaler Beurteilung
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Bezugsnormorientierung Individual-, Sozial- und Kriterialnorm
Schülerleistungen können unter drei Bezugsnormen gestellt, verglichen und bewertet werden. Das ist zum einen die Soziale Bezugsnorm, unter dieser wird die momentane Lernleistung der einzelnen Schülerin, des einzelnen Schülers mit der Bezugsgruppe (Klasse) verglichen. Diese Bezugsnorm vergleicht nur innerhalb der Lerngruppe. Somit kann derselbe Schüler oder dieselbe Schülerin mit dem gleichen Leistungsstand in der einen Lerngruppe eine schlechtere Bewertung bekommen als in einer anderen Lerngruppe. Dadurch dass eine Rangfolge aufgestellt wird gibt es bei diesem Verfahren der Bewertung immer Gewinner und Verlierer. Die Gruppenorientierung dieser Bezugsnorm fördert Konkurrenzdenken, da es notwendig ist für eine bessere Bewertung andere im Leistungsergebnis zu übertreffen.
Eine weitere Bezugsnorm, ist die individuelle Bezugsnorm. Bei dieser wird die momentane Lernleistung des Schülers, der Schülerin mit vorangegangen desjenigen oder derjenigen verglichen. Das individuelle Bezugssystem bietet die beste Möglichkeit, über differenzierende Handlungen individuelle Lern-, Leistungs- und Förderprofile zu erstellen. Die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre eigenen Fähigkeiten und Lernfortschritte selbst zu erkennen und zu beurteilen. Dies ist möglich weil durch die individuelle Bezugsnorm kein von außen vorgegebener Maßstab an die gezeigte Leistung herangetragen wird.
Als letzte Bezugsebene ist die sachliche / kriteriale Bezugsnorm anzuführen, die momentane Lernleistungen der Schüler und Schülerinnen mit den vorgegeben Lernzielen vergleicht. Sie wird von der Schulverwaltung vorgeschrieben und orientiert sich am Lehrplan, welcher von der Kultusministerkonferenz vorgegeben wird. Die kriteriale Bezugsnorm misst die Leistung anhand des Ausmaßes in welchem curriculare Lernziele erreicht und Kompetenzen erworben werden. Ihre Bewertung orientiert sich nur an der sachlichen Norm. Voraussetzung dafür ist ein Lernziel orientierter Unterricht, welcher an ein bestimmtes Leistungsniveau gekoppelt ist. Die kriterienorientierte Bezugsnorm sollte allein den Bestimmungen der Sache unterliegen. Sie steht einem kooperativen Schülerverhalten nicht im Wege, weil sie eine günstige Bewertung der eigenen Leistung nicht gefährdet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was und auf welchen Ebenen müssen PoWi-Lehrer entscheiden wenn sie Unterrichten?: Das Kapitel erläutert die vielfältigen Ebenen, auf denen Lehrkräfte Entscheidungen treffen müssen, darunter die Anpassung an das Vorwissen der Lerngruppe und die Wahl geeigneter Methoden.
2. Worin unterscheidet sich wissenschaftliche Unterrichtsforschung von naiver Beobachtung von Unterricht? Erläutern sie den Unterschied zwischen quantitativer und Qualitativer Forschung in der Unterrichtsforschung.: Hier werden die Merkmale naiver Alltagsbeobachtung der wissenschaftlichen Forschung gegenübergestellt und der methodische Unterschied zwischen quantitativen und qualitativen Forschungsansätzen verdeutlicht.
3. Hausarbeit: „Beurteilung von Schülerleistungen im Spannungsverhältnis der Bezugsnormorientierung (Individual-, Sozial- und Kriterialnorm)“: Dieses Kapitel untersucht kritisch die Leistungsbewertung in der Schule unter Berücksichtigung unterschiedlicher Normen und der Problematik von Notengebung.
3.1 Problematik von Leistungsbewertung und Leistungsbeurteilung: Es wird die hohe Bedeutung von Leistung im Bildungswesen sowie die Herausforderung der nachvollziehbaren Bewertung thematisiert.
3.2. Leistung: Eine theoretische Betrachtung des dynamischen Leistungsbegriffs und seiner Einbettung in gesellschaftliche Kontexte.
3.2.1 Pädagogisches Leistungsverständnis und Schülerleistungen: Das Kapitel differenziert zwischen einem allgemeinen und einem spezifisch pädagogischen Leistungsverständnis im Schulalltag.
3.2.2 Bezugsnormorientierung Individual-, Sozial- und Kriterialnorm: Detaillierte Darstellung der drei Bezugsnormen zur Bewertung von Schülerleistungen.
3.3 Notengebung: Eine Analyse der Funktion und Kritik von Zeugnissen und Noten als Bildungsindikatoren.
3.3.1 Ziffernnoten: Beleuchtung der Ziffernnoten als Standardinstrument mit ihren spezifischen Nachteilen hinsichtlich Differenzierung und pädagogischem Wert.
3.3.2 Verbalbeurteilung: Das Kapitel diskutiert die Vorteile qualitativer Rückmeldungen gegenüber Ziffernnoten und ihre Grenzen in der Praxis.
3.4 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit einer neuen Feedbackkultur und der Perspektive auf eine Leistungsschule, die Kompetenzen statt Fehlersuche in den Fokus rückt.
Schlüsselwörter
Politische Bildung, Unterrichtsforschung, Leistungsbewertung, Bezugsnormorientierung, Ziffernnoten, Verbalbeurteilung, Pädagogisches Leistungsverständnis, Quantitative Forschung, Qualitative Forschung, Sozialnorm, Individualnorm, Kriterialnorm, Lehrerrolle, Lernbegleiter, Schulische Leistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die professionellen Anforderungen an Lehrkräfte im Fach Politik und Wirtschaft sowie die kritische Analyse von Systemen zur Leistungsbeurteilung von Schülern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Entscheidungsprozessen in der Unterrichtsplanung, den methodischen Unterschieden in der Unterrichtsforschung und den verschiedenen Arten der Leistungsbewertung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab, die Komplexität des Lehreralltags aufzuzeigen und zu hinterfragen, wie Leistungsbewertung gerechter und pädagogisch sinnvoller gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Analyse fachwissenschaftlicher Diskurse sowie didaktischer Theorien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung zur Unterrichtsentscheidung, eine methodische Differenzierung der Forschung und eine tiefgehende Hausarbeit zur Leistungsbeurteilung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Leistungsbewertung, Bezugsnormorientierung, Unterrichtsforschung, Ziffernnoten, Verbalbeurteilung und pädagogisches Leistungsverständnis.
Was unterscheidet die soziale von der individuellen Bezugsnorm?
Die soziale Bezugsnorm vergleicht die Leistung eines Schülers mit der Durchschnittsleistung der Klasse, während die individuelle Bezugsnorm den Leistungsfortschritt des Schülers an seinem eigenen bisherigen Stand misst.
Warum steht die Ziffernnotengebung in der Kritik?
Sie gilt als ungenaues Messinstrument, das oft nur zur Selektion dient, pauschale Angaben macht und keine hilfreichen Hinweise für den weiteren Lernprozess bietet.
Welche Rolle spielt der Lehrer laut Autor?
Der Autor beschreibt den Lehrer nicht mehr als bloßen Wissensvermittler, sondern zunehmend als Lernbegleiter und Reiseleiter durch den individuellen Lernprozess der Schüler.
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- Andreas Gottwald (Author), 2014, Beurteilung von Schülerleistungen im Spannungsverhältnis der Bezugsnormorientierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307355